Franz Liszt [IPA ˈlist], ungaarsch Liszt Ferencz oder (in nee’Schrievwies) FerencVun ungaarsch Autoren wurrd af un an de Schrievwies „Ferenc“ bruukt. Liszts Vörnaam is aber in sein ungaarsch Pass van 1874, afbildt in: Óváry: Ferenc Liszt, S. 29, as „Ferencz“ registreert, so dat disse Schrievwies den Vörtoog to geven is. Vgl. ok dat Faksimile vun en vun Liszt eegenhändig as „Liszt Ferencz“ ünnerschreben Notenbispeel, in: Óváry: Ferenc Liszt, S. 38., (* 22. Oktober 1811 in Raiding, damals ungaarsch Deel vun dat Kaiserdom Öösterriek, hüüd Öösterriek (Burgenland); † 31. Juli 1886 in Bayreuth), weer Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer un Schriever. He weer en vun de prominentst Klaveervirtuosen un en vun de produktivst Komponisten vun dat 19. Johrhunnert. He hett in völ ünnerscheedlich Stilen un Gattungen komponeert un hett den Weg bereit (neben annern) för de „programmatischen Musik“ (sinfonische Dichtungen) un wurrd mit sien Hööftwarken de „Needüütsch School“ torekent. He weer Mitbegrünner vun de Allgemein Düütsch Musikvereen. In dat Öller van 54 Johren kreeg Liszt in Rom de „niederen Weihen“ un den Titel Abbé. thumb|Franz Liszt mit 46 Johren thumb|Franz Liszt in’t hooch Öller
Leven Herkunft un Öllernhuus Franz Liszt weer de eenzige Söhn vun Adam Liszt (1776–1827), Verwaltensbeamter in Deensten vun de Fürst Nikolaus II. Esterházy, un sien Fru Maria Anna, boren Lager (1788–1866), Backersdochter ut Krems an der Donau. Adam Liszt speel all in de Jöögd Cello in dat Sömmerorchester vun den Fürsten Esterházy un is nah en afbraken Theologie- un Philosophiestudium in de Verwaltungsdeenst vun den Fürsten intreden. Nebenbi speel he aber wiederhenn as Cellist in’t Orchester, dat bit 1804 vun Joseph Haydn un dornah bit 1811 vun Johann Nepomuk Hummel leidt wurr.
1808 wurr Adam Liszt nah Raiding versett, dat damals to dat Königriek Ungarn hörr (siet 1922 hörrt Raiding as Bestanddeel vun dat Burgenland to Öösterriek). Kört Tiet later hett he Anna Lager kennen lehrt, de he in’ Januar 1811 heiraadt hett. An’ 22. Oktober 1811 wurr sien Söhn Franz boren. Wiel to disse Tiet in Ungarn de Amtsspraak Düütsch weer, wurr ok in dat Huus Liszt Düütsch snackt, so dat Franz Liszt later as de „weltberühmte Klaviervirtuose, der von deutschen Eltern herstammend zufällig in Ungarn das Licht der Welt erblickte“, gullVgl. de Notiz ut den Siebenbürger Volksfreund van’ 27. November 1846, in: Burger: Franz Liszt, S. 164. To’n Anfang vun de 1820er Johren fungen Liszt un sien Öllern an, franzöösch to lehren, wat bald de Spraak wurr, de Liszt an’ leevsten much und de he ok meest korrespondeeren de. He hett nahderhand Frankriek as sien „Vaterland“ ansehn.De betreffende Deel vun de original franzöösch Baccalaureus-Breef keem in düütsch Översetten vun de Baron Lannoy in de Wiener Allgemeinen Musikalischen Anzeiger van’ 31. Januar 1839 rut. Disse Faaten is in in: Legány: Unbekannte Presse, S. 22f, to finnen. Eerst in de 1870er Johren hett he sück bemüht, Ungaarsch to lehren.Vgl. den faken ziteerten Breef an Baron Antal Augusz van’ 7. Mai 1873, in: Jung (Hrsg.): Franz Liszt in seinen Briefen, S. 236f, in de Liszt sien Unkenntnis vun de ungaarsch Spraak beklagt. In Deszö Legánys Ferenc Liszt and His Country, 1860–1873 wurrn Liszts Kenntnisse vun dat Ungaarschen bedüüdend günstiger beurdeelt, dat aber ahn övertüügend Bornbeleg. Ofschoons Franz Liszt sietens sien Afstammung un sien „Togehörigkeitsgeföhl“ kien Ungar weerVgl.: Békefi: Franz Liszt, Seine Abstammung – seine Familie. S. 29., sünd völ Ungarn stolt up den in hör Land boren Künstler.En besünners fanatisch Bispeel ist Óvárys Buch Ferenc Liszt
Entwicklung to’ Wunnerkind Nah eegen Angaben ut laterer Tiet hett Liszt sück in dat Öller vun söben Johren dat Notenschrieven „allein angelernt“ un nah Angaben vun sien Vader vör sien negent Johr all „ziemlich viele Bögen mit Noten gekritzelt.“Vgl. Liszts schriftlich Utkunft an Lina Ramann vun August 1874, in: Ramann: Lisztiana, S. 388. En „Bogen“ entspreckt acht Sieden. In Oktober 1820 is Liszt as Negenjohriger mit den Vördrag vun en Klaveerkonzert in Es-Dur vun Ferdinand Ries un en eegen Improvisation eerstmals in en Konzert bi Baron von Braun in Ödenburg apenlich uptreden. An’ 26. November 1820 geev he in Preßburg en eerst eegen Konzert. In de Städtischen Preßburger Zeitung van 28. November 1820 wurr denn folgend Bericht schreven:
Verflossenen Sonntag, am 26. dieses Monats, dieses in der Mittagsstunde, hatte der neunjährige Virtuose Franz Liszt, die Ehre, sich vor einer zahlreichen Versammlung des hiesigen hohen Adels und mehrerer Kunstfreunde, in der Wohnung des hochgeborenen Herrn Grafen Michael Eszterházy, auf dem Clavier zu produciren. Die außerordentliche Fertigkeit dieses Künstlers, so wie auch dessen schneller Überblick im Lösen der schwersten Stücke, indem er alles, was man ihm vorlegte, vom Blatt wegspielte, erregte allgemeine Bewunderung, und berechtigt zu den herrlichsten Erwartungen.Ziteert nah de Afbildung vun dat Original in: Burger: Franz Liszt, S. 17.
Adam Liszt, de dat besünner Talent vun sien Söhn mehr un mehr sehn de, hett denn all dran sett, sien Söhn „to formen“ un wurr – ähnlich as Leopold Mozart – en strengen Musik-Erzieher. De fröhe Fixierung vun Liszt up en Karriere as Pianist föhr allerdings to erheblich Mängel in de Allgemeenbildung, de he nahderhenn dör en intensiv Sülvststudium weer uphalen kunn. Adam Liszt hett sück denn um en qualifizeert künstlerisch Utbillen in Wien bemüht. Um dat betallen to können hett he wat vun sienn Vermögen verköfft un unbetallten Urlaub nommen. Nahdem he vun den Fürsten en Geldbetrag vun 200 Gulden för de Utbilden vun sein Söhn genehmigt kreegen harr, is he an’ 8. Mai 1822 tosommen mit sien Fru un sien Söhn nah Wien reist. Dor kreeg Franz vun Carl Czerny Ünnerricht in’t Klaveerspeel un siet August 1822 vun Antonio Salieri Ünnerricht in Kompositschoon.Czerny hett laterhenn den Ünnerricht in sien Erinnerungen beschreven, de Liszt bedrapen Deel is to finnen in: Jung (Hrsg.): Franz Liszt in seinen Briefen, S. 7ff..
All bald nah sien Ankunft in Wien leet Liszt sück in privaat Kreisen hörrn. An’ 1. Dezember 1822 speel he in’t Landesständischen Theater Hummels Klaveerkonzert in a-Moll as ok en Improvisation över en Arie ut Rossinis Oper „Zelmira“ un dat „Allegretto“ ut Beethovens 7. Sinfonie. An’ 13. April 1823 geev he in de lütt Redoutensaal jenes Konzert, an dessen Enn’ he nah de Legende en Weihekuss Beethovens kreegen hemm sall. Dat kann aber hüüd as seker gellen, dat Beethoven in dat Konzert gor nich anwesend weer.Vgl. bispeelswies: Walker: Virtuoso Years, S.81ff. Walkers Versöök, mit Betoognahm up en Verapenlichung vun Ilka Horowitz-Barnay van 1875 wenigstens en Deel vun de Legende to retten, kann swoorlich övertüügen, wiel de Toverlässigkeit vun disse Verapenlichung sülvst all twiefelhaft is; vgl.: Legány: Ferenc Liszt and His Country, 1874–1886, S. 303, Anm. 71. In en Rezension vun de Wiener Allgemeinen Musikalischen Zeitung wurr he bi de Berücksichtigung vun sien Öller gelobt, wenn man ok noch en Mangel an physischer Kraft bemarken dee.Vgl.: Legány: Unbekannte Presse aus Wien, S. 19.
Nahdem Adam Liszts Versöök, en Verlängerung vun sien Urlaub um nochmal twee Johr, vergeblich weer, hett he sein Anstellung bi de Fürst Esterházy kündigt. De Familie is denn nah Ungarn reist, wo Franz Liszt in Pest in’ Mai 1823 eerste Konzerte geev. Dornah reisten se torüch nah Wien, wo Liszt noch för eenig Maand Ünnerricht bi Czerny un Salieri kreeg. thumb|Franz Liszt 1824,Lithographie nah en Teknung vun A. X. Leprince
„Petit Litz“ un „Master Liszt“ An’ 20. September 1823 hett de Liszt Wien verlaten, um nah Paris to reisen, wo Franz (mit en Empfehlungsschrieben vun de Fürst Metternich) an’t Konservatorium studeeren sull. Nah Tüschenupholten mit Konzerten in München, Augsburg, Stuttgart und Straßburg drap de Familie an’ 11. Dezember 1823 in Paris in. De Direkter vun dat Konservatorium, Luigi Cherubini, hett de Upnahm vun Liszt aber aflehnt, wiel dat Konservatorium blots Franzoosen vörbehollen weer. So övernehm sien Vader de Klaveerutbildung wieder un weer en strengen Schoolmeester.Vgl. den Breef vun Adam Liszt an Czerny van 29. Juli 1824, in: Burger: Franz Liszt, S.36.Vgl.: Rellstab: Franz Liszt, S.63f. In dat Gespräch mit Rellstab hett Liszt vertellt, dat Transponieren vun de Fugen weer för hüm en bannig swoor Upgaav ween, bi de he faken stockt un sück versehn harr. Dorneben kreeg he Kompositionsünnerricht bit Ferdinando Paer un Antonín Reicha.
Nah privaat Uptreden in hööchste Sellschapskreise un Konzerten in’t Italieenisch Theater vun Paris steeg Liszt as „petit Litz“De Schrievwies „Litz“ för de Naam Liszts is noch in de Titel vun sien eerste Paganini-Etüde in de in’ Februar 1841 verapenlicht Schonenberger-Utgaav as ok in en Annonce vun sien Bearbeitungen vun Leeder Schuberts in de France musicale van’ 18. April 1841, S.140, to finnen. Dorneben geev dat aber ok die Schrievwies „Listz“. Vgl. dorto de Erörterung in: Le Pianiste van’ 20. November 1834, S.15. Nah de Meenung vun diessen Schriever weer Liszts eegenhändig Ünnerschrift as „Listz“ to lesen, während de Schrievwiesen „Litz“ und „Liszt“ as falsch verworfen wurrn. gau to en Berühmtheit up. In Rezensionen wurr he to’n weddergeboren Mozart ernannt.
In de Johren 1824 bit 1827 bereis de „Wunderknabe“ mit sien Vader mehrmals England, geev u. a. Konzerte up Windsor Castle, un wurr dor as „Master Liszt“ bejubelt. Tosommen mit sien Vader hett he ok de franzöösch Provinz un de SWiez bereist.Eine detaillierte Beschreibung von Liszts Konzertverhalten in dieser Zeit enthält der Brief des Advokaten Lecourt in Marseille vom Frühjahr 1825 oder 1826 an die Klavierlehrerin Jenny Montgolfier in Lyon, in: Eckhardt, Maria: Liszt à Marseille, in: Studia Musicologica Academiae Scientarum Hungaricae 24 (1982), S. 168f.
Ut Breefen vun Adam Liszt geiht hervör, dat sien Söhn all in fröh Jöögdtiet Klaveerwarken, dorünner Sonaten un Konzerte, Warken in kammermusikalischen Gattungen un Warken för Gesang komponeert hett. Meest all vun disse Kompositschonen sünd verschullen, so dat en Oordeel insowiet nich mögelk is. De eersten verapenlicht Klaveerwarken vun dat Wunnerkind sünd Etüden, Variatschonen vun egen Themen un Themen vun Diabellis, Rossini un Gaspare Spontini, as ok sien eerst Oper Don Sanche ou le Château d’amour, de Liszt mit Hülp dör sien Meester Paer komponeert hett un de an’ 17. Oktober 1825 ünner de Leitung vun Rodolphe Kreutzer in Paris oorupföhrt wurr. De Oper wurr aber all bald vun de Speelplan streeken. Ok mit sien eerst Klaveerwarken harr de jung Liszt kien SpoodSietz, Reinhold (Hrsg.): Aus Ferdinand Hillers Briefwechsel, Beiträge zur Rheinischen Musikgeschichte, Heft 28, Köln, S. 14. un keem bald in en Levenskries, so as sien Daagbookndragen in’ Sömmer 1827 wiesen. As sien Vader up en Konzertreis in England krank, hebbt se beid versöcht, sück in Boulogne-sur-Mer to verhalen. Adam Liszt is dor denn an’ 28. August 1827 in dat Öller vun 50 Johr storven. För sien fievteihnjohrig Söhn weer dat en bannig Insnitt in sien Leven, dat bither vun den Ehrgeiz, de stännig Präsenz un de Dominanz vun sien streng Vader kenntekend weer.
Up eegen Fööt in Paris (1827–1834) Levenskrise thumb|180px|Lamennais. Porträt vun L. D. Lancôme
Franz Liszt is psychisch verstört nah Paris torüchgahn, wo tosommen mit sien Moder, toeerst in de Rue Montholon un laterhenn in de Rue de Provence, en lütten Wahnung betruck. He nehm jetzt blots gelegentlich an Konzerten vun anner Künstler dell un weer för twee Johr ok as Pianist nich mehr aktiv.To de Eenzelheiten vun sien Konzertaktivitäten vgl.: Keeling: Liszt’s Appearances in Parisian Concerts 1.