Freital ist eine Große Kreisstadt in der Mitte des Freistaates Sachsen, etwa neun Kilometer südwestlich vom Zentrum der Landeshauptstadt und angrenzend an Dresden gelegen. Sie ist nach der Einwohnerzahl die zweitgrößte Stadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und nach der Landeshauptstadt die drittgrößte Stadt im Ballungsraum Dresden. In dieser Region gilt sie als Mittelzentrum.

Die Stadt Freital entstand am 1. Oktober 1921 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, die sich, begünstigt durch die Industrialisierung und den Steinkohlenbergbau, bis in das beginnende 20. Jahrhundert von Dörfern zu Standorten verschiedener bedeutender Industriezweige und Orten städtischer Prägung entwickelt hatten. Bis 1999 kamen durch Eingemeindungen zehn weitere Stadtteile hinzu. Für gut zwanzig Jahre war Freital kreisfrei (1924–1946) und nach der Kreisreform 1952 bis 1994 Verwaltungssitz des Kreises Freital. Nachdem der Kreissitz nach Dippoldiswalde verlegt worden war, wurde Freital 1997 Große Kreisstadt.

Geographie

Lage und Stadtgebiet Freital liegt südwestlich von Dresden im Döhlener Becken, das von der Weißeritz von Südwesten nach Nordosten durchflossen wird. Die Stadt befindet sich im Nordwesten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Als weithin sichtbare Landmarke erhebt sich der Windberg rund 100 Meter über das Weißeritztal. Der tiefste Punkt der Stadt liegt bei am Übergang der Weißeritz in das Stadtgebiet von Dresden im Plauenschen Grund. Das Stadtzentrum liegt auf dem Breitenkreis 51 Grad Nord und auf dem Längenkreis 13,65 Grad Ost.

Das Stadtgebiet erstreckt sich im Wesentlichen entlang zweier nordost-südwestlich verlaufender Talweitungen des Weißeritztals auf einer Fläche von 40,45 Quadratkilometern. Die südliche Talweitung mit den Orten Coßmannsdorf und Eckersdorf wird von der nördlichen durch eine 1,7 Kilometer schmale Talenge im Stadtteil Hainsberg abgegrenzt. Entlang der Talhänge befinden sich die weniger städtisch geprägten Orte, die nach der Stadtgründung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts eingemeindet worden sind. Außerhalb der Täler verlaufen die Gebietsgrenzen oft nicht entlang spezieller Geländeformen. Die Entfernung vom nördlichsten zum südlichsten Punkt des Stadtgebietes beträgt etwa elf, vom westlichsten zum östlichsten Punkt etwa neun Kilometer.

Etwa die Hälfte der 4046 Hektar Bodenfläche (Stand: 31. Dezember 2022) wird landwirtschaftlich genutzt, dazu kommen rund 800 Hektar Wald, vor allem am Windberg und dem westlichen Talhängen. Die Siedlungsflächen innerhalb der Stadt umfassen etwa 950 Hektar, davon 600 Hektar zum Wohnbau, 130 Hektar Industrie- und Gewerbeflächen und 100 Hektar Freizeit- und Erholungsflächen. Flächen von Tagebauen, Gruben und Steinbrüchen machen noch 10 Hektar der Gesamtfläche aus. Die Verkehrsfläche mit Straßen, Wegen und Plätzen hat einen Anteil von etwa 300 Hektar. Dazu kommen rund 35 Hektar von Gewässern bedeckte Fläche. Insgesamt überwiegt damit der Anteil der vegetativen Flächennutzung gegenüber dem besiedelten Land.

Stadtgliederung

Die zur Städt gehörenden Fluren sind in insgesamt 22 Ortsgemarkungen zusammengefasst. Die 15 Freitaler Stadtteile setzen sich aus den Flächen einer oder mehrerer dieser Gemarkungen zusammen und entsprechen fast immer dem Gebiet der zum Stadtteil gewordenen eingegliederten Gemeinde. Dazu kommen kleinere Siedlungen mit eigener Bezeichnung, aber ohne Entsprechung in der aktuellen Verwaltungsgliederung oder dem Kataster, sowie Wüstungen.

Die Innenstadt erstreckt sich entlang der Talsohle des Weißeritztals in den Stadtteilen Potschappel, Döhlen und Deuben. Diese Orte sind zwar aufgrund der räumlichen Nähe in der Siedlungsstruktur nahezu lückenlos zusammengewachsen, das ursprüngliche eigene Ortszentrum blieb ihnen aber jeweils weitgehend erhalten, sodass ein erkennbares gemeinsames Zentrum der Stadt nicht eindeutig auszumachen ist. Nicht zuletzt aufgrund der dort ansässigen Teile der Stadtverwaltung und der Verkehrsanbindung werden Potschappel und Deuben gemeinhin als die Zentren Freitals angesehen.

Flächenmäßig größter Stadtteil ist das im äußersten Südwesten gelegene Somsdorf, jedoch überwiegt hier die Größe der Vegetationsfläche die des Siedlungsbereichs deutlich. Am kleinsten ist der Stadtteil Birkigt mit etwas weniger als einem Quadratkilometer Fläche. Mit rund 5700 Einwohnern ist Deuben der Stadtteil mit den meisten Einwohnern im Stadtgebiet. Etwa 14 % der Gesamteinwohnerzahl Freitals entfallen auf Deuben. Dahinter folgen mit etwa 5500 Einwohnern Potschappel und mit 4800 Einwohnern Zauckerode. Die geringste Bevölkerungszahl weist der Stadtteil Saalhausen auf, dort wohnen nur etwas mehr als 100 Menschen.

+ Stadtteile Freitals Karte Stadtteil seit Einwohner Fläche Gemarkungen und Siedlungen70px|Lage von Birkigt in FreitalBirkigt 1923 972 0,86 Gemarkung Birkigt70px|Lage von Burgk in FreitalBurgk 1924 2455 2,39 Gemarkungen Großburgk, Kleinburgk und Zschiedge70px|Lage von Deuben in FreitalDeuben 1921 5671 1,54 Gemarkung Deuben70px|Lage von Döhlen in FreitalDöhlen 1921 3434 2,65 Gemarkung Döhlen;Siedlungen Neudöhlen, Oberdöhlen und Unterdöhlen;Wüstung Weitzschen70px|Lage von Hainsberg in FreitalHainsberg 1964 4305 4,47 Gemarkung Coßmannsdorf;Siedlung Eckersdorf70px|Lage von Kleinnaundorf in FreitalKleinnaundorf 1974 1060 1,63 Gemarkung Kleinnaundorf70px|Lage von Niederhäslich in FreitalNiederhäslich2011 1 2829 3,44 Gemarkung Niederhäslich70px|Lage von Pesterwitz in FreitalPesterwitz 1999 3263 2,69 Gemarkung (Ober-)Pesterwitz70px|Lage von Potschappel in FreitalPotschappel 1921 5468 2,23 Gemarkung Niederpesterwitz;Siedlungen Leisnitz und Neucoschütz70px|Lage von Saalhausen in FreitalSaalhausen 1973 128 1,01 Gemarkung Saalhausen70px|Lage von Schweinsdorf in FreitalSchweinsdorf2011 1 1510 1,29 Gemarkung Schweinsdorf70px|Lage von Somsdorf in FreitalSomsdorf 1974 638 6,35 Gemarkung Somsdorf70px|Lage von Weißig in FreitalWeißig 1974 893 3,56 Gemarkungen Oberweißig und Unterweißig70px|Lage von Wurgwitz in FreitalWurgwitz 1974 2495 4,82 Gemarkungen Wurgwitz, Kohlsdorf und Niederhermsdorf;Siedlung Hammer;Wüstung Bulsitz70px|Lage von Zauckerode in FreitalZauckerode 1922 4785 1,52 Gemarkung Zauckerode

Stichtag der Einwohnerzahlen ist der 31. Dezember 2017. Flächenangaben in Quadratkilometern.

1 Niederhäslich und Schweinsdorf wurden 1915 bzw. 1900 nach Deuben eingemeindet, gehörten anschließend verwaltungstechnisch zu Deuben und werden seit Mai 2011 als Stadtteile geführt.

Nachbargemeinden Freital grenzt an drei Städte und zwei Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie im Nordosten und Norden an die kreisfreie Landeshauptstadt Dresden, eines der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentren Sachsens, an. Deren Stadtteile Zöllmen, Pennrich, Altfranken, Gorbitz, Roßthal, Dölzschen, Coschütz und Gittersee haben insgesamt elf Kilometer gemeinsame Grenze mit Freital. Im Osten grenzt die ländlich geprägte Gemeinde Bannewitz mit den Ortsteilen Cunnersdorf, Boderitz und Bannewitz auf vier Kilometer Grenzlänge an.

Die Ortsteile Obernaundorf, Rabenau und Lübau der Kleinstadt Rabenau, die vor allem durch das Stuhlbauhandwerk und die nach wie vor existierende Polstermöbelfabrik bekannt ist, haben im Südosten und Süden 13 Kilometer gemeinsame Grenzen mit Freital. Ebenfalls im Süden besteht mit nur 700 Metern ein kurzes Grenzstück zum Ortsteil Borlas der Gemeinde Klingenberg, die sich rund um die aufwärts der Wilden Weißeritz gelegene gleichnamige Talsperre erstreckt. Südwestlich und westlich Freitals schließt sich die Forststadt Tharandt (Forstliche Hochschule Tharandt der TU Dresden mit dem Forstbotanischen Garten Tharandt) mit den Ortsteilen Tharandt und Großopitz auf etwa acht Kilometern an. Im Westen und Nordwesten grenzt die Stadt Wilsdruff mit den Ortsteilen Kleinopitz, Oberhermsdorf und Kesselsdorf mit sechs Kilometern gemeinsamer Grenzlänge an.

Gewässer und Geologie mini|Blick auf Potschappel und die Weißeritz Im Stadtteil Hainsberg fließen die aus dem Osterzgebirge kommenden Flüsse Rote Weißeritz und Wilde Weißeritz zusammen und bilden die „Vereinigte“ Weißeritz, die das Stadtzentrum Freitals durchquert und in Dresden-Cotta in die Elbe mündet. Nebengewässer der Vereinigten Weißeritz auf Freitaler Stadtgebiet sind die von links aus der Wurgwitzer Region kommende Wiederitz, der das Poisental durchfließende und bei Bannewitz entspringende Poisenbach als rechter Nebenfluss sowie kleinere meist kanalisierte Gewässer wie der Vorholzbach und Dorfbäche wie der Burgker Bach, der Birkigter Bach, der Somsdorfer Bach und der Weißiger Bach. Größere natürliche stehende Gewässer existieren nicht, der Schlammteich im Bereich der Halde am Saugrund sowie das Hochwasserrückhaltebecken Zauckerode wurden im 20. Jahrhundert angelegt.

Freital liegt im Zentrum des nordwestlich-südöstlich streichenden Döhlener Beckens. Das 22 km lange und 6 km breite Döhlener Becken wurde am Südwestrand der Elbtalzone im Bereich der geotektonischen Großstruktur des Elbe-Lineaments im Oberkarbon angelegt. Es bildet morphologisch den Übergang zwischen dem Elbtal und dem Osterzgebirge. Das Unterlager des mit 700–800 m mächtigen Oberkarbon- und Rotliegend-Sedimenten gefüllten Molassebeckens bilden im Süden die Gneise des Osterzgebirge, im Zentralteil vorwiegend Phyllite des Elbtalschiefergebirges und des Nossen-Wilsdruffer Zwischengebirges und im Norden die Intrusivgesteine des Meißner Massivs.

Die insgesamt maximal 800 m mächtige Beckenfüllung besteht aus vier Formationen, die zyklisch aus Sedimenten (Konglomerate, Sandsteine, Kalksteine, Ton- und Brandschiefer) und vulkanischen Gesteinen (Tuff, Pyroklastite, Porphyrite) aufgebaut sind. Die ersten geologischen Kartierungen im „Döhlener Bassin“ wurden bereits um 1800 von Studenten der Bergakademie Freiberg angefertigt, die von C. F. Naumann und Bernhard von Cotta zusammenfassend dargestellt wurden.

Die Gegend um Freital ist reich an Bodenschätzen, die seit dem 16. Jahrhundert abgebaut wurden. Der Abbau von Steinkohle war die Grundlage für die industrielle Entwicklung im Weißeritztal. Die Kohle wurde aus über 500 Schächten gefördert; der tiefste, der König-Georg-Schacht, war bis in eine Teufe von 575 m ausgebaut. Der Abbau der Steinkohle wurde 1967 eingestellt. Bis 1989 erfolgte in der Umgebung der Abbau von uranhaltigen Brandschiefern und Kohlen. Darüber hinaus wurden Kupfererze, Kalksteine sowie Tone als Rohstoff für die Töpfer- und Ziegelindustrie gewonnen.

Klima Freital befindet sich mit dem humiden Klima in der Gemäßigten Klimazone, wobei ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar ist. Die nächste Wetterwarte befindet sich in Dresden-Klotzsche auf etwa .

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,3 °C, die maximale Monatsdurchschnittstemperatur wird im Juli bei 17,6 °C gemessen, die geringste Monatsdurchschnittstemperatur mit −1,4 °C im Januar. Die maximale Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,1 °C, während die minimale Temperatur bei 4,5 °C gemessen wird. Es werden die höchsten und niedrigsten Monatsdurchschnittstemperaturen im Juli bzw. Januar angegeben.

Die jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich auf 636 mm. Am meisten Niederschlag fällt in den Monaten Juli (83 mm) und Juni (75 mm). Die geringste Niederschlagsmenge verzeichnet der Monat Februar mit 36 mm.

Geschichte Geschichte der Dörfer mini|links|Um 1820: Potschappel und Umgebung mini|Wurgwitz, Zauckerode und Pesterwitz mini|Deuben und Hainsberg