Die Tampa Bay Lightning (IPA: ) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Tampa im Bundesstaat Florida. Es wurde am 16. Dezember 1991 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1992/93 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind Blau, Weiß und Schwarz.

Die Lightning tragen ihre Heimspiele in der Benchmark International Arena aus und sind – nach den Florida Panthers – das am südlichsten beheimatete Franchise der Liga. Nachdem das Team in den 1990er Jahren sich nur einmal für die Playoffs hatte qualifizieren können, schafften sie zu Beginn des neuen Jahrtausends den Anschluss an die Ligaspitze. Am Ende der Saison 2003/04 gewannen sie als erstes Team, das aus der NHL-Expansion der 1990er Jahre hervorgegangen war, den Stanley Cup. Diesen Erfolg wiederholten sie 2020 und 2021.

Geschichte Gründung der Franchise 1992 beschloss die NHL zwei zusätzliche Teams in die Liga aufzunehmen: die Ottawa Senators und die Tampa Bay Lightning aus Florida. Angeführt von der NHL-Legende Phil Esposito betrieb Tampa Bay intensives Lobbying um den Platz für ein Expansion Team und bekam schließlich den Zuschlag. Phil Esposito wurde zum Präsidenten des Franchise gekürt und Terry Crisp, der ein paar Jahre zuvor den Stanley Cup mit den Calgary Flames gewonnen hatte, wurde als Trainer eingestellt. Am 7. Oktober 1992 bestritten die Bolts ihr erstes NHL-Spiel und gewannen gegen die Chicago Blackhawks mit 7:3. Chris Kontos erzielte vier Tore in diesem Spiel. Dies ist ein Rekord für erzielte Tore pro Spiel, den bis heute kein Tampa-Spieler brechen konnte. Doch das Team schloss die Saison mit 23 Siegen bei 54 Niederlagen als Letzter seiner Division ab.

Für die nächste Saison zogen die Lightning aus der kleinen Expo Hall in den größeren Thunderdome nach St. Petersburg um, welches sich zuvor ebenfalls als Konkurrent zu Tampa um das Franchise bemüht hatte. Im ersten Spiel im neuen Stadion gegen die Florida Panthers wurde ein Zuschauerrekord von 27.227 Zuschauern erzielt. Tampa Bay wurde mit einer 30-43-11 Bilanz wieder Letzter in der Atlantic Division. In der Saison 1994/95 wurden wegen eines Lockouts nur 48 Spiele in der NHL ausgetragen und Tampa schloss die Saison als sechster der Atlantic Division ab.

Erster Aufschwung, sportliche und finanzielle Probleme Das Team, angeführt von Brian Bradley, Alexander Seliwanow und Roman Hamrlík, den Tampa 1992 als ersten Pick im Draft verpflichtete, zog in der Saison 1995/96 erstmals in der Vereinsgeschichte in die Playoffs ein. Die Erstrunden-Serie gegen die Philadelphia Flyers ging verloren, aber die Bolts stellten mit 28.183 Zuschauern im Thunderdome einen neuen NHL-Hallen-Zuschauerrekord auf. Dieser Rekord wurde 2003 beim NHL Heritage Classic in Edmonton gebrochen.

In den nächsten Jahren tauchte das Team aufgrund seiner Besitzer, den Kokusai Green, ein Konsortium von japanischen Managern, immer wieder in den Medien auf. Zu Denken gab, dass der Kopf dieses Konsortiums, Takashi Okubo, sich bis 1998 nicht in Tampa zeigte und auch kein Interesse an Eishockey zu haben schien. Auch gab es Gerüchte, dass das Team zur Geldwäsche von der japanischen Yakuza genutzt wurde.

In der Saison 1996/97 zog das Team in ein richtiges Eishockey-Stadion: Der Ice Palace in Tampa wurde eröffnet. Allerdings verließen viele Stars das Team als Free Agents, Goalie Daren Puppa verletzte sich schwer an der Leiste und das Management schaffte es nicht, gleichwertigen Ersatz für diese Teamstützen zu finden. Von 1997/98 bis 1999/00 folgten drei Spielzeiten mit jeweils über 50 verlorenen Spielen pro Saison. Damit wurde Tampa das erste Team der NHL-Geschichte, das in drei aufeinander folgenden Jahren mehr als 50 Spiele verlor. Im NHL Entry Draft 1998 wählten die Bolts das Talent Vincent Lecavalier an erster Stelle und Brad Richards an 65. Stelle der dritten Draft-Runde aus. Ebenso wurde das Team 1998 von seinen Eigentümern an Art Williams verkauft, weil das Franchise mehr als 100 Millionen US-Dollar Verlust in sechs Jahren angehäuft hatte. Williams war nur kurz Besitzer des Franchise, das er 1999 an den Detroit-Pistons-Eigner Bill Davidson verkaufte.

In der Saison 2000/01 verloren die Lightning weiterhin die meisten ihrer Spiele. Nur Fredrik Modin, Richards und Lecavalier erzielten mehr als 20 Tore. Tampa schloss die Saison erneut als Divisionsletzter ab. Am 5. März 2001 wurde Torwart Nikolai Chabibulin von den Phoenix Coyotes verpflichtet. Mit ihm zusammen kam Verteidiger Stanislav Neckář im Austausch für Stürmer Mike Johnson und Verteidiger Paul Mara. Zwar bestritt Chabibulin nur zwei Spiele, das Team hatte mit diesem Wechsel nach langer Zeit wieder einen soliden Torhüter. Zum Ende der Saison wurde Trainer Steve Ludzik, der vorher die Detroit Vipers betreute, durch John Tortorella ersetzt.

Weg zum ersten Stanley Cup 2002 verpasste Tampa die Playoffs zum sechsten Mal in Folge, obwohl es den dritten Rang in seiner Division belegte. Dieser dritte Platz wurde möglich, da Tampa in Khabibulin einen sicheren Rückhalt im Tor hatte und das Team unter dem neuen Trainer deutliche Fortschritte machte.

Die Saison 2002/03 startete Tampa mit sieben Spielen ohne Niederlage in die Saison. Angeführt von Vincent Lecavalier und Martin St. Louis, der in dieser Saison seinen Durchbruch schaffte, gewann Tampa die Southeast Division mit einem Punkt Vorsprung auf die Washington Capitals. Den Bolts gelang es in dieser Spielzeit zum ersten Mal die reguläre Saison mit über 90 Punkten abzuschließen. In Runde eins der Playoffs kam es zu einem Aufeinandertreffen mit den Capitals. Tampa gewann diese hart umkämpfte Playoff-Serie schließlich in 6 Spielen und erreichte erstmals die zweite Runde. Dort schieden sie nach fünf Spielen gegen die New Jersey Devils aus, die am Ende der Playoffs den Stanley Cup gewannen.

In der folgenden Spielzeit wurde Martin St. Louis mit 91 Scorer-Punkten zum besten Scorer der NHL und zum MVP ernannt, Cheftrainer John Tortorella wurde zum Trainer des Jahres gekürt und Tampa Bay wurde mit 106 Punkten zum besten Team der Eastern Conference und zum zweitbesten der Liga. In Runde eins der Playoffs bezwangen die Bolts die New York Islanders mit 4:1, in Runde zwei die Montreal Canadiens mit einem 4:0 Sweep. Im Conference-Finale trafen sie auf die Philadelphia Flyers. Es entwickelte sich eine enge Playoffserie, die sich erst im siebten Spiel entschied. Tampa gewann dank Chabibulin, der 31 Schüsse halten konnte, vor eigenem Publikum mit 2:1 und erreichte das Stanley-Cup-Finale. Der Gegner dort waren die Calgary Flames. Nach fünf Spielen stand die Serie 3:2 für Calgary. Martin St. Louis erzielte in der zweiten Overtime der sechsten Partie das Siegtor und erzwang ein entscheidendes siebtes Spiel in Tampa Bay. Vor eigenem Publikum wurde Calgary mit 2:1, dank zweier Tore von Ruslan Fedotenko, bezwungen und die Tampa Bay Lightning gewannen ihren ersten Stanley Cup. Brad Richards wurde mit der Conn Smythe Trophy zum MVP der Playoffs gekürt und stellte einen neuen Rekord auf, als er neun Tore in Verlängerungen schoss.

In der Saison 2004/05 konnten die Bolts ihren Titel nicht verteidigen, da die komplette Saison aufgrund eines Spielerstreiks und Lockouts ausfiel.

Sportlicher Abstieg nach dem Lockout In der Saison 2005/06 erreichte der amtierende Stanley-Cup-Sieger mit 92 Punkten knapp die Playoffs, wo dieser später gegen die Ottawa Senators in fünf Spielen verlor. Insbesondere Leistungsträger wie Martin St. Louis und Vincent Lecavalier hatten mit durchschnittlichen Leistungen zu kämpfen, lediglich Brad Richards konnte mit 90 Scorerpunkten überzeugen und erhielt im Anschluss an die Spielzeit eine Nominierung für die Lady Byng Memorial Trophy. Nachdem Cheftrainer Tortorella das Torhütergespann um John Grahame und Sean Burke im Laufe der Saison mehrmals öffentlich kritisiert hatte, verließen beide den Klub in der Sommerpause 2006 und wurden durch Johan Holmqvist sowie Marc Denis ersetzt. Die anschließende Saison 2006/07 war für die Lightning hauptsächlich durch die überragenden Leistungen von Angreifer Lecavalier geprägt; dieser stellte mit 52 Toren sowie 108 Scorerpunkten neue Franchise-Rekorde auf und wurde mit der Maurice Richard Trophy als bester Torschütze der Hauptrunde ausgezeichnet. Die Mannschaft hatte während der ersten Saisonhälfte mit durchwachsenen Ergebnissen zu kämpfen, bevor man sich ab Januar 2007 stabilisierte und die reguläre Saison auf dem zweiten Platz der Southeast Division hinter den Atlanta Thrashers beendete. In der ersten Playoff-Runde traf die Mannschaft auf die New Jersey Devils, denen man in sechs Spielen unterlag.

Im folgenden Jahr bestritten die Lightning eine sportlich enttäuschende Saison und gehörte über einen Großteil der Spielzeit hinweg zu den schlechtesten Mannschaften der Liga. Kurz vor Ende der Transferfrist versuchte man mit tiefgreifenden personellen Veränderungen noch einmal Impulse für den Rest der Saison zu setzen. Während Brad Richards, Johan Holmqvist, Václav Prospal und Jan Hlaváč den Klub verließen, wurde mit Mike Smith ein neuer Torhüter sowie mit Jussi Jokinen, Alexandre Picard und Jeff Halpern vier Angreifer verpflichtet. Dennoch gelang es den Bolts nicht, die sportliche Situation zu verbessern, sodass man mit lediglich 71 Punkten die Saison beendete und als schlechtplatzierteste Mannschaft die Playoffs verpasste. Daraus ergab sich die Chance, die Draft-Lotterie für den NHL Entry Draft 2008 zu gewinnen und man initiierte die Werbekampagne Seen Stamkos? in Tampatampabay.com , da Steve Stamkos als größtes Talent im Draft galt. Tatsächlich bekam der Klub beim Draft die Möglichkeit, als erste Mannschaft einen Draft Pick auszuwählen und sicherte sich die Rechte an Stamkos.nhl.com As expected, Lightning select Stamkos at No. 1 mini|200px|Stamkos in seiner ersten Spielzeit für die Lightning (2009).