alternativtext=|mini Deutz-Fahr ist eine deutsche Landmaschinen- und Traktorenmarke. Sie ging aus dem Landtechnik-Bereich der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD), dem Traktorenhersteller Fahr und dem Dreschmaschinenhersteller Ködel & Böhm hervor. Seit 1995 gehört Deutz-Fahr zur italienischen SDF (SAME DEUTZ-FAHR).
Die Traktoren der Baureihen Agrotron Serie 6.4, Serie 6, Serie 7, Serie 8 und Serie 9 werden im Werk in Lauingen, das 2017 unter dem Namen Deutz-Fahr Land eröffnet wurde, für den Weltmarkt produziert.
Geschichte Anfänge und Geschichte von Deutz Die Ursprünge der Marke Deutz reichen bis 1864 zurück, als Nikolaus August Otto und Eugen Langen in Köln ein Motorenwerk gründeten. Unter dem Namen Gasmotoren-Fabrik Deutz AG entwickelte sich das Unternehmen rasch und beschäftigte bedeutende Ingenieure wie Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und Ettore Bugatti.
Mit dem „Deutzer Trekker“ von 1919 entstand ein früher Versuch eines Traktors. Der eigentliche Durchbruch gelang in den 1930er-Jahren mit dem F2M 315 und dem erfolgreichen F1M 414 („Elfer-Deutz“), von dem über 10.000 Stück gefertigt wurden. mini|Deutz Elfer (F1M 414/46) mit 11 PS. Während des Zweiten Weltkriegs stellte Deutz auf Holzgasschlepper um. Der Wiederaufbau begann 1946, 1950 folgte mit dem FL 514 ein robuster luftgekühlter Traktor. Die D-Reihe ab 1957 führte modernes Design und stärkere Motoren ein.
Mit der Baureihe 05 (ab Mitte der 1960er-Jahre) wurden Standards für Modularität und Antriebstechnik gesetzt. 1970 folgte die Übernahme der Maschinenfabrik Fahr und ab 1982 wurden Marke für die Traktoren von Deutz zu Deutz-Fahr geändert.
Anfänge und Geschichte von Fahr mini|Einer der ersten Fahr-Schlepper des Typs F 22 mit 22 PS. Die Maschinenfabrik Fahr wurde 1870 von Johann Georg Fahr in Gottmadingen gegründet. Eines der bedeutendsten Produkte des Unternehmens war der 1911 produzierte Selbstbinder. Der erste Traktor, der Fahr F22, wurde 1938 nach einer Idee von Wilfried Fahr und Bernhard Flerlage gebaut und war mit einem 22 PS (16 kW) starken Deutz F2M414 Zweizylinder-Dieselmotor ausgestattet.
Dieses erste Modell wurde 1940 zum Fahr T22 weiterentwickelt, gefolgt vom Fahr Holzgasschlepper HG25 im Jahr 1942. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs passte sich das Unternehmen an die veränderten Bedürfnisse an und erweiterte sein Produktprogramm. Zu den Modellen dieser Zeit gehörten unter anderem der Fahr D30 W (1949), der Fahr D15 (1949), der Fahr D12N (1953), der Fahr D17N (1953), der Fahr D90 (1954) und der Fahr D180H (1954).
1961 übernahm die Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) zunächst 25 % der Anteile an der Maschinenfabrik Fahr. Die vollständige Übernahme der Werke und Geschäftsaktivitäten erfolgte im Jahr 1977.
SAME-Übernahme und Entwicklungen ab 1990 Nach einer gescheiterten Expansion in die USA übernahm 1995 die italienische SAME-Gruppe die Landtechniksparte von KHD. Die Marke Deutz-Fahr wurde unter dem neuen Dach der SDF-Gruppe weitergeführt, der Standort Lauingen blieb erhalten. 2017 wurde in Lauingen ein hochmodernes Traktorenwerk eröffnet. Unter dem Namen „Deutz-Fahr Land“ entstehen dort Großtraktoren mit bis zu 336 PS.
Traktoren Modelle der Anfangsjahre mini|Deutz MTH 222, einzylindriger Halbdieseltraktor, ausgestellt im Deutz-Fahr-Museum. Bereits ab 1907 testete Deutz erste Zugmaschinen, etwa einen 25-PS-Automobilpflug. 1919 entstand der „Deutzer Trekker“, eine Artilleriezugmaschine mit 40 PS, jedoch ohne breite Marktverbreitung. Mit den MTH-Modellen (z. B. MTH 222) begann 1926 die Serienproduktion von Dieselschleppern. Ab 1929 folgten die MTZ-Typen mit bis zu 36 PS und verbesserter Fahrtechnik. Die F2M- und F3M-Baureihen dominierten die Zwischenkriegszeit. Der F2M 315 war ein robuster Stahlschlepper mit 28 PS. Für schwerere Arbeiten folgten leistungsstärkere Typen wie der F2M 417 (35 PS) und der F3M 317 (50 PS). Der ab 1936 gebaute F1M 414 war ein kompakter, vielseitiger Einzylinder-Traktor mit elf PS und entwickelte sich zum Erfolgsmodell für Kleinbetriebe. Bis 1953 wurden über 10.000 Stück gebaut. Mit der Baureihe FL 514 begann Deutz nach dem Krieg den Übergang zur luftgekühlten Motoren, ein Merkmal, das viele nachfolgende Baureihen prägen sollte.
514er-Reihe und Entwicklung der Deutz-Motoren mini|Deutz F1L 514 mit luftgekühltem Einzylinder-Dieselmotor. Ab den 1950er-Jahren setzte Deutz als einer der ersten Hersteller weltweit serienmäßig luftgekühlte Dieselmotoren in Traktoren ein. Diese Technik reduzierte den Wartungsaufwand und bewährte sich insbesondere unter extremen klimatischen Bedingungen. Der 1950 eingeführte F1L 514 mit 15 PS wurde mit rund 37.000 Einheiten zum meistverkauften Modell der Baureihe. In der Folge entstanden leistungsstärkere Varianten wie der F2L 514 mit zunächst 28, später bis zu 34 PS. Die Baureihe wurde kontinuierlich erweitert und bot verschiedene Varianten wie Universal-, Normalrad- und Hochradschlepper. Der F3L 514 mit drei Zylindern erreichte rund 17.000 produzierte Einheiten und wurde auch im Ausland in Lizenz gefertigt, unter anderem in Argentinien. Ergänzend entwickelte Deutz die kompakten Modelle F1L 612 und F2L 612 für kleinere Betriebe sowie ab 1956 den F2L 612 mit verbesserter Motorcharakteristik. Parallel wurden auch Raupenschlepper mit Leistungen von 60 bis 90 PS gefertigt, von denen bis 1974 über 15.000 Stück hergestellt wurden.
Die Entwicklung der Deutz-Motoren begann 1926 mit Dieselmotoren auf Basis der Vorkammerverbrennung. Ein wesentlicher Fortschritt war der luftgekühlte FL 514 mit Wirbelkammertechnik nach Harry Ricardo. Spätere Baureihen wie FL 712, FL 812 und FL 912 zeichneten sich durch kompaktere Bauformen und erstmals Direkteinspritzung aus. Ab den 1990er-Jahren ergänzten wassergekühlte Motoren das Portfolio. Gegenwärtig werden neben Deutz-Motoren auch konzerneigene Motoren von SDF (Farmotion) verbaut.
Die Baureihe D mini|Deutz D 40.2 mit luftgekühltem Dreizylinder-Dieselmotor. Die Baureihe D wurde 1957 mit dem Modell D 40 eingeführt und markierte eine grundlegende Neuordnung des Deutz-Traktorenprogramms. Ab 1959 erhielten alle Modelle eine PS-bezogene Typenbezeichnung. Die Baureihe umfasste ein breites Leistungsspektrum von einfachen Einzylinderschleppern bis hin zu leistungsstarken Sechszylindertraktoren.
Der D 15, gebaut von 1959 bis 1965, war das letzte Einzylindermodell und als günstiger Standardschlepper konzipiert. Größeren Erfolg verzeichneten die D 25-Modelle mit bis zu 22 PS, insbesondere der D 25.2 und der D 30, letzterer als meistverkaufter Deutz-Traktor seiner Zeit. Der Dreizylinderschlepper D 40 mit 35 bis 40 PS war universell einsetzbar und in zahlreichen Varianten verfügbar. Für größere Betriebe wurde ab 1960 der D 50 mit 46 PS (später 52 PS) angeboten, der ab 1964 mit dem F4L-812-Motor ausgerüstet war. 1965 erschien mit dem D 80 der erste Sechszylinder der Baureihe mit 75 PS; eine 100-PS-Version für den Export wurde in Argentinien gefertigt und ausschließlich in Südamerika vermarktet.
Die D-Reihe zeichnete sich durch eine modulare Bauweise, eine große Variantenvielfalt sowie technische Weiterentwicklungen wie Regelhydraulik, Transfermatic-Systeme und Doppelkupplung aus. Ab 1965 wurde sie sukzessive durch die 05er-Reihe ersetzt.
Die Baureihe 05
mini|Deutz D 90 05 mit luftgekühltem Sechszylinder-Dieselmotor. Mit der Baureihe 05 begann Deutz Mitte der 1960er-Jahre eine umfassende Standardisierung in der Traktorenfertigung. Einheitliche Kühlerverkleidungen, das neue Markenlogo mit dem stilisierten Ulmer Münster, das aus der in den 1930er-Jahren akquirierten Magirus AG hervorging, sowie die serienmäßige Einführung eines Axialgebläses führten zu Verbesserungen in Design, Wartung und Geräuschkomfort.
Der D 2505 mit 22 PS und der D 3005 mit 28 PS bildeten die letzten Zweizylindermodelle dieser Generation. Sie waren mit einfachen Getrieben, teils aus Porsche-Diesel-Produktion, ausgestattet und boten Optionen wie Hydraulikanlagen und Doppelkupplung. Ihre Produktion wurde eingestellt, da sich der Markt zunehmend auf leistungsstärkere Maschinen konzentrierte. Das mittlere Leistungssegment deckten die Dreizylinder D 4005 und D 4505 mit 35 bis 40 PS sowie die Vierzylinder D 5005 und D 5505 mit 45 bis 52 PS ab.
Eine besondere Variante war der D 5505 Tandem, ein Versuchsträger mit zwei Motoren. Mit dem 1966 eingeführten D 6005 mit 58 PS hielt erstmals ein Direkteinspritzermotor der Serie FL812 Einzug in die Serienproduktion. Die Sechszylindermodelle D 8005 mit 75 PS und die Allradvariante D 8005 A etablierten sich als leistungsstarke Großtraktoren mit Hydroblocklenkung und erweiterten Komfortmerkmalen. 1966 folgte mit dem nur kurzzeitig produzierten D 9005 mit 85 PS die leistungsstärkste Ausführung der Serie.
Die Baureihe 06
Mit der Baureihe 06 modernisierte Deutz ab 1968 sein Traktorprogramm grundlegend. Vorgestellt auf der DLG-Ausstellung unter dem Motto „Premiere der neuen Kraft“, setzte die Reihe konsequent auf die neue 912er-Motorengeneration mit Direkteinspritzung. Charakteristisch waren die kantigen Motorhauben mit integrierten Rundscheinwerfern. mini|Deutz D 130 06 A mit luftgekühltem Reihen-Sechszylindermotor und Allradantrieb. Trotz schwieriger Marktbedingungen entwickelte sich die Baureihe zur erfolgreichsten in der Geschichte des Unternehmens. Das Modellprogramm deckte ein breites Leistungsspektrum von 22 bis 160 PS ab: Die Zweizylindermodelle D 2506 und D 3006 waren für kleinere Betriebe konzipiert, während die Dreizylinder D 4006 bis D 5006 als Standardtraktoren weite Verbreitung fanden. Im Vierzylindersegment reichte das Angebot vom D 5506 bis zum D 7206. Die leistungsstärkeren weitestgehend baugleichen Sechszylindermodelle D 8006, D 10006 und D 13006 ergänzten das Programm. Eher ein Vorläufer war der nur zwei Jahre gebaute D 9006. Ein Sonderfall war der D 16006, ein Knicklenker basierend auf einem geplanten Radlader aus der ehemaligen Baumaschinen Sparte der Firma, welcher jedoch nur in der sehr geringen Stückzahlen, von ca. einem Dutzend gefertigt wurde. Dieser war trotz weniger technischer Ähnlichkeiten dieser Baureihe zugeordnet und für den Export bestimmt.
Ab 1970 wurde die Baureihe um Komfort- und Sicherheitsausstattungen ergänzt, darunter verbesserte Dreipunktaufhängungen, Sicherheitsbügel und Kabinen mit gesteigertem Fahrerkomfort. Im Jahr 1974 führte Deutz eine neue Farbgebung in leuchtendem Grün ein; gleichzeitig erschienen modernisierte Versionen wie der D 52 06. Parallel zur Hauptbaureihe entwickelte Deutz das INTRAC-System, ein neuartiges Traktorkonzept mit drei Anbauräumen an Front, Mitte und Heck, einer über der Vorderachse positionierten Kabine und Schnellwechselsystemen. Die Modelle INTRAC 2002 bis 2006 leisteten zwischen 51 und 116 PS und verfügten teils über hydrostatischen Antrieb. Das Konzept fand insbesondere in der Forst- und Kommunaltechnik Anwendung.
Die DX-Traktoren
1978 stellte Deutz-Fahr die DX-Baureihe als Nachfolger der technisch veralteten 06er-Serie vor. Mit den ersten Modellen DX 85 bis DX 160 und dem 1980 eingeführten Flaggschiff DX 230 wurde eine neue Generation von Traktoren eingeführt, die auf moderne Technik und gesteigerten Bedienkomfort ausgelegt war. Die Baureihe zeichnete sich durch ein kantiges Design mit neu gestalteter Motorhaube und farblich abgesetzten Felgen aus. Erstmals kamen serienmäßig schallgedämmte Komfortkabinen zum Einsatz, darunter die JuniorCab und MasterCab. Auch bei den Getrieben setzte Deutz bei den kleineren Modellen zunehmend auf Eigenentwicklungen.