Theisbergstegen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an und liegt beiderseits des Glans.

Geographie Lage mini|Theisbergstegen und Godelhausen vom Remigiusberg gesehen Die Gemeinde befindet sich im sogenannten Musikantenland, einem Teilbereich des Nordpfälzer Bergland. Im Süden des Gemeindegebiets liegt außerdem der Ortsteil Godelhausen. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Altenglan, Rutsweiler am Glan, Matzenbach, Rehweiler, Etschberg, Haschbach am Remigiusberg und Rammelsbach.

Erhebungen und Gewässer Theisbergstegen wird vom Glan durchflossen, in den innerhalb der Ortslage von links der Rödelsbach einmündet, der zuvor von links vor Erreichen des Siedlungsgebiets den Haschbach aufnimmt. Der Teilort Theisberg befindet sich auf der rechten Seite des Glans und Stegen links von ihm. Im Nordwesten des Gemeindegebiets erstreckt sich der Remigiusberg, dessen Einzugsgebiet – einschließlich Theisbergstegen – oft als Remigiusland bezeichnet wird.

Geschichte Das östlich des Glan gelegene Deinsberge beziehungsweise Theisberg wurde 992 erstmals urkundlich erwähnt. Am 10. Juli 1715 wurde es mit dem Dorf Stegen vereinigt. Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts fiel die Gemeinde an die Kurpfalz.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in den Kanton Kusel im Saar-Departement eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort in das Königreich Bayern und war dort Teil des Rheinkreises. Von 1818 bis 1862 war Theisberg-Steegen – so die damalige Schreibweise – Bestandteil des Landkommissariats Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Im Jahr 1840 hatte der Ort 29 Häuser und 204 Einwohner. Er wurde als evangelisches Pfarrdorf bezeichnet.Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form, Verlag Georg Franz, München 1840. S. 189 (Google Books)

1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Godelhausen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 der Nachbarort Godelhausen nach Theisbergstegen eingemeindet. Zwei Jahre später wurde die Gemeinde außerdem Bestandteil der Verbandsgemeinde Kusel. Seit 2018 gehört Theisbergstegen zur Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Theisbergstegen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 343 1835 414 1871 473 1905 580 1939 735 1950 828 Jahr Einwohner 1961 898 1970 865 1987 779 1997 747 2005 724

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Theisbergstegen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Heribert Urban wurde am 3. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Theisbergstegen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 64,2 % für fünf Jahre gewählt worden.

Sein Vorgänger Stefan Klein hatte das Amt 2014 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 91,95 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Bei der Wahl 2024 kandidierte Klein nicht mehr als Ortsbürgermeister.

Kleins Vorgänger Dieter Dick war 2014 nicht erneut angetreten.

Wappen

Kultur mini|Protestantische Kirche In Theisbergstegen gibt es acht Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, unter anderem die protestantische Pfarrkirche. Zudem lag auf Gemarkung der Gemeinde einst die Burg Deinsberg.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Gemeindegebiet befanden sich mit dem Altenkopfer Schurfwerk, der Grube Jakobsburg und der Grube Wildenburg ab Ende des 18. Jahrhunderts einst mehrere Quecksilberbergwerke. Des Weiteren haben sich kleine bis mittelständische Unternehmen angesiedelt wie beispielsweise Bagger- und Schutttransporte, eine Kfz-Werkstatt, ein Friseur, eine Tankstelle, ein Sonnenstudio und ein Rennsportunternehmen.

Öffentliche Einrichtungen Im Ort gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule und eine Mehrzweckhalle.

Verkehr Theisbergstegen ist über die Bundesstraße 423 (Mandelbachtal – Altenglan) an das überregionale Straßennetz angebunden. Zudem führt durch die Gemeinde die von Saar-Pfalz-Bus betriebene Buslinie 276, die sie unter anderem mit Kusel verbindet. Der Ort hat einen Bahnhof an der eröffneten und seit Ende der 1980er Jahre wieder eingleisigen Bahnstrecke Landstuhl–Kusel, die in diesem Bereich entlang des Glantales verläuft; ab 1904 war die Strecke in diesem Bereich zusätzlich Teil der ab 1961 schrittweise stillgelegten Glantalbahn. Die Züge verbinden Kaiserslautern und Kusel miteinander. Die Bahn diente ebenso dem Abtransport des aus dem Remigiusberg gebrochenen Porphyr-Schotters, ehe die Bedienung des örtlichen Güterverkehrs 2004 aufgegeben wurde.

Außerdem liegt Theisbergstegen am Glan-Blies-Radweg.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Paul Tremmel (1929–2025), Pfälzer Mundartdichter Lothar Emrich (1943–2012), Künstler

Personen, die in Theisbergstegen wirkten Georg Heinrich Vogt (1809–1889), Politiker und Geistlicher, war von 1839 bis 1847 Pfarrer in Theisbergstegen.

Literatur

Weblinks

Seite der Ortsgemeinde Theisbergstegen Ortsgemeinde Theisbergstegen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan Theisbergstegen bei www.regionalgeschichte.net Godelhausen bei www.regionalgeschichte.net

Einzelnachweise

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