Joachim Heinrich Knoll (* 23. November 1932 in Freystadt, Schlesien; † 22. März 2024) war ein deutscher Pädagoge.

Leben Zwischen 1952 und 1956 studierte Knoll Geistesgeschichte, Geschichte, Germanistik und Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dort wurde er 1956 mit der Arbeit Die Elitebildung im Liberalismus des Kaiserreichs zum Dr. phil. promoviert.

Nach dem Studium war er zwei Jahre beim Südwestfunk Baden-Baden als Journalist tätig. Anschließend arbeitete er an den Universitäten Hamburg und Bonn und kam 1964 an die Ruhr-Universität Bochum, wo er auf den Lehrstuhl für Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung berufen wurde. Er war Dekan der Phil. Fakultät der RUB von 1973 bis 1983. 1998 wurde er emeritiert.

Seine Arbeitsschwerpunkte waren unter anderem Internationale und Vergleichende Erwachsenenbildungsforschung, Erwachsenenbildung, Jugendmedienschutz und Unterhaltungs- und Bildungstechnologien. Zu diesem Themenfeld forschte und lehrte er auch in Vancouver, New York, Syracuse (USA), Hanoi (Vietnam), Taipeh (Taiwan) und Pécs (Ungarn).

Knoll verstarb am 22. März 2024.

Mitgliedschaften Vorstandsmitglied der Akademie des Deutschen Roten Kreuzes Mitglied der New York Academy of Sciences Mitglied der Kommission zur Beratung der Bundesregierung in Fragen der politischen Bildung Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Geistesgeschichte

Ehrungen und Auszeichnungen 2004 Ehrendoktor der Freien Universität Berlin.Prof. Joachim Knoll wird Ehrendoktor der FU Berlin, Presseinformation vom 18. Februar 2004. 2005: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz I. Klasse)Bundesverdienstkreuz für RUB-Pädagogen Prof. Joachim Knoll., uni-protokolle.de, 29. April 2005. Ehrenmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission

Schriften Führungsauslese in Liberalismus und Demokratie. 1957. Jugend, Politik und politische Bildung. 1962. Pädagogische Elitebildung. 1964. Ansichten zur Gegenwart. 1965. Gemeinschaftskunde. 1965. Internationales Jahrbuch der Erwachsenenbildung, 25 Bände, 1965–1997. Liberalismus, in: Julius H. Schoeps, Joachim H. Knoll, Claus-Ekkehard Bärsch: Konservativismus, Liberalismus, Sozialismus. Einführung – Texte – Bibliographien (= UTB 1032), Fink, München 1981, ISBN 3-7705-1942-6. Typisch deutsch: die Jugendbewegung. Beiträge zu einer Phänomengeschichte. Leske und Budrich, Opladen 1988, ISBN 3-8100-0674-2. Internationale Weiterbildung und Erwachsenenbildung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-534-12305-0. mit Elke Monssen-Engberding (Hrsg.): Bravo, Sex und Zärtlichkeit. Medienwissenschaftler und Medienmacher über ein Stück Jugendkultur. Forum-Verlag Godesberg, Mönchengladbach 2000, ISBN 3-930982-54-4. (Hrsg.): Bologna und seine Folgen. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2005, (= Bildung und Erziehung ). Erwachsenenbildung, 3 Bände, 2002–2009. Alphons Silbermann, Professor und Bonvivant, herausgegeben von Centrum Judaicum. Hentrich & Hentrich, Berlin 2015, ISBN 978-3-95565-092-6 (= Jüdische Miniaturen, Band 171).

Literatur

Julius H. Schoeps: Joachim H. Knoll (23. November 1932 – 22. März 2024). Zum Tode eines langjährigen Weggefährten. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte. Bd. 76 (2024), Heft 3, Juli 2024, S. 158–162 (DOI: https://doi.org/10.1163/15700739-07603003, open access).

Weblinks

Biografie von Joachim H. Knoll auf der Website der Ruhr-Universität Bochum

Einzelnachweise

Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert) Kategorie:Pädagoge (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Ruhr-Universität Bochum) Kategorie:Sachbuchautor (Pädagogik und Psychologie) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Ehrendoktor der Freien Universität Berlin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann