Obernau war zuletzt ein Ortsteil der neuen Großgemeinde Netphen im Kreis Siegen in Nordrhein-Westfalen. Er wurde aufgrund des Baus der Obernautalsperre aufgelöst. Durch den Ort floss der gleichnamige Bach Obernau. Die Gemarkung des Ortes betrug 584 ha.
Geschichte
Um 1300 fand die erste Erwähnung des Ortes als „Obirna“ statt. Zur gleichen Zeit wurden Mühlen erwähnt, die Obernauer Mühle lag in Brauersdorfer Gemarkung. Eine exakt datierte Urkunde vom 3. Juni 1311 nennt den Ort als „Overnha“.Friedrich Philippi (Hrsg.): Siegener Urkundenbuch. Band 1: Bis 1350. Kogler, Siegen, 1887, S. 76–79, Nr. 125. 1643 übten laut einem Güterverzeichnis fünf der sechs Hausbesitzer den Beruf des Köhlers aus.Geschichte Brauersdorfs 1896 wurde der „Obernauer Weiher“ angelegt.
1925 waren von den 89 Einwohnern 38 katholisch, 30 evangelisch und 21 sonstiger Konfession. Die Gesamtfläche der Ortsgemarkung war 584 ha groß. Eingerichtet waren ein Postamt, eine Freiwillige Feuerwehr sowie eine Wasserversorgung und eine Elektrizitätsversorgung des Zweckverbandes Netphen. Die Gemeindevertretung bestand aus sechs Sitzen, Gemeindevorsteher war Schmallenbach.Genealogy.net - Amt Netphen Obernau gehörte evangelisch wie katholisch zum Kirchspiel Netphen.
Zwischen 1806 und 1813 gehörte der Ort zum „Kanton Netphen“ im Großherzogtum Berg, unter preußischer Verwaltung wurde dann die „Bürgermeisterei Netphen“ geschaffen. Ab 1844 gehörte Obernau dann zum Amt Netphen.
1936 wurde an der Mündung des Nauholzbaches im Zuge von Brauersdorfer Wasserreservoiruntersuchungen ein Häuschen zur Niederschlagsmessung aufgestellt.
Im Oktober 1964 wurde Wilhelm Klein (CDU) zum Bürgermeister und Amtsvertreter gewählt. Stellvertreter wurde Karl Groos (CDU).Bürgermeister und Gemeinderäte 1964 gewählt
1964 begannen die Arbeiten an der geplanten Talsperre. Im Zuge des Baues mussten die Orte Obernau und Nauholz ganz sowie ein Teil des benachbarten Brauersdorf weichen. Die meisten Gebäude wurden „warm abgebrochen“. 1968 wurde der Ort komplett aufgelöst und abgerissen. Im Zuge der Gemeindereform, die am 1. Januar 1969 in Kraft trat, wurde Obernau zwar noch der neuen Gemeinde Netphen zugeteilt, zu diesem Zeitpunkt bestand der Ort allerdings nicht mehr. Die Gemarkung Obernau gibt es formal noch. 1971 wurde die Talsperre fertiggestellt.
Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968. Jahr Einwohner 1818 84 1885Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, , S. 112/113. 80 1895Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115. 84 1905 93 1910 84 Jahr Einwohner 1925 89 1933 88 1939 81 1950 118 1961 114 Jahr Einwohner 1963Zeitzeichen: Brauersdorf - Obernau - Nauholz 107 1964"Jolanthe" erlebte Umzug nach Brauersdorf nicht mehr: sie wandert in die Kühltruhe 113 1965Volkhard Wrage: Erfolg der Territorialreform. Auswirkungen der territorialen Neugliederung der Gemeinden in ausgewählten Kreisen Nordrhein-Westfalens (= Schriftenreihe der Hochschule Speyer. Bd. 56). Duncker und Humblot, Berlin 1975, ISBN 3-428-03441-4, S. 16 (Zugleich: Speyer, Hochsch. f. Verwaltungswiss., Diss., 1974). 51 1967 36 1968 10
Einzelnachweise
Quellen
"Obernautalsperre - Obernau, das versunkene Dorf" Geschichte der Obernautalsperre
Kategorie:Geographie (Netphen) Kategorie:Wüstung im Kreis Siegen-Wittgenstein Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Gemeindeauflösung 1969