mini|hochkant|Franz Morak (2006)

Franz Morak (* 25. Mai 1946 in Graz) ist ein österreichischer Schauspieler, Sänger und Politiker der ÖVP.

Künstlerische Karriere

Nach Schauspiel- und Regiestudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz und als Hörer am Reinhardtseminar in Wien war Morak als Sänger und Songwriter, Schauspieler, Regisseur an mehreren Theatern sowie Darsteller in TV-, Hörfunk- und Filmproduktionen tätig. Seit 1974 ist Morak Mitglied des Burgtheaters. Er reüssierte als Nestroy-Darsteller und gelangte als Brechts „Arturo Ui“ bis zum Berliner Theatertreffen. Als Regisseur verantwortete er eine viel gelobte Inszenierung von Felix Mitterers Altersheim-Tragödie „Sibirien“ mit Fritz Muliar.

Zu den mittlerweile weniger bekannten Stationen im Leben des späteren Kulturstaatssekretärs zählt auch seine Zeit als Extrem-Punkrock-Sänger und Songwriter. Unter anderem veröffentlichte er die Alben Morak (Covergestaltung: Gottfried Helnwein), Morak’n’Roll und Sieger sehen anders aus. In seinen musikalischen Werken und auch bei seinen Live-Performances setzte sich Morak auf sehr drastische Weise mit der katholischen Kirche, Inzest, Pädophilie, Suizid, diversen Geisteskrankheiten und anderen brisanten Themen auseinander.

Politische Karriere Am Burgtheater setzte sich Morak als Personalvertreter gegen den künstlerischen Direktor Claus Peymann für Rechte und ersessene Privilegien des Ensembles ein. Dabei begab er sich zusehends und bis zur eigenen künstlerischen Beschädigung in Fundamentalopposition, indem er immer mehr Rollenangebote zurückwies (unter anderem die Uraufführung von Peter Turrinis „Tod und Teufel“).

Von 1994 bis zum Beginn der Haider-Schüssel-Koalition im Frühjahr 2000 war Morak Abgeordneter zum Nationalrat und zudem Mitglied des ORF-Kuratoriums (21. März 1995 bis 29. Februar 2000). Zwischen Februar 2000 und Jänner 2007 war er Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt in den schwarz-blauen Regierungen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP). Anschließend war Morak bis Oktober 2008 erneut Nationalratsabgeordneter. Nachdem ihm bei der Nationalratswahl 2008 der Einzug in den Nationalrat nicht mehr gelungen war, ging er mit 62 Jahren in Frühpension.

Privates Moraks Sohn ist Leadsänger der Wiener Ska-Band PBH Club.

Diskografie Alben 1980: Morak 1981: Morak ’n Roll 1983: Sieger sehen anders aus 1993: Herzstillstand 1998: Master Series (Compilation) 2018: Leben frisst rohes Fleisch

Singles Schizo (1980) Wo ist der Chef (1981) Himbeereis (1980, von der LP Morak) Tanzmusik (1983, von der LP Sieger sehen anders aus)

Auszeichnungen 1985 Kainz-Medaille 1988 Albin-Skoda-Ring 2003 Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich 2006 Fürst-Branimir-Orden mit Halsband

Literatur Heidi Lackner: Franz Morak: Hearst, schlafst scho? In: Oberösterreichische Nachrichten, 30. November 1996. S. 5. Roland Koberg: Ein mürrischer Burgschauspieler als Staatssekretär. In: Berliner Zeitung, 11. Februar 2000. Robert Menasse: Franz Morak und seine Bande. In: Die Presse, 29. Oktober 2003. Alfred Pfabigan: Wider die larmoyante Opposition. In: Die Presse, 22. November 2003. Robert Menasse: Ein letztes Mal in die Geisterbahn. In: Die Presse, 22. November 2003.

Weblinks

Franz Moraks Web-Log im Nationalratswahlkampf 2008 Martin Wassermair: Franz Moraks Berlusconisierung der Kulturpolitik in Österreich, Oktober 2002. Martin Wassermair: Collateral Damage. Franz Moraks Kulturpolitik setzt auf die Vorbildwirkung von Schwarzenegger-Filmen, Juni 2002.

Einzelnachweise

Kategorie:Staatssekretär (Österreich) Kategorie:Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich) Kategorie:ÖVP-Mitglied Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Punk-Musiker Kategorie:Liedermacher Kategorie:Träger des Fürst-Branimir-Ordens Kategorie:Träger der Kainz-Medaille Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann