mini|DJ BoBo (2024) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.6|Unterschrift DJ BoBo Peter René Baumann (* 5. Januar 1968 in Kölliken, Kanton Aargau, Rufname René) ist ein Schweizer Sänger, Rapper, Tänzer, Komponist und Musikproduzent, der unter dem Künstlernamen DJ BoBo bekannt wurde.

Aus der sogenannten Eurodance-Zeit ist DJ BoBo einer der wenigen Künstler, die noch erfolgreich Alben veröffentlichen, zudem ist er mit 15 Millionen verkauften Tonträgern neben Künstlern wie Cascada einer der erfolgreichsten Musiker dieser Musikrichtung. Er wird deswegen von Fans auch «King of Dance» genannt, obwohl er in neuerer Zeit mehr Elemente aus dem Pop- und Rockbereich in seine Songs einfliessen lässt. Bekannt wurde DJ BoBo mit einer Mischung aus Pop und Eurodance. Sein Künstlername geht auf die Comicfigur Bobo, der Ausbrecherkönig zurück, da er den ihm daraus bekannten Namen BoBo als Graffiti-Tag genutzt hatte.

Laufbahn mini|DJ BoBo bei einem DJ-Wettbewerb im Mascotte (27. Mai 1990) Anfänge als Disk Jockey und erste Singles In den 1980er Jahren entdeckte er eigenen Angaben zufolge seine Leidenschaft für die Musik und engagierte sich 1985 als Disk Jockey (DJ) im Jugendhaus Tuchlaube in Aarau. Der Künstlername BoBo war damals sein Graffiti-Tag und sein Spitzname. Laut eigener Aussage ist der Name eine Anspielung auf die franko-belgische Comicfigur Bobo, der Ausbrecherkönig (Eigenschreibweisen «BoBo» und «BOBO») von Paul Deliège und Maurice Rosy. In einem Interview erklärte er, dass es Überlegungen gab, den Namen zu ändern. Zur gleichen Zeit, 1992/1993, änderte der Musiker Prince seinen Namen, daher entschied sich DJ BoBo, dessen Erfahrungen abzuwarten. Nachdem bei Prince die Änderung mit Komplikationen verbunden war, entschied sich DJ BoBo, seinen Namen nicht zu ändern.Die ultimative Chartshow. In: Die erfolgreichsten deutschen Sänger. RTL, 24. Februar 2012. Ein Jahr später erzielte Baumann den zweiten Platz bei den Schweizer DJ-Meisterschaften. Eine seiner weiteren Leidenschaften war Breakdance, bei dem er in einer Disco seinen Manager Oliver Imfeld kennenlernte.Partei: Ein Querdenker und Wadenbeisser. In: Luzerner Zeitung. 27. Oktober 2015. In den kommenden Jahren war DJ BoBo als Profi-DJ in den Diskotheken Don Paco und Hazyland tätig.

In dieser Zeit wurde ihm das Angebot gemacht, eine eigene Single zu produzieren. Anfang 1990 erschien seine erste Single I Love You. Die weibliche Stimme in dem Lied sang die spätere Schweizer Fernsehmoderatorin Sandra Studer. Zwei weitere Singles – Ladies in the House und Let’s Groove on – kamen 1991 auf den Markt. Mittlerweile arbeitete DJ BoBo als Resident-DJ in der Disco Oxa in Zürich und hatte ab und zu einige Auftritte mit seinen Songs in anderen Discotheken. Schon damals waren als Tänzer Kurt «Curtis» Burger (* 3. Februar 1971) und Daniel «Dani» Burkart (* 20. Februar 1971) dabei, die weiterhin zur festen Tanzcrew von DJ BoBo gehören und bei der Planung jeder Tour beteiligt sind; Burger als Choreograf und Burkart als Verantwortlicher für die Grafik und das Bühnendesign.

1992–1994: Somebody Dance with Me Die nächste Single Somebody Dance with Me entstand zum ersten Mal in einem professionellen Aufnahmestudio, zusammen mit dem erfahrenen Hamburger Produzenten Axel Breitung, der noch bis 2009 bei Songs mitschrieb oder mitproduzierte. Beim ersten Abspielen im Oktober 1992 in der Discothek OXA kam der Song sehr gut an. Am 10. Januar 1993 stieg das Lied auf Platz 36 in die Schweizer Hitparade ein, am 14. März 1993 erreichte es Platz eins. Die Auftritte in anderen Discotheken in der Schweiz häuften sich, die DJ BoBo zusammen mit Curtis, Dani und der Sängerin Emel absolvierte. Die deutsche Plattenfirma EAMS brachte den Song nach Deutschland, wo er 1993 auf Platz 32 der deutschen Charts einstieg. Das Interesse an DJ BoBo steigerte sich, so dass er immer wieder Thema in Zeitschriften wie der Bravo oder Popcorn war.

Im Sommer 1993 erhob die Plattenfirma des US-Sängers Rockwell Klage, da der Refrain von Somebody Dance with Me ein Plagiat des Songs Somebody’s Watching Me sei. Man einigte sich aussergerichtlich auf einen Vergleich. Im Herbst 1993 erschien das erste Album Dance With Me, das in rund 200 Arbeitsstunden zusammen mit Axel Breitung produziert worden war. Darauf enthalten sind neben Somebody Dance with Me die Songs Keep On Dancing!, Take Control und Everybody, einer der Sommerhits von 1994. Auch Gutze Gautschi und Mark Wyss der Plattenfirma Fresh Music waren an der Produktion beteiligt. Die erste grössere Tour führte DJ BoBo zusammen mit Eurodance-Stars wie Haddaway oder Culture Beat auf der «Mega-Dance-Festival»-Tour quer durch Deutschland. Bei diesen Konzerten lernte René Baumann seine spätere Frau Nancy Rentzsch (* 23. November 1970) kennen, die damals Sängerin bei Haddaway war und im Musikprojekt 3-o-Matic mitwirkte.

1994–1996: There Is a Party & Just for You Im Herbst 1994 folgte das zweite Album There Is a Party mit der ersten Single Let the Dream Come True und den weiteren Single-Hits Love Is All Around, There Is a Party und Freedom. Im Herbst 1995 ging DJ BoBo das erste Mal in Europa mit einer eigenen Bühnenshow auf Tour und spielte in Hallen mit 2000 bis 4000 Plätzen. Als Vorgruppe waren die damals noch unbekannten Backstreet Boys dabei. Fast gleichzeitig zur Tour veröffentlichte DJ BoBo im Herbst 1995 das dritte Album Just for You. Neben einigen Remixen von bereits bekannten Songs war die erste Ballade Love Is the Price dabei, die als Single veröffentlicht und in der Wetten, dass..?-Ausgabe vom 14. Januar 1996 vorgestellt wurde. Im September 1996 trat DJ BoBo im Vorprogramm der HIStory World Tour von Michael Jackson bei den Konzerten in Prag, Budapest, Bukarest, Moskau und Warschau auf, die zum Teil vor 150'000 Zuschauern stattfanden.

1996–1997: World in Motion Im Oktober 1996 veröffentlichte DJ BoBo das vierte Album World in Motion, das die Single-Hits Pray (dessen Hauptthema krebsläufig mit dem Refrain aus Freedom zusammenhängt), Respect Yourself, It’s My Life und das mit dem VSOP (Vienna Symphonic Orchestra Project) aufgenommene Shadows of the Night. 300'000 Exemplare des Albums waren mit einem dreidimensionalen Cover ausgestattet, das vom Kölner 3-D-Fotografen Igor Tillmann im Ägyptischen Museum in Berlin mit spezieller 3-D-Kameratechnik aufgenommen worden war.

Aufgrund von einigen Differenzen trennte sich DJ BoBo im Vorfeld der World-in-Motion-CD von seiner Plattenfirma Fresh Music und gründete seine eigene Firma Yes Music AG. Gutze Gautschi und Mark Wyss versuchen seither, mit diversen Veröffentlichungen (Neuauflagen von Dance with Me oder dem Buch Die vergessenen Jahre), die Karriere oder den Erfolg von DJ BoBo in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Die World-in-Motion-Tour startete noch im Herbst 1996 mit vier Sattelschleppern, einer 50-Personen-Crew und der damals noch unbekannten Boyband *NSYNC um Justin Timberlake im Vorprogramm. Seit 1982, als die Schweizer Hardrock-Band Krokus im Hallenstadion auftrat, war es keinem Schweizer Musiker gelungen, die Halle ganz zu füllen. DJ BoBo schaffte dies am 20. Oktober 1996. Vermutlich bei diesem Konzert erschien vor dem Konzert Tina Turner bei der Garderobe und wünschte DJ Bobo viel Glück, sie werde jetzt die Show ansehen, was seine Nervosität nur gesteigert habe, erzählte Baumann im November 2022.DJ Bobo mit 15. Album und Bühnenjubiläum, SRF, 19. November 2022, Minute 20:45 Seither ist das Hallenstadion Zürich bei jeder Tour als Konzertort dabei.

1998–1999: Magic Das fünfte Album Magic folgte im April 1998 und enthielt die Singles Where Is Your Love und Around the World. Im Herbst 1998 folgte die «Magic»-Tour mit einem burgähnlichen Bühnenaufbau und einem 15 Meter langen Laufsteg, der ins Publikum hineinführte. Im Herbst 1998 folgte eine Tour-Edition-CD von Magic und enthielt die neue Single Celebrate. Im März 1999 wurde mit www.djbobo.ch – The Ultimate Megamix ’99 ein Mix-Album veröffentlicht, das 20 Hits in einem einzigen Mix enthielt. Im Juni 1999 fand eine Magic-Open-Air-Tour durch fünf Orte statt.

1999–2000: Level 6 & Mystasia Noch während der Open-Air-Tour arbeitete man am nächsten Album, welches im Oktober 1999 unter dem Namen Level 6 in die Läden kam. Die Singles daraus hiessen Together und die Ballade Lies. Zum ersten Mal arbeitete DJ BoBo auch mit anderen Produzenten zusammen. So nahm er drei Songs (Last Day of 1999, Best of My Life und Nightfly) in Göteborg mit Jonas Berggren von Ace of Base auf. Nightfly sollte ursprünglich nach Wünschen der Plattenfirma die erste Single-Auskopplung aus Level 6 werden, wogegen BoBo sein Veto einlegte. Nightfly wurde ganz von der finalen Titelliste von Level 6 verbannt und erst 2002 auf der Bonusdisc des Celebration-Albums veröffentlicht. Die Tour Mystasia startete mit fünf verschiedenen Bühnenbildern im Dezember 1999.

2001: Planet Colors Die Vorbereitung auf dieses Album begann im Mai 2000, als auf der eigenen Website die Fans befragt wurden, welcher erfolgreiche Song der 1980er Jahre auf das neue Album sollte. Der ausgewählte Song hiess What a Feeling und wurde zusammen mit Irene Cara aufgenommen. Den Song stellte DJ BoBo zusammen mit Irene Cara bei Wetten, dass..? vor.

Das Album Planet Colors wurde im Februar 2001 veröffentlicht und enthielt die weiteren Singles Hard to Say I’m Sorry, Way to Your Heart sowie den Titelsong der Tour Colors of Life. Die Tour «Planet Colors» führte DJ BoBo mit vier verschiedenen Bühnenbildern wieder durch die grössten Hallen in Deutschland und der Schweiz. Die Show führte den Besucher von einem düsteren Bühnenbild über eine Tempelwelt und eine asiatische Welt hin zu einem farbenfrohen Bühnenbild im Finale. Im Vorprogramm dabei waren unter anderem die No Angels und Marque.

2002: Celebration Auf dem Album Celebration zum zehnjährigen Jubiläum waren neben einer Coverversion von Celebration (ursprünglich von Kool & the Gang) viele Gastsänger wie Melanie Thornton, Gölä, Emilia, ATC zu finden, welche die Songs von DJ BoBo zum Teil neu interpretierten. Einige Songs wie Somebody Dance with Me oder Pray wurden in einer «2002-Version» veröffentlicht. Celebration war das letzte Album, das unter anderem von DJ BoBos erster Plattenfirma EAMS vermarktet wurde. Die einmalige Show Celebration fand Anfang April 2002 mit zahlreichen Gastmusikern in der Arena Oberhausen in Deutschland statt. Als zweites Konzert im Jahr 2002 fand eine Reise nach Ulaanbaatar in die Mongolei statt, wo er als erster westlicher Musiker im dortigen Zentralstadion vor Tausenden Zuschauern ein Konzert gab. Obwohl DJ BoBo dort nie eine CD herausgegeben hatte, schaffte es seine Musik durch Schwarzpressungen bis in die Mongolei.

2002–2004: Chihuahua & Visions Aus einer kleinen Anfrage von Coca-Cola Spanien wurde schnell etwas Grösseres, als der Mambo-Song Chihuahua im Sommer 2002 als Hintergrundmusik eines Werbespots verwendet wurde. Der musste nach Vorgabe innerhalb von zehn Tagen produziert werden und wurde als Demoversion im MP3-Format nach Spanien geschickt. Dort belieferte man ohne weitere Rückmeldung sämtliche Radiosender mit dem Song, und wenige Wochen später schaffte es der Song in Spanien und Mexiko auf Platz eins. Neben dem Erfolg in Spanien und Mexiko wurde am neuen Album Visions gearbeitet. Anfang Januar 2003 erschien die Single I Believe, die mit Let’s Come Together (We Are Family) auch den Titelsong zu den Alpinen Skiweltmeisterschaften 2003 in St. Moritz in der Schweiz enthielt.