mini|310px|Lage der Stadt in der Gespanschaft Dubrovnik Dubrovnik [] (lat. Rausium, später Ragusium; italienisch und deutsch Ragusa, älter auch Ragus) ist eine Stadt im südlichen Kroatien an der Adriaküste. Die Altstadt wurde im Jahr 1979 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die gut 40.000 Einwohner zählende Stadt ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva (kroatisch Dubrovačko-neretvanska županija) und Sitz der katholischen Diözese. Die Mehrheit der Bevölkerung stellen mit über 90 % ethnische Kroaten. Minderheiten bilden Bosniaken, Serben, Montenegriner, Albaner sowie eine kleine jüdische Gemeinschaft. Dubrovnik war und ist ein Zentrum der kroatischen Kultur. Geschichtlich war es eine bedeutende Handelsstadt sowie Hauptort der einstigen Republik Ragusa. Zahlreiche bedeutende kroatische Dichter, Künstler, Gelehrte, Mathematiker und Physiker stammen aus Dubrovnik.

Die kroatische Bezeichnung der Stadt ist von dem slawischen Wort dubrava (Eichenhain) hergeleitet; die romanische Bezeichnung Ragusa/Rausa geht auf den Namen der kleinen Insel zurück, auf der die erste Siedlung (Lave, Lausa) entstanden war.

Stadtgliederung Stadtteile Laut der letzten Volkszählung von 2021 hatte Dubrovnik zusammen mit allen 32 Stadtteilen 41.562 Einwohner.Volkszählung in Kroatien 2021 Davon befanden sich insgesamt 387 Personen, sogenannte Auslandskroaten, zum Zeitpunkt der Volkszählung im Ausland.

Stadtbezirke Die Stadt Dubrovnik besteht aus acht Bezirken mit kommunaler Selbstverwaltung.

Geographie Lage Die Stadt liegt nordöstlich von Lokrum, der letzten Insel an der südlichen Adria, wo dann das offene Meer beginnt. Die Stadt liegt an den Südhängen des Dinarischem Gebirges am Fuße des 412 Meter hohen Berges Srđ und ist die letzte größere Küstenstadt im Süden Kroatiens. Nördlich gelangt man nach etwa 11 Kilometern zur Staatsgrenze von Bosnien und Herzegowina. Montenegro ist etwa 38 Kilometer südlich von Dubrovnik entfernt.

Zum Stadtgebiet gehören auch die Elaphiten sowie die Insel Lokrum.

Flora und Fauna Die Küste der Region Dubrovniks ist übersät mit Buchten, Stränden und steilen Klippen und umgeben von vielen dicht bewaldeten Inseln. Die Flora der Gegend zeichnet sich durch Pflanzenvielfalt, mit einer Fülle an Zypressen, Kiefern und Olivenbäumen. Neben zahlreichen Weinbergen gibt es auch Obstplantagen mit Zitronen, Orangen und Mandarinen. An den Hängen und Inseln wachsen reichlich aromatische Sträucher und Blumen, exotische Pflanzen wie Palmen und Agaven sowie Kakteen. Die Gärten und Parks der Dubrovniker Paläste und der Sommerresidenzen beherbergen zahlreiche Pflanzenarten aus aller Welt, die von örtlichen Kapitänen von ihren Handelsreisen mitgebracht wurden. Heute wird ein Teil dieser botanischen Schätze in den Gärten des Arboretum von TrstenoMagische Gärten. Das Arboretum von Trsteno | arte. In: ard.de ARD, abgerufen am 16. Oktober 2023. und der Insel Lokrum aufbewahrt. Neben der mediterranen Landschaft, die vielen Tierarten ein Zuhause bietet, verfügt die Adria auch über eine unerschöpflich reiche Artenvielfalt. Der Mauersegler wurde zum Symbol der Stadt Dubrovnik, ein in dieser Region im Sommer sehr verbreiteter Vogel.

Auf dem steinigen Boden der südlichen Adria halten sich Seebarsch, Zahnbrasse, Drachenkopf, Sägebarsch, Rotbrasse und weitere Fischarten auf. Krebse, Tintenfische, Austern und Miesmuscheln bewohnen ebenfalls das Küstengebiet sowie das Meer im Süden Kroatiens.

Klima Dubrovnik hat ein mediterranes Klima mit sehr heißen, trockenen Sommern, regenreichen und milden Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Dubrovnik beträgt 16,6 °C. Die durchschnittliche mittlere Lufttemperatur beträgt im Januar 9,4 °C und im August 25,2 °C. mini|470px|Altstadt mit Blick auf die Insel Lokrum

Klimatabelle

Geschichte Zur Geschichte der Stadtrepublik siehe auch den Hauptartikel Republik Ragusa.

Antike Neue archäologische Funde bezeugen, dass auf dem Felsen, der in der Antike Ragusa genannt wurde, im 3. Jahrhundert v. Chr. eine illyrische Siedlung existierte. Mit der Neuordnung des Römischen Reiches und insbesondere der kirchenadministrativen Verhältnisse in der Mitte des 6. Jahrhunderts wurde der Felsen um 550/560 unter Justinian I. befestigt sowie eine als Bischofssitz gedachte Basilika mit größeren Ausmaßen (31 m × 18 m) auf dem Platz der jetzigen Kathedrale errichtet.Tibor Zivkovic, Historical review, vol. LIV, S. 9–25 Doch schon während der Gotenkriege 533/534 scheint Ragusa in den Operationen Belisars eine Rolle gespielt zu haben.Ivo Goldstein, Zavod za Hrvatsku povijest, Vol. 37, 2007 Funkcija juznog jadrana u ratu bizantskog carstva protiv Ostrogota 533-555 (PDF; 132 kB) Frühestens zu Anfang des 7. Jahrhunderts siedelten infolge der Slaweneinfälle die Bewohner des zerstörten Epidaurum (das heutige Cavtat) auf die befestigte Insel über.

Mittelalter Kaiser Konstantin VII. Porphyrogennetos (905–959, reg. 945–959) beschreibt in seinem Werk De Administrando Imperio alle Völker des Kaiserreiches, wie auch jene, die an das Reich grenzen, deren Herkunft und die Geschichte der Städte in diesem Raum. Porphyrogennetos zufolge lautete die älteste Bezeichnung Dubrovniks Lausion, das von einem griechischen Wort für steil abgeleitet worden sein soll. Im Laufe der Zeit habe sich das L in ein R gewandelt, woraus sich die Bezeichnung Rausion und später wiederum Ragusium gebildet habe. Folgende Varianten sind ebenfalls bekannt: Rausium, Racusium, Rausa, Ragusa, Racusa. In der päpstlichen Bulle Papst Benedikts VIII., die 1022 dem Erzbischof von Dubrovnik übermittelt wurde, findet sich die Bezeichnung Labusedi, die vom lateinischen Wort labes, zu deutsch Sturz, abgeleitet wurde. Aus dem Griechischen stammen daher die Bezeichnungen Lausion und Rausion, aus dem Lateinischen die Bezeichnungen Labusa und Labusedi.

Nachdem die Slawen die Bevölkerung von Epidaurum vertrieben hatten, siedelten sie sich in dieser Stadt an. Sie gründeten ebenfalls eine Siedlung auf dem Festland am Fuße des Sergiusberges gegenüber jener Insel, auf welche die romanische Bevölkerung geflohen war, auf einem Landstück, das von einem dichten Eichenwald bedeckt war. Da die Eiche im Slawischen dub hieß, bildete sich daraus höchstwahrscheinlich die Bezeichnung Dubrovnik. Die romanische Restbevölkerung der Stadt sprach die ragusäische Sprache.

Mit der Zeit entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen zwischen der Insel-Siedlung und der slawischen Bevölkerung auf dem Festland. Im 12. Jahrhundert wurde der Kanal zwischen dem Festland und der Insel aufgeschüttet, wodurch die beiden Siedlungen zusammenwuchsen. Heute befindet sich an dieser Stelle die berühmte Hauptstraße Dubrovniks, der Stradun (die Placa ist der zugeschüttete Meeresarm, der die Insel vom Festland trennte).Gerhard Herm: Der Balkan. Das Pulverfaß Europas. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien/New York/Moskau, 1993, ISBN 978-3-430-14445-2, S. 153. An dieser Nahtstelle entwickelte sich später das Zentrum der vereinigten Stadt. Das Erzbistum Ragusa wurde 980 gestiftet.

Dubrovnik stand seit seiner Gründung unter dem Schutz von Byzanz (einige Zeit residierte hier ein byzantinischer Stratege). An der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert war Dubrovnik mit dem bosnischen Ban Kulin verbündet. Bosnien wurde zum wichtigen Rohstofflieferanten der Stadt (Holz und Metalle). Gleichzeitig verliefen durch Bosnien wichtige Handelsrouten ins Innere Südosteuropas. Zur Zeit der Kreuzzüge stand die Stadt zeitweise unter der Herrschaft Venedigs (1205–1358). 1242 wurde die Stadt von den Mongolen belagert und das Umland verwüstet. 1240 und 1244 wurde das Bündnis mit Bosnien erneuert.

Nach dem Friedensschluss von Zadar 1358 erkannte Dubrovnik die Oberhoheit der kroatisch-ungarischen Könige an und zahlte ihnen Tribut bis zu deren Niederlage von Mohács 1526. Allerdings reisten schon ab 1420 regelmäßig Delegationen zu den Osmanen, die neben der Beteuerung ihrer Neutralität jährliche Tribute überbrachten, zuletzt 12.500 Dukaten, gezahlt bis zum Frieden von Passarowitz 1718.

Nach Erlangung seiner Autonomie (dem ungarisch-kroatischen König wurden nur Abgaben in Form von Steuern und Schiffen geleistet) begann Dubrovnik sein Leben als selbstständige Republik Ragusa. Der Republik gelang es, ihre Autonomie zu bewahren, und die Bürger der Stadt wählten ihren Stadtrat und den Senat.

Schutzpatron der Stadt wurde der Hl. Blasius (in Dubrovnik: sveti Vlaho; sonst kroatisch: sv. Blaž), ein Arzt aus der Zeit Diokletians,Gerhard Herm: Der Balkan. Das Pulverfaß Europas. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf / Wien / New York / Moskau, 1993, S. 153, ISBN 978-3-430-14445-2 welcher der Überlieferung zufolge Dubrovnik bei einem Angriff der Republik Venedig rettete.

1416 schaffte die Republik Ragusa als erster Stadtstaat Europas die Sklaverei ab; gleichzeitig wurde der Sklavenhandel gesetzlich verboten.

Osmanische Epoche mini|Ragusa vor dem Erdbeben 1667, Heliografie Kowalczyk 1909 Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte Dubrovnik seinen größten wirtschaftlichen Aufschwung durch den ertragreichen Handel mit den Osmanen im Hinterland und den Küstenstädten des Mittelmeerraums.

Die Handelsflotte Dubrovniks bestand im 16. Jahrhundert aus 160 Schiffen und war zu jener Zeit eine der größten im Mittelmeer. Die bedeutendste Schutzmacht der Republik Dubrovnik war das Königreich Spanien, die größte Bedrohung der Unabhängigkeit und Freiheit Dubrovniks war Venedig. Mit dem Frieden von Passarowitz im Jahr 1718 wurde den Osmanen zwischen Neum und Klek der Zugang zur Adria gewährt. Heute ist dieser Teil der Küste Bestandteil des Bundesstaates Bosnien und Herzegowina und der Grund, dass Dubrovnik eine Exklave ist.

Der Niedergang der Mittelmeerschifffahrt und besonders das katastrophale Erdbeben von 1667 führten zu einer schweren Krise, von der sich die Stadtrepublik nicht mehr richtig erholte.

Dubrovnik war weltweit der erste Staat, der die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 international anerkannte. Im 18. Jahrhundert befanden sich in Dubrovnik über 85 Konsulate.

Jüngere Geschichte ab 1800 mini|links|Informationstafel in Dubrovnik: Plan der Altstadt mit Beschädigungen, die 1991 und 1992 durch die Angriffe der jugoslawischen Armee bzw. serbisch-montenegrinischen Truppen auf die Altstadt von Dubrovnik entstanden sind Im Jahr 1806 besetzten französische Soldaten auf Anordnung von Napoleon Bonaparte die Stadt, und 1808 proklamierte Marschall Marmont die Aufhebung der Republik. Dubrovnik gehörte ab 1809 als Teil des Département Raguse zu den Illyrischen Provinzen des napoleonischen Frankreich. Militärgouverneur mit dem Titel eines Herzogs von Ragusa wurde der Marschall Marmont.

mini|Bezirkshauptmannschaft Ragusa – Siegelmarke Nach dem Wiener Kongress fiel sie an das Kaisertum Österreich und wurde Teil des Kronlandes Dalmatien. Bei der Reichsreform zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn 1867 blieb Ragusa mit Dalmatien bei der cisleithanischen Reichshälfte. Ragusa wurde Sitz der Bezirkshauptmannschaft des gleichnamigen Bezirks. Der Brockhaus von 1886 schildert die Stadt als einer Festung ähnlich, doch ziemlich gut gebaut und, obwohl eng und uneben, doch sehr reinlich. Die Industrie beschränke sich auf etwas Seide und Leder und einige Likörfabriken sowie auf vortreffliches Speiseöl. Dreimal wöchentlich komme eine türkische Karawane zum dortigen Basar.

Noch zu Zeiten der Habsburgerherrschaft begann sich der Fremdenverkehr am Anfang des 20. Jahrhunderts zu entwickeln, eine bis 1970 existierende Straßenbahnlinie zum Neuen Hafen wurde gebaut, und der Bruder von Kaiser Franz Joseph, Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich ließ sich auf der vor der Stadt liegenden Insel Lokrum () eine Sommerresidenz errichten.

Ab 1918 mini|Dubrovnik war durch eine Schmalspur-Eisenbahn mit dem Hinterland verbunden.