mini|Luftbild des Messegeländes in Nürnberg

Die NürnbergMesse Group, auch als Messe Nürnberg bezeichnet, organisiert und veranstaltet Messen, Kongresse und Firmenveranstaltungen. Sie ist die viertgrößte Messegesellschaft in Deutschland Melanie Kunze: „Ist das nicht großartig“, Nürnberger Nachrichten vom 16. Juli 2025, S. 21 und zählt zu den fünfzehn größten der Welt.Ranking der 25 größten Messeplätze weltweit nach Brutto-Hallenkapazitäten im Jahr 2019 auf de.statista.com, vom 1. Januar 2019, abgerufen am 7. November 2021. Das Mutterunternehmen NürnbergMesse GmbH sowie 22 Tochtergesellschaften und Beteiligungen bilden gemeinsam die Unternehmensgruppe. Über 1200 Mitarbeiter sind für sie tätig. Die Messegesellschaft hat rund 50 Auslandsvertretungen, die in circa 100 Ländern aktiv sind, und verantwortet rund 150 Fachmessen, Kongresse und Firmen-Events, die als Präsenz-, hybride oder digitale Veranstaltungen organisiert sind.

In Nürnberg verfügt die NürnbergMesse über ein Messegelände im Stadtteil Langwasser, das 16 Hallen mit einer Brutto-Ausstellungsfläche von rund 180.000 Quadratmetern und ein Freigelände von 50.000 Quadratmetern umfasst. Die dazugehörenden Kongresszentren des NürnbergConvention Center, die NCCs West, Mitte und Ost, dienen Kongressen und Veranstaltungen, sie haben mit ihren Sälen und Räumen eine Gesamtkapazität für über 12.800 Teilnehmer.

Struktur des Unternehmens Die NürnbergMesse GmbH ist die Muttergesellschaft. Ihre Gesellschafter sind die Stadt Nürnberg (49,969 %) und der Freistaat Bayern (49,969 %), die Industrie- und Handelskammer Nürnberg (0,031 %) und die Handwerkskammer für Mittelfranken (0,031 %). In Deutschland zählen 13 Tochterunternehmen und Beteiligungen zur Gruppe; im Ausland sind es neun. Die ausländischen Töchter haben ihren Sitz in Brasilien, China, Griechenland, Indien, Italien, Österreich und in den USA.

NürnbergConvention rahmenlos|rechts|225px|Logo NürnbergConvention Die Dachmarke NürnbergConvention gründet auf einer Kooperation der NürnbergMesse und der Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg. Ziel ist es, Service aus einer Hand zu bieten, wenn es um Veranstaltungen in Nürnberg geht. Mit der Gründung erhielt auch das Kongresszentrum einen neuen Namen und firmiert seit 2011 unter dem Dach von NürnbergConvention als NürnbergConvention Center.Neuer Name und Logo sollen Programm sein. Aus CongressCenter Nürnberg wird „NürnbergConvention“ – Initiatoren werben mit Rundumsorglos-Paket. In: Nürnberger Nachrichten, 18. Oktober 2011.

Messegelände in Nürnberg Hallen, Flächen, Kapazitäten In Nürnberg verfügt die NürnbergMesse über ein Messegelände im Stadtteil Langwasser, das 16 Hallen mit einer Brutto-Ausstellungsfläche von rund 180.000 Quadratmetern und ein Freigelände von 50.000 Quadratmetern umfasst. Die dazugehörenden Kongresszentren NürnbergConvention Center, NCC, (West, Mitte und Ost) dienen Kongressen und Veranstaltungen, sie haben mit ihren Sälen und Räumen eine Gesamtkapazität für über 12.800 Teilnehmer.

Ansichten

Anbindung Öffentlicher Verkehr Das Messezentrum Nürnberg ist durch den U-Bahnhof Messe, an welchem die U-Bahn-Linie 1 verkehrt, an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Die Fahrtzeit ab dem Nürnberger Hauptbahnhof beträgt rund zehn Minuten, vom Flughafen Nürnberg etwa 20 Minuten. Des Weiteren wird eine Fortführung der geplanten Straßenbahn zur Bauernfeindstraße in Richtung Klinkum Süd über das Messeareal zur besseren Erschließung des östlichen Bereichs diskutiert.

Straßenverkehr Das Messegelände erstreckt sich zwischen Münchener Straße, Otto-Bärnreuther-Straße, Karl-Schönleben-Straße, der Großen Straße sowie dem Silberbuck. Von den Autobahnen A3, A6, A9 und A73 ist es über Zubringer zu erreichen und entsprechend ausgeschildert.

Veranstaltungen Der Fokus liegt auf der Veranstaltung hochspezialisierter Fachmessen.

Im Inland Zu den bedeutenden Messen in Nürnberg zählen unter anderem:

Die Messegesellschaft ist mit ihren Tochtergesellschaften (Yontex, trendfairs) außerdem an der Area30 (Messe für die Küchenbranche) in Löhne, der World of Fireplaces (Messe für Feuerstätten) in Leipzig und der drinktec in München beteiligt.

Zu den bekannten Veranstaltungen, die neben Messen auf dem Gelände in Nürnberg-Langwasser stattfanden, zählen mehrere Ausgaben von Wetten, dass..? (2004, 2008, 2011 und 2021) der Deutsche Evangelische Kirchentag (1979 und 2023), der Digital-Gipfel der Bundesregierung (2018) oder die jährlich vor Weihnachten stattfindende Sternstunden-Gala des Bayerischen Rundfunks.

Im Ausland Im Ausland veranstaltet die Unternehmensgruppe ebenfalls Messen, teils gemeinsam mit Partnern. Zu diesen Messen zählenVeranstaltungskalender auf der Unternehmenswebsite (Stand: Juli 2026), hier mit „Land“ Auswahl treffen.

in Brasilien (durchgeführt von NürnbergMesse Brasil): ABRAFATI Analitica Latin America Cosmetique, FCE Pharma

in Griechenland (durchgeführt von der Tochtergesellschaft FORUM S.A.) FOOD EXPO HORECA XENIA

in Indien (durchgeführt von NürnbergMesse India): BROADCAST INDIA INDIAWOOD PAINTINDIA

in China (durchgeführt von NürnbergMesse China): BIOFACH CHINA CRAFT BEER CHINA International Powder & Bulk Conference & Exhibition (IPB)

Besucher und Aussteller weltweit 2025 nahmen rund 1,5 Mio. Besucher an Messen und Kongressen teil, die von der NürnbergMesse Group weltweit durchgeführt wurden. Die Gesamtzahl der Veranstaltungen lag bei 158. Auf den Messen waren mehr als 31.000 Aussteller vertreten, 42 Prozent von ihnen kamen aus dem Ausland.

Geschichte Vorgeschichte Im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit gab es in Nürnberg Märkte und Messen regionalen Zuschnitts. Die sogenannte Heiltumsmesse (auch Ostermesse genannt), die im 15. Jahrhundert parallel zur jährlichen Zurschaustellung der in Nürnberg verwahrten Reichskleinodien stattfand, erhielt 1423 durch Messeprivilegien von Kaiser Sigismund für wenige Jahre den rechtlichen Status einer Reichsmesse.Julia Schnelbögl: Die Reichskleinodien in Nürnberg 1424–1523. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, 51 (1962), S. 78–159.Friedrich Lütge: Der Untergang der Nürnberger Heiltumsmesse. In: Ders.: Beiträge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Gesammelte Abhandlungen (= Forschungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Band 14). Aus dem Nachlass herausgegeben von Eckart Schremmer. Fischer, Stuttgart 1970. S. 193–215. Messeplatz von überregionaler Bedeutung ist Nürnberg jedoch vor dem 20. Jahrhundert nie geworden. Nürnbergs Wirtschaft war stattdessen von Handwerk und vielfältiger Produktion geprägt sowie von Händlern, die sich im Groß- und Fernhandel auf auswärtigen Messen betätigten. Hinzu kamen Beteiligungen und Betätigungen von Nürnberger Kaufleuten im Montangewerbe sowie Finanzgeschäfte.Lambert F. Peters: Strategische Allianzen, Wirtschaftsstandort und Standortwettbewerb. Nürnberg 1500–1625. Lang, Frankfurt am Main, Berlin etc. 2005, S. 116–120, ISBN 978-3-631-53742-8. Darüber hinaus fand in Nürnberg ganzjährig Handel durch Nürnberger und Stadtfremde statt. Im 16. Jahrhundert gingen die wichtigsten Handelsplätze verstärkt zum Börsenhandel über, so dass auch Nürnberg eine Börse am „Herrenmarkt“, einem Teil des heutigen Hauptmarktes, einrichtete, an der Handel auch außerhalb festgelegter Messezeiten stattfinden konnte. Die Industrialisierung veränderte die Stadt nachhaltig, führte aber ebenfalls nicht dazu, dass in ihr Messen abgehalten wurden.Siehe Dreimal gelang es allerdings, Nürnberg zum Ort der Bayerischen Landes-Gewerbe-Industrie- und Kunstausstellung zu machen (1882, 1896 und 1906).

Messen am Berliner Platz Wegweisend für die Etablierung Nürnbergs als Messestandort wurde die erstmals im März 1950 durchgeführte Spielwarenmesse. Dafür wurde vor allem das „Wieselerhaus“Siehe hierzu kurz am Berliner Platz in der Nähe des Stadtparks genutzt. Die Kapazitäten reichten schon bald nicht mehr aus, sodass in unmittelbarer Nähe eine eigene „Messehalle“ errichtet und seit 1953 genutzt werden konnte. Sie diente auch für die Veranstaltung von Konzerten und anderen Messen wie der Konsumgütermesse „Die Einkaufstasche“ (1970 in Consumenta umbenannt). Für den Betrieb der Halle war die 1952 gegründete Messehallen-GmbH zuständig, an der die Stadt Nürnberg und die Spielwarenmesse eG beteiligt waren. Der steigende Flächenbedarf der Spielwarenmesse führte in der Nachbarschaft der „Messehalle“ zur Nutzung weiterer neu errichteter Messegebäude: dem „Messehaus“ (ab 1956), dem „Max-Scherer Haus“ (ab 1962) und dem „Europa-Haus“ (ab 1966). Außerdem wurden nahegelegene Gebäude hilfsweise in die Messen einbezogen.Fritz Drescher: Die ersten 25 Jahre der Nürnberger Spielwarenmesse, Meisenbach, Bamberg 1976, S. 17 f., S. 43–48, S. 50–54, S. 100–103. ISBN 978-3-87525-032-9.

Standort Langwasser Weil der Messeplatz im Norden der Stadt nicht mehr ausreichte und weitere Bauten am bisherigen Standort nicht mehr möglich waren, beschloss der Stadtrat 1969, den Bau eines neuen Messegeländes ins Auge zu fassen. Langwasser wurde 1970 zum Standort auserkoren. Der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt mit 61.000 Quadratmeter Hallenfläche erfolgte im September 1971, die Bauzeit betrug knapp 16 Monate.Fritz Drescher: Die ersten 25 Jahre der Nürnberger Spielwarenmesse, Meisenbach, Bamberg 1976, S. 48–50, ISBN 978-3-87525-032-9. Die auf dem südlichen Areal des früheren Reichsparteitagsgeländes entstandenen charakteristischen Sechseckbauten wurden 1973 erstmals für die Spielwarenmesse genutzt. 1974 entstand die heutige Messegesellschaft. Dazu wurde der Gesellschaftsvertrag der alten Messehallen-GmbH völlig neu gefasst, das Aufgabengebiet neu definiert und deutlich erweitert. Außerdem wurde ein Aufsichtsrat gebildet. Das Unternehmen entwickelte sich von einem reinen Geländebetreiber hin zu einem Veranstalter.

Um sich als Messestandort durchzusetzen, entwickelte die Messegesellschaft überwiegend eigenständig Messen aus anfänglichen Nischenthemen. Dabei half, dass am neuen Standort ab Mitte der 1970er Jahre auch Räumlichkeiten für Tagungen und Kongresse zur Verfügung standen. Spätestens seit Mitte der 1980er Jahre gehörte Nürnberg zur Riege der anerkannten deutschen Messeplätze, die Ausrichtung der Fensterbau Frontale und der Interzoo (beide seit 1988)Fensterbau-Fachmesse künftig in Nürnberg. In: Handelsblatt, 18. März 1987.Wolfgang Mayerd: Nürnberg – Standort mit Zukunft? Die Messeszene ist in Bewegung. Der EG-Binnenmarkt und die Öffnung im Osten verstärken die Konkurrenz. In: Nürnberger Nachrichten, 1. Januar 1991. unterstrichen das. 1989 erfolgte die Umfirmierung der Messegesellschaft in NürnbergMesse GmbH.Nürnberg Messe NMA Nürnberger Messe- und Ausstellungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Bekanntmachung im Handelsregister, 8. Dezember 1989. Im Jahr darauf stieg der Freistaat Bayern als Gesellschafter ein, kleine Anteile hielten die IHK Nürnberg sowie die Handwerkskammer für Mittelfranken.Nürnberg-Messe: Wachstum fortgesetzt. In: Handelsblatt, 16. Januar 1990.Beteiligung an Messe ist perfekt. In: Nürnberger Nachrichten, 30. März 1990.

Auf dem Gelände folgten mehrfache Erweiterungen, so 1976 und 1978 Tagungs- und Kongressgebäude, 1984 die Frankenhalle und 1997 Halle 12. Im April 2005 wurde ein neues Kongresszentrum mit dem Namen CongressCenter Nürnberg Ost (CCN Ost) eingeweiht, ein sechsstöckiges Gebäude. 2010 folgte die Eröffnung des NCC Mitte/West im September 2010.800 Gäste bei der NürnbergMesse. Viel Lob für die neue Mitte. In: Nürnberger Zeitung, 11. September 2010. Anlässlich der Gründung der gemeinsamen Dachmarke NürnbergConvention von NürnbergMesse und Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg wurde das Kongresszentrum 2011 in NürnbergConvention Center (NCC) umbenannt.