Diese Liste umfasst Fachbegriffe im Bereich der Kampfkunst Karate, welche aus der japanischen Sprache stammen und die Fertigkeiten und Techniken der ernsthaften körperlichen Auseinandersetzung mit einem Gegner unterrichten.

Angriffs-/Abwehrbereiche mini Im Karate gibt es drei Zielregionen: Gedan – der untere Bereich der Körperhälfte, von den Füßen bis zur Hüfte. Chūdan – der mittlere Körperbereich, von der Hüfte bis zum Hals. Jōdan – der obere Körperbereich, vom Hals bis zum Kopf.

Raum Migi – rechts Hidari – links Mae – vorn Ushiro – hinten Yoko , Hen – seitlich Jōseki – obere Seite Shimoseki – untere Seite Ō , Ōkii , Dai – groß Ko , Shō – klein Dan – Stufe Jō – oben Chū – Mitte Ge , Shimo – unten Uchi – innen Shōmen – Vorderseite, Front Soto – außen Sumi – Winkel Omote – Vorderseite Ura – Rückseite Uku – fließend Ue – darüber Shita – darunter Komi – darin, dicht Tō – weit, entfernt Kuruma – Rad, hier: im Kreis Mawashi – drehend, hier etwa: im Halbkreis Kagi , Kake – Haken Hira – flach Naname – schräg Sokumen – Seite, Flanke

Zählen – eins – zwei – drei – vier – fünf – sechs – sieben – acht – neun – zehn Bei Ichi, Roku und Hachi wird der Schlussvokal verschluckt bzw. ist ganz schwach zu hören. Bei Shichi wird das i von Shi verschluckt, nicht von chi.

Wenn Dinge, Gegenstände oder Abstrakta gezählt werden, wird den Zahlwörtern ein Zählwort als Suffix angehängt, abhängig von der Art der gezählten Dinge. Beispiele: lange dünne Gegenstände, übertragen auch für Schläge: hon , , , … Gürtelrangsystem für Schülergrade: Kyū , , , , , , , , Gürtelrangsystem für Meistergrade: Dan , , , , , , ,

Bei einigen Kata-Aufzählungen und Graduierungsstufen wird an Stelle des Begriffs der ersten Stufe (Ichidan) häufig die Bezeichnung Anfangsstufe (Shodan) verwendet.

Waza – Techniken Die Techniken werden nach dem „Körperteil“ und der Art der Ausführung unterschieden. Der Zusatz Mae bedeutet Ausführung der Technik nach vorne, Yoko zur Seite, Ushiro nach hinten, Ura in die Gegenrichtung. Keage bezeichnet eine Ausführung von unten nach oben, während Kekomi eine geradlinige Ausführung angibt.

Die Nomenklatur ist nicht in allen Stilen und Budo-Disziplinen völlig identisch. So werden zum Beispiel im Wadō-Ryū oder Okinawa-Karate und Judo „Soto“ und „Uchi“ im Vergleich zum Shotokan-Karate vertauscht gebraucht, weil Uchi und Soto relative Orte, aber keine Richtungen bezeichnen, d. h. ob Soto „von außen“ oder „nach außen“ heißt, unterliegt der Konvention der jeweiligen Budo-Disziplin und Stilrichtung. Die Stile unterscheiden sich auch in der Auswahl der unterrichteten und in den Katas verwendeten Techniken, nicht alle hier angeführten Techniken kommen in allen Stilen vor.

Tachikata – Stellungen

Shizen-Tai – Grundstellungen mini|hochkant|class=skin-invert-image|Heikō-Dachi Heisoku-Dachi – geschlossene Parallelstellung Musubi-Dachi – geschlossene Fersen Hachiji-Dachi – offene Fußstellung Uchi-Hachiji-Dachi – Stellung mit eingedrehten Füßen Heikō-Dachi – offene Parallelstellung Teiji-Dachi – T-Stellung Renoji-Dachi – L-Stellung

Kumite Dachi – Kampfstellungen Zenkutsu-Dachi – tiefe Vorwärtsstellung Moto-Dachi – hohe Vorwärtsstellung Kōkutsu-Dachi – Rückwärtsstellung Kiba-Dachi – Reiterstellung Sanchin-Dachi – „Dreifußstellung“ Hangetsu-Dachi – Halbmondstellung Neko-Ashi-Dachi – Katzenfußstellung Kōsa-Dachi – Überkreuzstellung Sagi-Ashi-Dachi – Reiherstellung Tsuru-Ashi-Dachi – Kranichfußstellung Shiko-Dachi – offene Bereitschaftsstellung Fudō-Dachi oder Sōchin dachi – unbewegliche Stellung

Kamae – Bereitschaft, Haltung Kamae bezieht sich auf die gesamte Körperhaltung und die geistige Einstellung, kann im passenden Kontext aber auch als Abkürzung für eine bestimmte Haltung verwendet werden, z. B. für Chudan Kamae. Durch Anhängen des Suffixes -te wird das Kommando gebildet, eine bestimmte Haltung einzunehmen, z. B. „Zenkutsu dachi, kamaete!“

Mi Gamae – körperliche Bereitschaft Maai – Distanz Metsuke – Blick Hyōshi – Rhythmus Kokyū – Atmung Waza – Technik

Ki Gamae – geistige Bereitschaft Kihaku – Kampfgeist Sen – Initiative Yomi – Wahrnehmung Zanshin – Geistesgegenwart Kikai – Gelegenheit Kiai – Zusammentreffen der Kraft. Als kiai bezeichnet man den Schrei im Karate.

Kamae Kata – Bereitschaftshaltung Nichtkämpferische Haltungen Shizentai gamae – natürliche Bereitschaft Yōi gamae – konzentrierte Bereitschaft Rei gamae – Haltung des Grußes Jiai gamae – Yin/Yang-Position Kankū gamae – Anfang der Kata Kanku-Dai Bassai gamae – Anfang der Kata Bassai Dai

Kämpferische Haltungen Jōdan gamae Maebane gamae – „Flügelhandhaltung“gamae – Jōdan morote uchi uke

Chūdan gamae Eine gängige Haltung (u. a. auch beim Boxen), bei der beide Fäuste leicht versetzt vor dem Torso gehalten werden. Diese Haltung eignet sich Angriffe (z. B. Zuki) und Abwehraktionen mit den Armen auf Jodan-, Chudan- und Gedan-Höhe. Der Oberkörper ist Richtung Gegner leicht eingedreht, um bei eigenen Angriffen von höherer Reichweite (z. B. Kizami-Zuki) oder Hüfteinsatz (z. B. Gyaku-Zuki) zu profitieren und um die dem Gegner präsentierte Trefferfläche zu minimieren. Diese Armhaltung wird häufig mit dem Stand Zenkutsu-Dachi kombiniert.

Sagurite gamae – suchende Handhaltung Jūji gamae – Über-Kreuz-Handhaltung Chuken gamae – verführende Position Ganseki gamae – unerschütterliche Haltung Chushu gamae – ausgestreckter Arm Tashin gamae – seitlich gekreuzte Hände Shutō gamae – offene Handhaltung Kōkō gamae – „Tigermaulhaltung“

Gedan Gamae Jion gamae – „Drachenposition“ Ensei gamae – Hocke/ausgestreckter Arm Jigo gamae – kniend auf einem Bein Sochin gamae – Hocke/ausgestreckter Fuß Shoshin gamae – Hocke auf einem Fuß Toten gamae – auf einem Knie Muhen gamae – Hocke/entspannte Arme

Kombinierte Kamae Manji gamae – „Tempelkreuzhaltung“ Musō gamae – Haltung der „Nichthaltung“ Kōsa gamae – Chudan uke/Gedan barai Neko gamae – „Katzenhaltung“ Jōge gamae – Hoch-tief-Position Garyu gamae – zurückgelehnte Position

Ashi-Waza – Fußtechniken Trefferflächen mini|class=skin-invert-image|Chūsoku mini|class=skin-invert-image|Teisoku mini|class=skin-invert-image|Tsumasaki Chūsoku – Fußballen Sokutô – Fußaußenkante Sokutei – Fußinnenkante Sune – Schienbein Teisoku – Fußsohle Kakato – Ferse Haisoku / Ashi no ko – Spann Tsumasaki – Zehenspitzen Hiza – Knie Mae-Ashi – Vorderer Fuß / Vorderes Bein

Ashi-Sabaki (unsoku ) – Beinarbeit Suri-Ashi – Gleitende-Schritte. Meint keine Schritttechnik speziell, sondern ist als Grundlage der Beinarbeit allgemein zu verstehen, im Gegensatz zum Auftreten, oder Stampfen Fumikomi-Ashi . Bei Suri-Ashi bleiben die Fußballen idR im Kontakt mit dem Boden. Kae-Ashi – wechselnder Schritt. Gelegentlich als Ayumi-Ashi , Gehender-Schritt bezeichnet. Yori-Ashi – Annähernder Schritt. Die Beine entfernen sich voneinander, bevor sie wieder aufeinander zubewegt werden. Hiermit ist insb. das Nachstellen des zweiten Beins gemeint, nachdem der Abstand der Beine vergrößert wurde. Tsugi-Ashi – Beistellschritt. Die Beine nähern sich an, bevor sie auseinander bewegt werden. Okuri-Ashi , „Begleitender Schritt“. Das hintere Bein bewegt sich zuerst, wobei der hintere Fuß in 45° nach außen vor den vorderen Fuß gesetzt wird. Ähnlich wie bei Tsugi-Ashi soll hier Raumgewinn gemacht werden. Gelegentlich wird Okuri-Ashi für das Nachstellen des hinteren Beines beim Yori-Ashi verwendet, wodurch es zu Missverständnissen, insbesondere zwischen unterschiedlichen Budoka kommt. Gelegentlich wird Okuri-Ashi als Sashi-Ashi , Geheimer Schritt bezeichnet. Ashi-Fumikae – gleichzeitiger Beinwechsel Tenkan-Ashi – Drehschritt Chakuchi – Ausfallschritt

Ashi-Barai – Fußfeger Uchi-Ashi-Barai – Feger von innen nach außen Soto-Ashi-Barai – Feger von außen nach innen Ushiro-Ashi-Barai – Rückwärtsfeger Moro-Ashi-Barai - beidbeiniger Fußfeger

Ashi-Basami - Fußscheren Kani-Basami – Krebsschere

Ashi-Geri (Keri waza) – Fußtritte Zenpo-Geri – Vorwärtstritte Mae-Geri – Fußtritt nach vorn Mae-Geri-Keage – geschnappter Fußtritt nach vorn Mae-Geri-Kekomi – gestoßener Fußtritt nach vorn Mawashi-Geri – Halbkreisfußtritt mini|hochkant|Mawashi-Geri mini|Kakato-Geri Axe-Kick Gyaku-Mawashi-Geri – verkehrter Halbkreisfußtritt Ura-Mawashi-Geri – Halbkreisfußtritt nach innen Mikazuki-Geri – Halbmondtritt Ura-Mikazuki-Geri – umgekehrter Halbmondtritt Hiza-Geri – Knietritt Mawashi-Hiza-Geri – Halbkreisknietritt Mae-Tobi-Geri – Sprungtritt nach vorn Nidan-Geri – Zwei-Stufen-Tritt Kakato-Geri – Axttritt (Fersentritt)

Sokumen-Geri – Seitwärtstritte mini|Yoko-Tobi-Geri Yoko-Geri - Fußtritt zur Seite Yoko-Geri-Keage – geschnappter Fußtritt zur Seite Yoko-Geri-Kekomi – gestoßener Fußtritt zur Seite Fumikiri – Schneidetritt Fumikomi – Stampftritt Yoko-Tobi-Geri – Sprungtritt zur Seite

Koho geri – Rückwärtstritte Ushiro-Geri Kekomi – Rückwärtsfußtritt gestoßen Ushiro-Geri Keage – Rückwärtsfußtritt geschnappt Ushiro-Mawashi-Geri – Halbkreistritt nach hinten Ushiro-Tobi-Geri – Sprungtritt nach hinten

Sonstiges Kansetsu-Geri – Tritt zum Kniegelenk Kin-Geri – Tritt zum Hoden Kizami-Geri – Prelltritt, Halbkreisförmig mit vorderen Bein z. B. Mae ashi mawashi geri

Ude-Waza – Armtechniken Trefferflächen Ken – Faust Im Karate gibt es zwei Arten der geschlossenen Faust: alle Finger im Mittelgelenk einwärts biegen, bis die Fingerspitzen die Fingerwurzeln berühren. Der Daumen wird dabei über Zeige- und Mittelfinger gelegt. wie 1, allerdings berührt die Fingerspitze des Zeigefingers die Daumenwurzel anstatt seiner eigenen.

mini|class=skin-invert-image|Seiken mini|class=skin-invert-image|Uraken mini|class=skin-invert-image|Ippon-Ken mini|class=skin-invert-image|Nakadaka-Ken mini|class=skin-invert-image|Hiraken Seiken – Stirnseite der Faust. Wird für Fauststöße verwendet und ist daher die häufigste Faustart im Karate. Mit dieser Trefferfläche kann praktisch jeder Körperteil getroffen werden. Die Mittelhandknochen von Zeige- und Mittelfinger sind die stabilsten in der Mittelhand und bilden eine gerade Verlängerung des Armes. Ringfinger und kleiner Finger haben schwächere Knochen, so dass Treffer mit ihnen auf eine harte Stelle zu einer Boxerfraktur führen können. Uraken – Faustrücken. Diese Trefferfläche wird verwendet, wenn aus dem angewinkelten Ellbogen eine Schnappbewegung als Schlag ausgeführt wird (diese Angriffsbewegung heißt ebenfalls Uraken). Prädestiniertes Ziel solcher Angriffe sind Gesicht und Schläfen oder die Seiten des Rumpfes. Tettsui/Kentsui - Eisenhammer. Die Technikausführung erfolgt wie bei Uraken aus dem Ellbogen, allerdings wird mit der Unterseite der Faust getroffen, als sei sie ein Hammer. Ippon ken – Zeigefingerknöchelfaust. Bei der Faustbildung steht das Mittelgelenk des Zeigefingers vor und der Daumen drückt den Zeigefinger gegen die Faust, um diesen zu stabilisieren. Diese Faust wird bei Angriffen gegen die Nase oder die Rippen verwendet. Nihon ken – Zweifingerfaust Nakadaka (ippon) ken/ – Mittelfingerknöchelfaust. Wie Ippon ken, allerdings mit vorstehendem Mittelfingermittelgelenk. Hiraken – Flache Faust. Die Finger werden am Mittelgelenk eingebogen, ohne dass die Faust geschlossen wird. Diese Faust wird gegen Angriffe unterhalb der Nase oder gegen die Rippen eingesetzt. Ganken – Felsfaust

Te – Hand mini|class=skin-invert-image|Shutō mini|class=skin-invert-image|Nukite mini|class=skin-invert-image|Haitō mini|class=skin-invert-image|Haishu mini|class=skin-invert-image|Kumade Ippon Nukite – Einfingerstich Nihon Nukite – Zweifingerstich. Nukite-Variante, bei der nur mit zwei Fingern zugestoßen wird; entweder mit Zeige- und Mittelfinger, oder mit Daumen und Zeigefinger. Shihon Nukite – Vierfingerstich