Der Ford Fiesta ist ein Pkw-Modell des Automobilherstellers Ford, das weltweit vertrieben wurde. Der Kleinwagen wurde zwischen Mai 1976 und Juli 2023 gebaut; am 7. Juli 2023 rollte der letzte Ford Fiesta im Ford-Werk Köln vom Band.Warum Ford die Fiesta-Produktion in Köln für immer eingestellt hat. verliebtinkoeln.com, 8. Juli 2023, abgerufen am 23. Juli m2023. Weltweit wurden über 20 Millionen Fahrzeuge der Baureihe hergestellt. Mit rund 9 Millionen Exemplaren im Zeitraum 1979 bis 2018 wurde der größte Teil dieser Fahrzeuge am Standort Köln produziert.Starker Autostandort Köln von Corinna Schulz im Kölner Stadt-Anzeiger, 24. Januar 2020 Im Laufe der Zeit wurde der Fiesta immer wieder technisch verbessert und neu gestaltet, allerdings handelte es sich nicht bei jeder Modifizierungsmaßnahme zwangsläufig um ein neues Modell. Nach der Beendigung der Fiesta-Produktion werden in Köln nur noch Elektroautos – beginnend mit den SUV Explorer und Capri – produziert.
Zwischen Mai 2017 und Juli 2023 wurde der Fiesta in der achten und letzten Modellgeneration gefertigt. Aufgrund einer anderen Zählweise bei den Überarbeitungen spricht man teilweise – unter anderem im Vereinigten Königreich – von der siebten Generation.
Fiesta ’76 (1976–1983) mini|Ford Fiesta ’76
Der Fiesta ’76 war das erste Fahrzeug der Baureihe des Ford Fiesta. Anfang der 1970erhttp://www.ford-fiesta.de/allgemein/geschichte.html Jahre begann man bei Ford – ebenso wie bei vielen europäischen Mitbewerbern – mit der Entwicklung eines kleinen und sparsamen Fahrzeugs. Mit dem quer eingebauten Motor und Frontantrieb wich Ford vom bisherigen Antriebskonzept innerhalb des Konzerns ab. Außer dem Ford P4 (1962), dem Nachfolger P6 (1966) und dem Ford Corcel (1968) und den daraus abgeleiteten Modellen hatten alle Fords bis dahin Frontmotor und Hinterradantrieb. Der Fiesta wurde ab Mai 1976 als fünfsitzige Limousine oder als Kleinlieferwagen angeboten. Motoren der Typen Valencia und Kent mit 1,0 bis 1,6 Liter Hubraum sorgten zusammen mit einem vollsynchronisierten Vierganggetriebe für den Antrieb.
Im August 1981 wurde eine Modellpflege vorgenommen, bei der zahlreiche technische Details geändert wurden. Äußerliches Unterscheidungsmerkmal waren die neuen, größeren Stoßfänger mit Kunststoffecken.
Von 1977 bis 1980 wurde der Fiesta ’76 auch auf dem US-amerikanischen Markt angeboten. Die US-Version wurde jedoch ebenfalls in Europa gefertigt.
Fiesta ’84 (1983–1989) mini|Ford Fiesta ’84
Die zweite Baureihe des Fiesta baut auf der Bodengruppe des Vorgängers auf, gilt jedoch wegen der neuen Abkürzungen für die Karosseriebauformen und der umfangreichen Änderungen an der Frontpartie und im Innenraum nicht als „Facelift“. Außer den 1,0- und 1,1-Liter-Motoren des Vorgängers mit seitlicher Nockenwelle standen nun auch die 1980 eingeführten CVH-Motoren mit 1,3; 1,4 und 1,6 Liter Hubraum zur Wahl. Der neue Fiesta war nun auch mit Fünfganggetriebe erhältlich. Ab Anfang 1984 gab es den ersten Dieselmotor im Fiesta, ab November 1986 einen ungeregelten Katalysator für den 1,1-Liter-Motor, ab März 1987 die erste Benzineinspritzung mit G-Kat und ab Mai 1987 eine stufenlose CTX-Getriebeautomatik.
Fiesta ’89 (1989–1996) mini|Ford Fiesta ’89
Das Modell von 1989 des Ford Fiesta war eine Neuentwicklung und nun auch mit fünf Türen erhältlich. Neben einem besseren Fahrwerk und deutlich verbessertem Insassenschutz wurden zahlreiche Extras wie elektrische Fensterheber, Antiblockiersystem, Airbag, Klimaanlage, Servolenkung und eine beheizbare Frontscheibe angeboten. Der neue Zetec 16V-Motor ergänzte die Motorenpalette, die weiterhin aus den Valencia- und CVH-Motoren wie im Vorgänger bestand. Der neue 1,8-Liter-Dieselmotor war außerhalb Deutschlands auch mit Turbolader erhältlich.
Die Modellpflege im Januar 1994 umfasste Detailveränderungen und technische und sicherheitsrelevante Bauteile.
Der Fiesta ’89 wurde noch bis August 1996 als „Fiesta Classic“ angeboten, obwohl bereits im August 1995 die Produktion des Nachfolgers angelaufen war.
Fiesta ’96 (1995–1999) mini|Ford Fiesta ’96
Die Bodengruppe des Fiesta ’96 wurde nahezu unverändert vom Vorgänger übernommen, das äußere Erscheinungsbild und auch weite Teile der Technik unterschieden sich. Im Programm blieben die Kent-Motoren, die Zetec- und CVH-Motoren wurden durch die neuen Zetec-SE-Motoren ersetzt. Wie der Fiesta ’89 wurde auch der Fiesta '96 als „Courier“ mit Zulassung als Lastkraftwagen angeboten.
Die dritte Generation des Mazda 121 war ein in den Ford-Werken in Köln gebauter Fiesta ’96 mit einigen Mazda-spezifischen Modifikationen.
Auf der Basis der vierten Fiesta-Reihe wurden ab Herbst 1996 der Kleinstwagen Ford Ka und ab Frühjahr 1997 das Sportcoupé Ford Puma angeboten.
Fiesta ’99 (1999–2001) mini|Ford Fiesta ’99
Obwohl der Fiesta ’99 eigentlich nur ein umfangreiches Facelift des 1995er Modells ist, wird er trotz gleicher Codes für die Karosseriebauform (JAS/JBS etc.) üblicherweise als fünfte Baureihe angesehen. Die Frontpartie wurde neu gestaltet, die Stoßfänger vorn und hinten modifiziert und die Technik in weiten Teilen überarbeitet und verbessert. 14 Zoll-Räder, innenbelüftete Scheibenbremsen vorn, Seitenairbags und eine dritte Bremsleuchte gehörten zur Serienausstattung für alle Modelle. Ein Turbodiesel war nun für alle Märkte verfügbar.
Die dritte Generation des Mazda 121 erhielt die gleichen Modifikationen.
Fiesta ’02 (2001–2008) mini|Ford Fiesta ’02
Die sechste Generation des Fiesta basierte auf einer neuen Plattform und war im Vergleich mit den Vorgängermodellen deutlich länger und breiter. Anfangs nur als Fünftürer angeboten, folgte die dreitürige Variante im Juni 2002. Die alten Stoßstangen-Motoren wurden endgültig durch die moderneren Zetec-Rocam ersetzt, die Zetec-16V-Motoren und der Duratec-HE mit 2 Liter Hubraum ergänzten die Motorenpalette der Ottomotoren. Alle Dieselmotoren hatten nun Turbolader und Common-Rail-Einspritzung. Die Fahrzeuge waren serienmäßig mit Gurtstraffern, Seitenaufprallschutz, Antiblockiersystem (ABS), elektronischer Bremskraftverteilung und vier Airbags ausgestattet; gegen Aufpreis auch mit Kopf-Schulterairbags. Es war ein handgeschaltetes Fünfganggetriebe oder auch eine automatisierte Variante Durashift EST erhältlich.
Im Oktober 2005 gab es eine Modellpflege mit neu gestalteten Stoßstangen vorne und hinten, anderen Scheinwerfern, einem hochwertiger anmutenden Innenraum und vier neue Metallic-Lackierungen. Zudem wurden weitere Extras wie ein AUX-Eingang, Bluetooth- und Voice-Control-Funktionen, Licht- und Scheibenwischerautomatik, Bordcomputer, eine automatische Klimaanlage und anklappbare Außenspiegel angeboten.
In Indien wurde das Modell als Ford Figo ab 2010 produziert. Parallel wurde ab April 2011 der Fiesta ’08 und als Nachfolger des Ford Ikon der Fiesta Classic auf dem heimischen Markt und anderen asiatischen Ländern angeboten. Im Frühjahr 2010 wurde dieser Fiesta mit neuen Scheinwerfern und Kühlergrill ähnlich dem Fiesta ’08 überarbeitet und unter den Namen Fiesta One in Argentinien, Fiesta Move in Venezuela und Fiesta Rocam in Brasilien angeboten.
Fiesta ’09 (2008–2017) mini|Ford Fiesta ’09
Auf dem Genfer Auto-Salon wurde im März 2008 der neue Ford Fiesta vorgestellt. Er basiert auf der Bodengruppe des Vorgängers. Elektrische Servolenkung, Antiblockiersystem, Electronic Stability Control mit Bremsassistent, vier Airbags, Knieairbag für den Fahrer, ein einstellbares Lenkrad und Zentralverriegelung sind schon im Basismodell serienmäßig. Nach dem Fiesta ’76 ist dies der zweite Fiesta, der auch in den Vereinigten Staaten verkauft wird, dort auch als Stufenhecklimousine.
Die Zetec-Rocam- und Duratec-Motoren entfielen ersatzlos, zur Markteinführung waren die Zetec-SE-Ottomotoren sowie zwei Common-Rail-Dieselmotoren mit Turbolader und Partikelfilter verfügbar. Erstmals gab es die Ti-VCT-Nockenwellenverstellung im Fiesta, bei der beide Nockenwellen voneinander unabhängig verstellt werden können.
Im Januar 2013 brachte Ford eine Modellpflege auf den Markt. Die Ottomotoren wurden um die neuen Einliter-Dreizylindermotoren ergänzt, die als EcoBoost auch mit Turboaufladung und bis zu 103 kW (140 PS) verfügbar sind. Später war auch noch ein 1,6 Liter Ecoboost-Motor erhältlich, der im Fiesta ST und ST200 bis zu 158 kW (215 PS) leistete.
Für verschiedene Märkte in Asien wurde der Fiesta ab 2011 in Chennai (Indien) mit Schräg- oder Stufenheck produziert, hier löste er den Ford Ikon ab.
Der letzte Fiesta dieser Baureihe lief am 29. April 2017 vom Band.
Fiesta ’18 (2017–2023) mini|Ford Fiesta ’18
Am 29. November 2016 wurde die achte Generation des Fiesta bei einem Go Further-Event im Werk Köln-Niehl offiziell vorgestellt. Die Produktion der achten Modellreihe lief am 16. Mai 2017 in Köln-Niehl an, die offizielle Markteinführung fand am 8. Juli 2017 statt. Am 7. Juli 2023 endete die Produktion ohne Nachfolgemodell.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde das neue Modell äußerlich nur in wenigen Details geändert, am auffälligsten sind hierbei die neuen Rückleuchten, die nun nicht mehr neben, sondern als zweiteilig unter der Heckscheibe platziert sind. Der neue Fiesta ist um sieben Zentimeter länger und 1,2 cm breiter. Für das Modell standen 15 verschiedene Assistenzsysteme zur Verfügung, unter anderem Notbremsassistent, Einpark-Assistent, Fernlicht-Assistent sowie Abstandsregeltempomat. Zur Modelleinführung standen ausschließlich Dreizylinder-Ottomotoren zur Auswahl, auch der neue Fiesta ST wurde ab Anfang 2018 mit einem 1,5-Liter Dreizylinder-EcoBoostmotor ausgeliefert. Die Dieselmotoren hatten weiterhin vier Zylinder.
Nutzfahrzeuge Fiesta Van Bei dem Fiesta Van, der je nach Baujahr auch als Fiesta Kleinlieferwagen oder Fiesta Express vermarktet wurde, handelt es sich um einen Kleinlieferwagen. Diese Fahrzeuge sind direkt ab Werk erhältlich und unterscheiden sich in nur wenigen Details von einem herkömmlichen PKW dieser Baureihen. Damit die Fahrzeuge auch als LKW zugelassen werden können, haben sie nur zwei Sitzplätze. Die Seitenteile der Fahrzeuge sind in einem Stück ohne hintere Seitenscheiben ausgeführt. Je nach Baujahr sind auch die Heckklappen ohne Scheibe. Hinter den Vordersitzen befindet sich eine – meist eben ausgeführte – Ladefläche mit einer Grundfläche von über 1 m². Diese Fahrzeuge sind nur mit einer sehr eingeschränkten Auswahl der werksseitigen Extras und Motorisierungen erhältlich.
Da diese Fahrzeuge keinen erheblich besseren Nutzwert für Gewerbetreibende haben als herkömmliche Pkw, wurden sie nur in sehr kleinen Stückzahlen produziert. Verkauft werden sie zumeist in Ländern, in denen Nutzfahrzeuge geringer besteuert werden als Personenwagen.
Fiesta Courier Der Hochdachkombi Fiesta Courier, der auch als Ford Courier vermarktet wurde, ist ebenso wie der Fiesta Van ein LKW auf Basis des Fiesta. Der Vorderwagen wurde unverändert übernommen, eine geänderte und verlängerte Bodengruppe sorgt für mehr Platz im Laderaum, der höher ist als in einem PKW und über zwei Türen an der Rückseite des Fahrzeugs zugänglich ist. An der Hinterachse wurden die Schraubenfedern durch Drehstabfedern ersetzt, um eine möglichst niedrige Ladefläche und möglichst viel Raum zu schaffen und höhere Lasten aufnehmen zu können. Im Gegensatz zum Fiesta Van bietet der Courier einen deutlich gesteigerten Nutzwert für Gewerbetreibende und war deshalb weiter verbreitet. Die Komfortausstattung, Wunschausstattung sowie die Auswahl der Motoren war allerdings auch beim Courier stark eingeschränkt und auf die Bedürfnisse der gewerblichen Kunden zugeschnitten. Je nach Modell und Konfiguration wurde der Courier mit oder ohne hintere Rücksitzbank, ohne hintere Seitenscheiben, mit jeweils einer kleinen oder jeweils einer großen Scheibe pro Seite des Laderaums ausgeliefert.