Konrad Latte (* 5. Mai 1922 in Breslau; † 21. Mai 2005 in BerlinWilly Cohn: Kein Recht, nirgends. Tagebuch vom Untergang des Breslauer Judentums 1933–1941. Herausgegeben von Norbert Conrads. 2 Bände, 2. Auflage Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2007, S. 761, ISBN 3-412-32905-3 (= Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte. Band 13, 1–2).) war ein deutscher Musiker und Überlebender des Holocaust.

Leben mini|Gedenktafel am ehemaligen Electronic Beat Studio in Berlin-Wilmersdorf Latte wuchs in einer assimilierten Familie auf. Er war Schüler von Edwin Fischer und Leo Borchard. Nach den Nürnberger Rassegesetzen galt er jedoch als Jude und war der Verfolgung ausgesetzt. Zuletzt arbeitete er als Organist in der St.-Annen-Kirche in Dahlem. 1943 tauchte er zusammen mit seinen Eltern in Berlin unter.Webseite des Landes Berlin, Bezirkslexikon Während seine Schwester Gabi an Scharlach starb und seine Eltern Margarete und Manfred Latte im KZ Auschwitz ermordet wurden, überlebte Konrad Latte die Kriegsjahre im Untergrund. Unter seinen prominenten Helfern waren der Komponist Gottfried von Einem, Pfarrer Harald Poelchau, der Pianist Edwin Fischer, der Dirigent Leo Borchard, die Journalistin Ruth Andreas-Friedrich, die Schauspielerin Ursula Meißner und Anne-Lise Harich, bei der er laut den Herausgebern von Erich Kästners Blauem Buch,Erich Kästner: Das Blaue Buch : geheimes Kriegstagebuch 1941-1945, herausgegeben von Sven Hanuschek in Zusammenarbeit mit Ulrich von Bülow und Silke Becker. Atrium-Verlag, Zürich 2018, ISBN 978-3-85535-019-3 wohnte. Kästner unterstützte ihn ebenfalls. In der Zeit mit Anne-Lise Harich in Zehlendorf verwendete er den Decknamen Bauer. Als Tarnung trug er zudem ein Abzeichen der Deutschen Arbeitsfront.

Nach dem Krieg arbeitete Konrad Latte als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung in Cottbus (1949–52) und als musikalischer Oberleiter in Bautzen (1952/53). 1953 gründete er das Berliner Barock-Orchester, das er bis 1997 leitete. Zuletzt lebte er mit seiner Ehefrau Ellen in Berlin-Wannsee.

Literatur Peter Schneider: „Und wenn wir nur eine Stunde gewinnen ...“ : wie ein jüdischer Musiker die Nazi-Jahre überlebte. Rowohlt, Berlin 2001, ISBN 3-87134-431-1 Konrad Latte – Überleben unterm Hakenkreuz (1999), Dokumentarfilm, Regie: Irmgard von zur Mühlen Anat Feinberg: Nachklänge – Jüdische Musiker in Deutschland nach 1945. Philo Verlag, Berlin / Wien 2005, ISBN 978-3-86572-503-5

Anita Lasker-Wallfisch: Ihr sollt die Wahrheit erben : Breslau – Auschwitz – Bergen-Belsen. Weidle, Bonn 1997. ISBN 3-931135-26-8 Taschenbuchausgabe: Ihr sollt die Wahrheit erben : die Cellistin von Auschwitz; Erinnerungen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-33251-7. Barbara von der Lühe: Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. Ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und Musikpädagogik seit 1933. Frankfurt am Main: Lang, 1999, S. 172

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Einzelnachweise

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