mini|Landschaftsbild innerhalb von Carlsberg Carlsberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie ist nach der Einwohnerzahl die größte Gemeinde der Verbandsgemeinde Leiningerland. Carlsberg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Geographie Der Ort liegt am nördlichen Rand des Pfälzerwaldes innerhalb dessen Teilbereich Stumpfwald zwischen dem Gebirgszug der Haardt im Süden und der Autobahn A6 im Norden im Leiningerland auf einer Höhe von 330 m. Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Carlsberg und Hertlingshausen. Im Gemeindegebiet entspringt der Eckbach.

Geschichte Auf der Gemarkung von Carlsberg bestand im Mittelalter die Siedlung Seckenhusen, an die noch der Seckenhäuserhof erinnert. Auf einer Rodungsfläche am Matzenberg entstanden im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts zahlreiche Hofstellen.Namen der Matzenberger Höfe Die Streusiedlung wurde zunächst Matzenberg genannt. Der ab 1753 bezeugte Name Carlsberg erinnert an den seit 1740 regierenden Grafen Georg Carl I. August Ludwig von Leiningen-Westerburg-Neuleiningen, der Carlsberg als Dorf etablierte.

Älter als Carlsberg selbst ist sein Ortsteil Hertlingshausen. In Hertlingshausen bestand seit etwa 1160 das Augustinerinnen-Kloster Hertlingshausen. Dieses wurde erstmals 1212 urkundlich als Hertingeshusen erwähnt. Nach einem Großbrand 1460 und einer Plünderung 1504 gab man das Kloster 1520/21 auf. Bei der Klosteraufhebung war der Ort bereits existent, da stattdessen eine Pfarrei errichtet wurde. Der lokalen Überlieferung nach soll aus den Steinen des Klosters der Großteil des Dorfes aufgebaut worden sein.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Carlsberg in den Kanton Grünstadt eingegliedert und Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Hertlingshausen umfasste. 1815 wurde das Dorf nach dem Wiener Kongress Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte es wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte der Ort dem Landkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging das Bezirksamt Frankenthal hervor.

Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Frankenthal (Pfalz). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim; zeitgleich wurde der Nachbarort Hertlingshausen nach Carlsberg eingemeindet. Drei Jahre später wurde Carlsberg Bestandteil der ebenfalls neu geschaffenen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim. 2018 erfolgte die Zuordnung zur Verbandsgemeinde Leiningerland.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Carlsberg besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FW iCH Gesamt 2024 6 10 4 – 20 Sitze 2019 7 9 4 – 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 6 10 4 – 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2009 5 9 5 1 20 Sitze 2004 5 8 3 4 20 Sitze

Bürgermeister Patrick Schmitt (CDU) wurde am 10. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Carlsberg. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit 76,3 % der Stimmen gegen einen unabhängigen Kandidaten durchgesetzt.

Schmitts Vorgänger Werner Majunke (CDU) hatte das Amt 20 Jahre ausgeübt und war zur Wahl 2024 nicht mehr angetreten. Letztmalig war er bei der Kommunalwahl 2019 mit 55,88 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden.

Wappen

Kultur Kulturdenkmäler

mini|Denkmalgeschütztes Gemeinschaftshaus

Der jüdische Friedhof ist als Denkmalzone ausgewiesen. Hinzu kommen insgesamt elf Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur Einziges Naturdenkmal vor Ort ist das Ensemble Fünf über 100-jährige Bäume.

Brauchtum Aufgrund der Tatsache, dass in und um Carlsberg viele jüdische Wanderhändler lebten, entwickelte sich vor Ort die Händlersprache Lotegorisch.

Partnerschaften Mit Leißling an der Saale wurde eine Gemeindepartnerschaft und mit Carlsberg in der Lausitz eine Bürgerfreundschaft vereinbart.

Wirtschaft und Infrastruktur Bildung Vor Ort existiert die Grundschule am Atzenberg.

Tourismus Durch das Siedlungsgebiet verlaufen der Leininger Klosterweg und ein mit einem blau-roten Balken gekennzeichneter Weg, der eine Verbindung Kirchheimbolanden und Pirmasens herstellt. Ein solcher, der mit einem grün-weißen Balken gekennzeichnet ist, verbindet die Gemeinde mit Sankt Martin und ein solcher der mit einem grün-roten Balken markiert ist, führt von Kaiserslautern nach Neuleiningen. Darüber hinaus ist die Gemeinde nördlicher Ausgangspunkt eines Wanderwegs, der mit einem roten Punkt markiert ist und westlicher Beginn des Eckbach-Mühlenwanderweg. Durch den äußersten Nordosten der Gemarkung führen zudem der mit einem gelben Kreuz markierte Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und der mit einem blauen Balken markierte Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Hermann Euler (1878–1961), Zahnmediziner Leonhard Joa (1909–1981), Automobilrennfahrer Otto Wilms (1915–1992), Pfälzer Heimat- und Mundartdichter

Persönlichkeiten Rudi Klug (1938–2022), Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz, wohnte vor Ort Hans Ponader (1911–1988), Pfälzer Heimat- und Mundartdichter

Literatur

Weblinks

Ortsgemeinde Carlsberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Leiningerland Website der Ortsgemeinde Carlsberg Kurzporträt mit Filmbeitrag über Carlsberg bei SWR Fernsehen Homepage der Ortsgemeinde Carlsberg / Hertlingshausen

Einzelnachweise Martin Dolch; Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1991, S. 89. Martin Dolch; Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1991, S. 208. Martin Dolch; Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1991, S. 432.

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Dürkheim Kategorie:Geographie (Pfälzerwald) Kategorie:Ersterwähnung 1753 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Rheinland-Pfalz