Monika Fioreschy (* 4. April 1947 in Auer) ist eine österreichische bildende Künstlerin. Ihr Werk, das traditionelle Textilkunst und experimentelle Materialkunst verbindet, nennt sie „Transfusions-Silikone“ und „Silikone“.
Leben und Werk Fioreschy studierte ab 1965 an der Universität für angewandte Kunst in Wien und schloss ihr Studium 1971 ab. 1968 nahm sie an der Internationalen Sommerakademie Salzburg bei Emilio Vedova teil.
In der künstlerischen Praxis entwickelte sie ausgehend von der klassischen Webkunst eine eigenständige Technik unter Verwendung von Silikonschläuchen, nachdem sie eine Herzoperation beobachtet hatte, bei der Bluttransfusionsschläuche aus Silikon verwendet wurden. Diese Schläuche verarbeitet Fioreschi zu Geweben und füllt sie mit unterschiedlichen Substanzen, wodurch Arbeiten entstehen, die zwischen Bildteppich, Objekt und Materialexperiment angesiedelt sind. Die Kombination eines traditionellen Herstellungsverfahrens mit industriellen Materialien wird als Erweiterung der textilen Bildsprache interpretiert. Der Kunsthistoriker Wieland Schmied bezeichnete diese Herangehensweise als eine „echte Innovation“, die das Verständnis des modernen Bildteppichs erweitere.
Sie ist Gründungsmitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. 2011 wurde ihr das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.
Fioreschy lebt und arbeitet in Salzburg. Sie ist seit 1971 mit dem Herzchirurgen Felix Unger verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
1989: Rupertinum, SalzburgMonika Fioreschy. Bildteppiche. Ausstellungskatalog 01.02. – 15.03.1989. Rupertinum, Salzburg 1989. 1992: Gasteig MünchenBildteppiche von Monika Fioreschy, Black Box im Gasteig. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 220, 1992.
1996: Stunde der Kunst mit Bazon Brock. St. Bonifaz MünchenBazon Brock: Stunde der Kunst, „Ora et Labora“ – „Befreiung vom Götzendienst“, Ausstellung St. Bonifaz, München 1997: Ludwig-Forum für Internationale Kunst, AachenMonika Fioreschy: Transfusionsbilder. Ausstellungskatalog. Verlag: Ludwig-Forum für Internationale Kunst, Aachen 1996. 2001: Rehau-Art-Eröffnungsausstellung, RehauPeter Weiermair: Rehau-Art Ausstellungskatalog, Weltgewebe, 2001 2002: Museum Moderner Kunst, Passau 2003: Galerie der Stadt Mirabellgarten, Salzburg 2011: Transformation. Arbeiten/Works 1969-2011. Ludwig Museum Koblenz
2017: Strip-Cut-Collage, Stadtgalerie Lehen, Salzburg
2020: Himmelsrichtungen. St. Stephani, Bremen 2024: Museum Moderner Kunst, Passau
Ausstellungsbeteiligungen 1998: Teilnahme an der 1. West Lake Art Fair, Hangzhou, China 2001: Schirn Kunsthalle Frankfurt: eine Ausstellung in 4 Kapiteln und 2 Häusern, Blut: Perspektiven der Kunst, Macht und Politik, Pathologie 2004: Paula’s Home. Lentos Kunstmuseum Linz 2007: Vertreterin Österreichs beim Europäischen Kulturmonat. Cultural Palace, Sharjah, VAE 2012: The New Dimension Constructed. Stadt Galerie Salzburg 2012: Internationale Mediations Biennale, Poznań (Kurator: Friedhelm Mennekes) 2025: Flower Power, eine Kulturgeschichte der Pflanzen. Landesgalerie Niederösterreich, Krems
Publikationen Bildteppiche. Bildband. Hrsg.: Rupertinum, Graphische Sammlung, Salzburg. Prestel Verlag, München 1991, ISBN 3-7913-1151-4. Interwoven Energy. Bildband. Hrsg.: Friedhelm Mennekes. Hirmer, München 2014, ISBN 978-3-7774-2243-5. Strip-Cut-Collage. Gedankenfelder, fields of ideas. Bildband. Mit Essays von Bazon Brock. Hirmer, München 2016, ISBN 978-3-7774-2616-7.
Literatur
Otto Breicha: Neuartig, ja geradezu innovativ. In: Parnass Kunst- und Kulturzeitschrift, Heft 2/1994, S. 24 Eugen Biser: Sprechende Bilder: Zu den Transfusionsbildern von Monika Fioreschy. In: Erwin Möde (Hrsg.): An-Denken. Festgabe für Eugen Biser. Styria Verlag, Graz/Wien/Köln 1998, ISBN 3-222-12563-5, S. 483–487. Anne Marie Koppenwallner: Licht-Dynamik. In: Parnass: Kunst und Kulturzeitschrift, Heft 3/2003, S. 168. Vera Hübl: Monika von Fioreschy, Bildwebereien. VDG Weimar 2003, ISBN 3-89739-345-X. Wieland Schmied: Ein Bündel von Energien-Über die Arbeiten von Monika Fioreschy, Open Heart Silicon Tissue. Ausstellungskatalog Maribor und Ljubljana, 2005. Wieland Schmied: Silicon and Cristal Tissue. Ausstellungskatalog Cultural Palace Sharjah, VAE, 2007. Ludwig Tavernier, Beate Reifenscheid (Hrsg.): Transformation. Monika von Fioreschy: Arbeiten/Works 1969–2011. Ausstellungskatalog Museum Ludwig Koblenz. VDG, Weimar 2011, ISBN 978-3-89739-732-3. Gudrun Weinzierl: Monika Fioreschy, vom Gobelin zur Silikone. In: Parnass: Kunst und Kulturzeitschrift, Heft 4/2011. Ute M. Reindl: Monika Fioreschy – Fields of Flow. Hirmer Verlag GmbH, München 2024, ISBN 978-3-7774-4294-5.
Weblinks
Website von Monika Fioreschy
Einzelnachweise
Kategorie:Objektkünstler (Österreich) Kategorie:Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Person (Südtirol) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Frau