Die Hase ist ein 169,6 km langer, östlicher und orographisch rechter Nebenfluss der mittleren Ems im Landkreis Osnabrück, in der kreisfreien Stadt Osnabrück, im Landkreis Cloppenburg und im Landkreis Emsland (alle in Niedersachsen) sowie im Kreis Steinfurt (in Nordrhein-Westfalen). Ihr Einzugsgebiet ist 3086 km² groß.

Nahe Gesmold zweigt in der künstlich geschaffenen Hase-Else-Bifurkation von der Hase die Else ab, wodurch ein Teil ihres Wassers auch in das Flusssystem der Weser abfließt. Viel weiter nördlich verzweigt sich die Hase bei Quakenbrück in einem dort beginnenden Binnendelta, dem Hasedelta, in die Große Hase und Kleine Hase.

Name Im Jahr 763 wird der Fluss erstmals urkundlich erwähnt (secus fluvium Hassa). Bis in das späte 19. Jahrhundert war die Schreibweise Haase üblich. Der Name des Flusses hat nichts mit dem Tier Hase zu tun.Der Tiername Hase ist jedoch, nach niederländischen Etymologen, ebenfalls von diesem indo-europäischen Wortstamm abgeleitet; das Tier wurde, wie der Fluss, nach der grauen Farbe benannt. Quelle: www.etymologiebank.nl Digitale Etymologie der NL. Sprache , Prof. dr. N. van der Sijs c.a., Treffwort: Haas (Hase) Abzuleiten ist der Name von einem germanischen *haswa (grau), fortgesetzt zum Beispiel in angelsächsisch hasu oder altisländisch hǫss (graubraun), auch im Völkernamen Chasuarii (Haseanwohner), der unter anderem bei Tacitus (Germania 34,1) belegt ist. Die Benennung eines Flusses nach einer Farbe ist nicht ungewöhnlich; vergleiche zum Beispiel den Namen der Elbe, der mit lateinisch albus, -a, -um (weiß) verwandt ist.

Geschichte Die Schlacht an der Hase (auch Große Schlacht an der Hase) fand im Spätsommer 783 zwischen Sachsen unter Herzog Widukind und Franken unter König Karl dem Großen während der Sachsenkriege in der Nähe des heutigen Osnabrück an der Hase statt.

Im 19. Jahrhundert wurde der Flussverlauf im Zuge von Begradigungen verkürzt. Es entstand vom Oberlauf bei Essen (Oldenburg) bis zur Mündung in Meppen eine Reihe von Altarmen.

Im Juli 2020 wurde der Fluss auf der Höhe von Osnabrück-Fledder mit Löschwasser verunreinigt. Infolgedessen verstarben mehrere Kilometer flussabwärts sämtliche Fische.

Geographie Die Hase ist aufgrund des geringen Gefälles von der Quelle bei Melle-Wellingholzhausen (in 163 m Höhe) bis zur Mündung in die Ems bei Meppen (in 11 m Höhe) ein relativ träger Fluss. Ein Wassertropfen benötigt sechs Tage für diese ca. 170 km lange Strecke.

Verlauf Quelle im Teutoburger Wald Die Hase entspringt innerhalb des Landkreises Osnabrück im Teutoburger Wald direkt an der Stadtgrenze von Dissen im Südwesten und Melle im Nordosten. Ihre Quelle, die Hasequelle, liegt innerhalb des Natur- und Geoparks TERRA.vita im Puschkental rund 3 km südlich des Meller Stadtteils Wellingholzhausen, zwischen dem Steinbrink (ca. ), einem Ausläufer des Hankenüll (ca. ), im Südwesten und dem Kerßenbrocker Berg (ca. ) im Osten; etwa 1,5 km nördlich der Hasequelle (ca. ) erhebt sich der Beutling (ca. ), auf dem ein Aussichtsturm steht.

Quelle–Hase-Else-Bifurkation Anfangs fließt die Hase nordwestwärts, um etwas mehr als 1 km unterhalb ihrer Quelle das Wasser der flussnahen Quelle Schwarze Welle (auch Almaquelle genannt) aufzunehmen. Kurz darauf umfließt sie den auf Höhe gelegenen und über einen Kanal durch Hasewasser gespeisten Kronensee, wonach sie vom Rehbach, der sein Wasser unter anderem von der Großen Rehquelle und Kleinen Rehquelle bekommt, gespeist wird.

Fortan verläuft die Hase in Richtung Norden, wobei sie etwas westlich an Wellingholzhausen vorbeifließt. Etwas weiter nördlich zweigt vom zur Ems strebenden Fluss nahe dem Meller Stadtteil Gesmold in der Hase-Else-Bifurkation die künstlich angelegte Else ab, deren Wasser durch die Werre die Weser erreicht.

Hase-Else-Bifurkation–Osnabrück Kurz unterhalb der Hase-Else-Bifurkation unterquert die Hase die Bundesautobahn 30, um sich nach Passieren des Bissendorfer Ortsteils Nemden wieder nach Nordwesten zu wenden und dabei das nahe der Mündung des Hüppelbruchgrabens in dem Fluss stehende Schloss Ledenburg östlich zu passieren. Anschließend fließt sie parallel zur Bahnstrecke Löhne–Rheine, nach Einmündung der Wierau, südlich an Wissingen und Lüstringen vorbei und nach Unterqueren der Bundesautobahn 33 durch die Kernstadt von Osnabrück. Nach dem Unterqueren der Bahnstrecke Löhne–Rheine zweigt von der südlich der Bahnstrecke fließenden Hase (hier auch Neue Hase genannt) an einem Wehr die nördlich der Bahnstrecke verlaufende Klöckner Hase () ab. Oberhalb des Hauptbahnhofs Osnabrück mündet die Klöckner Hase () in die Hase; etwas unterhalb davon liegt das Hasewehr (). Nach Durchfließen der Osnabrücker Innenstadt verläuft der Fluss zwischen dem östlich befindlichen Stadthafen Osnabrück mit von dort anfangs in Richtung Nordwesten verlaufenden Stichkanal Osnabrück und der im Westen angelegten Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück nordwestwärts zur Stadtgrenze bei Büren.

mini|Hase als Landesgrenze: Links Halen (Nordrhein-Westfalen), rechts Hollage (Niedersachsen)

Osnabrück–Mittellandkanal Nordwestlich des Osnabrücker Stadtteils Eversburg trennt die Hase das am Westufer gelegene Nordrhein-Westfalen von dem am Ostufer gelegenen Niedersachsen. Dabei wendet sie sich Richtung Norden. Links der Hase liegen in Nordrhein-Westfalen die Ortsteile Lotte; Büren und Halen. Rechts – südöstlich der BAB A 1, die dort die Hase überquert –, liegen die Stadt Osnabrück und im Nord-Westen von ihr die Orte Wallenhorst und Hollage. Südlich des Bramscher Stadtteils Achmer schwenkt die Landesgrenze nach Westen ab, und die Hase unterquert im Hasedüker den Mittellandkanal, in dem rund 300 m weiter östlich der Stichkanal Osnabrück endet.

Mittellandkanal–Bramsche–Bersenbrück mini|Die Hase in Bramsche nördlich der B 218 Etwas weiter nordöstlich durchfließt sie den zwischen dem Gehn im Nordwesten und dem Wiehengebirge im Südosten gelegenen Kernort der im Landkreis Osnabrück liegenden Stadt Bramsche. Dort ist sie mit dem östlich gelegenen Hasesee über eine Flutmulde verbunden. Fortan wendet sich der Fluss nach Norden.

Zwischen den Bramscher Ortsteilen Epe und Purenkamp teilt sich der Haselauf an der Schlippenstraße in die am östlichen Wehr beginnende Tiefe Hase (meist nur Hase genannt; ) und in den am westlichen Wehr anfangenden Kanal Zuleiter (auf Landkarten teils auch Hase genannt; ) auf: Die Tiefe Hase passiert das zwischen der Ankumer Höhe im Westen und den Dammer Bergen im Osten bei Alfhausen gelegene Hochwasserrückhaltebecken Alfsee etwa 2 km östlich und fließt dabei durch Rieste. Das Wasser des nach seinem Beginn östlich an Hesepe (Bramsche) verlaufenden Zuleiters durchfließt den Stausee; der anfangs Zuleiter genannte Kanal mündet unterhalb des Alfsees, nun mit Ableiter (heißt auf Landkarten teils auch Hase) bezeichnet, in die Hase. Wenige Meter nach Beginn der Tiefen Hase zweigt von dieser der Sögelner Mühlenbach () ab, der westlich von ihr das Haus Sögeln umflutet und oberhalb von Rieste auf die Tiefe Hase trifft. Etwa 170 m nach Beginn der Tiefen Hase nimmt diese den Rechtsseitigen Talgraben () auf, der durch einen etwa 250 m südlich dieser Stelle neben einer Brücke der Schlippenstraße beginnenden Überleiter () die Hohe Hase () speist. Diese dient zur Umflutung der Güter Kloster Malgarten (Bramscher Ortsteil Epe-Malgarten) sowie Kommende Lage (auch Kloster Lage genannt; Gemeinde Rieste). Ein weiterer Nebenarm auf Riester Gebiet ist die Alte Hase (auch Birke genannt), die unter anderem das Wohngebiet Hammer durchzieht. Auf alten Karten ist im Gemeindegebiet von Rieste der bis vor wenigen Jahrzehnten vorhandene Wulfert-Graben zu erkennen. Dieser Nebenarm der Hohen Hase diente vor allem zur Bewässerung von Wiesen. Die Tiefe Hase und Hohe Hase vereinigen () sich etwas unterhalb von Rieste-Hülsort und etwas nordwestlich des Klosters Lage. Kurz nach Einmünden des von Südosten heran fließenden Nonnenbachs nimmt die Hase das Wasser des vom Alfsee kommenden Ableiters () auf, wonach die Hase den (zwischenzeitlich schon zweimal verlassenen) Natur- und Geopark TERRA.vita (endgültig) verlässt und Bersenbrück erreicht. mini|Die Hase in Bersenbrück mini|Retentionsfläche östlich der Hase in Rüsfort

Bersenbrück–Badbergen Die Hase fließt von Bersenbrück bis zu ihrer Mündung in die Ems durch das Erholungsgebiet Hasetal. In Bersenbrück zweigt vom Fluss an einem Flutwehr der Hasekanal (; anfangs auch Mühlen-Umflut, Bersenbrücker Wiesenkanal, Feldmühlenbach, Hasebruchabzug oder Mühlenhase und im mittleren und unteren Teil auch Alte Hase genannt) ab. Dieses Gewässer ist nicht mit dem gleichnamigen in Rieste identisch. Es wurde 1293 zur Versorgung des Klosters Bersenbrück nebst zugehöriger Mühle angelegt und verläuft etwas westlich des Hauptflusslaufs. Östlich von Badbergen mündet er wieder in die Hase (). Unterhalb der Ortschaft verläuft die Hase durch Ostausläufer des Artlandes.

Hase-Flutwehr Bersenbrück Das erstmals 1293 erwähnte Flutwehr in Bersenbrück wurde 1881 mit gemauerten Widerlagern erneuert. 1904 erfolgte die nächste Ausbesserung des Wehr durch den Ersatz der Holzschütze durch Stahlschütze und Ausmauerung des seitlichen Aufbaus. 1916/17 wird der hölzerne Abschussboden und noch hölzerne Teile des Widerlagers in massiver Bauart erstellt. Das Schützwehr wurde 1957/58 durch eine Fischbauchklappe ersetzt und um ein weiteres Wehrfeld ergänzt. Nach der Übernahme des Wehrs durch das Land Niedersachsen 1982 erfolgte eine Instandsetzung im Jahr 1986. 2002 wurde festgestellt, dass das Wehr abgängig war und komplett saniert werden musste. Das neue Wehr wurde 2008 errichtet und in Betrieb genommen.

Nordöstlich der Brücke der K 138 (Straße von Badbergen nach Gehrde) über die Hase wurde in mehreren Schritten zwischen 2008 und 2022 auf dem Gebiet der Bauerschaft Rüsfort eine 42 ha große, zusammenhängende Auenlandschaft angelegt.

Badbergen–Quakenbrück–Löningen–Herzlake

mini|Beginn des Hasedeltas: links die Kleine Hase, im Hintergrund die Überfallhase Hasedelta:Bereits oberhalb von Bersenbrück bietet sich dem Wasser der Hase die Möglichkeit, über Nebenstrecken zu fließen, etwa über die Alte Hase und den von dieser abzweigenden Grother Kanal () in die Kleine Hase unterhalb Quakenbrücks. Auch nach rechts fließt an mehreren Stellen oberhalb des ehemaligen Schützenhofwehrs Hasewasser in die Wrau ab. Als „Hasedelta“ wird jedoch vor allem das Gebiet unterhalb der Stelle bezeichnet, wo sich die Hase auf der Grenze der Gemeinde Badbergen zur Stadt Quakenbrück nahe dem Quakenbrücker Schützenhof wenige Meter südlich vom ehemaligen Haseüberfall (Schützenhofwehr; ) in die Große Hase und die Kleine Hase aufteilt:

mini|Die Hase in Löningen Große Hase:Bei Badbergen zweigt von der Hase die östlich parallel zu dieser fließende Wrau () ab, die anfangs den Heller Binnenbach (Möllwiesenbach) aufnimmt und in Quakenbrück zur wenige Meter südlich des einstigen Haseüberfalls beginnenden Überfallhase () als Teil der Großen Hase überleitet; letztere bildet ab dem Anfang des Hasedeltas den rechtsseitigen Hauptarm der Hase. Bis zur Wiedervereinigung mit der Kleinen Hase fließen in diesen Arm von links im Wesentlichen Gewässer ein, die eine Querverbindung zur Kleinen Hase darstellen. Nach etwa 1,7 km Fließstrecke vereinigt sich die Wrau () mit der Überfallhase. Nordöstlich von Quakenbrück mündet der Bünne-Wehdeler Grenzkanal () in den Wasserzug, der auch Essener Kanal oder Neue Hase genannt wird. Etwas weiter nordwestlich passiert die Große Hase Essen, wonach die aus dem Landkreis Vechta kommende Lager Hase () einmündet. Später verläuft das fortan nur noch Große Hase genannte Fließgewässer durch Löningen, wo es den Löninger Mühlenbach aufnimmt.