Herzog Juliushütte ist der Name eines 1575 gegründeten Hüttenwerkes und der unweit entstandenen Siedlung. Beides gehört heute zur Stadt Langelsheim und liegt im Stadtteil Astfeld.

Lage mini|links|Am Wasserwerk Granetalsperre bei Herzog Juliushütte Oberhalb der Siedlung liegt die Granetalsperre. Sie wurde 1966 bis 1969 errichtet, wird von den Harzwasserwerken GmbH betrieben und dient ausschließlich der Trinkwasserversorgung. Früher befand sich außerdem in der Siedlung ein Bahnhof an der Bahnstrecke Neuekrug-Hahausen–Goslar.

Geschichte Am Austritt der Grane aus dem gleichnamigen Tal des Harzes ließ der Braunschweiger Herzog Julius im 16. Jahrhundert ein Hüttenwerk nebst Siedlung anlegen. Zusammen mit der Frau-Sophien-Hütte und der okeraner Frau-Marien-Hütte konzentrierte sich im 16. Jahrhundert in diesen drei Hütten die Metallgewinnung aus Rammelsberger Erzen. Die Hütte bestand bis 1967 und verarbeitete Blei-, Zink- und seltenmetallhaltige Erze u. a. aus dem Rammelsberg bei Goslar. Die meisten alten Gebäude der Hütte wurden 1970 abgerissen. Heute werden am Standort nur noch seltene Metalle wie Arsen, Germanium und Indium produziert.

Gemeinde Das Hüttenwerk und die Siedlung Herzog Juliushütte bildeten seit 1875 eine Gemeinde im Landkreis Gandersheim. Am 1. Juli 1909 wurde die Gemeinde Frau-Sophien-Hütte eingegliedert. Die Gemeinde Herzog Juliushütte wurde am 1. Januar 1970 in die Gemeinde Astfeld eingegliedert. Diese gehört seit dem 1. Juli 1972 zur Stadt Langelsheim.Webseite der Stadt Langelsheim

Bahnhof Herzog Juliushütte Der Bahnhof Herzog Juliushütte war ein Bahnhof an der Bahnstrecke Neuekrug-Hahausen–Goslar (km 92,1, Ds 100-Kürzel: HJUL). Er wurde stillgelegt, das Empfangsgebäude ist bis heute (Stand: 2022) erhalten. Der Neubau der Passagieranlagen wurde im Jahr 2015 durch die DB Station&Service untersucht und aufgrund eines zu geringen erwarteten Passagieraufkommens abgelehnt.Goslarsche Zeitung: Bahn erwartet mehr als 300 neue Kunden. 15. Juli 2015, abgerufen am 18. Oktober 2022.

Der Bahnhof besaß ein mechanisches Stellwerk der Bauform Jüdel mit dem Kürzel Juf. Es wurde 1910 errichtet und zwischen 1979 und 1982 stillgelegt.

Quellen und Literatur Griep, Der Landkreis Goslar, Elm-Verlag, 1988, Cremlingen Torsten Schröpfer, Fundgrube – Wissenswertes über den Westharzer Bergbau und das Hüttenwesen, Oberharzer Geschichts- und Museumsverein e. V. (Hrsg.), Clausthal-Zellerfeld, 2000, ISBN 3-923605-08-0 R. Roseneck (Hrsg.), Der Rammelsberg, Verlag Goslarsche Zeitung, Goslar, 2001, ISBN 3-9804749-4-1

Einzelnachweise

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