mini|Kobayashi Takiji
Kobayashi Takiji (; * 13. Oktobernach Koseki, 1. Dezember 1903 in Shimokawazoi, heute: Ōdate; † 20. Februar 1933 Tokyo) war ein japanischer Autor proletarischer Literatur. Als Mitglied der Kommunistischen Partei wurde er im Februar 1933 von der Polizei verhaftet und zu Tode gefoltert.
Leben Kobayashi wurde 1903 als Sohn eines Bauern geboren. Von 1916 bis 1926 besuchte er auf Hokkaidō eine Handelsschule und arbeitete danach als Bankangestellter. Aufgrund seiner politischen Aktivitäten wurde er 1930 entlassen und zog nach Tokyo um. Von 1931 an fungierte er als Sekretär des neu gegründeten Bundes proletarischer Schriftsteller (, Nihon puroretaria sakka dōmei).
Die Hinwendung Kobayashis zum Sozialismus drückt sich bereits in den ersten Werken, wie der Kurzgeschichte Ken aus. Mit seinem Roman Kanikōsen (, Die Krabbenfischer) rückte Kobayashi in die Riege der proletarischen Schriftsteller auf. Der Roman schildert den Kampf der Fischer und Matrosen einer Fischfangflotte um menschenwürdige LebensbedingungenOstasiatische Literaturen, S. 189. Der Roman war in den 30er und 40er Jahren in Japan verboten und wurde 1953 und 2009 verfilmt.
In einem anderen Hauptwerk Tōseikatsusha (, Ein Leben für die Partei), das 1933 unter dem Titel Tenkan jidai (Zeitalter der Änderungen) erschien, versucht der namenlose Ich-Erzähler, ein Mitglied der Partei die Fabrikarbeiter gegen die Entlassungsstrategie der Fabrikleitung zu organisierenHistory of Japanese Literature, S. 232. Der Stil beider Werke erinnert an den Shishōsetsu-Stil Shiga Naoyas und Shimazaki Tōsons.
Zu seinen Dozenten in der Handelshochschule Otaru gehörte auch der deutsche Physikalische Chemiker Louis Hugo Frank, der aufgrund politischer Vorwürfe 1943 Japan verlassen musste, sein Sohn verstarb noch dort im Gefängnis.
Werke Kobayashi Takisi: Der 15. März 1928 : Eine japanische Arbeiter-Erzählung, in: Rote Reihe Heft 2, MOPR-Verlag, Berlin 1931. Takidji Kobajaschi: Krabbenfischer, Verlag Volk und Welt, Berlin (Ost) 1958. dt. Takiji Kobayashi: Das Fabrikschiff, übersetzt von Alfons Mainka, Cass-Verlag, Löhne 2012, ISBN 978-3-9809022-8-1.Die Übersetzung folgt der Version der Volk-und-Welt-Ausgabe von 1958; einige Passagen aus dem Original wurden ergänzt, desgleichen die Schreibweise des Autorennamens und einiger Ortsnamen dem heutigen Gebrauch angeglichen.
Literatur Jürgen Berndt: BI-Lexikon Ostasiatische Literaturen. Bibliografisches Institut Leipzig, 1987, ISBN 3-323-00128-1 Katō Shūichi: A history of japanese literature, vol.3: The modern years, Tokyo, New York, London, 1990, S. 160. ISBN 4-7700-1547-X S. Noma (Hrsg.): Kobayashi Takiji. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 802.
Weblinks
Rezension zur deutschen Übersetzung von Kanikôsen mit Informationen zu Autor und Werk (Universität Düsseldorf)
Takisi Kobayashi im Marxists Internet Archive
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Japanisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Kommunistischen Partei Japans Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann