mini|Freilichtmuseum am Kiekeberg mini|hochkant|St. Sixtus und Sinnitius in Ramelsloh mini|Schloss Winsen mini|Veranstaltungszentrum Empore in Buchholz in der Nordheide mini|Heidelandschaft bei Undeloh
Der Landkreis Harburg ist eine Gebietskörperschaft in der Metropolregion Hamburg im Norden des Landes Niedersachsen. Der Landkreis zählt Einwohner (). Er entstand 1932 aus dem kleineren Kreis Harburg und dem Kreis Winsen und ist Teil des Lüneburgischen Landschaftsverbands. Kreisstadt ist Winsen (Luhe), bevölkerungsreichste Gemeinde ist Seevetal. Der geografische Mittelpunkt des Landkreises liegt in Jesteburg. Den Namen trägt der Landkreis aus historischen Gründen, da die ehemalige Stadt Harburg (seit 1938 Stadtteil von Hamburg) früher Kreisstadt des Landkreises Harburg war.
Geografie Naturräumliche Gegebenheiten Der Landkreis grenzt im Nordosten an die Marschgebiete der Unterelbe. Im Nordwesten liegt der Höhenzug der Harburger Berge, in dem sich mit dem 155 Meter hohen Hülsenberg (westlich von Sieversen) auch die höchste Erhebung des Landkreises befindet. Er umfasst im Süden Teile des Naturparkes Lüneburger Heide und des darin liegenden Naturschutzgebietes Lüneburger Heide sowie im Nordwesten Teile der Stader Geest.
Naturräumliche Zuordnung Der Landkreis Harburg erstreckt sich über Teile der naturräumlichen Haupteinheitengruppen Lüneburger Heide (Nr. 64), Untere Elbeniederung (Elbmarsch) (Nr. 67) und Stader Geest (Nr. 63).
Siedlungsstruktur Die bevölkerungsreichste Stadt des Landkreises ist Buchholz in der Nordheide mit Einwohnern (). Zudem befindet sich mit der Gemeinde Seevetal die einwohnerstärkste Gemeinde in Deutschland ohne Stadtrecht im Landkreis. Insgesamt ist der Landkreis Harburg von der Zugehörigkeit zur Metropolregion Hamburg geprägt. So orientiert sich die Siedlungsstruktur vor allem entlang der von Hamburg ausgehenden Verkehrsachsen in Richtung Stade, Rotenburg (Wümme) und Lüneburg. Im Norden des Kreises entlang der Stadt- und Landesgrenze zu Hamburg gibt es zum Teil stärker verdichtete Siedlungsgebiete, die einem Vorstadtcharakter entsprechen. Der südliche Teil des Landkreises ist ländlich geprägt und weist deutlich niedrigere Bevölkerungsdichten auf.
Nachbarkreise Der Landkreis Harburg grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an Hamburg mit den Bezirken Harburg und Bergedorf, an den Kreis Herzogtum Lauenburg (in Schleswig-Holstein) sowie an die Landkreise Lüneburg, Heidekreis, Rotenburg (Wümme) und Stade (alle in Niedersachsen).
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Landkreises Harburg gehörte ursprünglich zum Fürstentum Lüneburg und kam durch welfische Erbteilungen an das Kurfürstentum und spätere Königreich Hannover. Nachdem dieses 1866 von Preußen annektiert wurde, gehörte es seitdem zur Landdrostei Lüneburg in der preußischen Provinz Hannover. Am 12. September 1867 wurden die Städte Harburg und Winsen (Luhe) sowie die Ämter Harburg, Tostedt und Winsen finanz- und militärverwaltungstechnisch zum Steuerkreis Harburg zusammengefasst.
Der Staat Preußen bildete mit Wirkung vom 1. April 1885 aus der Stadt Harburg den Stadtkreis Harburg, aus den Ämtern Harburg und Tostedt den Kreis Harburg (auch Landkreis genannt) und aus dem Amt Winsen und der Stadt Winsen den Kreis Winsen.Die Selbstverwaltungsgesetze für die Provinz Hannover, Kreis- und Provinzial–Ordnung vom 6./7. Mai 1884, Berlin, 1887, S. 38. Beide Kreise wurden dem Regierungsbezirk Lüneburg zugeordnet, der bis zur Auflösung der Regierungsbezirke in Niedersachsen 2004 bestand.
Sitz des Kreises Harburg war zunächst die Stadt Harburg im Stadtkreis Harburg. Der Landkreis gab 1888 Heimfeld und Wilstorf, 1906 Lauenbruch und 1910 Eißendorf an die Stadt Harburg ab. Am 1. September 1925 wurde außerdem die Gemeinde Wilhelmsburg als nunmehr kreisfreie Stadt aus dem Landkreis Harburg ausgegliedert und zwei Jahre später 1927 mit der Stadt Harburg zur Stadt Harburg-Wilhelmsburg verschmolzen.Geschichte der Kreisbildung in Deutschland#Provinz Hannover Am 1. August 1932 wurden der größte Teil des Kreises Harburg und der Kreis Winsen zum neuen Kreis Harburg zusammengelegt. Die Gemeinde Lauenbrück wechselte in den Kreis Rotenburg. Gleichzeitig wurde die Kreisgrenze im Rahmen der Auflösung des Kreises Jork westlich bis an die Este verlegt, damit kamen die Gemeinden Francop, Hove, Neuenfelde, Rübke und Moorende in den Kreis Harburg.Preußisches Staatsministerium, § 66, Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen, vom 1. August 1932 Preußische Gesetzessammlung, Berlin 1932; Nr. 43, R. von Deckers Verlag, G. Schenk, 1932, S. 255–273. Harburg blieb weiterhin Kreisstadt.
Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes gingen zum 1. April 1937 die Stadt Harburg-Wilhelmsburg und aus dem Landkreis Harburg die Gemeinden Altenwerder, Preußisch Finkenwerder, Fischbek, Francop, Gut Moor, Preußisch Kirchwerder, Langenbek, Marmstorf, Neuenfelde, Neugraben, Neuland, Rönneburg, Sinstorf sowie die Ortschaft Overhaken (bis 31. März 1937 Teil der Gemeinde Over) von Preußen an das Land Hamburg über, bevor sie im Jahr darauf in der neu gebildeten Einheitsgemeinde „Hansestadt Hamburg“ aufgingen. Heute sind die Orte zumeist Stadtteile, die überwiegend im Hamburger Bezirk Harburg liegen, in dem der Stadtteil Harburg, der alte Stadtkern von Harburg/Elbe, das Zentrum bildet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der Bezeichnung Kreis Harburg auch offiziell die schon vorher landläufig verwendete Form Landkreis Harburg.
Harburg blieb jedoch zunächst Sitz des Landkreises Harburg. Nachdem die Kreisverwaltung in Harburg im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, siedelte sie 1944 ins Schloss nach Winsen (Luhe) um. Unter der britischen Besatzung nach Kriegsende wurde der Landkreis dem aus der Provinz Hannover entstandenen Land Hannover und dem daraus 1946 hervorgegangenen Niedersachsen zugeordnet. 1958 wurde Winsen (Luhe) endgültig als Kreissitz festgelegt. 1961 zog die Kreisverwaltung in einen modernen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses.
Zwischen 1968 und 1974 kam es zu einer Reihe von Gebietsreformen. Zunächst wurden am 1. Juli 1968 die Gemeinde Achterdeich in die Gemeinde Stelle sowie am 1. Januar 1970 die Gemeinde Daerstorf in die Gemeinde Neu Wulmstorf eingegliedert.Gesetz über die Eingliederung der Gemeinde Achterdeich in die Gemeinde Stelle, 27. Juni 1968.Gesetz über die Eingliederung der Gemeinde Daerstorf in die Gemeinde Neu Wulmstorf, 23. Dezember 1969.
Eine umfassende Neugliederung brachten das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum HarburgGesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Harburg, 27. Juni 1972. und das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Cuxhaven/Land Hadeln/StadeGesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Cuxhaven/Land Hadeln/Stade, 27. Juni 1972. am 1. Juli 1972: Durch zahlreiche Gemeindefusionen, bei denen unter anderem die neuen Großgemeinden Neu Wulmstorf, Rosengarten und Seevetal in ihrer heutigen Ausdehnung gebildet wurden, wurde die Zahl der Gemeinden des Landkreises deutlich verringert. Die Gemeinde Obermarschacht aus dem Landkreis Lüneburg wurde in die Gemeinde Marschacht eingegliedert. Die Gemeinden Avendorf, Bütlingen und Tespe aus dem Landkreis Lüneburg wurden zu einer neuen Gemeinde Tespe zusammengefasst, die zum Landkreis Harburg kam. Die Gemeinden Hove und Moorende schieden aus dem Landkreis Harburg aus und wurden in die Gemeinde Jork im Landkreis Stade eingegliedert. Die Gemeinden Daensen, Eilendorf, Immenbeck, Ketzendorf und Ovelgönne schieden aus dem Landkreis Harburg aus und wurden in die Stadt Buxtehude im Landkreis Stade eingegliedert. Einige Flurstücke gingen an die Gemeinde Neu Wulmstorf.
Mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Lüneburg wurde schließlich am 1. März 1974 die bis heute gültige Abgrenzung des Landkreises Harburg geschaffen:Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Lüneburg, 28. Mai 1973. Die Gemeinden Handorf, Radbruch und Wittorf wechselten in den Landkreis Lüneburg. Die Gemeinden Raven, Rolfsen und Soderstorf wurden zu einer neuen Gemeinde Soderstorf zusammengefasst, die in den Landkreis Lüneburg wechselte. Die Gemeinde Wetzen wurde in die Gemeinde Oldendorf (Luhe) im Landkreis Lüneburg eingegliedert.
Einwohnerstatistik mini|Bevölkerungspyramide für den Landkreis Harburg (Datenquelle: Zensus 2011)
Jahr Einwohner Quelle 1890 36.736 1900 48.805 1910 60.755 1925 69.308 1939 65.031 1950 120.270 1960 113.200 1970 144.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 184.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 198.416 2000 232.799 2010 246.868 2020 256.016
Konfessionsstatistik Laut Zensus 2011 waren 44,8 % der Bevölkerung Mitglied der evangelischen Landeskirche Hannovers, 6,4 % Mitglied der römisch-katholischen Kirche und 48,8 % der Bevölkerung hatte keine oder eine sonstige Religionszugehörigkeit., abgerufen am 14. Februar 2020. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um rund einen Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (Stand Mai 2022) 33,1 % der Einwohner evangelisch, 6,0 % katholisch und 60,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 24. Juli 2024
Politik Kreistagswahlen
+ Ergebnisse der Wahlen zum Kreistag Harburg 2001 bis 2021wahlen.landkreis-harburg.de Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2021 Sitze2021 Prozent2016 Sitze2016 Prozent2011 Sitze2011 Prozent2006 Sitze2006 Prozent2001 Sitze2001 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands32,32133,72138,02442,82742,928 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands24,11525,31630,11928,71833,222 Grüne Bündnis 90/Die Grünen19,51313,9916,6109,368,65 FDP Freie Demokratische Partei7,755,834,239,368,25 FWG Freie Wählergemeinschaft Landkreis Harburgbis 2016: Freie Wähler Seevetal7,554,731,81–––– AfD Alternative für Deutschland5,039,86–––––– Linke Die Linke2,312,821,912,21–– Basis Basisdemokratische Partei Deutschland1,01–––––––– LKR Liberal-Konservative Reformer0,50–––––––– WG Wählergemeinschaft––3,724,735,633,92 PiratenPiratenpartei Deutschland––––1,51–––– FrWi Freie Winsener––––0,702,01–– AGP Allianz Graue Panther––––0,10–––– pdv Partei der Vernunft––––0,10–––– WGNH-LH Wählergemeinschaft Nordheide im Landkreis Harburg––––0,30–––– REP Die Republikaner––––––––1,30 DP Deutsche Partei––––––––1,01 EB Einzelbewerber0,20––––––––Gesamt1006410062100621006210063Wahlbeteiligung in Prozent59,557,054,249,658,8
Landräte Ab dem Jahr 2003 handelt es sich um hauptamtliche Landräte.
1885–1909 Bernhard von Goeschen 1909–1925 Felix Rötger 1925–1929 Hans Helferich 1929–1931 Hans von Hoffmann 1932–1934 Heinrich von Bernstorff (DDP/DStP) 1934–1944 Hans Waldow Ritzler (NSDAP) 1944–1946 kommissarische Verwaltung durch Kreisbedienstete 1946 Alfred Strack 1946–1949 Wilhelm Bahlburg (NLP/DP) 1949–1951 Philipp Helbach (SPD) 1951–1952 Hermann Hartmann (DP) 1952–1952 Karl Buchholz (DP, später CDU) 1952–1956 Fritz Broistedt (DP) 1956–1961 Otto Wilhelm Schneider (DP) 1961–1964 Karl Buchholz (DP, später CDU) 1964–1968 Philipp Helbach (SPD) 1968–1973 Otto Schäfer (CDU) 1973–1996 Otto Gellersen (CDU) 1996–2001 Jens-Rainer Ahrens (SPD) 2001–2003 Norbert Böhlke (CDU) 2003–2006 Axel Gedaschko (CDU) 2006–2014 Joachim Bordt (FDP) seit 15. September 2014 Rainer Rempe (CDU)Rainer Rempe gewinnt Landratswahl, 26. Mai 2014, Landkreis Harburg
Im Oktober 2022 fand die Wahl des Landrats statt, der für neun Jahre gewählt wird. Im ersten Wahlgang konnte keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen; somit war eine Stichwahl notwendig.
Oberkreisdirektoren 1946–1947 Alfred Strack 1948–1949 Hans-Joachim Olschock 1950–1978 Andreas Dehn 1978–1994 Hans-Joachim Röhrs 1994–2002 Hans-Bodo Hesemann
Landtagswahlen