Die Gemeinde Ihlow liegt im Landkreis Aurich in Ostfriesland (Niedersachsen). Sie hat  Einwohner (Stand ), eine Größe von rund 123 Quadratkilometern und ist damit in der Fläche die achtgrößte Gemeinde Ostfrieslands sowie die viertgrößte im Landkreis Aurich.

Die heutige Gemeinde entstand im Rahmen der Gemeindegebietsreform am 1. Juli 1972 aus zwölf zuvor selbstständigen Gemeinden. Der Name der Gemeinde wurde aus historischen Gründen gewählt. Er geht auf das Zisterzienserkloster zurück, das 1228 „ter Yle“, zu Ihlow gegründet wurde.

In der Raumordnung des Landes Niedersachsen wird die Gemeinde als Grundzentrum geführt. Sie ist von Landwirtschaft und Tourismus mit Schwerpunkt am Ihler Meer geprägt.

Zum kulturellen Erbe der Gemeinde gehören das Kloster Ihlow, das in einen archäologischen Park umgestaltet wurde, sowie mehrere mittelalterliche Kirchen, von denen sich fünf romanische Backstein-Saalkirchen aus dem 13. Jahrhundert und die spätgotische Riepster Kirche von 1554 erhalten haben. Auch gibt es zwei Holländerwindmühlen.

Geografie Lage im Raum und Ausdehnung { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q569739" } Ihlow liegt im Süden des Landkreises Aurich in Ostfriesland. Mit einer Fläche von rund 123 km² ist es die achtgrößte Gemeinde Ostfrieslands und die viertgrößte im Landkreis Aurich nach der Kreisstadt, der Krummhörn und Großefehn. Die maximale Ausdehnung in ungefährer Ost-West-Richtung beträgt rund 17,7 Kilometer zwischen der Grenze zur Gemeinde Großefehn bei Ostersander im Osten und dem Wohnplatz Wrantepott an der Grenze zu Emden. In nord-südlicher Richtung beträgt die Maximalausdehnung knapp 13,2 Kilometer zwischen dem Ortsteil Herrenhütten im Norden und dem Fehntjer Tief bei Simonswolde. Der Hauptort Ihlowerfehn liegt etwa acht Kilometer südsüdwestlich der Auricher KernstadtIhlowerfehn–Aurich. luftlinie.org; abgerufen am 19. Mai 2018. und rund 15 Kilometer ostnordöstlich von Emden. Die nächstgelegene Großstadt, Oldenburg, ist ungefähr 60 Kilometer in südöstlicher Richtung entfernt.

Mit einer Einwohnerdichte von 98 pro Quadratkilometer ist die Gemeinde selbst im innerostfriesischen Vergleich dünn besiedelt (Ostfriesland: rund 148 Einwohner pro Quadratkilometer; Niedersachsen 168; Bundesrepublik Deutschland etwa 230). Ihlow ist in der Landesplanung des Landes Niedersachsen als Grundzentrum definiert. Verwaltungssitz ist Ihlowerfehn.

Geologie, Hydrologie und Böden Geologisch wird die Gemeinde Ihlow wie ganz Ostfriesland oberflächlich von Schichten des Pleistozäns und des Holozäns gebildet. Pleistozäne Schichten sind in den Geestgegenden des Gemeindegebiets zu finden, die sich in Riepe und Ochtelbur, um Westerende und Simonswolde sowie besonders in einem größeren zusammenhängenden Gebiet im Osten der Gemeinde um Westersander und Ostersander befinden.Heinz Voigt, Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands. In: Karl-Heinz Sindowski, Heinz Voigt, Günter Roeschmann, Peter Schmid, Waldemar Reinhardt, Harm Wiemann: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands (= Ostfriesland im Schutze des Deiches. Bd. 1). Verlag Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, S. 51–106, hier S. 96 mit kartografischer Beilage. In den beiden letztgenannten Fällen weist bereits der Ortsname darauf hin, dass sich die Böden der ostfriesischen Geest zumeist aus eiszeitlichen Decksanden (Sander) und Geschiebelehm gebildet haben.Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 24. Die holozänen Schichten sind die der Geest aufliegenden Moore sowie Marschböden, die in Teilen der Gemeinde in vergesellschafteter Form mit anderen Bodentypen vorkommen.Zu den folgenden Ausführungen vgl. die Bodenübersichtskarte 1:50.000 des Niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, www.nibis.lbeg.de: Kartenserver, abgerufen am 19. Mai 2018.

Im äußersten Westen des Gemeindegebietes und südlich des Ems-Jade-Kanals findet sich Pseudogley unterlagert von Kleimarsch. Südlich davon, im Bereich des Riepster Hammrichs, schließen sich Niedermoorböden mit Rohmarschauflage an. In einem Teilbereich der Riepster Gemarkung sind von 1954 an über mehrere Jahrzehnte Flächen mit Schlick, der bei Ausbaggerungen im Emder Hafen und in der Ems anfiel, überspült, im Anschluss drainiert und – solchermaßen in der Bodengüte verbessert – wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt worden.

mini|Profil eines Plaggeneschs: 40–50 cm Auflage über fossilem Podsol. Böden dieser Art finden sich vor allem bei Westerende, aber auch bei Ostersander und Westersander.

In einem nordostwärts verlaufenden schmalen Streifen, der von Riepe über Ochtelbur und Bangstede nach Westerende-Kirchloog, Fahne und Westerende-Holzloog reicht, ist der Boden ein Gley-Podsol. Westlich des Ems-Jade-Kanals liegt Barstede ebenfalls auf dieser Bodenart, umgeben von Erd-Hochmoor im Südwesten, Erd-Niedermoor im Westen und Osten sowie Gley mit Erd-Niedermoorauflage im Norden und Süden. Ein kleines Areal nördlich des Ems-Jade-Kanals, das im Einzugsbereich des Großen Meers liegt, verfügt über Niedermoor mit Knickmarschauflage. In der Umgebung von Westerende-Kirchloog und Westerende-Holzloog findet sich Plaggenesch unterlagert von Podsol, rund um Neu-Barstede Hochmoor mit Deckkulturbodenauflage.

Im Zentrum der Gemeinde befindet sich der Ihlower Forst auf Pseudogley-Podsol, desgleichen das südlich des Waldes gelegene Hüllenerfehn. Die Umgebung des Forstes – Ihlowerfehn im Westen, Ludwigsdorf im Norden und Ostersander und Westersander im Osten – ergibt eine große Fläche, die auf Gley-Podsol aufliegt. Nordöstlich von Ludwigsdorf gibt es noch eine kleinere Hochmoorfläche, südlich von Ihlowerfehn besteht der Boden auf einem kleinen Areal aus Gley.

Im Süden des Gemeindegebietes finden sich Gley-Podsol-Böden in Simonswolde, nördlich davon vereinzelt auch Plaggenesch unterlagert von Pseudogley-Braunerde. Zwischen der „Dörferkette“ Riepe-Ochtelbur-Bangstede im Westen, Ihlowerfehn im Osten und Simonswolde im Süden liegt die nach dem gleichnamigen Gewässer benannte Blitz-Niederung. Sie besteht zum Großteil aus Erd-Hochmoor im zentralen Teil, Erd-Niedermoor im südwestlichen und südlichen Teil sowie Niedermoor mit Deckkultur im östlichen Teil.

mini|Niederungsgebiet am Fehntjer Tief

Von Nordosten in Richtung Südwesten wird die Gemeinde von zwei Gewässern durchzogen, die ein Tal mit Erd-Niedermoorböden durchfließen: das Krumme Tief im zentralen Teil der Gemeinde und die Flumm sowie das Fehntjer Tief weiter südöstlich, jedoch zunächst parallel zum Krummen Tief, das schließlich östlich von Simonswolde in das Fehntjer Tief einmündet. Vor ihrem Zusammenfluss bilden sie eine weite Niederungszone aus Erd-Niedermoor (siehe auch Schutzgebiete). Der Bereich des Fehntjer Tiefs unmittelbar an der Grenze zur südlichen Nachbargemeinde Moormerland ist Niedermoor mit Rohmarschauflage und geht in jene Bereiche im Riepster Hammrich über, die ebenfalls diese Bodenart aufweisen.

Die Gemeinde ist von einer Vielzahl künstlicher Entwässerungsgräben und -kanälen durchzogen, darunter dem Ems-Jade-Kanal, einem Teil des Ringkanals und den oben erwähnten Flussläufen. In das Fehntjer Tief münden die Fehnkanäle der Gemeinde aus Ihlower-, Hüllener und Lübbertsfehn, wobei die beiden letzteren nur relativ kurze Stichkanäle sind. Nahezu das gesamte Gebiet liegt nur unwesentlich über dem Meeresspiegel. Aufgrund dieser Tatsache muss die Fläche kontinuierlich entwässert werden. Für den Großteil des Gemeindegebietes ist diesbezüglich der Entwässerungsverband Oldersum zuständig, (PDF) entwaesserungsverband-oldersum.de; abgerufen am 16. Juli 2025. ein kleiner Teil im Nordwesten des Gemeindegebietes wird vom I. Entwässerungsverband Emden mit Sitz in Pewsum betreut.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus zwölf Ortschaften, die teils mehrere Ortsteile umfassen. Sehr deutlich wird dies am Beispiel Ihlowerhörn, zu dem drei geografisch und teils auch historisch deutlich zu trennende Ortschaften gehören.

Ortschaften Einwohner zugehörige Ortsteile Bangstede 351 – Barstede 333 Ihlowerfehn 2.115 – Ihlowerhörn 1.062 Lübbertsfehn, Hüllenerfehn, Westersander Ludwigsdorf 947 – Ochtelbur 899 – Ostersander 815 Weene Riepe 2.160 – Riepster Hammrich 147 – Simonswolde 1.658 – Westerende-Holzloog 358 Herrenhütten, Werringerhörn Westerende-Kirchloog 1.721 Fahne, Fahnstermoor Gesamt 12.566 —

Größte Ortschaft ist Riepe mit 2160 Einwohnern, nur unwesentlich kleiner ist Ihlowerfehn mit 2115. Es folgen Westerende-Kirchloog mit 1721 und Simonswolde mit 1658 Einwohnern, die anderen Ortschaften fallen dagegen teils deutlich ab. Die kleinste Ortschaft ist Riepster Hammrich mit 147 Einwohnern (Stand: Mai 2017).Ortschaften. ihlow.de; abgerufen am 19. Mai 2018. Das Gemeindezentrum mit dem Rathaus befindet sich in Ihlowerfehn, wo auch Einzelhandelsgeschäfte bestehen. In geringerem Umfang gilt dies auch für Westerende-Kirchloog. Riepe ist nicht nur wegen dort vorhandener Einkaufsmöglichkeiten, sondern vor allem wegen des autobahnnahen Gewerbegebietes der wirtschaftliche Schwerpunkt der Gemeinde.

Flächennutzung + Flächennutzung 2021Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, direkter Link auf die Seite nicht möglich. Vorgehensweise: Anklicken von „Direkt zur Datenbank“, Auswählen „3 - Wohnen, Umwelt, Flächennutzung“ und „33 - Flächennutzung“ dann „33111 - Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung“ und schließlich „Katasterfläche nach Nutzungsarten (16) der tatsächlichen Nutzung (ALKIS) (Gemeinde; Zeitreihe ab 2011)“, Anklicken „Einheits/Samtgemeinde“, Auswählen von Ihlow (dazu recht weit herunterscrollen), Anklicken von „Tabelle erstellen und anzeigen“, abgerufen am 12. DMärz 2021. Nutzung Fläche in ha Siedlung 966 davon Wohnbaufläche 570 davon Gewerbe- und Industrieflächen 107 davon Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche 75 Verkehrsflächen 607 davon Straßenverkehr 485 Vegetation 10.337 davon Landwirtschaftsfläche 9822 davon Wald 313 davon Heide 0 davon Moor 29 davon Unland, vegetationslose Fläche 54 Gewässer 399 davon stehende Gewässer (See/Teich) 81 nachr. Siedlungs- u.Verkehrsfläche (o.Berg-/Tagebau) 1574 Gesamtfläche 12.310

Die Gesamtfläche der Gemeinde Ihlow weist einen hohen Landwirtschaftsanteil auf (siehe Tabelle AgrarstrukturerhebungQuelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, abgerufen am 19. Mai 2018.): Er beträgt etwa 80,7 Prozent und liegt damit noch über dem ostfriesischen Durchschnitt von 75 Prozent,Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 115. der seinerseits bereits deutlich über dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 52 Prozent liegt. 29 Hektar davon sind noch reines Moorgebiet. Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete sind zum größten Teil unter den Landwirtschaftsflächen erfasst und werden teils extensiv genutzt. Gewässer, vor allem das Sandwater, Fehnkanäle und natürliche Tiefs, aber auch Entwässerungsgräben, bedecken zirka 3,58 Prozent des Gemeindegebietes. Ihlow ist mit einem Waldflächenanteil von gut 3 Prozent nur wenig bewaldet – liegt damit aber über dem ostfriesischen Durchschnitt von rund 2 Prozent, was im Vergleich zur Bundesrepublik eine extrem unterdurchschnittliche Waldfläche bedeutet. Bäume finden sich vor allem im Ihlower Forst sowie rund um die Geestdörfer Westersander und Ostersander in Form ausgedehnter Wallheckenlandschaften. Von den Bäumen auf diesen Wallhecken abgesehen ist die Gemeinde sehr baumarm, vor allem in ihrem westlichsten Teil. In früheren Jahrhunderten wurde der Baumbestand gerodet, um einerseits Bau- und Brennholz, andererseits Raum für die Landwirtschaft zu gewinnen.

Nachbargemeinden