Die Gruppe der 77 (G 77) ist ein Zusammenschluss von Staaten des Globalen Südens innerhalb der UNO.
Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat 134 Mitglieder (Stand 2022). Damit ist sie die sowohl gemäß Anzahl der Länder und Bevölkerung größte Gruppe innerhalb der Vereinten Nationen. Den Vorsitz hat immer für ein Jahr eines der Mitgliedsländer inne. Er stellt die höchste politische Ebene in der Organisationsstruktur der G 77 dar. Die Rotation erfolgt auf Regionalbasis zwischen Afrika, Asien/Pazifik und Lateinamerika & Karibik.
Organisation, Zielsetzung, Aktivitäten Die Institutionalisierung besteht aus einem jährlich stattfindenden Ministertreffen in New York, dieses fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden.
Hauptziel der G 77 ist zum einen, die Süd-Süd-Kooperation zu stärken, und zum anderen, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern. Darum koordiniert sie die Positionen und Forderungen der Mitglieder, um auf den Welthandelskonferenzen eine stärkere Verhandlungsposition zu erreichen.
Die Gruppe verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie die „Charta der wirtschaftlichen Rechte der Dritten Welt“ und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme, z. B. das Global System of Trade Preferences Among Developing Countries (GSTP).
Jugoslawien, Malta, Rumänien und Zypern gehörten ursprünglich zu den Mitgliedsstaaten. Malta, Rumänien und Zypern schieden jeweils mit dem EU-Beitritt aus. Nach der Auflösung Jugoslawiens verblieb Bosnien-Herzegowina als einziges europäisches Land in der Gruppe. Seit Februar 2020 wird auch Bosnien nicht mehr als Mitglied aufgeführt.
Mitglieder (Quelle:)
Afghanistan Ägypten Algerien Angola Antigua und Barbuda Äquatorialguinea Argentinien Aserbaidschan Äthiopien Bahamas Bahrain Bangladesch Barbados Belize Benin Bhutan Bolivien Botswana Brasilien Brunei Burkina Faso Burundi Chile China Costa Rica Demokratische Republik Kongo Dominica Dominikanische Republik Dschibuti Ecuador El Salvador Elfenbeinküste Eritrea Eswatini Fidschi Gabun Gambia Ghana Grenada Guatemala Guinea Guinea-Bissau Guyana Haiti Honduras Indien Indonesien Irak Iran Jamaika Jemen Jordanien Kambodscha Kamerun Kap Verde Katar Kenia Kiribati Kolumbien Komoren Kongo Kuba Kuwait Laos Lesotho Libanon Liberia Libyen Madagaskar Malawi Malaysia Malediven Mali Marokko Marshallinseln Mauretanien Mauritius Mikronesien Mongolei Mosambik Myanmar Namibia Nauru Nepal Nicaragua Niger Nigeria Nordkorea Oman Osttimor Pakistan Palästina Panama Papua-Neuguinea Paraguay Peru Philippinen Syrien Ruanda Salomonen Sambia Samoa São Tomé und Príncipe Saudi-Arabien Senegal Seychellen Sierra Leone Simbabwe Singapur Somalia Sri Lanka St. Kitts und Nevis St. Lucia St. Vincent und die Grenadinen Südafrika Sudan Südsudan Surinam Tadschikistan Thailand Tansania Togo Tonga Trinidad und Tobago Tschad Tunesien Turkmenistan Uganda Uruguay Vanuatu Venezuela Vereinigte Arabische Emirate Vietnam Zentralafrikanische Republik
Vorsitz Vorsitz der GruppeÜbersicht auf der Seite der Gruppe der 77, abgerufen am 6. August 2025: 1970–71 – Indien 1971–72 – Peru 1972–73 – Ägypten 1973–74 – Iran 1974–75 – Mexiko 1975–76 – Madagaskar 1976–77 – Pakistan 1977–78 – Jamaika 1978–79 – Tunesien 1979–80 – Indien 1980–81 – Venezuela 1981–82 – Algerien 1982–83 – Bangladesh 1983–84 – Mexiko 1984–85 – Ägypten 1985–86 – Jugoslawien 1987 – Guatemala 1988 – Tunesien 1989 – Malaysia 1990 – Bolivien 1991 – Ghana 1992 – Pakistan 1993 – Kolumbien 1994 – Algerien 1995 – Philippinen 1996 – Costa Rica 1997 – Tansania 1998 – Indonesien 1999 – Guyana 2000 – Nigeria 2001 – Iran 2002 – Venezuela 2003 – Marokko 2004 – Katar 2005 – Jamaika 2006 – Südafrika 2007 – Pakistan 2008 – Antigua und Barbuda 2009 – Sudan 2010 – Yemen 2011 – Argentinien 2012 – Algerien 2013 – Fiji 2014 – Bolivien 2015 – Südafrika 2016 – Thailand 2017 – Ecuador 2018 – Ägypten 2019 – PalästinaPalästina übernimmt Vorsitz von UN-Gruppe In: Israelnetz.de, 30. Juli 2018, abgerufen am 5. August 2018. 2020 – Guyana 2021 – Guinea 2022 – Pakistan 2023 – Kuba 2024 – Uganda 2025 – Irak 2026 – Uruguay
Gruppe der 24 mini|hochkant=1.3|„Gruppe der 24“: Mitgliedstaaten Die „Gruppe der 24“ (G-24) ist eine Untergruppe der G 77. Sie wurde 1971 gegründet, um die Positionen der Entwicklungsländer zu internationalen Währungs- und Entwicklungsfinanzierungsfragen zu koordinieren und sicherzustellen, dass ihre Interessen bei Verhandlungen über internationale Währungsfragen angemessen vertreten werden. 28 Mitglieder der G-24 sind auch Mitglieder der G 77, die Ausnahme ist Mexiko.
2023 gehören folgende 29 Staaten zur „Gruppe der 24“: Region I (Afrika): Ägypten, Algerien, Äthiopien, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kenia, Kongo, Marokko, Nigeria, Südafrika, Region II (Lateinamerika und Karibik): Argentinien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Haiti, Kolumbien, Mexiko, Peru, Trinidad und Tobago, Venezuela, Region III (Asien): China, Indien, Iran, Libanon, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Syrien.
Beobachter-Status haben Angola, Indonesien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Siehe auch UNO – die Vereinten Nationen G7 g7+ (Gruppe sogenannter „fragile states“) G20 (eine Gruppe von Industrie- und Schwellenländern) G20 der Entwicklungsländer (eine Gruppe von Entwicklungs- und Schwellenländern) G33 (jeweils eine Gruppe Industrie-/Schwellenländer bzw. Entwicklungsländer)
Literatur
Weblinks
Protokolle First Ministerial Meeting Of The Group Of 77: Charter Of Algiers (Algier, 10-25 Oktober 1967) Declaration of the (first) South Summit (2000) (Havanna, 12.-14. April 2000) Doha Declaration (Second South Summit) (Doha, Qatar, 12-16 June 2005)
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation der Vereinten Nationen Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1964