mini|Thelma Houston, 2023 Thelma Houston (* 7. Mai 1946 als Thelma Jackson in Leland, Mississippi) ist eine US-amerikanische R&B- und Disco-Sängerin und gelegentliche Schauspielerin. Ihr größter Erfolg Don’t Leave Me This Way war Anfang 1977 ein weltweiter Hit, wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und entwickelte sich zu einem der größten Disco-Klassiker.

Leben und Wirken Thelma Houston wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihre Mutter arbeitete als Baumwollpflückerin, um Thelma und ihre drei Schwestern zu ernähren. In ihrer Jugend zog die Familie nach Kalifornien. Houston schloss die High School ab, heiratete und bekam zwei Kinder. Die Ehe wurde später geschieden. Ihre ersten professionellen musikalischen Schritte tat sie in den 1960er Jahren in der Gospelband The Art Reynolds Singers. 1966 unterschrieb sie ihren ersten Solo-Vertrag bei Capitol und veröffentlichte dort die beiden erfolglosen Singles Baby Mine (1966) und Don't Cry, My Soldier Boy (1967). Der damalige Manager der Fifth Dimension, Marc Gordon, war von ihrer Stimme so beeindruckt, dass er ihr 1969 einen Vertrag bei ABC/Dunhill besorgte.[ Biografie, Allmusic] Ihre Debüt-LP Sunshower wurde noch im gleichen Jahr von Star-Produzent und Songschreiber Jimmy Webb, der auch mit The Fifth Dimension gearbeitet hatte, verantwortet. Bis auf Jumpin' Jack Flash von den Rolling Stones schrieb er alle Songs für Thelma, die er in den Liner Notes als „das wunderbarste Talent, das ihm jemals begegnet sei“[Zitat von der LP-Rückseite des Albums Sunshower: „The most prodigious talent I have ever encountered …“] bezeichnete. Dennoch hatte das Werk keinen Erfolg.

Im Jahre 1971 unterschrieb Houston einen neuen Vertrag: Beim Motown-Unterlabel Mowest veröffentlichte die Sängerin einige wenige Singles sowie ihre zweite LP Thelma Houston (1972), bevor die Marke 1973 wieder eingestellt wurde und Houston zum Hauptlabel Motown wechselte. Im Jahre 1974 gelang ihr mit You've Been Doing Wrong for So Long ein Achtungserfolg – die Aufnahme wurde für den Grammy nominiertThe Awards Insider, Los Angeles Times und erreichte Platz 64 in den amerikanischen R&B-Charts. Thelma Houstons berühmtester Song Don’t Leave Me This Way, im Original von Harold Melvin and the Blue Notes, war Anfang 1977 ein Nummer-eins-Hit in den amerikanischen Pop- und R&B-Charts. In Deutschland erreichte sie mit dem Lied im gleichen Jahr Platz 41. 1978 wurde sie mit dem Grammy für die beste weibliche R&B-Gesangsleistung ausgezeichnet.Grammy-Homepage Zu dieser Zeit gehörte Houston zu den gefragtesten Disco-Queens. An ihren größten Hit konnte sie aber nie richtig anschließen. Zu ihren weiteren Erfolgen zählen Saturday Night, Sunday Morning (1979, USA Platz 37, R&B Platz 19) und You Used to Hold Me So Tight (1984, R&B Platz 13, UK Platz 49). 1980 arbeitete sie erneut mit Jimmy Webb zusammen: Die LP Breakwater Cat enthielt fünf seiner Kompositionen; außerdem fungierte er als ausführender Produzent des Albums.Breakwater Cat, Discogs.com 1998 hatte Houston einen Gesangsauftritt in dem Film Studio 54, der die Geschichte der legendären New Yorker Disco erzählt. Sie interpretierte Have Yourself a Merry Little Christmas und steuerte für den Soundtrack ihren größten Hit Don’t Leave Me This Way bei. Dieser wurde 2004 in die neu gegründete Dance Music Hall of Fame aufgenommen. Im Jahr darauf gewann Houston eine Ausgabe der Comeback-Show Hit Me, Baby, One More Time des amerikanischen Fernsehsenders NBC. 2007 erschien ihr bislang letztes Album A Woman's Touch, das ausschließlich Lieder beinhaltet, die im Original von männlichen Interpreten aufgenommen wurden.[ Allmusic]

Houston tritt nach wie vor regelmäßig auf. 2016 präsentierte sie ihr Programm Thelma Houston: Motown, Memories & Me!.

Houston nahm von März bis Mai 2024 als Clock an der elften Staffel der US-amerikanischen Version von The Masked Singer teil, in der sie den dritten Platz erreichte.

Sie ist entgegen manchen Quellen nicht verwandt mit Whitney Houston.

Diskografie

Alben Dunhill 1969: Sunshower

Motown 1972: Thelma Houston 1976: Any Way You Like It 1977: Thelma & Jerry (mit Jerry Butler) 1978: The Devil in Me 1978: Ready to Roll 1978: Two to One (mit Jerry Butler) 1979: Ride to the Rainbow 1982: Reachin' All Around

Sheffield Lab 1975: I've Got the Music in Me (mit Pressure Cooker)

RCA 1980: Breakwater Cat 1981: Never Gonna Be Another One

MCA 1983: Thelma Houston 1984: Qualifying Heat

Reprise 1990: Throw You Down

Fonit Cetra 1994: Thelma Houston (nur in Italien)

Shout Factory 2007: A Woman's Touch

Singles 1977: Don’t Leave Me This Way 1981: If You Feel It 1984: You Used to Hold Me So Tight 1985: (I Guess) It Must Be Love

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1978: für die Single Don’t Leave Me This Way

Weblinks

Offizielle Website (englisch)

Einzelnachweise

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