right|220px Wilhelm Steinitz (* 14. Mai 1836 in Prag; † 12. August 1900 in New York) weer en bedüüdend Schachspeler ut Öösterriek, de nahderhenn de US-amerikaansch Staatsbörgerschap annommen hett. He stamm ut Böhmen un weer de eerste allgemeen anerkannt Schachweltmeester. He gellt as Revolutionär vun de Schachtheorie, de de damals vörherrschend Speelwies vun dat störmisch Angreepschach, dat so nömmt „romantisch Schach“, bannig kritiseer. Mit en eerstmals wetenschapelich HerangahnswiesTo Steinitz’ wetenschaplich Schachverständnis vgl. Kmoch 1982, S. 3–5 sowie Sein neuer Spielstil. formuleer Steinitz noch hüüd gültig strategisch-positionelle Grundsätze un hett somit den Grundsteen leggt för de moderne Schachtheorie.
Leven
Jöögd Wilhelm Steinitz wurr as negent vun 13 Kinner vun de Schnieder Josef Salamon Steinitz (1789–1868) un de sien Fru Anna boren. As Geburtstag wurrd af un an de 17. Mai angeven. Dat beruht aber up en irrtümlichen Angaav vun Steinitz sülvst ut dat Johr 1887, wat he later aber verbetert hett. De 14. Mai is dör de Geburtsoorkunn un Upteknungen vun de jöödsch Gemeend belegt.vgl. Landsberger 1993, S. 2f. De Familie leev in ärmlich Verhältnissen, mehrere vun sien Geschwister sünd all as Kind storven. Wilhelm harr vun Geburt an en Klumpfoot un bruuk en Gehstütze. All as Kind gull he as en vun de best Schachspeler in Prag. 1858 truck he nah Wien, um an dat Polytechnisch Institut Mathematik to studeeren. En Tiet lang finanzeer he sien Studium dör journalistisch Arbeiten för de Constitutionelle Österreichische Zeitung, för de he Parlamentsberichte schreev. Bald aber stell sück för Steinitz herut, dat mit Schachspelen in Wiener Koffiehüüs bedüüdend mehr Geld to verdeenen weer. En bekannt, eerstmals 1873 in de Österreichischen Schachzeitung publizeert Anekdote beschrifft en Partie tegen den rieken Bankier Gustav Epstein, to de he seggt hemm sall: „An der Börse sind Sie Epstein und ich Steinitz, aber am Schachbrett bin ich Epstein und Sie Steinitz.“Landsberger 1993, S. 20f. Dör sien Erfolge wurr he gau internatschonal bekannt.
De Johren in London 1862 nehm he in London an sien eerst internatschonal Turnier deel un keem up Platz 6. Dormit wunn he en Priesgeld vun 5 Pund.Fred Kahl: up koenig-plauen.de Vun sien Partien dor wurr sien Sieg mit Swaart tegen den italienschen Meester Serafino Dubois bekannt.
Dorup henn is Steinitz nah London översiedelt, wiel England domols as Zentrum vun de Schachwelt gellen dee. Hier kunn he sien Levensünnerholt dör Speel um Geld in de Koffiehüüs vun de Metropole bestrieden.
Steinitz speel sück in de nächste Johren nah baben: direkt nah daz Londoner Turnier hett he Serafino Dubois in en Wettkamp mit 5,5:3,5 slahn, 1863 kunn he gegen Joseph Henry Blackburne mit 8:2 winnen. In dat glieker Johr wunn he tegen Deacon 5,5:1,5 un Mongredien mit 7:0. To’t Johreswennen 1863/1864 hett he Green 8:1 besiegt. Dornah geev dat noch twee överlegen wunnen Turniere: Dublin 1865 un London 1866. left|thumb|upright|Steinitz während sien Wettkamp mit Anderssen (London 1866) De groot Erfolge vun Steinitz in England hebbt eenig Schachenthusiasten dorto brocht, en Wettkamp tüschen Steinitz un Adolf Anderssen, de as inoffiziell Weltmeester gull, to organiseeren. 1866 drapen de beid Schachmeester in London upnanner: nah en harten Kamp – kien Partie gung Remis ut - wunn Steinitz mit 8:6.
Van nu an wurr Steinitz as de weltwiet beste Schachspeler ansehn. Sien Överlegenheit kunn he in de folgend Johren ok besünners nahwiesen: 1866 hett he Henry Edward Bird 7,5:5,5, Blackburne 1870 mit 5,5:0,5 un 1872 Johannes Zukertort mit 9:3 besiegt. Tatsächlich wunn Steinitz damals jeden Tweekamp, aber bi en Turnier to winnen schaff he lang Tiet nich mehr: 1867 in Paris keem he up den darten Platz (achter Ignaz von Kolisch un Gustav Neumann), in Dundee 1867 wurr he Tweet (achter Neumann), as ok in Baden-Baden 1870 (achter Anderssen). Eerst in London 1872 un Wien 1873 kunn he ok weer Turniere winnen. Van 1872 bis 1874 speel he för den City of London Chess Club twee Feernpartien tegen de Wiener Schachsellschap ünner de Leitung vun Ignaz von Kolisch, bi de dat um en Insatz vun 100 Pfund Sterling gung, un wunn 1,5:0,5.
Turniere un Wettkämpe speel Steinitz nah sien Wiener Triumph dree Johr lang nich, doch 1876 hett hüm Blackburne nochmal rutfordert. Steinitz gelung tegen den Briten en in disse Hööcht vun nümms verwacht Sieg: he hett Blackburne 7:0 slahn. Dornah truck he sück weer för en paar Johr vun de Turnierbedriev torüch un hett völ Tiet to de schachtheoretische Analyse verwendt. Steinitz övernehm de Schachspalte in The Field, de hüm tosommen mit dat Speel um Insatz tegen Amateure in de Londoner Cafés en genügend Utkommen verschaffen de. As Korrespondent hett he verscheeden Turniere besöcht, ahn to spelen, uünner annern Paris 1878 un Berlin 1881.
1882 kehr he nah en neegenjohrig Paus (afsehn vun de Wettkamp tegen Blackburne 1876) in de Arena torüch: he nehm an dat Turnier in Wien deel, wo he sück den eersten Platz mit Simon Winawer deel. In dat Johr drup wurr he bi dat groode Turnier vun London Tweet achter Zukertort, de da best Turnier in sien Leven mit 3 Punkten Vörsprung wunn.
In dat glieker Johr geev Steinitz sien Stäe bi The Field up un nehm en Inladung in de USA an, de togliek sien Ansiedlung dor mit sück truck. Mit sien Nahfolger bi The Field, Leopold Hoffer, hett he sück af 1881 en över mehrere Johren andüernd publizistisch Striederee leefert, de de Schachhistoriker Kenneth Whyld later henn as Steinitz-Hoffer Ink War betekent hett. Steinitz pleeg Hoffer, de sien Rivalen Zukertort ünnerstööten de, meest immer „Dreckseele“ to nömm.vgl. Landsberger 1993, S. 204f.
Upentholt in de USA un Weltmeestertitel Nah 21 Johren in England is Steinitz in de USA översiedelt. As begehrter Gast in verscheeden US-amerikaansch Klubs, as ok up Kuba, sowie as Bearbeiter vun verscheeden Schachspalten in US-amerikaanschen Zeitungen harr Steinitz en utreichend Inkommen. Ut sien amerikaansch Tiet sünd männig Simultan-, Blind-, Gelegenheits- un Wettkamppartien överleeefert.
Van 1885 bit 1891 hett he dat International Chess Magazine leidt, en weltwiet anerkannt Schachtietschrift. Dör de prinzipienfast un mit „scharp Tung“ formuleert Verteidigung vun sien Ansichten kreeg Steinitz aber Arger mit völ vun sien Leser un Bewunnerer, vun de he aber finanziell afhängig weer. Ut disse Gründe (Abonnenten sprungen düpiert a, Steinitz’ Uptreden wurr aflehnt un he wurr seltener to Gastspelen in Clubs inladen) weer he laterhenn dwungen, sien Tietschrift weer intostellen.
Enn’ vun dat Johr 1885, as sück Steinitz noch en groode Popularität in de USA erfreuen kunn, funnen sück Gönner un Mäzena, de en Wettkamp um de Championship of the World in de USA veranstalten wullen. As Gegner vun Steinitz wurr de poolsch Schachmeester Johannes Hermann Zukertort inladen, de 1883 dat Turnier vun London överlegen vör Steinitz wunnen harr. Bevör de Wettkamp aber överhoopt starten kunn geev dat toii Verhandlungen üm Priesgeld, Speelbedingungen un Utdragensmodus. Beid Speler hebbt in Insatz vun 2.000 Dollar leist, de jeweils vun hör Ünnerstööter upbrocht wurrn. De Winner kreeg 1.000 Dollar as Priesgeld, de restlich 3.000 Dollar wurrn an sein Ünnerstööter betallt, de somit en Gewinn erzielen kunnen, wenn se up den richtigen Spieler sett harrn.Landsberger 2002, S. 65–69. Dor sünd ok sein Ünnerstööter mit de vun hör inbetallt Summe upföhrt. Zukertort is den in de USA inreist to dat Match, dat as eerst offiziell Wettkamp um de Schachweltmeesterschap gellt.„Heute, am 29. Dezember 1885, ist zwischen Wilhelm Steinitz in New-York und J. H. Zukertort aus London ein Übereinkommen getroffen worden, dahingehend, einen Schach-Wettkampf um die Kämpenschaft (Championship) der Welt und einen Einsatz von zweitausend (2000) Dollar von jeder Seite zu spielen.“ So begann die schriftliche Vereinbarung zwischen Steinitz und Zukertort, die bei einem Notar hinterlegt worden war. Zitiert nah Johannes Minckwitz: Der Entscheidungskampf zwischen W. Steinitz und J. H. Zukertort um die Meisterschaft der Welt. Roegener, Leipzig 1886. S. 19. De Tweekamp wurr in dree amerikaansch Städer utdragen, speelt wurr af den 11. Januar 1886 in New York in de sülvig Rüüm an de Broadway, in de Johrteinten vörher de Amerikaner Paul Charles Morphy tallriek Erfolge fiern kunn, dat wurrn ok de sülvig Schachdisch un Schachfiguren bruukt, mit de Morphy all speelt harr. De wiedere Stationen weern St. Louis un toletzt New Orleans. Nach: Raymund Stolze: Umkämpfte Krone. 3. Auflage. Sportverlag, Berlin 1992.
Steinitz, de de speelt Partien för sien International Chess Magazine analyseeren de, während de Kamp noch leep, wunn tegen Zukertort mit grooten Vörsprung. He leeg woll in den eersten Wettkampafsnitt mit 1:4 torüch, he hett sück aber Midden vun den Wettkamp weer verholt un kunn Zukertort, de physisch un psychisch tosommenbrook, nah Gewinnpartien mit 10:5 (fünf Partien endeten remis) slahn. De 20. Partie vun de Wettkamp muss wegen Krankheit vun Zukertort üm dree Daag verschaven weern. He verlor de denn, an’ 29. März, in blots 19 Tüüg nah en half Stünn.Der Schachwettkampf zwischen Steinitz und Zukertort 1886. Edition Olms, Zürich 1986. ISBN 3-283-00122-7 Steinitz gull nu ok offiziell as Weltmeester (Champion of the World).
An’ 23. November 1888 wurr he amerikaansch Staatsbürger.Landsberger 1993, S. 206 f. He leev in en Huus in Montclair, ruch weg dartig Meilen vun New York weg.
As kämpferisch Geist ruh Steinitz sück nich up de eenmal erwurben Lorbeeren ut: he hett sück bi sien amerikaansch Schachfrüenden um Ünnerstööt för wietere Wettkämpe bewurben. Solang he Weltmeester weer, speel Steinitz all sien Wettkämpe üm de Weltmeesterschap in de nee Welt: 1889 wunn he up Kuba (in Havanna) tegen Michail Tschigorin ut Russland, tegen de he tovör in London 1883 beid Partien verloren harr, mit 10,5:6,5. Um de Johreswennen 1890/1891 speel he in New York City tegen den Ungarn Isidor Gunsberg, de he mit 10,5:8,5 slahn hett, 1892 speel he nochmals tegen Tschigorin, ok weer up Kuba. Dittmal weer sien Sieg wat glückelk: da Endergebnis vun 12,5:10,5 täuscht över de Verloop vun de Wettkamp, wiel Tschigorin ut völ good stahn Partien blots wenig Punkte halt hett. Besünners de letzte Partie vun de Wettstried, in de Tschigorin en triviales Matt in 2 Tüüg nich sehn hett, gung as klassisch vun Schachblindheit in de Historie in.Partie to Nahspelen (Java). thumb|right|280px|Steinitz (links) un Lasker (rechts) während hör Weltmesterschapskamp 1894.
Weltmeesterschaftskämpe tegen Lasker Steinitz’ letzt Rutforderer weer de junge düütsch Speler Emanuel Lasker, de sück siet 1892 in de USA uphollende. Klubs in de USA und Kanada hebbt en Tweekamp veranstalt, de up teihn Gewinnpartien utleggt weer. De 58-johrig Steinitz verlor tegen den 25-johrigen nee’n Weltmeester düütlich mit 5:10 (veer Partien gungen remis ut).
Sien unbedingter Will, den Weltmeestertitel torüchtohollen, leet Steinitz nich ruhen. He nehm an verscheeden Turniere in de 1890er Johren deel. Ok wenn he kien Turnier mehr winnen kunn, keem he bit up London 1899 in jeder Turnier in de Priesränge. An en gooden Dag kunn he jeden Gegner gefährlich wurrn un männig vun sien Glanzpartien stammen ut de letzt Johren vun sien Schachkarriere. De bekanntst is sien Sieg tegen Curt von Bardeleben in Turnier vun Hastings 1895, bi de Steinitz up Platz 5 keem. Sien best Ergebnis ut disse letzte Schaffensperiood weer de tweete Platz bi dat Veermeester-Turnier in Sankt Petersburg 1895/1896 (achter Lasker).
Lasker gewähr Steinitz to de Johreswennen 1896/1897 in Moskau en Rückkamp um den Weltmeestertitel. Steinitz, intüschen aber 60 Johr old, fehl nu de Energie un Utdüer, um tegen den jungen Weltmeester bestahn to können, he verlor düütülich mit 2:10 Gewinnpartien (fiev Partien gungen remis ut).