mini|Baia Mare (rotes Viereck), Nachbarorte Satu Mare, Zalău, Dej Baia Mare (; ,Wilhelm Edler von Janko: Lazarus Freiherr von Schwendi, oberster Feldhauptmann und Rath Kaiser Maximilian's II. nach Original-Akten des K. K. Haus-Hof- und Staats-Archives, der Archive der K.K. Ministerien des Innern, der Finanzen und des Krieges. Wien: Braumüller 1871, S. 140, . Reprint dieser Ausgabe: Freiburg/Brsg.: Echo-Verlag 2000. ) ist eine Stadt in Nordwest-Rumänien und hatte im Jahr 2021 ungefähr 109.000 Einwohner. Sie ist die Hauptstadt des Kreises Maramureș.
Lage Baia Mare liegt in einer Höhe von ca. 230 m am Westrand der Ostkarpaten unweit des Gutâi-Gebirges in der Talsenke Depresiunea Baia Mare. Durch die Stadt fließt der Săsar, ein linker Nebenfluss des Lăpuș.
Geschichte Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1142, als der ungarische König Géza II. in Frauenbach (lat. Rivulus Dominarum) Deutsche ansiedeln ließ.
Der Anteil der ungarischen Minderheit ist noch immer sehr groß (1992 lag er bei 17,5 %), verglichen mit den Zahlen von 1910 (Ungarn 64,8 %, Rumänen 33,7 %, Deutsche 1,2 %) ist er aber stark zurückgegangen. 1910 verteilte sich die Glaubenszugehörigkeit wie folgt: griechisch-katholisch 38,1 %, römisch-katholisch 34,7 %, Calvinisten 14,8 %, Juden 10,9 % (siehe Synagoge (Baia Mare)), andere 1,5 %.
1920 hatte Baia Mare 12.780 Einwohner, 5.005 waren Rumänen, 4.652 Ungarn, 1.792 Juden, 1.232 Deutsche und 99 anderer Ethnien.Volkszählung 1850–2002, letzte Aktualisierung am 15. Dezember 2010 (ungarisch; PDF; 651 kB).
Im Jahr 1930 wurde das griechisch-katholische Bistum Maramureș mit Sitz in Baia Mare gegründet. Am 28. Oktober 1948 wurde der Bischof Alexandru Rusu von den kommunistischen Behörden als Bischof abgesetzt und verhaftet. Er starb 1963 im Gefängnis Gherla.
Die 1974 gegründete Centrul Universitar Nord din Baia Mare mit rund 5.000 Studenten wurde 2012 in die Technische Universität Cluj-Napoca eingegliedert.
Künstlerkolonie Nagybánya Im Jahr 1886 brachen junge deutsche und ungarische Künstler um den ungarischen, in München lebenden Maler Simon Hollósy (1857–1918) nach Nagybánya auf, um dort die Sommer gemeinsam mit Freilichtmalerei zu verbringen. Neben Hollósy, der mit den Ergebnissen der Sommeraufenthalte in Nagybánya seit 1897 auch Ausstellungen in Budapest organisierte, zählten Károly Ferenczy (1862–1917), Béla Iványi-Grünwald (1867–1940), István Réti (1872–1945) und János Thorma (1870–1937) zu den Gründungsmitgliedern der Künstlerkolonie Nagybánya, die sie auch im 20. Jahrhundert fortführten, nachdem Hollósy den Ort 1901 verlassen hatte. Mehrfach hielt sich auch die Malerin Louise Langgaard (1883–1974) in der Künstlerkolonie Nagybánya auf.Flyer zur Ausstellung: Louise Langgaard (1833–1974) – Loheland. Leben ist Bewegung. 23. September 2012 bis 27. Februar 2013, Kunststation Kleinsassen.
Ereignisse Dammbruch
Am 30. Januar 2000 ereignete sich in Baia Mare ein Dammbruch einer Absetzanlage für metallurgische Abfälle, der eine schwere Umweltkatastrophe durch Freisetzung von Natriumcyanid und Schwermetallen zur Folge hatte. Wegen dieses Ereignisses wurde Baia Mare in einer Studie des Blacksmith-Instituts aus dem Jahr 2006 über die am stärksten verseuchten Städte der Welt erwähnt.
Städtepartnerschaften Baia Mare listet acht Städtepartnerschaften auf und pflegt freundschaftliche Beziehungen mit andern zehn Ortschaften. StadtLandseitBielsko-Biała2003Hódmezővásárhely2001Hollywood2001Kitwe1972Nyíregyháza2003Serino2001Szolnok1990Wels2000
Sehenswürdigkeiten
Muzeul Satului din Baia Mare, ethnographisches und Freilichtmuseum Museum der Mineralogie Museum für moderne Kunst und Folklore Stefan-Turm Metzgersturm (Turnul Măcelarilor) Kamin der Phoenix-Kupferhütte (Höhe: 351,5 Meter) Mariä-Entschlafens-Kathedrale
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt
Dániel Csányi (1820–1867), ungarischer MathematikerAngaben zu Dániel Csányi bei oszk.hu (ungarisch) Józsi Jenő Tersánszky (1888–1969), ungarischer Schriftsteller (ungarisch) László Németh (1901–1975), ungarischer Schriftsteller Magdalina Filipaș (* 1931), Politikerin László Gergely (* 1941), ungarisch-rumänischer Fußballspieler Dora Cojocaru (* 1963), Komponistin Rodica Dunca (* 1965), Kunstturnerin Anca Pătrășcoiu (* 1967), Schwimmerin Noemi Lung (* 1968), Schwimmerin Vasile Miriuță (* 1968), ungarisch-rumänischer Fußballspieler Cristian Balaj (* 1971), Fußballschiedsrichter und -funktionär Stela Pura (* 1971), Schwimmerin Mirela Pașca (* 1975), Kunstturnerin Adrian Ghenie (* 1977), Künstler Paula Seling (* 1978), Sängerin Clara G. (* 1979), Pornodarstellerin Ovidiu Hoban (* 1982), Fußballspieler Alina Albu (* 1983), Volleyballspielerin Paul Muntean (* 1984), Bobfahrer Cristian Bud (* 1985), Fußballspieler Mihai Pop (* 1985), Handballspieler Eliza Buceschi (* 1993), Handballspielerin Claudiu Bumba (* 1994), Fußballspieler Edward Sanda (* 1997), Popsänger, Songwriter und Musikproduzent Emma Matyus (* 2001), Leichtathletin
Sonstige Johann I. Thurzo von Bethlemfalva (* 1437 in Leutschau, Zips; † 1508 in Frauenbach, Komitat Szatmár, beides damals im Königreich Ungarn), einer der reichsten Montanunternehmer Europas seiner Zeit.
Literatur Nagybánya. In: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 511.
Weblinks
Baia Mare bei ghidulprimariilor.ro
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Region Sathmar
Kategorie:Ersterwähnung 1142