mini|Die Meisterschale

Die Fußball-Bundesliga (zur Abgrenzung von der 2. Bundesliga bisweilen auch als 1. Fußball-Bundesliga bezeichnet) ist die höchste Spielklasse im Männerfußball in Deutschland. In der Bundesliga werden im Ligasystem, bei dem jeder Verein in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, der deutsche Fußballmeister, die Teilnehmer der Europapokalwettbewerbe sowie die Absteiger ausgespielt: Die nach dem letzten Spieltag auf Tabellenplatz 1 stehende Mannschaft ist deutscher Fußballmeister; die letzten beiden Mannschaften steigen in die 2. Bundesliga ab, die seit 1974 die zweithöchste Spielklasse unterhalb der Bundesliga bildet. Der 16. der Bundesliga bestreitet Relegationsspiele gegen den Dritten der 2. Bundesliga.

Die Bundesliga wurde nach dem Beschluss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 28. Juli 1962 in Dortmund zur Saison 1963/64 eingeführt; zuvor wurde der deutsche Fußballmeister vom DFB in einer Endrunde mit Endspiel ermittelt. Am 28. August 2026 begann die 64. Spielzeit.

Rekordmeister der Bundesliga und der deutschen Meisterschaft ist der FC Bayern München mit 34 (Bundesliga) bzw. 35 Titeln (gesamt).

Modus und Ausrichtung Austragungsmodus mini|Protestbanner der Fans von Eintracht Frankfurt gegen Montagsspiele (Februar 2020) Während eines Meisterschaftsjahres, das sich in eine Hin- und Rückrunde unterteilt, treffen alle 18 Vereine der Bundesliga anhand eines vor der Saison festgelegten Spielplans zweimal aufeinander; einmal im eigenen Stadion und einmal im Stadion des Gegners. Eine Bundesligaspielzeit hat seit der Saison 1965/66 34 Spieltage und erstreckt sich in der Regel von August bis Mai. In Jahren, in denen eine Welt- oder Europameisterschaft stattfindet, endet die Spielzeit zum Teil bereits im April. Im Winter wurde bis Mitte der 1980er Jahre bis auf eine kurze Unterbrechung durchgespielt. Dabei fanden mit den Spielen des 1. FC Nürnberg gegen den VfB Stuttgart (1:1) am 31. Dezember 1964 sowie des SC Tasmania 1900 gegen Eintracht Braunschweig (0:2 – Nachholspiel vom 4. Dezember 1965 wegen witterungsbedingten Ausfalls) am 31. Dezember 1965 auch zwei Partien am Silvestertag statt. Eine von Anfang Dezember bis Ende Februar dauernde Winterpause wurde erstmals zur Saison 1986/87 eingeführt, aktuell werden üblicherweise drei Wochen im Dezember und Januar pausiert. Die einzelnen Spieltage wurden früher immer samstags um 15:30 Uhr angepfiffen, auch heute finden vier oder fünf der neun Spiele um diese Uhrzeit statt. Seit mehreren Jahren finden auch ein Spiel am Freitagabend und zwei (manchmal auch drei) Spiele am Sonntagnachmittag statt, ein weiteres samstags um 18:30. Ab der Saison 2017/18 wurden erstmals fünf Spiele pro Saison am Montagabend angepfiffen, aufgrund heftiger Proteste der Fans wurde dies zur Saison 2021/22 wieder abgeschafft. Zurzeit gibt es zwei Englische Wochen pro Saison, das heißt, dass zwei Spieltage unter der Woche, dienstags und mittwochs, stattfinden.

Der Spielplan wird mit Hilfe einer jede Saison wechselnden Schlüsselzahl festgelegt, die bestimmt, in welcher Systematik bzw. Reihenfolge die Vereine innerhalb einer Saison gegeneinander antreten. Die Schlüsselzahl und damit der Spielplan wird unter Zuhilfenahme eines Computerprogramms unter Berücksichtigung relevanter Parameter wie anderer Großereignisse vorgeschlagen. Die Terminfestsetzung der Spiele richtet sich nach dem Rahmenterminkalender der FIFA und UEFA. Zudem wird die Zentrale Informationsstelle für Sicherheit (ZIS) frühzeitig in die Spieltagsplanung einbezogen, um ihn zu bestätigen und sogenannte Doppler auszuschließen. So sollen beispielsweise gleichzeitige Heimspiele von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 vermieden werden.

Nach jeder Partie erhält die siegreiche Mannschaft drei Punkte und die besiegte keinen Punkt, bei einem Unentschieden jede Mannschaft einen Punkt. Die erreichten Punkte einer Spielzeit werden addiert und ergeben so für jeden Spieltag eine aktuelle Rangliste der Vereine. Bei Punktgleichheit entscheidet die bessere Tordifferenz über die Reihenfolge der Platzierung, bei gleicher Differenz die Anzahl der erzielten Tore. Sollten danach zwei Mannschaften immer noch gleichplatziert sein, entscheidet das Gesamtergebnis aus den Partien gegeneinander, wobei die auswärts erzielten Tore stärker zählen. Falls auch die erzielten Auswärtstore in allen Spielen gleich sind, wird auf neutralem Platz ein Entscheidungsspiel ausgetragen.Bundesliga-Gruppe GmbH, Spielordnung der Lizenzligen, Stand: 11.06.2026, S. 3, bundesliga-gruppe.de vom 2. Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026. Dies war bisher in der Bundesliga jedoch noch nie der Fall.

Die Mannschaft, die nach dem letzten Spieltag den ersten Platz belegt, erhält bis zum Abschluss des darauffolgenden Meisterschaftsjahres den Titel „Deutscher Fußballmeister“. Die zwei letztplatzierten Mannschaften müssen in die 2. Bundesliga absteigen, deren zwei erstplatzierte Mannschaften im Gegenzug direkt in die Bundesliga aufsteigen. Darüber hinaus finden seit der Saison 2008/09 (wieder) Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga statt. Neben dem Deutschen Meister und den Absteigern werden über die Bundesliga auch die Teilnehmer an den europäischen Vereinswettbewerben ermittelt.

Alle an der Bundesliga teilnehmenden Mannschaften sind automatisch auch für den DFB-Pokal qualifiziert.

Der Austragungsmodus der Bundesliga ist seit der Erstaustragung 1963 nahezu unverändert geblieben. Es schwankte nur die Zahl der teilnehmenden Vereine (16, 18, 20) sowie die Anzahl der Abstiegsplätze (2 bis 4). Zeitweilig wurden, wie auch aktuell, Relegationsspiele zur Ermittlung eines Auf- und Absteigers (oder auch des beidseitigen Klassenverbleibs) ausgetragen, vgl. dazu Relegation zur deutschen Fußball-Bundesliga. Bis 1969 wurde bei Punktgleichheit nicht die Tordifferenz, sondern der Torquotient herangezogen. Die Drei-Punkte-Regel gilt seit der Saison 1995/96. Davor gab es für einen Sieg zwei Punkte und für ein Unentschieden einen Punkt. In der Tabelle wurden dabei für jede Mannschaft die gewonnenen Punkte zu den nicht gewonnenen bzw. abgegebenen Punkten ins Verhältnis gesetzt.

Qualifikation für europäische Wettbewerbe Die Platzierung in der Abschlusstabelle der Bundesliga entscheidet über die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben in der Folgesaison. Dabei bestimmt die UEFA-Fünfjahreswertung, welcher nationale Verband mit wie vielen Vereinen in der Champions League (bis 1992: Europapokal der Landesmeister), der UEFA Europa League oder der UEFA Europa Conference League (früher im UEFA-Pokal und UEFA Intertoto Cup) vertreten ist und zu welcher Phase die Klubs in die Wettbewerbe einsteigen. Je höher eine Liga in der UEFA-Fünfjahreswertung steht, desto mehr Vereine aus dieser Spielklasse haben die Möglichkeit, am internationalen Wettbewerb teilzunehmen.

Aktuelle Bundesliga-

Neben dem Meister qualifizieren sich derzeit die Mannschaften auf den Plätzen 2 bis 4 ebenfalls für die Gruppenphase der UEFA Champions League. Der Fünftplatzierte und der Sieger des DFB-Pokal starten in der Gruppenphase der UEFA Europa League; der Sechstplatzierte erreicht die Play-offs der UEFA Europa Conference League. Ist der DFB-Pokalsieger bereits über die Bundesliga für die Champions League oder die Europa League qualifiziert, spielt der Tabellensechste in der Europa League, während der Siebtplatzierte an der Qualifikationsrunde zur Europa Conference League teilnimmt.

Ausrichter (DFB/DFL) Bis ins Jahr 2001 wurde die Bundesliga unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgetragen. Seitdem sind der DFB und die als Zusammenschluss der 36 Lizenzvereine der Bundesliga und 2. Bundesliga gegründete Deutsche Fußball Liga (offiziell: DFL Deutsche Fußball Liga e. V., bis August 2016 Ligaverband/Die Liga – Fußballverband e. V.) gemeinsame Veranstalter. Ein Grundlagenvertrag regelt das Verhältnis zwischen DFB und DFL e. V. Die operativen Aufgaben hat der DFL-Verein an seine hundertprozentige Tochter, die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL), übertragen.Vgl.:

Ziel der Deutschen Fußball Liga ist der Erhalt und die Stärkung des professionell betriebenen Fußballs in Deutschland. Die DFL sieht sich dabei als Dienstleister für alle Mitglieder der beiden Ligen und vertritt die Vereine gegenüber Medien und Öffentlichkeit. Grundsätzlich ist das Aufgabengebiet der DFL in die drei Hauptzweige Spielbetrieb, Lizenzierung und Vermarktung gegliedert. Neben der Organisation des Profifußballs, bei der die DFL für die Ansetzung aller 68 Spiele in der Bundesliga und 2. Bundesliga je Saison zuständig ist, vergibt sie die Übertragungsrechte an den Spielen der Lizenzligen für Fernseh- und Hörfunkübertragungen sowie im Internet. Außerdem betreibt die DFL nationale sowie internationale Markenbildung und ist für die Lizenzierung der 36 Profiklubs der 1. und 2. Bundesliga zuständig.

Lizenzierung Zur Teilnahme an der Bundesliga benötigt jede Mannschaft eine Lizenz von der DFL bzw. früher vom DFB. Die Lizenz wird aufgrund sportlicher, rechtlicher, personell-administrativer, infrastruktureller und sicherheitstechnischer, medientechnischer sowie finanzieller Kriterien vergeben. Hierbei stehen die genannten Voraussetzungen gleichgewichtig nebeneinander, jedoch entscheidet sich die Vergabe einer Lizenz regelmäßig an den finanziellen Kriterien, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine sicherstellen sollen.

Nachdem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs bis 2007 lediglich im Frühjahr überprüft wurde, wird ab der Saison 2007/08 eine sogenannte „Lizenzierungsnachschau“ eingeführt. Hierbei wird die Finanzlage wirtschaftlich schwächerer Klubs, die ihre Lizenz nur mit Auflagen erhalten, im Herbst erneut geprüft. Auf der Basis der Bilanz zum 30. Juni eines Jahres und aktualisierter Planrechnungen müssen die betroffenen Vereine den Nachweis der Liquidität bis zum Saisonende erbringen. Wenn dies nicht gelingt, können weitere Auflagen festgelegt werden. Bei deren Nichterfüllung drohen Sanktionen bis hin zum Punktabzug während der laufenden Saison.

Das Lizenzierungsverfahren im deutschen Fußball gilt als eines der strengsten der Welt. Aufgrund des besonderen Augenmerks auf die Prüfung der Liquidität, also der Betrachtung, ob die Vereine in der Lage sind, den Spielbetrieb für die kommende Saison aufrechtzuerhalten, musste seit der Gründung der Bundesliga noch nie ein Verein während der laufenden Spielzeit Insolvenz anmelden oder seine Mannschaft aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurückziehen.

Erhält ein Verein keine Bundesligalizenz, so gilt er vorbehaltlich der dort gültigen Zulassungsvoraussetzungen als Absteiger in die 3. Liga und rückt somit an den Schluss der Tabelle der 2. Bundesliga der vorangegangenen Spielzeit. Die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Mannschaften verringert sich entsprechend. Mit Dynamo Dresden wurde in der Spielzeit 1994/95 das bislang einzige Mal einem Erstligisten die Lizenz für die Folgesaison aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen wurden jedoch mehrere Vereine mit Punktabzügen und Geldstrafen belegt.

Geschichte Vorgeschichte (1932–1962) Im Spieljahr 1932/33 existierten deutschlandweit noch 55 regionale Ligen unter verschiedenen Namen – wie beispielsweise Bezirksliga und Gauliga – mit Erstligastatus. Bereits 1932 forderte der damalige DFB-Präsident Felix Linnemann die Einführung einer „Reichsliga“, in der die besten Vereine den Deutschen Meister ausspielen sollten. Auf der nationalen DFB-Tagung am 16. Oktober 1932 wurden entsprechende Pläne vorgelegt, aber die Regionalverbände wiesen das Vorhaben ab. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde aber zum Beginn des Spieljahres 1933/34 eine Straffung auf 16 Gauligen durchgesetzt, die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges – mit einigen vornehmlich kriegsbedingten Variationen – die höchste Leistungsstufe im deutschen Fußball darstellten.