Tannheim ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich).

Geografie Tannheim ist der Hauptort des Tannheimer Tals, das von der Vils durchflossen wird. Es bildet ein Haufendorf, das von einzelnen Weilern umgeben ist, die durch jüngere Siedlungserweiterungen zu größeren Siedlungen angewachsen sind.

Nach Tannheim bzw. ins Tannheimer Tal kommt man entweder von Weißenbach über den Gaichtpass, von Hindelang über den Oberjochpass oder von Pfronten durch das Engetal.

Als Hausberg von Tannheim gilt der direkt im Norden stehende Einstein.

Gemeindegliederung thumb|left|Ortschaften der Gemeinde

Die Gemeinde besteht aus einer einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft, nachdem im Oktober 2013 die restlichen Ortschaften mit einer Verordnung der Tiroler Landesregierung gelöscht wurden. Seit 1. Dezember 2012 hat die Gemeinde neue Straßenbezeichnungen.

Nachbargemeinden Vier der sechs Nachbargemeinden liegen im Bezirk Reutte, zwei in Deutschland.

Klima

Geschichte Die Besiedelung des Tannheimer Tales erfolgte vom Westen, also vom Allgäu her, lediglich der äußerste Osten mit Nesselwängle, Gaicht und Rauth wurde von Aschau am Lech aus besiedelt.

Ursprünglich gehörte das Tannheimer Tal zu dem ausgedehnten Grundbesitz, mit dem die fränkischen Herrscher zwischen 750 und 850 das Bistum Augsburg anlässlich seiner Neu- beziehungsweise Wiedergründung ausstatteten. Im Jahr 1059 erhielt der Augsburger Bischof von König Heinrich IV. unter anderem den Wildbann im Forst zwischen Lech, Wertach und Iller und das Kolonisationsrecht, also das Recht auf Rodung und Anlegung von Siedlungen. Der Bischof gab Güter und Rechte als Lehen an Angehörige des Adels weiter; so war um 1300 das vornehmlich noch als Alpe genutzte Tannheimer Tal zu drei Vierteln im Besitz der Grafen von Montfort beziehungsweise zu einem Viertel der Herren von Rettenberg.

Kirchlich gehörte das Tannheimer Tal mit Ausnahme von Jungholz (Pfarre Wertach) der Pfarre Sonthofen an.

Am 17. September feiern die Bewohner jährlich den Talfeiertag. An diesem Tag findet ein Festgottesdienst mit anschließender Prozession statt, im Gedenken an die wehrhaften Vorfahren, die am 17. September 1796 französische Soldaten in die Flucht schlugen.siehe auch Die mutigen Frauen des Tannheimer Tals

Im Mai 2017 heiratete Manuel Neuer in Tannheim.Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Mai 2017, S. 7.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche zum hl. Nikolaus mini|Heimatmuseum mini|Andreas-Hofer-Denkmal|hochkant

Die Pfarrkirche hl. Nikolaus wurde erstmals 1377 urkundlich erwähnt. Nach dem Abbruch der baufällig gewordenen gotischen Kirche wurde 1722 die heutige mächtige Barockkirche erbaut. Der Grundriss basiert auf dem Innsbrucker Dom und ist nach Neustift im Stubaital die zweitgrößte Landkirche der Diözese Innsbruck. Heimatmuseum Tannheimer Tal im Felixe Minas-Haus Andreas-Hofer-Denkmal (1909 errichtet)

Kapellen Name Ortsteil erbautMariahilf-Pestkapelle Oberhöfen1649St. Martin-KapelleInnergschwend1494St. Sebastian-Kapelle Berg1653Herz-Jesu-Kapelle Berg1796St. Leonhard-PestkapelleKienzen1488St. Michael-KapelleKienzen1680Dreifaltigkeitskapelle Kienzerle1680Lourdeskapelle in der Grotte Tannheim1902

Wirtschaft und Infrastruktur Tourismus mini|Blick vom Füssener Jöchle auf Tannheim Tannheim verfügt über zahlreiche touristische Angebote wie: den Vilsalpsee mit seinem Naturschutzgebiet Wander- und Themenwege, Klettersteige und Kletterrouten, Gipfelwanderungen Rennrad-, E-Bike- und Mountainbiketouren, Skigebiet Neunerköpfle Klassischer Langlauf, sowie Skating Rodelbahn, Winterwanderwege, Schneeschuhwandern

Die Hotels mit der touristischen Infrastruktur und die Bergbahn am Neunerköpfle machen Tannheim zu einer wichtigen zweisaisonalen Tourismusgemeinde im Tal.

Bildung Kindergarten Volksschule Mittelschule Tannheimer Tal

Politik Gemeinderat In den Gemeinderat werden 13 Vertreter gewählt. Partei202220162010ProzentMandateProzentMandateProzentMandateAktives Tannheim (TANNHEIM) 1)60,91849,21742,09Hond in Hond - Mitnond (HIHM)39,095Gemeinsam für Tannheim22,853Bauern & Landjugend19,51225,00Familienfreundliches Tannheim8,441Allgemeine Tannheimer Liste32,91 1) Die Partei trat 2016 und 2010 unter dem Namen „Aktives Tannheim - Bürgermeisterliste“ an.

Bürgermeister Bürgermeister von Tannheim ist Harald Kleiner.

Wappen links|80px Blasonierung: „In Silber eine grüne Tanne, am linken Schildrand zwei rote Stäbe.“Wappen der Gemeinde Tannheim

Die Farben der Gemeindefahne sind Grün-Weiß.

Das am 8. Mai 1984 von der Tiroler Landesregierung verliehene Wappen wird von einem Teil des Gemeindenamens versinnbildlicht. Der gestürzte Bindenschild symbolisiert für die Herzoge in Österreich als Tiroler Landesfürsten, die um die Wende der Neuzeit das komplette Tannheimer Tal erworben haben. Dazu wurde das Tal mit dem Hauptort Tannheim zur Anwaltschaft erhoben und war zu einem Bestandteil des Gerichts Ehrenberg zuzuordnen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Anton Schrotz (1701–1762), Maurer und Baumeister Joseph Amann (1720–1796), Bildhauer Peter Pflauder (1734–1811), Stuckateur Georg Hörbst (1823–1876), in Zürich wirkender Gipser, Stuckateur und Bildhauer Johann Siegele (* 1948), Geher und Biathlet

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Lechtaler Alpen