Unterheßbach (fränkisch: Under-heschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 183. Dort folgendermaßen transkribiert: „undərheschba“.) ist ein Gemeindeteil der Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Unterheßbach liegt in der Gemarkung Heßbach.

Geografie Das Dorf liegt an der Fränkischen Rezat und an zwei namenlosen Bächen, die dort als rechte Zuflüsse in die Rezat münden. Im Westen liegt das Kellerfeld, etwa einen Kilometer westlich das Waldgebiet Hag. Rund einen Kilometer südwestlich liegt die Fichtenleiten. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 13 bei Oberheßbach (0,6 km nördlich) bzw. nach Lehrberg (1,2 km südöstlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Der Ort wurde 1345 als „Nidern Hesspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet am Bach des Hesso. Mit dem Bach ist die Rezat gemeint, an der die Siedlung angelegt wurde, der Personenname Hesso verweist vermutlich auf den Gründer der Siedlung.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 183f.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Unterheßbach 17 Mannschaften angegeben. Grundherren waren das Stiftsamt Ansbach (1 Anwesen), das Hochstift Eichstätt (10), das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim (5) und die Kaplanei und Vogtei Lehrberg (1). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hochstift Eichstätt.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, ?. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 693.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Unterheßbach mit Oberheßbach eine Realgemeinde. In Unterheßbach gab es 18 Anwesen. Das Hochgericht übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das eichstättische Vogtamt Lehrberg. Grundherren waren das Hochstift Eichstätt (Vogtamt Lehrberg: 1 Hof, Propsteiamt Herrieden: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 1 Schuckhof, 7 Güter), das Stiftsamt Ansbach (1 Köblergut, 1 Söldengut) und das Rittergut Rügland (4 Güter, 1 Mühle). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 918 f.Nach waren drei Untertansfamilien ansbachisch.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 628: „Unterhespach, Eichstättischer im Fraischbezirke des markgräflichen Oberamts Ansbach, eine kleine Stunde nördlich oberhalb Lehrberg unweit der Fränkischen Retzat gelegener, auch nach Lehrberg gepfarrter Weiler von 18 Unterthanen, wovon 10 samt der Gemeindeherrlichkeit und dem Hirtenstabe zum Ober- und Vogtamte Wahrberg-Lehrberg gehören.Es macht dieser Weiler mit dem nur einen Büchsenschuß weit davon entlegenen Weiler Oberhespach eine Gemeind- und Hirtschaft aus, hat auch damit eine gute Gemeindholzordnung gemeinschaftlich.“ Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 995.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Unterheßbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gräfenbuch und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Gräfenbuch zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 13. September 1827 wurde die Bildung der Ruralgemeinde Heßbach genehmigt, zu der Ober- und Unterheßbach gehörten.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden fünf Anwesen von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Rügland.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 972 und 995.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Heßbach am 1. Januar 1972 nach Lehrberg eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008 Einwohner 116 106 123 105 111 130 105 103 150 99 97 73 71HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1807 und 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 23 20 23 27 24 24 22 21 19 Quelle K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 155 f.

Religion Unterheßbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ersterwähnung 1345 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat