Der Deutsche Kulturrat e. V. ist eine Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kultur­verbände und hat seinen Sitz in Berlin.

Er versteht sich als Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in allen die einzelnen Sparten des Deutschen Kulturrates e. V. übergreifenden kulturpolitischen Angelegenheiten. Er sieht es als seine Aufgabe, bundesweit spartenübergreifende Fragen in die kulturpolitische Diskussion auf allen Ebenen einzubringen.

Geschichte Die Vereinigung wurde 1982 als politisch unabhängige Arbeitsgemeinschaft kultur- und medienpolitischer Organisationen und Institutionen von bundesweiter Bedeutung gegründet. 1995 wurde die Arbeitsgemeinschaft in die feste und handlungsfähigere Struktur eines gemeinnützigen Vereins überführt. Schon im Jahr 1981 wurde formuliert, der Deutsche Kulturrat solle ein „Dachverband der Dachverbände“ werden. Zwei Jahrzehnte später wurde er der anerkannte Spitzenverband der Bundeskulturverbände.

284 Bundeskulturverbände und Organisationen haben sich in neun Sektionen dem Deutschen Kulturrat angeschlossen.

Von 1992 von 2019 verlieh der Deutsche Kulturrat den Kulturgroschen. Der Preis würdigt Personen, die sich durch herausragende spartenübergreifende längerfristige kulturpolitische Leistungen hervorgetan haben. Seit 2021 vergibt der Deutsche Kulturrat jährlich den Deutschen Kulturpolitikpreis, der aus dem Kulturgroschen hervorgegangen ist.

Seit 2002 erscheint die Zeitung des Deutschen Kulturrates, Politik & Kultur, herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler, zur Information der Öffentlichkeit zu Themen der Kulturpolitik. Von 2012 bis 2019 veröffentlichte der Verband die Rote Liste Kultur, um auf diese Weise auf bedrohte oder bereits geschlossene Kultureinrichtungen wie etwa Theater, Museen, Initiativen, Vereine, Programme oder Filmhäuser öffentlich aufmerksam zu machen. In Analogie etwa zur Roten Liste gefährdeter Arten oder der Liste des gefährdeten Welterbes der UNESCO soll so stets aktuell auf den schleichenden Abbau aufmerksam gemacht werden. Sie wurde bis zum April 2018 in der hauseigenen Zeitschrift Politik & Kultur publiziert. auf kulturrat.de Während der Corona-Pandemie führte der Kulturrat eine Neuauflage der Liste als Rote Liste 2.0, in die eine Auswahl von Kultureinrichtungen aufgenommen wurden, die durch Schließungen und Veranstaltungsausfällen bedroht waren. Die Rote Liste wird auf der Webseite des Deutschen Kulturrates weitergeführt.Deutscher Kulturrat: Die Rote Liste, abgerufen am 10. Oktober 2024

Im Jahr 2016 gründeten, auf Initiative des Deutschen Kulturrates, das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Deutsche Kulturrat die Initiative kulturelle Integration. Ihr schlossen sich Vertreter aus der Zivilgesellschaft, der Sozialpartner, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Medien, der Länder und der Kommunen an, um gemeinsam zu diskutieren, welchen Beitrag Kultur zu Integration leisten kann.

2017 hat der Deutsche Kulturrat das Projektbüro „Frauen in Kultur & Medien“ ins Leben gerufen. Seine Initiierung geht auf die gleichnamige, von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Studie des Deutschen Kulturrates zurück, die auf knapp 500 Seiten darlegt, dass von einer Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich noch nicht gesprochen werden kann. Das Projektbüro zielt darauf ab, den Diskurs zur Geschlechtergerechtigkeit zu unterstützen und mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen zu unterlegen. Die Studie wird kontinuierlich weitergeführt und in der aktualisierten Version veröffentlicht.

Das Projektbüro „Nachhaltigkeit & Kultur“ wurde im September 2018 mit Unterstützung des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ins Leben gerufen. Ziel der auf zwei Jahre angelegten Kampagne war es, eine Brücke zwischen dem Nachhaltigkeitsdiskurs des Natur- und Umweltbereiches und kulturpolitischen Debatten zu schlagen.

Der Deutsche Kulturrat engagiert sich in vielen Institutionen und Initiativen auf Bundesebene und bringt hier kulturpolitische Themen ein.

Struktur Der Verein wird getragen durch neun nach fachlichen Gesichtspunkten gegliederte Sektionen, welche sich wiederum aus insgesamt 284 Bundesverbänden zusammensetzen: Jahresbericht des Deutschen Kulturrates e.V für das Jahr 2023, abgerufen am 11. Oktober 2024

Deutsche Literaturkonferenz Deutscher Designtag Deutscher FotoratDeutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 22. September 2023: Herzlich Willkommen, Deutscher Fotorat! Deutscher Kulturrat begrüßt neues Mitglied, abgerufen am 22. September 2023 Deutscher Kunstrat Deutscher Medienrat – Film, Rundfunk und audiovisuelle Medien Deutscher Musikrat Rat für Baukultur und Denkmalkultur Rat für darstellende Kunst und Tanz Rat für Soziokultur und kulturelle Bildung

Jede dieser neun selbstständigen Sektionen ist im Sprecherrat und in der Mitgliederversammlung des Deutschen Kulturrates e. V., dem jährlich tagenden Plenum, vertreten. Aus dem Kreis des Sprecherrates wird für eine Amtszeit von drei Jahren der dreiköpfige Vorstand des Sprecherrates, bestehend aus einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten, gewählt. Von 2001 bis 2013 war Max Fuchs der Vorsitzende des Sprecherrates.https://www.kulturrat.de/publikationen/zeitung-pk/ausgabe-nr-042018/ Vom 12. März 2013 bis zum 20. März 2019 amtierte Christian Höppner als ehrenamtlicher Präsident. auf kulturrat.de, abgerufen am 13. März 2013 Vom 20. März 2019 bis 23. März 2022 hatte Susanne Keuchel die ehrenamtliche Präsidentschaft inne. Vizepräsidenten waren Ulrike Liedtke (Deutscher Musikrat) und Boris Kochan (Deutscher Designtag).Deutscher Kulturrat: Neuer Vorstand gewählt, abgerufen am 20. März 2019 Am 23. März 2022 wählte der Sprecherrat erneut Christian Höppner zum Präsidenten. Zu Vizepräsidenten wurden Dagmar Schmidt (Deutscher Kunstrat) und mit seiner zweiten Amtsperiode Boris Kochan gewählt.Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 24. März 2022: Neuer Vorstand gewählt: Christian Höppner, Boris Kochan und Dagmar Schmidt, abgerufen am 11. Oktober 2024 Am 18. März 2025 wurde für die Amtszeit 2025 bis 2028 der Präsident Christian Höppner und Dagmar Schmidt als Vizepräsident in wiedergewählt. Als weiterer Vizepräsident wurde in der Nachfolge von Boris Kochan der Archäologe Manfred Nawroth (Rat für Baukultur und Denkmalkultur) gewählt.Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 19. März 2025: Neuer Vorstand gewählt: Christian Höppner, Dagmar Schmidt und Manfred Nawroth, abgerufen am 21. März 2025

Geschäftsführer ist seit 1997 Olaf Zimmermann.

Publikationen Mit seinen Publikationen stellt der Deutsche Kulturrat Inhalte und Schwerpunkte der eigenen Arbeit vor. Die erschienenen Publikationen des Deutschen Kulturrates liefern essentielle Grundlagen, weiterführende Informationen und kreative Anregungen für die Theorie und Praxis der Kulturpolitik.

Politik & Kultur Zur Information der Öffentlichkeit erschien bis 2018 sechsmal im Jahr und erschien seit 2019 zehnmal und seit 2026 sechsmal jährlichDeutscher Kulturrat Aktuelle Meldung: „Politik & Kultur“ erscheint künftig sechsmal im Jahr, abgerufen am 19. Mai 2026 die Zeitung Politik & Kultur in einer Printausgabe und in einer Onlineausgabe. Die Zeitung des Deutschen Kulturrates wird herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler. Sie berichtet über kulturpolitische Fragestellungen und widmet zusätzlich in jeder Ausgabe einem aktuellen Thema einen Schwerpunkt. Politik & Kultur liegen in unregelmäßigen Abständen Dossiers und Beilagen bei, die sich umfassend mit einem Thema auseinandersetzen.

Olaf Zimmermann und Theo Geißler (Hrsg.): Dokumente, Bilder, Filme. Das Bundesarchiv (Dossier. Beilage zu Politik & Kultur). Conbrio, Regensburg 2025, ISBN 978-3-947308-66-8. Olaf Zimmermann und Theo Geißler (Hrsg.): On the Road. 20 Jahre Kulturstiftung des Bundes (Dossier von Politik & Kultur). Berlin 2022, ISBN 978-3-947308-50-7.

Bücher Olaf Zimmermann mit Felix Falk (Hrsg.): Handbuch Gameskultur 2.0. Über die Kulturwelten von Games. Deutscher Kulturrat, Berlin 2026, ISBN 978-3-947308-70-5. Olaf Zimmermann und Theo Geißler (Hrsg.): Kunstfreiheit – Zehn Jahre Debatten in Politik & Kultur (Aus Politik & Kultur Band 19). Deutscher Kulturrat, Berlin 2024, ISBN 978-3-947308-64-4. Olaf Zimmermann: Mein kulturpolitisches Pflichtenheft. Deutscher Kulturrat, Berlin 2023, ISBN 978-3-947308-38-5. Olaf Zimmermann und Hubert Weiger (Hrsg.): Ohne Kultur keine Nachhaltigkeit: Wie der Kultur- und Naturbereich gemeinsam die UN-Nachhaltigkeitsziele voranbringen können. Mit einem Vorwort von Claudia Roth. Deutscher Kulturrat, Berlin 2023, ISBN 978-3-947308-40-8. Gabriele Schulz und Olaf Zimmermann: Baustelle Geschlechtergerechtigkeit. Datenreport zur wirtschaftlichen und sozialen Lage im Arbeitsmarkt Kultur. Deutscher Kulturrat, Berlin 2023, ISBN 978-3-947308-36-1. Olaf Zimmermann, Theo Geißler (Hrsg.): Die Corona-Chroniken Teil 1 – Corona vs. Kultur in Deutschland (Aus Politik & Kultur). Berlin 2021, ISBN 978-3-947308-32-3 Olaf Zimmermann, Johannes Ebert: AKBP – Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Berlin 2020, ISBN 978-3-947308-28-6 Olaf Zimmermann, Felix Falk: Handbuch Gameskultur. Deutscher Kulturrat. Berlin 2020, ISBN 978-3-947308-22-4 Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann: Frauen und Männer im Kulturmarkt: Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage. Berlin 2020, ISBN 978-3-947308-20-0 Olaf Zimmermann, Theo Geißler (Hrsg.): Kolonialismus-Debatte: Bestandsaufnahme und Konsequenzen (Aus Politik & Kultur). Deutscher Kulturrat, Berlin 2019, ISBN 978-3-947308-18-7 Olaf Zimmermann, Theo Geißler (Hrsg.): Wertedebatte: Von Leitkultur bis kulturelle Integration. Deutscher Kulturrat, Berlin 2018, ISBN 978-3-947308-06-4. Olaf Zimmermann, Theo Geißler (Hrsg.): Die dritte Säule: Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (Aus Politik & Kultur). Deutscher Kulturrat, Berlin 2018, ISBN 978-3-947308-08-8. Olaf Zimmermann (Hrsg.): Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998–2018. Berlin 2018, ISBN 978-3-947308-10-1. Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann u. a.: Frauen in Kultur und Medien. Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge. Deutscher Kulturrat, Berlin 2016, ISBN 978-3-934868-41-0. Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann, Rainer Hufnagel: Arbeitsmarkt Kultur – Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Kulturberufen. Berlin 2013, ISBN 978-3-934868-30-4. Deutscher Kulturrat (Hrsg.): Kulturelle Bildung: Aufgaben im Wandel. Berlin 2010, ISBN 978-3-934868-18-2. Deutscher Kulturrat (Hrsg.): Der WDR als Kulturakteur: Anspruch – Erwartung – Wirklichkeit. Berlin 2010, ISBN 978-3-934868-22-9. Olaf Zimmermann, Gabriele Schulz, Stefanie Ernst (Hrsg.): Zukunft Kulturwirtschaft – Zwischen Künstlertum und Kreativwirtschaft. Berlin 2009, ISBN 978-3-89861-939-4. Deutscher Kulturrat (Hrsg.): Kulturelle Bildung in der Bildungsreformdiskussion. Konzeption Kulturelle Bildung III. Berlin 2008, ISBN 3-934868-11-8.

Weitere Studien erscheinen in der Reihe Aus Politik & Kultur. Sie können von der Webseite des Deutschen Kulturrats als PDF heruntergeladen werden.Bücher, abgerufen am 2. November 2019.

Auszeichnung Kulturgroschen Der Verband zeichnet seit 1992 jährlich Persönlichkeiten oder Institute aus, die sich um die Kultur in Deutschland verdient gemacht haben. Der Kulturgroschen ist die höchste Auszeichnung, die der Deutsche Kulturrat für kulturpolitisches und kulturelles Engagement verleiht. Er wurde 2021 vom Deutschen Kulturpolitikpreis abgelöst, der 2021 erstmals verliehen wurde.Deutscher Kulturrat: Kulturpolitikpreis, abgerufen am 27. September 2021

1992 Sieghardt von Köckritz, Abteilungsleiter Kultur im Bundesministerium des Innern