Die Schwenninger Wild Wings sind ein Eishockeyteam aus Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg. Die „Wild Wings“ sind eine in die serc04wildwings Vermarktungs- und Betriebs GmbH ausgegliederte Profimannschaft und spielen seit der Saison 2013/14 wieder in der Deutschen Eishockey Liga. Der größte Erfolg des Vereins war das Erreichen des Play-off-Halbfinals der 1. Bundesliga 1990. Die Wild Wings waren 1994 Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey Liga.
Die Heimspiele tragen die Wild Wings in der 5200 Zuschauer fassenden Helios Arena aus, die Vereinsfarben sind blau und weiß. Der Stammverein der Mannschaft ist der Schwenninger Eis- und Rollsportclub 04 e. V., der die Nachwuchs- und Seniorenabteilung, eine Eiskunstlauf- und eine Inlinehockeyabteilung besitzt. Zu den bekanntesten Spielern, die beim SERC in der Jugend gespielt haben oder später in die Mannschaft der Wild Wings kamen, zählen Marcel Goc, die Seidenberg-Brüder Dennis und Yannic und der ehemalige DEL-Rekordspieler Andreas Renz.
Geschichte mini|hochkant|Das Stadtwappen der damaligen Stadt Schwenningen, das ebenfalls einen Schwan beinhaltet, diente als Vorbild für das Logo des SERC
Die ersten Anfänge im Schwenninger Eissport (1904–1947) Die Vereinsgeschichte des Schwenninger ERC reicht über 100 Jahre zurück. Der Verein wurde am 20. Juli 1904 in einem Schwenninger Gasthof als Schwimm- und Eissportverein (Schwimm- und Eisclub e. V. - SEC Schwenningen) gegründet. Der Gründung war ein Badeunfall im nahen Bad Dürrheimer Salinensee vorausgegangen, bei dem vier Jugendliche ums Leben kamen. Daraufhin beabsichtigten einige Bürger der Stadt, einen Schwimmverein ins Leben zu rufen, der jungen Leuten durch das Einrichten einer separaten Eissportabteilung eine zusätzliche Aktivität bieten sollte. So entstand an der Rottweiler Straße schnell eine Natureisbahn für Eishockey, Eiskunstlauf und Eisstockschießen.wildwings.de
Vorerst diente der Verein jedoch nur den Schwenninger Bürgern für den Freizeitsport, die ersten Eishockeybegegnungen fanden erst im Jahr 1927 statt, als der SEC Schwenningen gegen die Mannschaften aus Titisee und Stuttgart spielte. In dieser Zeit wurde der Verein auch überregional sportlich erfolgreich und spielte zum Ende der 1920er Jahre bereits um eine Meisterschaft. 1931 wurde der SEC Meister des Eislaufverbandes Süd-West und nahm anschließend an der Finalrunde um die deutsche Meisterschaft teil. In den folgenden fünf Jahren gewann der SEC ununterbrochen die südwestdeutsche Eishockeymeisterschaft und nahm erneut 1933 an der Vorrunde um die deutsche Meisterschaft teil.
Erste sportliche Erfolge nach dem Zweiten Weltkrieg (1947–1964) Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten die Verantwortlichen eine neue sportliche Heimat für den ECS und entschlossen sich gezwungenermaßen für eine Reithalle, da die Natureisbahn während des Krieges zweckentfremdet wurde. 1947 trennte sich der Stammverein von seiner Schwimmabteilung und gründete stattdessen mit der Rollhockeyabteilung eine neue Sparte. Kurze Zeit später begann der Wiederaufbau der ehemaligen Heimspielstätte an der „Rottweiler Straße“. Anfang der 1950er Jahre erfolgte eine Umbenennung: Ab sofort nannte sich der Verein Schwenninger ERC. Von 1952 bis 1956 nahm der SERC als Meister von Württemberg an den Qualifikationsspielen zur Oberliga teil, die Qualifikation gelang jedoch nicht. In der Spielzeit 1957/58 wurde der Eis- und Rollsportclub erneut Meister, diesmal verzichtete der Verein jedoch freiwillig auf die anschließende Qualifikation.
Ende der 1950er Jahre sank durch eine Verlegung des Kanals der Grundwasserspiegel rapide, sodass eine extrem kalte Witterung für eine Eisaufbereitung nötig war. Infolgedessen stand der Verein kurz vor seiner Auflösung, da ohne eine geeignete Heimspielstätte kein Spielbetrieb stattfinden konnte. Im Dezember 1964 wurde schließlich eine vorerst nicht überdachte Kunsteisbahn fertiggestellt, die den Klub vor dem Kollaps rettete. Ein zuvor gegründeter Kunsteisbahn-Förderverein trug maßgeblich dazu bei, dass der Klub weiterhin existieren konnte. Dennoch blickte der SERC in eine ungewisse Zukunft, da es keine Nachwuchsarbeit gab und zudem keine wettbewerbsfähige Mannschaft existierte.
Der Aufstieg in die Bundesliga (1964–1981) Saison Liga Hauptrunde Endrunde 1974/75 RL 4. Platz − 1975/76 RL 2. Platz − 1976/77 OL 4. Platz 5. Platz 1977/78 OL 3. Platz 3. Platz 1978/79 OL 2. Platz 2. Platz 1979/80 2. BL 3. Platz − 1980/81 2. BL 2. Platz − Die Verantwortlichen entschlossen sich Mitte der 1960er Jahre für eine Spielgemeinschaft mit dem WSV Titisee und verpflichteten den ehemaligen Bundesligaspieler Ernst Wölfl, welcher dem Verein zu einer Renaissance verhalf. Zunächst absolvierte der SERC nur Freundschaftsspiele. Erst mit der Einführung der vierten übergreifenden Spielklasse in Deutschland 1974 rückte der SERC in die Regionalliga Süd auf. Zur Saison 1976/77 konnte der Eishockeyclub als Vizemeister in die Oberliga Süd aufsteigen, da der eigentliche Meister, der SC Reichersbeuren, auf den Aufstieg verzichtete. Aus dieser Liga stiegen die Schwenninger als Vizemeister 1979 unter Trainer Peter Ustorf in die 2. Bundesliga auf. In der ersten Saison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse konnte der Eishockeyverein den dritten Tabellenrang erreichen.
Die Mannschaft war punktgleich mit dem damals Zweitplatzierten, dem EHC 70 München, und landete lediglich durch das schlechtere Torverhältnis auf dem dritten Rang. Am Ende fehlten dem Team fünf Tore für einen möglichen Aufstieg in die Bundesliga. In der darauffolgenden Spielzeit erreichte der SERC schließlich mit 68:20 Punkten den zweiten Tabellenplatz. Der Punkterückstand des damaligen Drittplatzierten, des Deggendorfer SC, betrug 16 Punkte. Somit stiegen die Schwenninger als Vizemeister 1981 in die Eishockey-Bundesliga auf. Trotz erheblicher finanzieller Belastungen wagte die Vereinsführung damals gemeinsam mit dem Lokalrivalen ERC Freiburg den Aufstieg in die Bundesliga.
Die Jahre in der Bundesliga (1981–1994) Nachdem der Verein in der Saison 1981/82 zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in der höchsten deutschen Spielklasse spielte, erreichten die Schwenninger den neunten Tabellenplatz und verpassten somit die Qualifikation für die Play-offs. Saison Liga Hauptrunde Endrunde 1981/82 BL 9. Platz Relegation 1982/83 BL 5. Platz Viertelfinale 1983/84 BL 5. Platz − 1984/85 BL 6. Platz Viertelfinale 1985/86 BL 8. Platz Viertelfinale 1986/87 BL 7. Platz Viertelfinale 1987/88 BL 8. Platz Viertelfinale 1988/89 BL 5. Platz Viertelfinale 1989/90 BL 5. Platz Halbfinale 1990/91 BL 6. Platz Viertelfinale 1991/92 BL 8. Platz Viertelfinale 1992/93 BL 9. Platz 2. Runde↓ 1993/94 BL 10. Platz Relegation ↓ Play-downs Anschließend musste der weitere Verbleib in der Bundesliga in der Relegationsrunde erspielt werden. Mit einem zweiten Platz und einem Punkteverhältnis von 15:5 konnte der Klassenerhalt gesichert werden. In der darauffolgenden Spielzeit gelang es den Schwänen erstmals, sich mit einem fünften Tabellenrang nach der Vorrunde für die Endrunde der Bundesliga zu qualifizieren. Dort schied der SERC in der ersten Play-off-Runde in einer Best-of-Three-Serie mit 1:2 Niederlagen gegen den Kölner EC aus.
Während der Eishockeyclub in der Saison 1983/84 noch einmal die Play-offs verpasste, erreichte Schwenningen in den folgenden acht Spielzeiten regelmäßig mindestens das Play-off-Viertelfinale. Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte war das Spieljahr 1989/90, als die Baden-Württemberger nach einem 3:2 Viertelfinal-Sieg gegen die BSC Preussen das Halbfinale erreichten. Dort scheiterte der Club an der Düsseldorfer EG, die wenig später die deutsche Meisterschaft gewannen. Der Deutsch-Kanadier Wally Schreiber war einer der prägenden Akteure des Schwenninger Eissports der 1980er Jahre. Der ehemalige NHL-Spieler erzielte in der Saison 1989/90 in insgesamt 46 absolvierten Ligapartien 74 Scorerpunkte und hatte neben dem gebürtigen Kanadier Grant Martin, der ebenfalls zu den Top-Scorern der Liga gehörte, großen Anteil am Erreichen des Halbfinales.
Die Mannschaft konnte den Erfolg aus der Spielzeit 1989/90 nicht wiederholen und schied stattdessen in den Jahren 1991 und 1992 im Viertelfinale aus. Dabei verloren die Schwäne im Play-off-Viertelfinale des Jahres 1991 mit 1:3 Niederlagen gegen den SB Rosenheim und eine Saison später mit 0:3 Niederlagen gegen die Düsseldorfer EG. Die DEG, die nach einem Finalsieg die deutsche Meisterschaft gewann, fügte den Schwenningern hohe Niederlagen zu. So verlor der SERC das erste Spiel mit 1:5, das zweite mit 2:5 und das entscheidende dritte in Schwenningen mit 1:11.
In der Saison 1992/93 konnte der Verein, nicht zuletzt wegen des im Vergleich zur Konkurrenz sehr geringen Etats, den sportlichen Abstieg nicht verhindern. Da dem Lokalrivalen EHC Freiburg durch den Deutschen Eishockey-Bund allerdings die Bundesliga-Lizenz entzogen wurde, verblieb der SERC trotz zweier Niederlagen in den Play-downs gegen die Eisbären Berlin und den EHC Freiburg in der Bundesliga. Durch den Abgang des Schwenninger Top-Scorers Wally Schreiber, der im Sommer 1993 zum EC Hedos München wechselte, stand der Eishockeyclub vor einer schweren Saison 1993/94. Letztendlich erreichte das Team nach der Vorrunde den neunten Tabellenrang und verpasste somit, wie bereits im Vorjahr, die Qualifikation für die Play-offs. Den Klassenerhalt sicherte der SERC in der Relegation mit zwei Siegen gegen die EC Kassel Huskies.
Von der DEL bis zum Lizenzentzug (1994–2003) Durch eine Reform des deutschen Eishockeys wurde die Bundesliga zur Saison 1994/95 durch die Deutsche Eishockey Liga als neue höchste Spielklasse ersetzt. Im Zuge dieser Ligenreform änderten die meisten Mannschaften, z. T. nur geringfügig, ihre Vereinsnamen. Häufig wurde dabei ein Tiername mit dem Namen der Stadt kombiniert. Auch der Schwenninger ERC änderte seine offizielle Bezeichnung und nahm fortan unter dem Namen SERC Wild Wings am Spielbetrieb teil. Der Verein konnte die Lizenzauflagen für die neugeschaffene DEL erfüllen und wurde somit eines der Gründungsmitglieder. mini|links|Marcel Goc (rechts) ging zwischen 1999 und 2002 für die Schwenninger aufs Eis Saison Liga Hauptrunde Endrunde 1994/95 DEL 9. Platz Viertelfinale 1995/96 DEL 5. Platz Achtelfinale 1996/97 DEL 11. Platz 1. Runde↓ 1997/98 DEL 9. Platz Qualifikation 1998/99 DEL 10. Platz − 1999/00 DEL 11. Platz − 2000/01 DEL 12. Platz − 2001/02 DEL 16. Platz 1. Runde↓ 2002/03 DEL 14. Platz 1. Runde↓ ↓ Play-downs Auch der Ausbau der Kunsteisbahn wurde fertiggestellt. Fortan konnte der Verein zwei überdachte Eisbahnen sowie einen ausgebauten Kabinentrakt benutzen. In der ersten Spielzeit in der DEL erreichte das Team des SERC den neunten Tabellenrang und qualifizierte sich damit für das Play-off-Achtelfinale, welches der Klub gegen die Starbulls Rosenheim gewann. Im anschließenden Viertelfinale verlor der Verein alle vier Spiele gegen den BSC Preussen und schied somit in der zweiten Runde aus. Neben der Profimannschaft in der DEL nahm in den Jahren 1996/97 und 1997/98 eine Schwenninger Amateurmannschaft unter dem Namen SERC Fire Wings am Spielbetrieb der drittklassigen 2. Liga Süd teil.
Während die Schwenninger 1996 noch einmal die erste Runde der Play-offs erreichten, konnte sich der SERC in den folgenden sieben Spielzeiten nicht mehr für die Play-offs qualifizieren und nahm stattdessen nur noch an der Abstiegsrunde teil. Einer der prägenden Akteure der Wild Wings während dieser Zeit war der Kanadier Gordon Hynes, der in der Saison 1996/97 in 47 Ligaspielen 56 Scorerpunkte erzielte und somit der punktbeste Verteidiger der Liga war. Zum Ende des Spieljahres 2000/01 belegte der Verein den 16. und damit den letzten Tabellenrang.