mini|Ein MFM-Controller right|mini|MFM-Controller mit Festplatte.Die Festplatte ist über ein 20-adriges Datenkabel und über ein 34-adriges Steuerkabel mit dem Controller verbunden. Die ST506-Schnittstelle ist eine Hardwareschnittstelle. Sie wurde 1980 von der irischen Firma Shugart Technology, heute Seagate, zu ihren neuartigen 5¼″-Festplatten ST506 (5 MB) und ST412 (10 MB) entworfen und galt lange Zeit als De-facto-Standard.

Sie ist eine Weiterentwicklung der Diskettenschnittstelle (gelegentlich auch Shugart-Bus genannt) und setzt sehr tief in der Hardware an. So werden der Kopfschlitten über Schrittimpulse gesteuert sowie die Köpfe durch Signale im Kabel ausgewählt. Das Aufzeichnungsverfahren (MFM oder RLL) wird vom Controller im Computer bestimmt.

Mit einem ST506-Controller können bis zu vier Laufwerke adressiert werden. Er verwendet zwei verschiedene Kabel. Das A-Kabel (34-polig) wird von Laufwerk zu Laufwerk durchgeschleift (daisy chain) und muss am Ende (auf der letzten Festplatte) terminiert werden. Es dient der Adressierung und Steuerung des Laufwerks bzw. Kopfes. Um die beiden Laufwerke unterscheiden zu können, werden zwischen den beiden Festplattenanschlüssen einige Adern des Flachbandkabels verdreht.

Das B-Kabel (20-polig) ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen Controller und Festplatte und überträgt die Schreib- und Lesedaten (bitweise). Für den Betrieb von vier Festplatten werden also fünf Anschlüsse am Controller benötigt (einmal A und viermal B). Wegen BIOS- und Betriebssystem-Beschränkungen waren aber im PC nicht mehr als zwei Festplatten üblich.

Die Adressierung der Daten auf der Festplatte erfolgte über Kopf, Spur und Sektor. Als Kodierung wurde MFM mit 17 Sektoren pro Spur oder RLL mit gewöhnlich 26 Sektoren pro Spur verwendet. Controller und Festplatte mussten jeweils für die Kodierung ausgelegt sein. Die Datenübertragungsrate zwischen Controller und Festplatte betrug 10 Mbit/s, was einer Nutzdatenrate von 5 Mbit/s bei MFM und 7,5 Mbit/s bei RLL entsprach. Aus der Rotationsgeschwindigkeit von zumeist 3600 min−1 und der Anzahl Sektoren pro Spur ergab sich eine nutzbare Datenrate von etwa 522 bzw. 799 kB/s.Hard Drive Specs from SEAGATE

IBM leitete eine eigene Schnittstelle namens ESDI ab, die nur mechanisch kompatibel war. Mit 34 Sektoren pro Spur ließ sich die Kapazität und Datenrate erhöhen.

Nachfolger dieser Schnittstelle ist Integrated Drive Electronics (IDE).

Pinbelegung Pinbelegung der beiden Kabel laut ST506/ST412-OEM-Handbuch: (Das Symbol „~“ bezeichnet ein logisch invertiertes Signal)

+ A-Kabel, Pinbelegung Signal PinPinSignalMasse 1 2 ~HD SLCT 3 (oder ~Reduced Write Current)Masse 3 4 ~HD SLCT 2Masse 5 6 ~WRITE GATEMasse 7 8 ~SEEK CMPLTMasse 9 10 ~TRACK 0Masse 11 12 ~WRITE FAULTMasse 13 14 ~HD SLCT 0Verpolungsschutz (kein Pin) 15 16 reserviertMasse 17 18 ~HD SLCT 1Masse 19 20 ~INDEXMasse 21 22 ~READYMasse 23 24 ~STEPMasse 25 26 ~DRV SLCT 0Masse 27 28 ~DRV SLCT 1Masse 29 30 ~DRV SLCT 2Masse 31 32 ~DRV SLCT 3Masse 33 34 ~DIRECTION IN

+ B-Kabel, Pinbelegung Signal PinPinSignal ~DRV SLCTD 1 2 Masse (nicht angeschlossen) 3 4 Masse (nicht angeschlossen) 5 6 Masse (nicht angeschlossen) 7 8 Verpolungsschutz (kein Pin) (nicht angeschlossen) 9 10 (nicht angeschlossen) Masse 11 12 Masse +MFM WRITE 13 14 -MFM WRITE Masse 15 16 Masse +MFM READ 17 18 -MFM READ Masse 19 20 Masse

Einzelnachweise

Kategorie:Peripheriebus (intern) Kategorie:Speicherlaufwerke