Die Itz ist ein rechter Nebenfluss des Mains in Südthüringen und Oberfranken. Gemäß dem Bayerischen Wassergesetz (BayWG) ist sie ein Gewässer erster Ordnung.

Name

Der Fluss wird im 9. Jahrhundert (fluvium Itesa) erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist mit dem indogermanischen Wortstamm *h2eid- für 'schwellen’ urverwandt. Das Benennungsmotiv dürften die häufigen Überschwemmungen gewesen sein.

Geografie Das Itztal liegt im Sandsteinkeuper, Rhät, Lias und Dogger und bildet zusammen mit den umliegenden Hügeln das Itz-Baunach-Hügelland des Südwestdeutschen Stufenlandes. Der Fluss hat sich stark ins Gestein eingetieft, seine Talsohle fällt von um 438 m auf . Die Auenlandschaft ist eine Kulturlandschaft, in der das Grünland dominiert und die das Bild des Obermainlandes prägt. Das Itztal zwischen Coburg und Baunach (14,5 km² FFH-Gebiet) sowie die Itz-Baunach-Aue mit einer Fläche von 123 km² sind besonders geschützte Landschaftsschutzgebiete, die von regelmäßigen Überschwemmungen gekennzeichnet sind. Charakteristisch für sie sind Auenwiesen mit seltenen und bedrohten Arten. Bei den Tieren sind es Biber, Groppe, Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, bei den Pflanzen Erlen- und Eschenarten. Fast ein Viertel der Auenflächen stehen unter Naturschutz.

Flussverlauf Der Fluss ist etwa 80 Kilometer lang und hat ein 1030 Quadratkilometer großes Einzugsgebiet. Er entspringt nordöstlich von Eisfeld im Thüringer Schiefergebirge auf am Fuße des Bleßberges in Stelzen im Landkreis Hildburghausen.

Im oberen Itztal liegt die Stadt Schalkau am Fluss. Gleich nach der Landesgrenze wird er in Bayern zum Schutz gegen Hochwasser zum Froschgrundsee aufgestaut. Danach durchfließt die Itz den Froschgrund zwischen Schönstädt und Oberwohlsbach und die Städte Rödental und Coburg. Weiter abwärts am fruchtbaren unteren Itzgrund überschwemmt sie bei Hochwasser immer wieder das Tal. Unterhalb von Rattelsdorf mündet die Itz zwischen Breitengüßbach und Baunach in den Main.

Einzugsgebiet und Zuflüsse Das 1030 km² große Einzugsgebiet der Itz liegt zu 63,5 % in Bayern und zu 36,5 % in Thüringen.Verzeichnis der Fließgewässer des Bayerischen Landesamtes für Umwelt Es umfasst das Coburger Land und reicht im Norden bis ins Thüringer Schiefergebirge und im Westen bis zum Grabfeld und an die Haßberge. Größter Zufluss ist die Rodach, die am Unterlauf von rechts zumündet und über ein Drittel des gesamten Einzugsgebietes beiträgt.

Zuflüsse sind unter anderen: Weitesfelder Wasser (rechts), Mündung zwischen Tossenthal und Bachfeld Krellsenbach (links), Mündung in Bachfeld Katzberger Wasser (Katzberger Graben) (rechts), Mündung oberhalb von Schalkau Gundelswinder Wasser, Mündung nach Bachfeld Truckenthaler Wasser (links), Mündung in Schalkau Kauerbach (links), Mündung in Schalkau Grümpen (links), Mündung nach Almerswind, 12,9 km nach der ItzquelleLängenbestimmung der Itz oberhalb der Grümpenmündung mittel GPS-Streckenplaner, 15,6 km langGrümpen – Längenbestimmung mittels GPS-Streckenplaner, 32,3 km² Einzugsgebiet (EZG) Fernbach (rechts), Mündung an der Landesgrenze Bayern/Thüringen Bettelbach oder Parnickelsgraben (rechts), Mündung vor Weißenbrunn vorm Wald Birkertsbach (rechts), Mündung in Weißenbrunn vorm Wald, 1,6 km lang Effelder (links), Mündung in den Froschgrundsee, 15,1 km lang, 44,1 km² EZG Pöpelbach (Pöpelgraben) (rechts), Mündung vor Schönstädt Fischbach (links), Mündung bei Fischbach Fornbachsgraben (rechts), Mündung in Mittelberg Weimersgraben (links), Mündung in Mittelberg Höllgrund (links), Mündung vor Oberwohlsbach Fornbach (rechts), Mündung in Unterwohlsbach Röthen oder Röden (links), Mündung nach Oeslau, ca. 25 km lang, 77,7 km² EZG Krebsbach (links), Mündung bei Waldsachsen, ca. 6 km lang Lauter (rechts), Mündung bei der Heilig-Kreuz-Kirche in Coburg, 18,5 km lang, 102,9 km² EZG Mühlgraben (rechts) Ketschenbach (links), Mündung bei Ketschendorf Lehengraben (links), Mündung bei Creidlitz Schleifbach, Mündung bei der Finkenau Beergraben (rechts), Mündung in Triebsdorf Löchleinsholzgraben (rechts), Mündung unterhalb von Triebsdorf Schindlache (links), Mündung bei der Geizen-Mühle Füllbach (links), Mündung bei der Geizen-Mühle, 9,9 km lang Kleienbach (links), Mündung unterhalb von Niederfüllbach Augraben (rechts), Mündung westlich von Meschenbach Grundgraben (rechts), Mündung westlich von Meschenbach Weißenbrunner Bach (links), Mündung westlich von Meschenbach Siemauer Mühlbach (links), Mündung gegenüber Untersiemau-Scherneck Wohlbach (rechts), Mündung unterhalb von Scherneck Hummerbach (rechts), Mündung unterhalb der Erlesmühle Steingraben (links), Mündung bei Großheirath Ratzengraben (rechts), Mündung unterhalb von Buchenrod Wiebach (rechts), Mündung bei Rossach Fuchsgraben (links), Mündung südlich von Rossach Püchitzer Bach (links), Mündung unterhalb von Schleifenhan Gaukenbach (links), Mündung bei der Gleußener Mühle Weizenbach (links), Mündung gegenüber Bodelstadt Rodach (rechts), Mündung unterhalb von Bodelstadt, 41,7 km lang, 386,5 km² EZG Alster (rechts), Mündung bei Untermerzbach, 18,8 km lang, 63,1 km² EZG Merzbach (rechts), Mündung bei Untermerzbach Dorfgraben (rechts), Mündung bei Recheldorf Eggenbach (links), Mündung gegenüber von Hemmendorf Landsbach (rechts), Mündung oberhalb von Gleusdorf Hopfengraben (links), Mündung gegenüber von Gleusdorf Rumpelgraben (rechts) Mürsbach (rechts), Mündung bei Mürsbach Unterer Kreuzbach (links), Mündung über einen kurzen Auengraben westlich von Medlitz Fuchshöhlenbach (rechts), Mündung unterhalb von Freudeneck

Dialekt Die Itz ist Namensgeber eines mainfränkischen Dialektes, des Itzgründischen, der in den Tälern der Itz und ihrer Zuflüsse gesprochen wird.

Siehe auch Liste der Nebenflüsse des Mains

Literatur Georg Aumann, Karl-Ulrich Pachale: Die Itz. Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e. V. Band 15.

Weblinks

Pegel bei Coburg, HND Bayern Pegel bei Schenkenau, HND Bayern Ökologischer Ausbau der Itz (Info des Wasserwirtschaftsamts Kronach) Maßnahmen an der Itz (Info des Wasserwirtschaftsamts Kronach)

Einzelnachweise

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