mini|Helene Maimann (2013) Helene Maimann (* 1947 in WienGrete Klingenstein, Heinrich Lutz, Gerald Stourzh: Europäisierung der Erde?, Verlag Oldenbourg, München 1980, ISBN 3-48650-531-9, S. 295. Karl R. Stadler, Helmut Konrad (Hrsg.): Geschichte als demokratischer Auftrag. Karl R. Stadler zum 70. Geburtstag. Veröffentlichung des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte der Arbeiterbewegung, Europaverlag, Wien 1983, ISBN 3-20350-829-X, S. 319.) ist eine österreichische Historikerin, Autorin, Ausstellungs- und Filmemacherin.
Leben Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Wien promovierte Maimann 1973 mit einer Arbeit über das österreichische Exil, die 1975 unter dem Titel Politik im Wartesaal. Österreichische Exilpolitik in Großbritannien 1938–1945 veröffentlicht wurde. Zwischen 1980 und 1994 war sie Lektorin an den Universitäten Wien und Salzburg, sowie Gastprofessorin an der TU Wien. Maimann leitete in den 1980er Jahren mehrere große Ausstellungen zur österreichischen Zeitgeschichte: 1981: Mit uns zieht die neue Zeit. Arbeiterkultur in Österreich 1918–1934. 1984: Die Kälte des Februar. Österreich 1934–1938. 1985: Der Zug der Zeit. Österreichische Zeitgeschichte 1945–1985. 1988: Die ersten hundert Jahre. Österreichische Sozialdemokratie 1888–1988.
Die Ausstellungen erregten durch die Orte ihrer Präsentation – eine Straßenbahnremise, ein kompletter Eisenbahnzug und einer der vier Gasometer in Wien-Simmering – ebenso Aufsehen wie durch ihre avantgardistische und alle Medien einbeziehende Gestaltung.
Nach langjähriger Tätigkeit für die Ludwig Boltzmann Gesellschaft arbeitete Maimann ab 1991 als Redakteurin für den ORF und war dort von 1995 bis 2006 für die Dokumentarfilm-Leisten Nightwatch, Brennpunkt und DOKUmente verantwortlich.Helene Maimann zu Gast im ORF-Landesstudio Burgenland am 15. Mai 2007, (abgerufen am 25. Oktober 2013). Daneben publizierte Maimann zahlreiche Artikel und Bücher und kuratierte 2005 in der Republik-Ausstellung Das Neue Österreich im Wiener Belvedere die Themen „Nationalsozialismus“ und „Exil“.
Maimann arbeitet seit 2008 vor allem als Filmemacherin und Autorin und unterrichtet an der Filmakademie Wien.
Für den Radiosender Ö1 gestaltete Maimann zahlreiche Features und führte Gespräche unter anderem mit Eric Hobsbawm, Amos Oz (2007), Gerald Stourzh (2009), Lotte Tobisch und Renée Schroeder (2013). 2010 wurde ihr Dokumentarfilm Die Sterne verlöschen nicht. Überleben im Versteck beim Jüdischen Filmfestival Zagreb gezeigt. (jff-zagreb.hr) 2014 erlebte der Film Arik Brauer. Eine Jugend in Wien beim Jüdischen Filmfestival Wien seine Weltpremiere, wie auch ein Jahr später Der Riss der Zeit.
Auszeichnungen Helene Maimann erhielt 2011 den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis und 2013 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich. 2017 wurde ihr der Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung der Arbeitswelt verliehen. 2019 wurde ihr der Axel-Corti-Preis zuerkannt. Helene Maimann und Jörg Winter erhalten den Axel-Corti-Preis 2019. OTS-Meldung vom 11. April 2019, abgerufen am 11. April 2019. 2023 wurde ihr das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. 2026 wurde ihr der Theodor-Kramer-Preis zuerkannt.
Filmografie 1994: Uncle Sam und Bruder Wanja. Das Erbe der Befreiung Europas 1998: Ein Stern fällt. Die Joseph Schmidt-Story 1999: Freuds Welt 2000: Das Jahrhundert der Frauen. 2000: Bruno Kreisky. Licht und Schatten einer Ära (gemeinsam mit Paul Lendvai) 2003: Ich atme, singe, lache und weine 2004: Gefährliche Himmel. Der Bombenkrieg über Österreich 2005: Die Sterne verlöschen nicht. Überleben im Versteck 2007: Gefillte Fisch und Baba Ganusch. Eine jüdische Koch-Show 2008: Hannes Androsch. Ein politisches Porträt 2008: Himmlische Lust und koscherer Sex Oder Was Sie schon immer über Liebe und Ehe bei den Juden wissen wolltenHimmlische Lust und koscherer Sex, 3sat 2009: Bar Mizwa heißt erwachsen werden 2010: Fasten. Eine Reise ins Freie 2011: Bruno Kreisky. Politik und Leidenschaft 2011: Massel und Schlamassel. Über den jüdischen Witz 2012: Die Zeit, die uns bleibt 2012: Arik Brauer. Eine Jugend in Wien 2014: Arik Brauer. Eine Jugend in Wien (Kinofassung) 2015: Der Riss der Zeit. Die Vertreibung von Intelligenz und Kultur 2016: Käthe Leichter. Eine Frau wie diese 2017: Käthe Leichter. A Woman Like That 2018: Die Coudenhove-Kalergis. Europa im Herzen, zuhause in der Welt 2026: Bruno – Der junge Kreisky
Publikationen 2023: Der leuchtende Stern: Wir Kinder der Überlebenden, Paul-Zsolnay-Verlag, Wien 2023, ISBN 978-3-552-07279-4.
Weblinks
Helene Maimann beim Czernin-Verlag Vortrag von Helene Maimann – Schicksal in der Emigration im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Historiker Kategorie:Person (Ludwig Boltzmann Gesellschaft) Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Karl-Renner-Preisträger Kategorie:Axel-Corti-Preisträger Kategorie:Träger der Rosa-Jochmann-Plakette Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Frau