Die Saison 2008/09 der österreichischen Eishockey-Nationalliga wurde mit acht Mannschaften ausgetragen. Titelverteidiger war der EC Dornbirn, der jedoch die Meisterschaft nicht verteidigen konnte. Meister wurde der EHC Lustenau.
Teilnehmende Mannschaften (gereiht nach Vorjahrsplatzierung) EC Dornbirn EC Red Bull Salzburg II EHC Lustenau VEU Feldkirch EK Zell am See EV Zeltweg KSV Eishockeyklub EHC Bregenzerwald
Nicht mehr dabei war der EHC Team Wien (ein farm team der Vienna Capitals). Aufgrund einer verschärften farm team Regelung (Spieler, die nach Jahreswechsel in der Bundesliga spielen, durften nicht mehr zum farm team zurückwechseln), wurde gemeinsam mit Salzburg der Versuch unternommen diese Regelung zu blockieren, indem man die Kaution für die Teilnahme an der Liga nicht hinterlegte. Salzburg lenkte jedoch unter Protest knapp vor Ablauf der Nennfrist ein und hinterlegte die Kaution, für die Wiener gab es (auch nach Einschaltung von ÖEHV-Präsident Dieter Kalt) keine Möglichkeit mehr, an der Liga teilzunehmen.eishockey.at: , abgerufen am 21. Juni 2008hockeyfans.at: Ausgebremst! TeamWien nicht in der Nationalliga!, abgerufen am 21. Juni 2008
Modus Durch das Ausscheiden des EHC Team Wien waren alle verbleibenden acht Mannschaften für das Viertelfinale qualifiziert. Im Gegensatz zur Bundesliga wurde der Grunddurchgang der Nationalliga mit der 3-Punkte-Regel gespielt (3 Punkte für einen Sieg nach 60 Minuten, 2 Punkte für Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschießen, 1 Punkt bei Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen). Sämtliche Play-off-Runden der Nationalliga werden als best-of-five Serien ausgespielt.
Grunddurchgang Der Grunddurchgang begann am 20. September 2008. Gleich in der ersten Runde musste ein Spiel strafverifiziert werden: die Begegnung zwischen dem KSV Eishockeyklub und dem EHC Bregenzerwald ging auf dem Eis mit 6:5 nach Penaltyschießen zu Ende, aber fünf Tage später wurde es mit 5:0 für Bregenzerwald gewertet, da mit Philipp Meichernitsch ein nicht ordnungsgemäß gemeldeter Spieler im Kader der Kapfenberger gestanden hatte. hockeyfans.at: Wälder überraschen mit Punkt in Kapfenberg hockeyfans.at: Wälder erhalten am grünen Tisch 3 Punkte
Der EHC Lustenau setzte sich im Lauf der Saison souverän an die Spitze der Tabelle. Dahinter entwickelte sich ein Kampf um die Position des ersten Verfolgers, den sich der EC-TREND Dornbirn, der EK Zell am See und die VEU Feldkirch untereinander ausmachten. Am Ende konnte sich Dornbirn mit nur einem Punkt Vorsprung den zweiten Rang sichern. Zeltweg, Salzburg und Kapfenberg nahmen die Ränge fünf bis sieben ein, wobei Salzburg etwas überraschend nur den sechsten Platz erzielt hatte. Dort hatte sich Thomas Höneckl gegen Thomas Innerwinkler als erster Torwart durchsetzen können (Innerwinkler wechselte nach dieser Saison zum EC Wels in die Oberliga).
Bei einigen Mannschaften hatte es im Lauf der Saison Spielerwechsel gegeben: einige Aufregung rief der Abgang von Goalie Markus Seidl aus Zell hervor, der sich bei der Weihnachtsfeier des Teams mit einem Kollegen geprügelt hatte, woraufhin der Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden war boerse-express.com: . Für ihn wurde Florian Weißkircher unter Vertrag genommen, der es bei den Vienna Capitals in der Erste Bank Liga als Ersatztorwart hinter Jean-François Labbé nur auf wenige Einsätze gebracht hatte. Bei Feldkirch wurde Mikko Rämö aufgrund mangelnder Leistungen entlassen. Für ihn kam mit Walter Bartholomäus ein Österreicher, der trotz guter Leistungen in der Vorsaison in der Spielzeit 2008/09 bis dahin keinen Verein gefunden hatte.
Ende Jänner verstärkte sich die VEU Feldkirch noch einmal auf der Center-Position: Daniel Gauthier kehrte zurück, der in den Jahren 1996 bis 1999 ein fixer Bestandteil der Mannschaft gewesen war und danach auch drei Jahre beim EC VSV in der Bundesliga gespielt hatte. Mit Mike Harder wurde ein weiterer Spieler verpflichtet.
Bis in die 18. Runde (und damit bis zehn Runden vor Ende des Grunddurchgangs) dauerte es, bis Bregenzerwald den ersten Saisonsieg erzielen konnte: auf eigenem Eis wurde der EV Zeltweg mit 7:3 besiegt. Insgesamt sollten die Wälder am Ende vier Siege zu Buche stehen haben (davon einen nach Penaltyschießen in der letzten Runde). Damit belegten sie allerdings, wie in den Jahren zuvor, abgeschlagen den letzten Platz.
Tabelle nach dem Grunddurchgang Platz Team Spiele Siege (nach Verl.) Niederlagen (nach Verl.) Tordifferenz Punkte1.EHC Lustenau 28 20 (2) 8 (1) 139:94 452. EC Dornbirn 28 17 (0) 11 (1) 119:82 38 3. EK Zell am See 28 18 (3) 10 (0) 121:93 37 4. VEU Feldkirch 28 16 (0) 12 (2) 110:92 375. EV Zeltweg 28 13 (2) 15 (1) 97:110 316. EC Red Bull Salzburg 2 28 13 (1) 15 (1) 108:99 307. KSV Eishockeyklub 28 11 (1) 17 (3) 95:111 258. EHC Bregenzerwald 28 4 (1) 24 (1) 68:176 11
Statistiken Topscorer Rk Spieler Team GP G A Pts PIM PPG SHG GWG 1 Toni Saarinen Lustenau 28 27 56 83 20 10 3 5 2 Ryan Foster Lustenau 26 40 22 62 22 11 2 6 3 Juha-Matti Vanhanen Lustenau 28 14 33 47 14 7 1 2 4 Chris Peyton Lustenau 27 11 32 43 32 9 0 2 5 Stefan Wiedmaier Kapfenberg 22 11 31 42 24 2 1 1 6 Jakub Ruckay Kapfenberg 27 19 22 41 38 6 0 2 7 Michael Pollross Kapfenberg 25 17 21 38 8 7 0 4 8 Diethard Winzig Zeltweg 28 15 23 38 34 8 1 3 9 David Wechselberger Bregenzerwald 28 14 21 35 12 3 1 2 10 Jari Suorsa Zell 25 13 22 35 56 4 0 1 11 Matt Zultek Dornbirn 21 13 19 32 45 3 1 2 12 Matthias Schwab Salzburg 21 10 22 32 44 5 0 4 13 Thomas Auer Dornbirn 24 8 23 31 102 1 0 2 14 Michael Lampert Feldkirch 28 4 27 31 40 2 0 0 15 Martin Mallinger Feldkirch 28 19 11 30 32 4 0 3 Torhüter Rk Spieler Team GP MIP SOG SVS GA SVS% GAA SO W L OTL 1 Markus Seidl Zell 14 822:19 430 393 37 91.40 2.70 1 10 4 0 2 Patrick Machreich Lustenau 28 1608:58 972 884 88 90.95 3.28 1 19 7 1 3 Bernhard Bock Dornbirn 27 1623:42 860 782 78 90.93 2.88 1 16 10 1 4 Mikko Rämö Feldkirch 14 806:24 449 405 44 90.20 3.27 0 8 6 0 5 Walter Bartholomäus Feldkirch 13 740:00 375 335 40 89.33 3.24 0 6 4 2 6 Michael Mayer Kapfenberg 27 1623:08 953 850 103 89.19 3.81 1 12 13 3 7 Thomas Höneckl Salzburg 21 1158:42 617 550 67 89.14 3.47 2 10 9 1 8 Rickard Nilsson Zeltweg 22 1253:39 708 628 80 88.70 3.83 1 10 11 0 9 Florian Weißkircher Zell 12 713:02 349 309 40 88.54 3.37 0 8 4 0 10 Thomas Innerwinkler Salzburg 9 453:14 193 168 25 87.05 3.31 2 3 5 0 11 Martin Iberer Bregenzerwald 22 1049:18 728 626 102 85.99 5.83 0 2 15 2 12 Markus Stolz Zeltweg 8 432:36 175 148 28 84.57 3.88 0 3 3 1 13 Christof Schwendinger Bregenzerwald 14 584:05 371 300 71 80.86 7.29 0 1 8 0
Play-offs Play-off-Baum
Einzelergebnisse Viertelfinale EHC Lustenau (1) – EHC Bregenzerwald (8) 21. Februar EHC Lustenau – EHC Bregenzerwald 5:0 25. Februar EHC Bregenzerwald – EHC Lustenau 0:3 28. Februar EHC Lustenau – EHC Bregenzerwald 6:2 Der EHC Lustenau gewinnt die Serie mit 3:0 Siegen.
Wie erwartet klar verlief die Viertelfinalserie zwischen dem Tabellenführer EHC Lustenau und dem abgeschlagenen Letzten EHC Bregenzerwald. Letztere brauchten insgesamt 126 Minuten und 16 Sekunden, ehe sie im dritten Spiel der Serie ihren ersten Treffer erzielen konnten. Bis dahin hatte Lustenau die Serie nach Belieben dominiert und mit einem 5:0- und einem 3:0-Sieg auf 2:0 gestellt. Am Ende sollte ein Torverhältnis von 14:2 in drei Spielen zu Buche stehen. Herausragender Akteur der Serie war Lustenau-Torhüter Patrick Machreich, der mit 77 abgewehrten Schüssen, einer Fangquote von 98,72 % und zwei Shutouts den ungefährdeten Durchmarsch der Favoriten ermöglicht hatte.
Der EHC Bregenzerwald zeigte umgekehrt jedoch erneut, dass die Mannschaft um einige Klassen schwächer als die übrigen Teilnehmer der Nationalliga war. Bereits zum vierten Mal in Folge belegte das Team in der Schlusswertung klar den letzten Platz. Nach der Saison 2004/05, wo man den sechsten von zehn Tabellenplätzen belegt hatte, war es der Teamleitung nicht mehr gelungen, ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen. Dennoch ist es langfristiges Ziel, in der Nationalliga zu verbleiben. Neben dem schwachen Kader ist jedoch auch die nicht überdachte Eisfläche ein Problem, die im europäischen Profi-Eishockey ein Unikat darstellt.
EC Dornbirn (2) – KSV Eishockeyklub (7) 21. Februar EC Dornbirn – KSV Eishockeyklub 5:7 25. Februar KSV Eishockeyklub – EC Dornbirn 1:4 28. Februar EC Dornbirn – KSV Eishockeyklub 5:3 4. März KSV Eishockeyklub – EC Dornbirn 3:5 Der EC-TREND Dornbirn gewinnt die Serie mit 3:1 Siegen.
Wesentlich spannender verlief die Serie zwischen dem EC-TREND Dornbirn und dem KSV Eishockeyklub, die mit zwei souveränen Siegen der jeweiligen Auswärtsmannschaft begann. Das Auftaktmatch verlief mit wechselnder Führung bis zum Stand von 4:4 in der 48. Minute. Nur knappe dreißig Sekunden später erzielte Kapfenberg das 5:4, dem erstmals kein Ausgleich folgte. Stattdessen stellten die Gäste auf 6:4, und die Gastgeber konnten nur noch den Anschlusstreffer erzielen, ehe ein Empty Net Goal den Endstand herstellte. Das zweite Spiel wurde trotz der Führung durch Kapfenberg jedoch von den Vorarlbergern dominiert, die in der 44. Minute auf 4:1 stellten und gestützt auf Bernhard Bock im Tor den klaren Vorsprung souverän über die Zeit spielten. Diese spielerische Dominanz setzte sich im dritten Spiel fort, bei dem die Hausherren ab der 8. Minute permanent in Führung lagen. Den Kapfenbergern gelang zwar ein ums andere Mal ein Anschlusstreffer, der Ausgleich blieb ihnen jedoch verwehrt.
Das letzte Spiel verlief bis zur Halbzeit und einem Zwischenstand von 2:2 offen. Dornbirn erzielte jedoch im Schlussdrittel binnen acht Minuten drei Tore und stellte damit einen uneinholbaren Vorsprung her, der ihnen schließlich den Sieg in der Serie und die Teilnahme am Halbfinale sicherte.
Für Kapfenberg begann nach dem Ausscheiden eine schwierige Phase, die schließlich in der Auflösung des Vereins und der Neugründung unter dem Namen Kapfenberg Bulls gipfelte. Die Kapfenberg Bulls stiegen für die Spielzeit 2009/10 freiwillig in die Oberliga ab.
EK Zell am See (3) – EC Red Bull Salzburg (6) 20. Februar EK Zell am See – EC Red Bull Salzburg 4:2 25. Februar EC Red Bull Salzburg – EK Zell am See 5:4 n. V. 28. Februar EK Zell am See – EC Red Bull Salzburg 5:3 4. März EC Red Bull Salzburg – EK Zell am See 4:7 Der EK Zell am See gewinnt die Serie mit 3:1 Siegen.
Mit der Serie des EK Zell am See gegen den EC Red Bull Salzburg kam es bereits im Viertelfinale zum Derby der beiden Salzburger Mannschaften. Das erste Spiel verlief überraschend klar als die Zeller Eisbären bis zur 37. Minute einen 4:0-Vorsprung herausspielen konnten. Zwar konnte Salzburg mit zwei Toren das Ergebnis noch auf 4:2 korrigieren, aber der Sieg der Zeller war niemals wirklich gefährdet gewesen. Ähnlich stark präsentierte sich Zell auch im zweiten Spiel der Serie. Nachdem man bis zur Halbzeit einen 2:0-Vorsprung Salzburgs egalisiert hatte, konnten die Hausherren zwar abermals den Zwei-Tore-Vorsprung herstellen, aber Zell erzielte mit einem Doppelschlag in der 58. Minute den Ausgleich. In der Overtime sicherte Philipp Ullrich den Ausgleich in der Serie für Salzburg, nur drei Sekunden, bevor ein Penaltyschießen das Spiel hätte entscheiden müssen.