Windeby (dänisch , plattdeutsch: Winneby) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.
Geografie Lage Die Gemeinde Windeby liegt westlich der Stadt Eckernförde am westlichen Ufer des Windebyer Noors. Naturräumlich wird das Gemeindegebiet der Haupteinheit Schwansen, Dänischer Wohld zugeordnet, einem Teil des Schleswig-Holsteinischen Hügellandes.
Ortsteile In der Gemeinde Windeby befinden sich mehrere Wohnplätze:
Christianshöh Friedenshorst Friedensthal Friedland Frohsein Goosschmiede Kochendorf (niederdeutsch: Kochendörp, Kockendörp, dänisch: Kokkentorp) Pletterberg (teilweise) Westerthal Windeby Windeby, Siedlung
Geschichte Namensherkunft Zum ersten Mal wird Vindeby 1409 erwähnt. Die Endung -by bedeutet im Dänischen heute noch «Stadt», «Ort», im jütischen «Dorf, Siedlung» und ist im Raum Schleswig weit verbreitet. Es gibt mehrere Versionen über den ersten Teil des Namens. Die erste Version besagt, dass das Wort «winde» aus dem alten dänischen «windir» im Sinne der Westslawen stammt.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Neumünster 1992, S. 700. So bedeutet Windeby nichts anderes als «Wendendorf». Nach einer anderen Version leitet sich der Name vom altnordischen Wort «vinda» ab, was «Drehen» bedeutet, oder von «vindr» im Sinne von «Verkantung».Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland. 2. bind, København 1867, S. 442 + 441 mini|links|Lage des Osterwalls zu beiden Seiten von Kochendorf. Links oben die Große Breite der Schlei. Rechts unten Eckernförde und die Eckernförder Bucht.
Danewerk Mitten durch den Windebyer Hauptort Kochendorf verläuft der Osterwall (auch: Ostwall) des Danewerks.Irmgard Busch: Beitrag zum Osterwall. In: Rund ums Windebyer Noor. (Publikation der SPD Windeby) Dezember 2008 Nahe der Osterbek kreuzte ein uralter regionaler Heerweg den Wall, der von der Eider über Missunde und Wellspang bis ins nördliche Dänemark verlief.Gottfried Schäfer: Die Untersuchung eines Langbettes in der Gemarkung Kochendorf 1972/73. In: Jahrbuch der Heimatgemeinschaft Eckernförde. 1973, S. 135–139. An dieser Stelle gab es einen Durchgang im Osterwall.Auf den Spuren der Wikinger shz.de, 30. März 2012. Am 15. Dezember 1850 ereignete sich hier das Gefecht von Kochendorf zwischen dänischen Truppen und Einheiten der Schleswig-Holsteinischen Armee. Das Gefecht gilt als letzte Kriegshandlung der Schleswig-Holsteinischen Erhebung.Vorgeschichte und Schlacht bei Idstedt. Ausklapptext: Schlesig-Holsteinische Erhebung 1848-51. Internetauftritt des Kreises Schleswig-Flensburg. Link. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
Archäologie Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort durch den Fund zweier Moorleichen, wovon eine bis 2006 als Mädchen von Windeby bekannt war, sich nach genetischen Untersuchungen aber doch als Junge herausstellte. Die andere Moorleiche wird Mann von Windeby genannt.
Westlich von Windeby befindet sich ein jungsteinzeitliches Großsteingrab, ein weiteres Großsteingrab bei Kochendorf ist zerstört. Bei Kochendorf und Friedland gibt es mehrere Grabhügel.
Politik Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt elf Sitze vergeben. Die Freie Wählergemeinschaft Windeby erhielt fünf Sitze und die SPD und die CDU erhielten je drei Sitze.
Bürgermeister Bei der Wahl 2013 wurde die CDU-Bürgermeisterin Jutta Werner von Peter Pietrzak (SPD) abgelöst.
Wappen Blasonierung: „In Blau ein schmaler goldener Schräglinksbalken, oben ein steigender linksgewendeter goldener Wolf, unten ein goldenes Wagenrad mit fünf Speichen.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Kultur und Sehenswürdigkeiten In der Liste der Kulturdenkmale in Windeby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.
Verkehr Im Norden führt die Bundesstraße 76 durch die Gemarkung, im Südosten die Bundesstraße 203 von Eckernförde in Richtung Rendsburg.
Persönlichkeiten Friedrich Christian Boock (1767–1829), dänischer Jurist und Gutsbesitzer Christian zu Stolberg-Stolberg (1748–1821), Schriftsteller, Übersetzer und Jurist Gabriele Pochhammer (* 1948), deutsche Journalistin und Pferdezüchterin
Bilder
Literatur Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Petersberg 2015, ISBN 978-3-86568-971-9, Windeby S. 621–624.
Weblinks
Gemeinde Windeby beim Amt Schlei-Ostsee
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Rendsburg-Eckernförde Kategorie:Ort in Südschleswig