thumb|Johannes Brahms

Johannes Brahms (* 7. Mai 1833 in Hamborg; † 3. April 1897 in Wien) weer en düütsch Komponist, Pianist un Dirigent, de sien Kompositschonen man de Romantik toordnet hett. He gellt as en vun de bedüüdenst Komponisten in de tweete Hälft vun dat 19. Johrhunnert.

1833 bis 1856 Fröhe Johren Johannes Brahms weer de Söhn vun en wiet vertwiegten neddersassisch-noorddüütsch Familie. Sien Vadeer, de dat Musizeeren as Handwark to’n Broterwerb verstunn, speel Horn un Kontrabass un is mit lütt Ensembles in Danzlokalen in Hamborg uptreden. Brahms kreeg mit 7 Johren eerstmals Klaveerünnerricht. Brahms’ Talent to’n Komponeeren wies sück all in sien Jöögd. Sien „Phantasien über einen beliebten Walzer“ ut dat Johr 1849 sünd Tüügnis vun en virtuos Klaveerspeel.

Brahms entwickel as jung Mann en Eegenoort. He hett sien fröhe Warken faken ünner Pseudonyme (G. W. Marcks, Karl Würth) verapenlicht un hett hör höhere Opustallen todeelt. Anfangs schreev he blots Klaveerwarken, de Möglichkeiten un Grenzen vun Orchester weer hüm to wenig vertroot, un ok in latere Johren hett he bi’t Komponeeren vun sien eerste Orchesterwarken Komponisten ut sien Früendskreis um Hülp fraagt.

1853 hett hüm de befrüend ungaarsche Violinist Eduard Reményi de Bekanntschap mit de in Hannober weilend Geiger Joseph Joachim vermiddelt. De hett glieks över Brahms noteert:

„In seinem Spiele ist ganz das intensive Feuer, jene, ich möchte sagen, fatalistische Energie und Präzision des Rhythmus, welche den Künstler prophezeien, und seine Kompositionen zeigen schon jetzt so viel Bedeutendes, wie ich es bis jetzt noch bei keinem Kunstjünger seines Alters getroffen.“

Joachim hett Brahms seggt, dat he sück an Franz Liszt wennen sull, de to de Tied Hoffkapellmeester in Weimar weer. De hett hüm verspraken, hüm in en Breef an de Musikverlag Breitkopf & Härtel to erwähnen. Brahms harr dor aber kein groot Hopnungen drup un hett Joachim en Breef schreben un hüm beden, dat he hüm in dat künstlerisch Leven inföhren de. Doruphenn hett Joachim Brahms överredt, den Komponisten Robert Schumann uptosöken, de sück jüst in Düsseldörp uphollen de.

Nee Bahnen Ünner de Överschrift „Neue Bahnen“ keem an’ 25. Oktober 1853 in de vun Robert Schumann grünnd un in Leipzig rutkommen „Neue Zeitschrift für Musik“ de eerste Artikel över Johannes Brahms, de Schumann persönlich verfaat hett:

„(…) Und er ist gekommen, ein junges Blut, an dessen Wiege Grazien und Helden Wache hielten. Er heißt Johannes Brahms, kam von Hamburg, dort in dunkler Stille schaffend, aber von einem trefflichen und begeistert zutragenden Lehrer gebildet in schwierigen Setzungen der Kunst, mir kurz vorher von einem verehrten bekannten Meister empfohlen. Er trug, auch im Äußeren, alle Anzeichen an sich, die uns ankündigen: Das ist ein Berufener. (…)“

Schumann hett sück för Brahms ok bi Breitkopf & Härtel mit dat Anliggen insett, de Verlag much doch eenige vun Brahms’ Warken publizeeren. Sien persönlich Engagement för Brahms hett den Twintiegjohrigen in Düütschland sotoseggen över Nacht berühmt makt. Völ Musikinteresseerte wullen van hüm hörrn, sien Noten sehn un mehr över dat Talent weten. Brahms harr dorför Angst. In en Breef an Schumann hett he sien Befürchtung utdrückt, dat de Apenlichkeit to völ vun hüm wull un he dat nicht schaffen kunn. In en Anfall vun övertrucken Sülvstkritik hett he sogor en paar vun sien Warken verbrennt.

„Teuerste Freundin“ thumb|Johannes Brahms üm 1853 rüm thumb|Johannes BrahmsVariatschonen över en Thema vun Robert Schumann op.9Variation X, Takte 30-32 thumb|Clara Schumann üm 1853 rüm

Brahms harr in Düsseldörp aber nicht blots Robert Schumanns Bekanntschap makt, sonnern ok de vun de sien Fru Clara. Se weer 14 Johr öller as Brahms, harr mit Robert to de Tiet söss Kinner un sück as Pianistin europawiet grooten Ruhm erwurben. Brahms weer vun hör faszineert. Al in’ Ansluss an en vun Robert Robert Schumann vörandreben eerste Verapenlichung vun en Klaveerwark schreev Brahms sien Mentor: „Dürfte ich meinem zweiten Werk den Namen Ihrer Frau Gemahlin voransetzen?“

Nahdem Robert Schumann in en Nervenanstalt in Endenich bi Bonn inwiest wurrn weer, intensiveer sück de Kuntakt tüschen Clara Schumann un Brahms. He leev tietwies in dat sülvig Huus in Düsseldörp. Sien innige seelische Verflechtung mit Clara un Robert Schumann kummt to’n Utdruck in sien Klaveervariatschonen op. 9 över en Thema vun Robert Schumann, de de in Endenich kennen lern de un wunnerfull finnen de. In den Takten 30–32 vun de 10. Variatschon kummt as Middelstimm en Thema Claras, wat Robert Schumann sien op. 5 togrunnen leggt harr, vör. Tüschen 1854 un 1858 hebbt Clara Schumann un Brahms sück völ Breef schreven, deren Tüügnisse se in Invernemmen later henn aber meest vullstännig vernicht hemm. Vun Brahms sünd Breef erhollen bleven; se spegeln en wassen Leedenschap weer. Anfangs bleev he bi dat „Sie“, schreev denn „Verehrte Frau“, denn „Teuerste Freundin“, dornah „Innigst geliebte Freundin“, toletzt „Geliebte Frau Clara“. In de Breef van 25. November 1854 heet dat denn up eenmal:

„Teuerste Freundin, wie liebevoll blickt mich das trauliche ‚Du‘ an! Tausend Dank dafür, ich kann’s nicht genug ansehen und lesen, hörte ich es doch erst; selten habe ich das Wort so entbehrt, als beim Lesen Ihres letzten Briefes.“

He, de Jüngere, de dat nich wagt harr, en „Du“ antobeden, wurr dormit up eenmal konfronteert un de sück wat stur mit disse intime Anreed. In de Breef van’ 31. Mai 1856 schreev he in klor Düütlichkeit:

„Meine geliebte Clara, ich möchte, ich könnte dir so zärtlich schreiben, wie ich dich liebe, und so viel Liebes und Gutes tun, wie ich dir’s wünsche. Du bist mir so unendlich lieb, dass ich es gar nicht sagen kann. In einem fort möchte ich dich Liebling und alles mögliche nennen, ohne satt zu werden, dir zu schmeicheln. (...) Deine Briefe sind mir wie Küsse.“

Disse Breef weer de letzte vör dat Ereignis, wat aftosehn weer aber to verwachten un wat de Beziehung ännern de: Robert Schumanns Dood an’ 29. Juli 1856. Harr Brahms sück noch in’ Oktober vun dat glieker Johr Hoppnungen makt, „sien“ Clara in de Truerphase to trösten, is mit de Tiet Ernüchterung intreden. Se truck sück vun hüm torüch, wat hüm temelk bedropen hett. De Breefuttuusch wurr sachlicher. An’ 17. Oktober 1857 resümeer Brahms schließlich in en Breef:

„Leidenschaften gehören nicht zum Menschen als etwas Natürliches. Sie sind immer Ausnahme oder Auswüchse. Bei wem sie das Maß überschreiten, der muss sich als Kranken betrachten und durch Arznei für sein Leben und seine Gesundheit sorgen. (…) Leidenschaften müssen bald vergehen, oder man muss sie vertreiben.“

Tietlevens bleev Brahms aber in en fründlichen Kuntakt to Klara un schreev hör noch 1896 kört vör hör Dood:

„Wenn Sie glauben, das Schlimmste erwarten zu dürfen, gönnen Sie mir ein paar Worte, damit ich kommen kann, die lieben Augen noch offen zu sehen, mit denen für mich sich – wie viel - schließt.“

1857 bit 1875

Tüschen Deppelt un Hamborg thumb|Mit Johann Strauß (Söhn)

1857 siedel Brahms nah Deppelt över. He hett dor en Chor leid tun geev Klaveerünnerricht. In de Tiet hett he sück mit en nee groot Projekt befaat: dat eerste Klaveerkonzert op. 15 in d-Moll. Wat de Orchestrierung angung, stunn hüm Joseph Joachim as Ratgever to Siet. Faken wurrd dit Konzert as Wedderschien vun de vergeblich Leedenschap för Clara Schumann interpreteert; de Phase weer ja man jüst eerst afslooten. Oorupföhrt wurr dat an’ 22. Januar 1859 in Hannober. Sien Wedderholung in Leipzig an’ 27. vun de glieker Maand kreeg nich de Begeisterung, de Brahms woll verwacht harr. Brahms weer doröver temelk enttäuscht, hett sück aber fast vörnommen, dat sien tweet Wark ganz anners weern sull. Un doran hett he sück ok hollen: En tweet Klaveerkonzert op. 83 in B-Dur (dat keem 22 Johr nah date erste Konzert rut) weer charakterlich grundverscheeden to dat d-Moll-Konzert.

In de Deppelter Tiet entstunnen, neben dat Klaveerkonzert, Orchesterserenaden un Leeder, u. a. dat „Unter Blüten des Mai’s spielt’ ich mit ihrer Hand“. Brahms leet dormit en nee Begegnung anklingen: de mit Agathe von Siebold. En Sömmer lang weer he in hör verschaaten un wies dat so düütlich, dat Clara Schumann gekränkt faststellen de, he harr sück woll bannig gau tröst. Sien tweet Streichsextett speel in’ 1. Satz mit en Thema up Agathe von Siebold an, weer dor doch de Tonabfolge: A-G-A-H-E in. He harr aber man jüst de Verlobungsringe mit Agathe tuuscht, dor truck sück Braahms torüch. He seech sück butenstannen, sück to dissen Tietpunkt fast to binnen – he de dat aber ok laterhenn nich. Brahms bleev tietlevens unverheiraadt. In’ Mai 1859 is he nah Hamborg översiedelt. Dor entstunnen u. a. de „Magelonen-Gesänge“ – fertig kregen hett he de aber eerst 1869 –, Kammermusik un tallriek Klaveervariatschonen: „… über ein eigenes Thema“, „… über ein ungarisches Lied“, „… über ein Thema von Händel“, „… über ein Thema von Schumann“ (vierhändig).

1860 maak Brahms de Bekanntschap vun de Verleger Fritz Simrock. De verhulp hüm as Verleger vun dat Brahmsche Wark, to en matgeblich Bekanntheit, wiel Brahms dat in de 1860er Johren nich immer licht harr, sien Kompositschonen to publizeeren. De Verleger weern vörsichtig – dat eerste Klaveerkonzert harr kien Spood; todem gullen Brahms’ Klaveerstücke as swoor speelbar. Aber ok Brahms sülvst legg sück mit sien Perfektionsdrang Steen in de Weg. Faken hett he sien Verleger mit de Översendung vun Manuskripts vertröst, wiel he meen, he kunn de Kompositschon verbetern.

En Grund, Hamborg weer to verlaaten, weer Brahms’ Verstimmung doröver, dat dat sien Förderer un öller Fründ Theodor Avé-Lallemant 1862/63 nich gelungen weer, hüm den Direktorenposten vun de Philharmonischen Konzerte to verschaffen, tominst aber Brahms as Chormeester vun de Singakademie dörtosetten. Ofschoons sück Brahms um disse Stäe’n nie apen bewurben hett, weer he deep verletzt, as hüm Julius Stockhausen vörtrucken wurr. Dat fründschaplich Verhältnis to Avé-Lallemant weer johrenlang empfindlich belast.

In Wien En eersten Uphollen in Wien 1862 broch Anerkennung un Lob. Brahms speel bi en privat Abendveranstaltung sien Quartett in g-Moll mit Josef Hellmesberger senior, wor up de begeistert utroopen hett: „Das ist der Erbe Beethovens.“ Brahms de sück mit disse Spröök swor, forder dat doch up to verglieken, un he weer bang, dat man hüm nich ebenbörtig ansehn de.

1863 nehm Brahms dat Angebot an, Chormeester vun de Wiener Singakademie to wurrn. 1864 geev he dit Amt aber ok all weer af, wiel he mit de administrativ Belastungen vun dat Amt nich klor keem. To de in de Folgetied entstahn Warken hörr ok dat „Deutsche Requiem“ as ok de „Ungarischen Tänze“. Während dat Requiem, wat nich de traditschonell latiensch Texten folgen de, sonnern Bibeltexten in düütsch Spraak beinhollen de, bi sien Oorupföhren 1868 in Bremen enthusiastisch fiert wurr, leep dat mit de „Ungarischen Tänze“, bi denen Brahms up to’n Allgemeingut hörend Taterweisen torüchgreepen harr, nich so good, ja, dat keem meest to en Skandal. Brahms keem dormit bi’d Publikum woll beter an, as mit anner Warken, aber jetzt melden sück up eenmal anner Musiker to Woort (u. a. sien old Früend Reményi), die sück as Oorheber vun de Musik utgeven deen.

As Pianist harr Brahms in de Johren bannig Spood, so dat he sien Levensünnerholt ok ahn fast Anstellen bestrieden kunn. Liekers hett he 1873 de Leiden vun de Wiener Singverein övernommen, de he 1875 aber ok all weer afgeven hett. Ok verdeenen he un sien Verlegers mit sien all rutbrochten Kompositschonen so völ, dat Simrock förmlich achter hüm anleep un bidden dee, he much hüm doch wat Nee’s to’n Verapenlichen geven.

1876 bit 1887

thumb|Gedenktafel To Erinnerung an den letzten Wahnseet thumb|Johannes Brahms' Ehrengraff up den Wiener Zentraalkarkhoff

Tied vun de sinfonisch Warken