Kommunale Wohnungsverwaltungen (KWV) hießen in der DDR meist in Rechtsform eines Volkseigenen Betriebs (VEB) gebildete Unternehmen, welche in der Bewirtschaftung und Verwaltung städtischer Immobilien tätig waren.

Hintergrund Viele Kommunale Wohnungsverwaltungen besaßen große Immobilienbestände, welche ab den 1950er Jahren als Altneubauten oder als Neubauten in Plattenbauweise errichtet wurden. Daneben waren in den Beständen auch Altbauten aus der Zeit vor 1945 zu finden, die vor dem Zweiten Weltkrieg aus öffentlichen Mitteln erbaut wurden. Auch Bauten, die durch die Enteignung der früheren Eigentümer zu Volkseigentum geworden waren, wurden von den Kommunalen Wohnungsverwaltungen verwaltet.

In der DDR verfügten die Kommunalen Wohnungsverwaltungen über den größten Bestand an Mietwohnungen, gefolgt von den Arbeiterwohnungsgenossenschaften (AWG).

Entwicklung 1949–1990 Auch wenn in der DDR offiziell primär nach sozialen Kriterien Wohnungen vergeben wurden, hatte die Versorgung von Funktionären oberste Priorität. Wer beim Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) oder der SED beschäftigt war, erhielt in der Regel automatisch eine Wohnung. Allein in Ost-Berlin verfügte die Stasi über 10.000 Wohnungen sowie 250 Ein- und Zweifamilienhäuser. Über 3.000 dieser Wohnungen wurden von der Stasi gezielt als „konspirative Wohnungen“ für geheime Treffen mit Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) genutzt.

Aufgrund staatlich fixierter Billigmieten (durchschnittlich unter einer Mark pro Quadratmeter) fehlte das Geld für die Instandhaltung. Altbauten verfielen, wurden feucht und unbewohnbar. Im Jahr 1989 gab es in der DDR trotz des 1973 beschlossenen Wohnungsbauprogramms über 800.000 unversorgte Wohnungsanträge, während der Leerstand bei rund 10 % lag – die Wohnungsnot war größer als zu Beginn der DDR.Hubertus Knabe: Wenn der Staat über die eigene Wohnung bestimmt. 11. November 2023, abgerufen am 23. Mai 2026.

Entwicklung nach 1990 Nach der Wiedervereinigung wurden die Kommunalen Wohnungsverwaltungen meist in privatrechtliche Rechtsformen überführt. Ein großer Teil der Altbauten aus ehemaligen KWV-Beständen ging durch Restitution verloren. Die Nachfolgeunternehmen befinden sich in der Regel immer noch im Eigentum der Kommunen (z. B. Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte, Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft), wurden aber teilweise auch an externe Investoren veräußert (z. B. Woba Dresden).

Einige kommunale Immobilienunternehmen treten weiterhin unter dem Namen Kommunale Wohnungsverwaltung auf, sowohl in den neuen als inzwischen auch in den alten Bundesländern. Die Stadt Leer in Niedersachsen gründete etwa 2015 einen Eigenbetrieb "Kommunale Wohnungsverwaltung Leer (KWL)".

Weiterhin bestehende KWV

Eigenbetrieb "Kommunale Wohnungsverwaltung" in Karstädt (Brandenburg). KWV Burgstädt in Burgstädt (Sachsen). KWV Breitenbrunn in Breitenbrunn im Erzgebirge (Sachsen). Kommunale Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Olbersdorf in Olbersdorf (Sachsen).

Quellen

Weblinks Geschichte der Kommunalen Wohnungsverwaltung Schwerin Konspirativer Treffpunkt: Stasi nutzte Wohnung des MOZ-Chefredakteurs Von Markus Ehrenberg und Lars von Törne, 6. August 2011, www.tagesspiegel.de

YouTube Wie die Stasi Informationen in konspirativen Wohnungen bekam | FAKT | MDR, MDR Investigativ, konspirativen Wohnungen in Leipzig.

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