Die Avro Type 694 Lincoln war ein viermotoriger Langstreckenbomber aus britischer Produktion. Der Jungfernflug fand am 9. Juni 1944 statt. Dieser Typ, entwickelt aus der Avro Lancaster, war der letzte Bomber der Royal Air Force, der von Kolbenmotoren angetrieben wurde. Es wurden insgesamt 604 Maschinen hergestellt.

Geschichte Die Avro Lincoln wurde im August 1945 in Dienst gestellt und kam damit zu spät für den Zweiten Weltkrieg. Allerdings kam sie gegen Aufstände in zwei britischen Kolonien, nämlich Kenia (Mau-Mau-Aufstand) sowie Malaya zum Einsatz, bevor sie außer Dienst gestellt und durch neue Bomber mit Strahlantrieb ersetzt wurde. Auch die Luftstreitkräfte Kanadas, Australiens und Argentiniens flogen den Typ. Die Avro Lincoln wurde zum Seeaufklärer Avro Shackleton weiterentwickelt. Einzelne Maschinen dienten später noch als Testträger für Propellerturbinen.

Produktionszahlen

In Australien wurde die Lincoln von Government Aircraft Factories in Fisherman’s Bend/Victoria gebaut. Die ersten 25 waren B.30, der Rest B.30A.

+Jährliche Produktion der Avro Lincoln in AustralienAir Britain: Aeromilitaria 1988/2, S. 31 ff. Jahr Anzahl 19467 194717 194813 19499 195010 19515 19520 195312 Summe 73

Militärische Nutzung

Fuerza Aérea Argentina: 30 von 1947 bis 1967El Bombardero Avro Lincoln en Argentina auf taringa.net (spanisch), abgerufen am 24. Mai 2016

Royal Australian Air Force: 54 von 1946 bis 1961

Royal Canadian Air Force: 3 von 1946 bis 1948

Royal Air Force

Zwischenfälle Vom Erstflug 1944 bis zum Einsatzende 1967 kam es mit Avro Lincoln zu 67 Totalschäden. Bei 30 davon kamen 189 Personen ums Leben.Liste von Unfällen mit Avro Lincoln, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. August 2021.

Davon ereigneten sich zwei in Deutschland, wobei insgesamt 13 Soldaten ums Leben kamen:Liste von Unfällen mit Avro Lincoln in Deutschland, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. August 2021.

Am 12. März 1953 wurde eine Avro Lincoln B.2 der Royal Air Force (Luftfahrzeugkennzeichen RF531) nordöstlich von Boizenburg/Elbe (DDR-Bezirk Schwerin) durch eine sowjetische MiG-15 abgeschossen. Alle 7 Besatzungsmitglieder wurden getötet.Unfallbericht Avro Lincoln RF531, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. August 2021.

Am 26. Juni 1955 kollidierte eine Avro Lincoln B.2 der Royal Air Force (WD131) auf einem Nachtflug 12 Kilometer nordwestlich der Bitburg Air Base (Rheinland-Pfalz) mit einer North American F-86D Sabre der United States Air Force (52-3933). Die Lincoln war auf einem geheimen Testeinsatz und sämtliche Lampen waren ausgeschaltet. Alle 6 Besatzungsmitglieder wurden getötet. Der Pilot der F-86 überlebte.Unfallbericht Avro Lincoln WD131, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. August 2021.

Technische Daten Kenngröße Daten Besatzung 7 Länge 23,86 m Spannweite 36,58 m Höhe 5,27 m Leermasse 19.686 kg Startmasse 34.019 kg Triebwerke vier 12-Zylinder-V-Motoren Rolls-Royce Merlin 85 mit je Höchstgeschwindigkeit 475 km/h

Verbleib Es existieren noch insgesamt vier Maschinen unterschiedlicher Ausführungen. Keine davon ist flugfähig.

Literatur Richard A. Franks: The Avro Lancaster, Manchester and Lincoln. SAM Publications, Bedford 2000, ISBN 0-9533465-3-6.

Weblinks

Spyflight.co.uk Lincoln fliegen über die Kathedrale von Lincoln Das Avro Lincoln – Flight archive – 1946 Avro Lincoln im Flugzeuglexikon von W. Bredow

Einzelnachweise

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