Battlefield: Bad Company 2 ist ein von Digital Illusions CE entwickelter Ego-Shooter, der im März 2010 von Electronic Arts für Windows, PlayStation 3 und Xbox 360 veröffentlicht wurde. Im Dezember 2010 erschien zudem eine Variante für iOS. Das Spiel ist Teil des Battlefield-Franchises und der direkte Nachfolger von Battlefield: Bad Company.

Das Spiel bietet eine etwa sechs bis acht Stunden lange Einzelspieler-Kampagne, das Hauptaugenmerk des Spieles liegt jedoch, wie bei allen Battlefield-Spielen, auf den Multiplayer-Onlinegefechten.

Als Hintergrund der Einzelspieler-Handlung und der Mehrspieler-Gefechte dient ein (nicht-nuklearer) Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Russland. Im Einzelspieler-Teil steuert der Spieler einen Soldaten einer Kommandoeinheit, die während dieses Krieges einer Japanischen Superwaffe auf der Spur ist.

Spielprinzip Allgemein

Sowohl im Einzelspieler- als auch Mehrspieler-Teil des Spiels übernimmt der Spieler die Steuerung eines Soldaten. Dieser wird auf dem PC mit Tastatur und Maus, auf Spielkonsolen über ein Gamepad gesteuert. Meist bewegt sich die Spielfigur zu Fuß durch die Umgebung, es stehen jedoch (im Einzelspieler-Teil nur an ausgewählten Stellen) auch Fahrzeuge, Boote und Hubschrauber zur Verfügung, in denen der Spieler hinter dem Steuer oder dem Bordgeschütz Platz nehmen kann.

Das je nach Einstellung eingeblendete Head-up-Display bietet nur wenige Anzeigen. Optional können eine kleine Karte, welche die Teamkameraden, gesichtete Gegner, Munition, Waffen und das nächste Ziel zeigt, sowie weitere kleine Anzeigen, welche die verwendete Waffe sowie verbleibende Munition und Granaten zeigen, eingeblendet werden. Eine Gesundheits- bzw. Schadensanzeige gibt es nicht. Wird der Spieler getroffen, färbt sich der Rand des Sichtfeldes rot und die Wahrnehmung der Spielfigur nimmt ab. Dies äußert sich in der Verkleinerung des Sichtfeldes und auch die Umgebungsgeräusche werden nur noch gedämpft abgespielt. Wird der Spieler einige Zeit lang nicht mehr getroffen, erholt sich die Spielfigur schnell wieder und kehrt zum Normalzustand zurück. Zudem erscheint kein Blut, wenn der Gegner abgeschossen wird.

Die Spielfigur kann zwei Waffen tragen, hinzu kommen Granaten und Sprengstoff. Zur Auswahl steht eine Vielzahl von unterschiedlichen Waffen, von Maschinenpistolen und Repetierflinten bis zu Scharfschützengewehren und Raketenwerfern. Die meisten Waffen besitzen einen alternativen Zielmodus, mit dem der Spieler an sein Ziel heranzoomen kann, hierdurch jedoch in seiner Bewegung eingeschränkt wird. Einige Waffen besitzen außerdem einen Unterlauf-Granatwerfer.

Sehr große Teile der Spielumgebung sind, wie bereits im Vorgängerspiel, durch Waffeneinwirkung zerstörbar. So können Häuser, Schutzwände und Bäume durch starke Waffen beschädigt und zerstört werden. Diese Veränderung der Spielumgebung zwingt den Spieler, seine Spieltaktiken entsprechend anzupassen, da er im Gegensatz zu früheren Spielen auch in Deckung hinter Wänden nicht lange vor gegnerischem Waffenfeuer sicher ist. An verschiedenen Stellen wurden Treibstofffässer und -tanks von den Entwicklern platziert. Die Explosion dieser Behälter beschädigt oft nahestehende Gebäude und reißt Löcher hinein. Sie können auch genutzt werden, um nahe Gegner zu verletzen oder zu töten.

Im Spiel werden teilweise realistische Waffen mit fiktiven Namen verwendet. Einige Webseiten haben sich komplett auf diese Thematik spezialisiert. Diese Webseiten vergleichen die Waffennamen aus dem Spiel mit denen aus der Realität.

Einzelspieler

Im Spiel übernimmt der Spieler, wie im Vorgänger, die Rolle des Soldaten Preston Marlowe, eines von vier Mitgliedern der B-Company, genannt Bad Company.

Die Level des Spieles sind linear und schlauchartig aufgebaut, es gibt keine alternativen Pfade zum Levelende. Lediglich in einem Level namens „Sangre del Toro“ erhält der Spieler eine größere Freiheit, da er sich die drei zur Auswahl stehenden Ziele des Levels, die räumlich weit auseinander liegen, in beliebiger Reihenfolge vornehmen kann. Die einzelnen Level werden vorwiegend zu Fuß durchquert, zuweilen übernimmt man aber auch das Steuer oder ein Bordgeschütz eines Fahrzeugs oder Bootes. In der Mission „Heavy Metal“ steuert der Spieler jedoch größtenteils Fahrzeuge. Anfangs steuert der Spieler den schweren Kampfpanzer M1A1 Abrams, später übernimmt man eine UAV-Drohne. Erst gegen Ende der Mission ist der Spieler zu Fuß unterwegs.

Die drei vom Spiel gesteuerten Teamkameraden befinden sich stets in der Nähe des Spielers. Sie greifen selbständig Ziele an, warten jedoch stets an vorbestimmten Schlüsselstellen auf Aktionen des Spielers, bevor sie weiter vorrücken. Die Teamkameraden können keinen Schaden nehmen und sterben daher nicht. Sie gehen aber bei Beschuss in Deckung und fallen bei Granaten- oder Raketenbeschuss um. Sie können allerdings Gegner verwunden und töten. Um den Spielspaß nicht zu ruinieren, treffen sie jedoch sehr schlecht und verursachen nur sehr geringen Schaden.

Anfangs steht dem Spieler nur eine begrenzte, vorgegebene Auswahl an Waffen zur Verfügung, er kann jedoch Waffen getöteter Gegner aufnehmen und verwenden. Oft werden auch die verwendeten Waffen in das nächste Level übernommen. Zusätzlich finden sich regelmäßig Versorgungscontainer, an denen der Spieler sich aus den bis dato gefundenen Waffen zwei frei auswählen kann. So vergrößern sich die Handlungsmöglichkeiten des Spielers, da je nach Waffe und Situation andere Taktiken erforderlich sind. Entscheidet sich der Spieler beispielsweise für einen Raketenwerfer, kann er feindliche Fahrzeuge leicht ausschalten. Ohne diese Waffe muss er alternative Lösungen finden, wie etwa die Explosion eines nahe dem Fahrzeug stehenden Treibstofftanks. Oft finden sich jedoch auch für die Situation benötigte Waffen in der Nähe.

Das Spiel bietet mehrere verschiedene Spielumgebungen. So kämpft sich die Spielfigur durch dichten Dschungel mit Holzhütten-Siedlungen, südamerikanische Wüsten, die eisige zugeschneite Gebirgsregion der Anden und südamerikanische Städte mit Wohnhäusern, Wellblechhütten und Industrie-Komplexen.

Mehrspieler

Im Mehrspieler-Teil stehen fünf verschiedene Spielmodi zur Auswahl:

Rush: Der Rush-Modus ist der Schwerpunkt des Mehrspielerteils des Spieles. Hierin muss das angreifende Team Kommunikationsanlagen (M-Com) zerstören, während die Verteidiger sie daran hindern müssen. Die Angreifer haben ein limitiertes Kontingent an Respawn-Tickets, bei Reanimation wird kein Ticket verloren. Solange dieses Kontingent nicht aufgebraucht ist, können getötete Spieler wieder ins Spiel einsteigen. Die Spieler des verteidigenden Teams können jedoch ohne Limit neu einsteigen. Haben die Angreifer alle Anlagen zerstört, gewinnen sie die Runde. Haben sie dagegen alle Tickets aufgebraucht, gewinnen die Verteidiger. Eroberung: Dies ist der klassische Battlefield-Modus. Wie schon bei Battlefield 2 wird hier um die Kontrolle von Flaggenpunkten gekämpft, die zusätzlich die Respawn-Punkte mindert. Je mehr Flaggenpunkte ein Team kontrolliert, desto schneller verliert der Feind an Punkten. Squad Rush: Eine Abwandlung des Rush-Modus, in dem zwei Teams, bestehend aus jeweils einem Vierersquad, um eine Kommunikationsanlage kämpfen. Squad Deathmatch: Hier kämpfen bis zu vier Teams, bestehend aus zwei oder vier Spielern, gegeneinander um einen Punktsieg. Onslaught: In diesem kooperativen Modus gilt es, einige Ziele zu erreichen. Das Team besteht aus vier Spielern, die Gegner sind vom Computer gesteuert. Das Pack muss man sich kostenpflichtig im EA Store, Xbox Live oder im PlayStation Store herunterladen.

Der Spieler wählt eine von vier Klassen aus, die sich in Bewaffnung, Ausrüstung und Fähigkeiten unterscheiden. Der Recon-Soldat ist mit einem Scharfschützengewehr und Mörser-Zielgerät oder C4-Sprengstoff ausgerüstet, des Weiteren verfügt er über einen sogenannten „Motion Sensor“, der wie eine Granate geworfen wird und in einem Radius von 25 Metern feindliche Soldaten anzeigt. Der Sanitäter verfügt über ein leichtes Maschinengewehr und kann Teamkameraden heilen und reanimieren. Die Assault-Klasse besitzt Sturmgewehre mit einem Unterlauf-Granatwerfer und kann Munitionskisten verteilen. Anstatt des Granatenwerfers kann auch eine Schrotflinte oder ein Rauchgranatenwerfer an das Gewehr gebaut werden. Falls eine Schrotflinte ausgewählt wird, steht der Assault-Klasse C4 zur Verfügung. Der Engineer ist mit einer Maschinenpistole und einer Panzerfaust/Panzerabwehrmine bewaffnet und kann beschädigte Fahrzeuge reparieren. Des Weiteren gibt es diverse Waffen wie Schrotflinten oder Gewehre, die in jeder dieser Klassen anstatt der Primärwaffe verwendet werden können.

Die Spieler starten nur mit einer Grundausrüstung, andere Ausrüstungsgegenstände müssen mit Erfahrungspunkten freigeschaltet werden. Diese erhält man für viele Aktionen wie etwa das Erobern einer Flagge oder das Töten von Gegnern. Der Mehrspieler-Modus nutzt PunkBuster zur Bekämpfung von Cheatern.

Der Mehrspieler-Teil ist nur online nutzbar – es gibt keine LAN-Unterstützung. Es können auch keine eigenen 'dedicated-Server' erstellt werden, sondern müssen für eine monatliche Gebühr angemietet werden.

Für das Spiel erschienen bisher sieben Map-Packs (1. Dezember 2010), die Spieler mit einem VIP-Code kostenlos herunterladen können. Der VIP-Code liegt jeder neuen Spielepackung bei. Map-Packs werden automatisch als Update heruntergeladen und sind kostenfrei. Dieser VIP-Code soll der Anfang der Bekämpfung von gebrauchten Versionen des Spiels sein. Falls man sich dennoch für die gebrauchte Version des Spiels entscheidet und den Multiplayer mit den neuen Karten spielen möchte, kann auch für etwa 15 Euro der VIP-Zugang auf dem Xbox Live Marktplatz, im PlayStation Store oder im EA Store erstanden werden.

Bad Company 2 verfügt auch über verschiedene Zusatzinhalte, wie zum Beispiel den neuen „OnSlaught-Modus“ (auf Deutsch „Attacke“-Modus), in dem auf überarbeiteten Versionen der Karten Valparaiso, Atacama Desert, Isla Inocentes oder Nelson Bay im Koop-Modus mit bis zu vier Spielern KI-Gegner bekämpft und Kontrollpunkte eingenommen und gehalten werden müssen. Der OnSlaught-Modus kann auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen gespielt werden und für 4,99 Euro, das entspricht ca. 420 Microsoft Points, heruntergeladen werden. Der Modus ist nur für Konsolen erhältlich und wird für die PC-Version nicht mehr umgesetzt.

Vietnam

Der Downloadable Content (DLC) Battlefield Bad Company 2: Vietnam spielt in der Zeit des Vietnamkriegs, genauer im Jahr 1969. Die Erweiterung ist ausschließlich online spielbar, die Story wird nicht fortgeführt. Insgesamt wurden 15 neue Waffen hinzugefügt, wie beispielsweise das Sturmgewehr AK-47 oder ein Flammenwerfer, hier M2 genannt. Auch sechs neue Fahrzeuge wurden ergänzt, darunter der Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1 „Huey“. Das Flugverhalten wurde hierbei vereinfacht, so dass auch Anfänger mit einem Helikopter fliegen können.

Auf fünf neuen Maps kämpft die United States Army gegen die Nordvietnamische Volksarmee (NVA). Dabei gibt es Maps mit wenigen Fahrzeugen, ohne Fahrzeuge, und mit vielen Fahrzeugen. Dabei wurde darauf geachtet, dass erkenntlich wird, dass man sich im Regenwald befindet, allerdings sollte die Spieldynamik nicht negativ beeinflusst werden. Nach wie vor kann man einen Großteil der Umgebung zerstören. Einstürzende Häuser gibt es diesmal in dem Sinne allerdings nicht, da die Vietnamesischen Häuser in dem Add-on kein stabiles Grundgerüst haben. Man kann lediglich die Wände zerstören. Wachtürme, die es nur auf amerikanischer Seite gibt, stürzen nach wie vor in sich zusammen, falls sie von einem schweren Geschütz getroffen werden.