Thaleischweiler-Fröschen ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz, innerhalb dessen sie gemessen an der Einwohnerzahl die siebtgrößte Ortsgemeinde darstellt. Sie entstand 1969 durch Zusammenlegung der Gemeinden Thaleischweiler und Thalfröschen. Sie gehört der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben an, ist deren Verwaltungssitz und deren einwohnermäßig größte Ortsgemeinde.

Geographie Thaleischweiler-Fröschen liegt nördlich der Stadt Pirmasens am Südende der Sickinger Höhe in der Talaue und an den beiden Hängen des Schwarzbachs. Dieser durchfließt die Gemeinde von Ost nach West, westlich der Wohnbebauung mündet in ihn von rechts die von der Sickinger Höhe kommende Wallhalb. Im Nordosten der Gemarkung befindet sich die sogenannte Rieslochklamm. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Höheinöd, Donsieders, Rodalben, Petersberg, Höhfröschen, Rieschweiler-Mühlbach, Maßweiler und Herschberg.

Geschichte Die Geschichte der beiden heutigen Ortsteile ist eng mit den Adelshäusern von Leiningen und Hanau-Lichtenberg verknüpft. Die Häuser hatten lange Zeit gemeinsam die Herrschaft über Thaleischweiler, Thalfröschen gehörte zu Hanau-Lichtenberg.

Die Ortsgemeinde wurde im Rahmen der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform am 7. Juni 1969 durch Zusammenlegung der bis dahin selbständigen Gemeinden Thaleischweiler und Thalfröschen neu gebildet. 1972 wurde die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen geschaffen und die Ortsgemeinde ihr zugeordnet. Thaleischweiler-Fröschen war bis 30. Juni 2014 Verwaltungssitz dieser Verbandsgemeinde. Seit dem Folgetag ist die Gemeinde Verwaltungssitz der durch Fusion mit der Verbandsgemeinde Wallhalben entstandenen Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen – Wallhalben, die zum 1. Januar 2016 den Namen Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben erhielt.

Politik Gemeinderat mini|Dorfgemeinschaftshaus

Der Gemeinderat in Thaleischweiler-Fröschen besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt 2024 7 7 0 6 20 Sitze 2019 7 8 1 4 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 7 9 1 3 20 Sitze 2009 8 9 1 2 20 Sitze 2004 8 9 1 2 20 Sitze FWG = Freie Wählergemeinschaft Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen e. V., Ortsverband Thaleischweiler-Fröschen

Bürgermeister Florian Auer (CDU) wurde am 20. September 2024 Ortsbürgermeister von Thaleischweiler-Fröschen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 62,1 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Auers Vorgänger Thomas Peifer (CDU) hatte das Amt seit 2004 ausgeübt und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ruine der Burg Steinenschloss

Kulturdenkmäler

Die Anlage des Bahnhofs Pirmasens Nord, die Ruine der Burg Steinenschloss aus dem 12. Jahrhundert und die Rosselmühle sind als Denkmalzonen ausgewiesen.

Hinzu kommen zehn Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Die Meisenbacher Kapelle, alternativ St.-Cyriakus-Kapelle genannt, ist Ruine eines spätgotischen Saalbaus aus dem 13. Jahrhundert. Bei der evangelische Pfarrkirche handelt es sich um einen 1619 und 1620 bezeichneten Saalbau; der Unterbau des Westturms sowie Teile der Wände und Arkaden des Vorgängerbaus stammen aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Katholische Pfarrkirche St. Margareta, ist ein vom Architekten Albert Boßlet aus Würzburg im Zeitraum von 1928 bis 1931 errichteter romanisierender Saalbau. Das Heimatmuseum Thaleischweiler-Fröschen ist im denkmalgeschützten Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Ebenfalls in Teilen denkmalgeschützt ist der Friedhof.

Natur Der Saufelsen im Nordosten der Gemarkung von Thaleischweiler-Fröschen ist als Naturdenkmal eingestuft.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft

mini|Lagerhalle von Reno in Thaleischweiler-Fröschen

Wie in der gesamten Region Pirmasens war die Schuhindustrie in Thaleischweiler-Fröschen lange ein bedeutender Wirtschaftszweig. Das Schuhhandelsunternehmen Reno hatte bis 2016 hier seinen Sitz, ehe er nach Osnabrück verlegt wurde.

Verkehr Thaleischweiler-Fröschen besitzt im Osten eine Anbindung an die in Teilstücken erst zweispurige Autobahn 62 (Pirmasens–Landstuhl). Diese überquert das Tal des Schwarzbachs über die Schwarzbachtalbrücke, die eine Spannweite von 700 m besitzt. In der Nähe führen außerdem die Autobahn 8 (Zweibrücken–Pirmasens) sowie die Bundesstraßen 10 (Pirmasens–Landau) und 270 (Kaiserslautern–Pirmasens) vorbei.

mini|Zug im Bahnhof Pirmasens Nord auf der Gemarkung von Thaleischweiler-Fröschen

Thaleischweiler-Fröschen ist durch den gleichnamigen Haltepunkt an die Bahnstrecke Landau–Rohrbach und durch den auf der Gemarkung liegenden Bahnhof Pirmasens Nord mit dem Schienennetz der DB verbunden.

Behörden Als Sitz der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben beherbergt Thaleischweiler-Fröschen deren Verwaltung.

Bildung Der Ort verfügt über eine Grundschule und eine Integrierte Gesamtschule.

Tourismus Thaleischweiler-Fröschen ist südlicher Endpunkt des Mühlenwegs, der durch das Wallhalbtal führt und des Sickinger Mühlenradwegs. Zudem führt der von Hornbach nach Wilgartswiesen verlaufende Pirminius-Radweg durch die Gemeinde. Durch die Gemeinde verläuft ein Wanderweg, der mit einem gelben Balken markiert ist und von Contwig bis nach Germersheim verläuft. Zudem verläuft ein mit einem gelb-roten Balken gekennzeichneter Weg von der Burg Lichtenberg bis nach Wachenheim über das Gemeindegebiet. Zudem liegt der Ort am Höcherbergweg, der in Niederwürzbach beginnt und der mit einem rot-weißen Balken markiert ist; sein östlicher Endpunkt befindet sich in Böchingen. Am nordöstlichen Siedlungsrand befindet sich außerdem die 1983 eingeweihte Grieswaldhütte, die von der in Thaleischweiler-Fröschen ansässigen Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins betrieben wird.

Freizeit Im Osten der Gemarkung existiert das Freischwimmbad Biebermühle.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Ludwig Greiner (1814–1874), Landtagsmitglied und Revolutionär 1849 Ludwig Bruch (1857–1943), Konteradmiral der Kaiserlichen Marine Karl Georg Kuhn (1906–1976), Theologe, Religionswissenschaftler, Orientalist und Hochschullehrer Hugo Kuhn (1909–1978), Germanist Friedrich Schoch (* 1952), Rechtswissenschaftler Klaus Scherer (* 1961), Fernsehjournalist, Buchautor und Dokumentarfilmer

Sonstige Persönlichkeiten Carl Desiderius de Royer (~1650–1707), katholischer Priester, kaufte 1696 ein Haus im Gewann Meisenbach zur Wiederbelebung der Wallfahrten zur dortigen Kirche Axel Roos (* 1964), Fußballprofi, mit dem 1. FC Kaiserslautern Deutscher Meister 1991 und 1998, ist in der Gemeinde aufgewachsen.

Weblinks

Ortsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Südwestpfalz Kategorie:Gemeindegründung 1969