Wappen Karte 150px|Wappen des Landkreises Weißenfels 140px|Lage des Landkreises Weißenfels in Deutschland Basisdaten Bundesland: Sachsen-Anhalt Sitz der Verwaltung: Weißenfels Fläche: 372,41 km² Einwohner: 73.074 (30. Juni 2007)Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Monatsheft 11/2007 Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner je km² Kreisschlüssel: 15 2 68 Kfz-Kennzeichen: WSF Kreisgliederung: 33 Gemeinden Adresse derKreisverwaltung: Am Stadtpark 606667 Weißenfels Politik Letzter Landrat: Bernd Grüneberger (SPD) Karte
Der Landkreis Weißenfels war ein Landkreis im Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt mit dem Burgenlandkreis zum neuen Burgenlandkreis fusioniert. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Merseburg-Querfurt, im Osten der sächsische Landkreis Leipziger Land und im Süden und Westen der Burgenlandkreis.
Geschichte Preußen Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Er umfasste ursprünglich den größten Teil der altsächsischen Ämter Weißenfels und Pforta sowie Teile der Ämter Eckartsberga, Freyburg und Zeitz.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1816, S. 336. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Weißenfels.
Zum 1. Januar 1818 gab der Kreis Weißenfels eine größere Zahl von Gemeinden an den benachbarten Kreis Naumburg ab.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1817, S. 655.
Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 28. März 1878 wurden die Landgemeinden Gieckau, Pohlitz, Rathewitz und Scheiplitz aus dem Kreis Weißenfels in den Kreis Naumburg umgegliedert. Ab 1. April 1899 bildete die Stadt Weißenfels einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Weißenfels führte dementsprechend seitdem die Bezeichnung Landkreis. Nachdem die Stadt Weißenfels nicht mehr zum Landkreis Weißenfels gehörte, war Teuchern die größte Stadt im Landkreis. Aus diesem Grund wurde mehrmals von Teucherner Kreistagsabgeordneten versucht, das Kreisständehaus nach Teuchern zu verlagern. Damit wäre Teuchern Kreisstadt geworden. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch immer wieder an wenigen Stimmen.
Gegen Ende der 1920er Jahre fand im Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Die Gutsbezirke im Landkreis Weißenfels wurden im Herbst 1928 aufgelöst.Amtsblatt der Regierung zu Merseburg 1928: Stück 41 (Sonderbeil.) und 45 Digitalisat Mit dem 1. Oktober 1932 wurden die Landkreise Naumburg und Weißenfels zum neuen Landkreis Weißenfels mit dem Landratsamt in Weißenfels zusammengeschlossen.
Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Halle-Merseburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Streitkräfte besetzt.
DDR → siehe auch: Kreis Weißenfels
1946 kam der Landkreis zum neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 1950 wurden die Landkreisgrenzen durch eine erste Verwaltungsreform geändert: Die bis dahin kreisfreien Städte Naumburg und Weißenfels wurden in den Landkreis Weißenfels eingegliedert. Die Stadt Lützen sowie die Gemeinden Bothfeld, Dehlitz (Saale), Gostau, Großgöhren, Großgörschen, Kaja, Kleingöhren, Kleingörschen, Meuchen, Michlitz, Muschwitz, Oeglitzsch, Pobles, Rahna, Röcken, Schweßwitz, Söhesten, Sössen, Starsiedel, Stößwitz und Tornau wurden aus dem Landkreis Merseburg in den Landkreis Weißenfels umgegliedert. Die Gemeinde Roßbach wechselte aus dem Landkreis Querfurt in den Landkreis Weißenfels.
Die Gemeinde Großkayna wechselte aus dem Landkreis Weißenfels in den Landkreis Merseburg. Der Landkreis Weißenfels gab die Städte Osterfeld und Schkölen sowie die Gemeinden Deuben, Dobergast, Döbris, Döschwitz, Droyßig, Goldschau, Kämmeritz, Kleinhelmsdorf, Kretzschau, Lindau, Luckenau, Löbitz, Meineweh, Mutschau, Nautschütz, Nonnewitz, Podebuls-Wetterzeube, Pötewitz, Theißen, Trebnitz a./Elster, Unterkaka, Waldau, Weickelsdorf, Weißenborn und Wettaburg an den Landkreis Zeitz ab.
Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 wurde der Landkreis Weißenfels aufgeteilt: Die Städte Hohenmölsen, Stößen und Teuchern sowie die Gemeinden Granschütz, Gröben, Gröbitz, Großgrimma, Krauschwitz, Muschwitz, Nessa, Poserna, Pretzsch, Schelkau, Taucha, Webau, Werschen, Zembschen und Zorbau kamen zum neuen Kreis Hohenmölsen.Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaues und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Sachsen-Anhalt vom 25. Juli 1952. In: Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 28 vom 26. Juli 1952, Digitalisat (Wikimedia Commons) Die Städte Bad Kösen und Naumburg sowie die Gemeinden Abtlöbnitz, Flemmingen, Gieckau, Görschen, Hassenhausen, Kleinheringen, Lißdorf, Mertendorf, Möllern, Mollschütz, Schönburg, Spielberg, Taugwitz und Wethau kamen zum neuen Kreis Naumburg. Die Gemeinde Roßbach kam zum Landkreis Merseburg. Die restlichen Gemeinden bildeten den Kreis Weißenfels. Die Kreise Hohenmölsen, Merseburg, Naumburg, und Weißenfels wurden dem neuen Bezirk Halle zugeordnet.
Bundesrepublik Deutschland Kurz vor der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das Land Sachsen-Anhalt wiedergegründet, der Kreis Weißenfels wurde als Landkreis Weißenfels Bestandteil des Regierungsbezirks Halle. Bei der ersten Kreisreform in Sachsen-Anhalt 1994 wurde der Landkreis Hohenmölsen mit dem Landkreis Weißenfels vereinigt. Die Regierungsbezirke in Sachsen-Anhalt wurden zum 1. Januar 2004 aufgelöst. Im Rahmen der zweiten Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis zum 1. Juli 2007 mit dem Burgenlandkreis (1994–2007) zum neuen Burgenlandkreis (zunächst als Landkreis Burgenland bezeichnet) zusammengelegt.
Einwohnerentwicklung Der Umfang des Landkreises änderte sich mehrfach signifikant; 1899 durch das Ausscheiden der Stadt Weißenfels, 1932 durch die Eingliederung des Landkreises Naumburg, 1950/52 durch einen völligen Neuzuschnitt und 1994 durch die Eingliederung des Kreises Hohenmölsen. Jahr Einwohner Quelle 1816 35.251 1843 43.727 1871 67.673 1890 87.560 1900 71.734 1910 76.229 1925 83.922 1933 101.581 1939 99.786 1946 136.454 Volkszählung 1946 1955 86.600 1960 82.591 1971 79.134 1981 67.345 1990 62.300 2000 78.900 2007 73.074
Landräte 1816–1828: August Heinrich Ferdinand von Funcke 1828–1848: Georg von Stuckrad (1811–1893) 1848–1857: Bernhard Ulrici (1824–1890) 1857–1867: Lothar von Wurmb (1824–1890) 1867–1868: Maximilian Senfft von Pilsach (1828–1903) (kommissarisch) 1868–1903: Adolph von Richter (1839–1903) 1903–1908: Moritz Graf von Unruh 1908–1917: Fritz von Richter (1879–1917) 1917–1920: Busso Bartels (1880–1944) 1920–1933: Arthur Zimmermann (SPD) (1879–1953) Von den Nationalsozialisten am 12. März 1933 beurlaubt und sofortige „Schutzhaft“ im Gerichtsgefängnis Weißenfels, ab 17. Juni bis 23. August 1933 im KZ Lichtenburg inhaftiert, danach weiter unter Beobachtung der NS-Behörden und wegen Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen. 1933: Dr. Friedrich-Wilhelm Dieckmann (DNVP) (1879–1953) (interimistisch) 1933–1945: Alfred Pape (NSDAP) (1903–1948)
April–Juni 1945: Dr. med. Franz Redeker (parteilos), von der US-Militärregierung kurzzeitig als Landrat eingesetzt. Juni 1945–1947: Max Benkwitz (KPD/SED), erster Landrat unter der sowjetischen Besatzungsmacht (SMAD) (Kreisparteichef: Willi Heppner) 1947–1951: Willi Diez (SED) (Kreisparteichef: Willi Heppner bis 1949) 1951–1952: Albert Wettengel (SED) (Kreisparteichef: Rudolf Drache)
Vorsitzende des Rates des Kreises ab 1952: Albert Wettengel ab 1953: Werner Holstein … bis Mai 1990: Siegfried Hanke (SED/PDS)
Landräte ab 1990 1990: Bernd Sunderdiek (staatlicher Bevollmächtigter bzw. kommissarischer Landrat, Verwaltungshilfe aus Kreis Gütersloh (NRW); Mai bis Juni 1990) 1990–2001: Dr. Johannes Kreis (CDU) 2001–2006: Rüdiger Erben (SPD) 2006–2007: Bernd Grüneberger (SPD)
Kommunalverfassung bis 1945 Der Landkreis Weißenfels gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Städte und Gemeinden vor 1950 Stand 1939 Der Landkreis Weißenfels umfasste 1939 sechs Städte und 174 Gemeinden: Abtlöbnitz Almrich Aupitz Bad Kösen, Stadt Benndorf Beuditz Böhlitz Bonau Borau Burgwerben Deuben Deumen Dobergast Döbris Domsen Döschwitz Droitzen Droyßig Flemmingen Gernstedt Gerstewitz Gieckau Gladitz Gniebendorf Goldschau Görschen Gosserau Göthewitz Granschütz Gröben Gröbitz Großgestewitz Großgrimma Großhelmsdorf Großjena Großkayna Großkorbetha Haardorf Hassel Hassenhausen Hohenmölsen, Stadt Hollsteitz Jaucha Kämmeritz Kaynsberg Keutschen Kirchsteitz Kischlitz Kistritz Kleben Kleinhelmsdorf Kleinheringen Kleinjena Kößlitz-Wiedebach Kössuln Kostplatz Köttichau Krauschwitz Kreipitzsch Kreischau Kretzschau Kriechau Krössuln Lagnitz Langendorf Launewitz Leißling Lengefeld Lindau Lißdorf Löbitz Lobitzsch Lösau Luckenau Markwerben Meineweh Mertendorf Meyhen Mödnitz Mollschütz Mutschau Naundorf Nautschütz Nellschütz Nessa Niedermöllern Nonnewitz Obergreißlau Oberkaka Obermöllern Obernessa Oberschwöditz Oberwerschen Obschütz Osterfeld, Stadt Pauscha Pirkau Plennschütz Plotha Podebuls-Wetterzeube Pohlitz Pomnitz Poppel Pörsten Posendorf Poserna Possenhain Pötewitz Pratschütz Pretzsch Priesen Priestädt Prittitz Punkewitz Punschrau Queisau Quesnitz Rathewitz Rehehausen Reichardtswerben Reußen im Grunde Rippach Roda Rödigen Romsdorf Roßbach Rössuln Rudelsdorf Runthal Saaleck Scheiplitz Schelkau Schellsitz Schkölen, Stadt Schkortleben Schleckweda Schleinitz Schmerdorf Schönburg Schortau Schulpforte Schwerzau Selau Spielberg Steingrimma Stolzenhain Storkau Stößen, Stadt Tagewerben Taucha Taugwitz Teuchern, Stadt Theißen Thierbach Trebnitz a./Elster Trebnitz Uichteritz Untergreißlau Unterkaka Unterschwöditz Unterwerschen Wählitz Waldau Webau Weickelsdorf Weißenborn Wengelsdorf-Kraßlau-Leina Werben Wethau Wettaburg Wetterscheidt Wildschütz Willschütz Wuschlaub Zäckwar Zaschendorf Zellschen Zembschen Zorbau Zschorgula
Vor 1950 aufgelöste oder ausgeschiedene Gemeinden Bösau, zu Großgrimma Bröditz, 1928 zu Nonnewitz Gaumnitz, 1931 zu Luckenau Groitzschen, zu Kretzschau Grunau, zu Großgrimma Kleinkayna, zu Großkayna Köpsen, 1930 zu Rössuln Korseburg, 1932 zu Schleinitz Kuhndorf, 1935 zu Runthal Lissen, 1938 zu Osterfeld Nixditz, 1928 zu Nonnewitz Nödlitz, zu Wildschütz Pitzschendorf, 1938 zu Osterfeld Reußen b. Theißen, 1928 zu Theißen Streckau, 1931 zu Luckenau Tackau, 1939 zu Deuben Unternessa-Dippelsdorf, 1929 zu Nessa Weidau, 1931 zu Luckenau Wernsdorf, 1929 zu Nessa Zetzsch, 1931 zu Hohenmölsen Zörbitz, zu Zorbau
Namensänderungen In den 1920er/30er Jahren erfolgten einige kleinere Namensänderungen: 1929 Schulpforta → Schulpforte 1935 Kösen → Bad Kösen 1937 Cämmeritz → Kämmeritz 1937 Cleben → Kleben
Städte und Gemeinden 1990–2007 Verwaltungsgliederung 2007 (Einwohner am 31. Dezember 2006)
Einheitsgemeinden Hohenmölsen, Stadt (9.530)
Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden
Sitz der Verwaltungsgemeinschaft * 1. Verwaltungsgemeinschaft Lützen-Wiesengrund Dehlitz (Saale) (574) Granschütz (1.146) Großgörschen (851) Lützen, Stadt * (3.629) Muschwitz (1.135)