William Joseph Thorne (* 4. März 1954 in Leicester, England; † 17. Juni 2020 in Torrevieja, Spanien) war ein englischer Snookerspieler, der zwischen 1975 und 2001 26 Jahre als professioneller Spieler verbrachte und in diesem Zeitraum für zwei Saisons Rang 7 der Snookerweltrangliste belegte. Beim Classic 1985 gewann er zum einzigen Mal in seiner Karriere ein Ranglistenturnier.
Karriere Thorne wurde 1954 in Leicester geboren, wo seine Eltern einen Pub besaßen. Sein älterer Bruder Malcolm Thorne (1950–2011) interessierte sich wie Thorne selbst fürs Snooker und wurde später unter anderem Funktionär bei der English Association of Snooker and Billiards (EASB). Willie Thorne begann im Alter von 14 Jahren auf dem Snookertisch im Pub seiner Eltern mit dem Snookerspiel und wurde in kurzer Zeit sowohl im Snooker als auch im English Billiards ein erfolgreicher Juniorenspieler. Er gewann dabei mehrere Turniere, darunter nur zwei Jahre nach seinen ersten Erfahrungen die britische U16-Meisterschaft im Snooker und im English Billiards. Zwischen 1971 und 1973 gewann er zudem drei Mal das U19-Pendant, im letzten Jahre zusammen mit der entsprechenden Altersklasse im Snooker. Mindestens während seiner Amateurjahre wurde Thorne von der Firma Q Promotions Ltd. gemanagt, die auch Alex Higgins und Graham Miles unter Vertrag hatten. Zudem nahm Thorne – wie auch John Virgo, der als Amateur ebenfalls bei Q Promotions Ltd. unter Vertrag stand, – an zahlreichen Wettspielen und ähnlichem teil.
Als Snookerspieler machte Thorne erstmals auf sich aufmerksam, als er 1972 das Achtelfinale des südlichen Qualifikationswettbewerbes der English Amateur Championship erreichte und dort gegen Marcus Owen verlor. 1974 nahm er als Amateur an den Canadian Open teil und verlor im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Cliff Thorburn. Im nächsten Jahr gelang ihm auch mit einem Sieg über den späteren Profi-Weltmeister Terry Griffiths der Einzug ins Finale des südlichen Qualifikationswettbewerbes der English Amateur Championship und besiegte dort Chris Ross, bevor er im Endspiel um die Meisterschaft mit 6:11 gegen Sid Hood verlor. Nur wenig später, zur Saison 1975/76, wurde Thorne Profispieler. Zuvor hatte er als Laufbursche eines Buchmachers und als Fotomodell gearbeitet.
Erste Profijahre Thornes erste Profisaison verlief relativ durchwachsen: Beim Pontins Professional und beim Pot Black gewann er kein einziges Spiel, bei der Snookerweltmeisterschaft schied er in der dritten Qualifikationsrunde aus. Lediglich bei den Canadian Open und bei den Pontins Spring Open, einem Pro-Am-Turnier, welches nicht offiziell Bestandteil der Profitour war, erreichte er jeweils das Halbfinale und verlor in diesem gegen John Pulman beziehungsweise Doug Mountjoy.
Etwas schlechter verlief für Thorne die nächste Saison, als er bei den Canadian Open und bei den Pontins Spring Open sein Auftaktspiel verlor und in der Gruppenphase des Pontins Professionals nur eines von fünf Spielen gewinnen konnte. Zudem verlor er während der Saison das Spiel um Platz drei beim Pot Black, erreichte aber mit einem Sieg über Bernard Bennett das Achtelfinale der Snookerweltmeisterschaft und verlor in diesem gegen Graham Miles. Bei der Snookerweltmeisterschaft war Thorne mit 23 Jahren der jüngste Spieler der Hauptrunde. Durch seine Erfolge wurde Thorne erstmals auf der Snookerweltrangliste geführt; er belegte im Folgenden Rang 20. Doch auch die Saison 1977/78 begann mit einer Auftaktniederlage bei den Canadian Open, bevor er allerdings das Viertelfinale der UK Championship sowie später erneut das Achtelfinale der Snookerweltmeisterschaft erreichte. Dadurch verbesserte er sich auf der Weltrangliste auf Rang 15.
In der folgenden Saison verlor Thorne erneut sein Auftaktspiel bei den Canadian Open, zog aber mit Siegen über Bernard Bennett und Ray Reardon ebenfalls erneut ins Viertelfinale der UK Championship ein, bevor er zum Saisonende bei der Snookerweltmeisterschaft in der Runde der letzten 24 mit 8:9 gegen John Virgo verlor. Auf der Weltrangliste verlor er damit zwei Plätze und belegte nun Rang 17.
Jahre in den Top 25 Während der Saison 1979/80 schied Thorne beim British Gold Cup in der Gruppenphase, bei der Snookerweltmeisterschaft in der Runde der letzten 24 und bei der UK Championship im Achtelfinale aus. Beim Padmore / Super Crystalate International erreichte Thorne das Halbfinale und unterlag Alex Higgins, bevor er nach einem Sieg über Steve Davis mit einem 7:3-Finalsieg über Cliff Wilson zum einzigen Mal die Pontins Spring Open gewann. Da dieses Turnier jedoch kein Profiturnier war, geschweige denn Einfluss auf die Weltrangliste hatte, rutschte er auf der Weltrangliste auf Rang 20 ab.
Ein ähnliches Bild ergab sich in der folgenden Saison: Thorne schied bei der Yamaha Organs Trophy in der erstmöglichsten Gruppenphase, bei der Snookerweltmeisterschaft erneut in der Runde der letzten 24 und sowohl bei den Canadian Open als auch bei der UK Championship im Achtelfinale aus. Im Gegenzug erreichte er bei der English Professional Championship das Halbfinale und musste sich in diesem Tony Meo geschlagen geben, bevor er beim Pontins Professional mit Siegen über Ray Reardon und Cliff Wilson erstmals das Finale eines professionellen Turnieres erreichte und in diesem Terry Griffiths mit 8:9 unterlag. Auf der Weltrangliste verschlechterte er sich jedoch durch sein schlechtes Abschneiden bei der Snookerweltmeisterschaft auf Rang 22.
Auch im Verlaufe der Saison 1981/82 schied Thorne mehrheitlich früh aus, wobei er mit einer Achtelfinalteilnahme bei der UK Championship und einer Viertelfinalteilnahme bei der Snookerweltmeisterschaft dennoch zwei Erfolge verzeichnen konnte. Auf der Weltrangliste bedeutete dies eine Verbesserung auf Rang 16. In der nächsten Saison schied er dagegen bei drei Turnieren in der Runde der letzten 32 sowie bei der Snookerweltmeisterschaft im Achtelfinale aus, während er beim International Masters und beim Pontins Professional jeweils das Halbfinale erreichte. Bedingt durch die ab dieser Saison kontinuierlich steigende Anzahl der Turniere mit Einfluss auf die Weltrangliste verschlechterte Thorne sich auf der Weltrangliste auf Rang 18.
Etablierung in den Top 16
Während der Saison 1983/84 gelang es Thorne dann, bei nur zwei Auftaktspielen zu verlieren. Im Gegenzug erreichte er sowohl bei der UK Championship als auch bei der Snookerweltmeisterschaft das Achtelfinale, bei den International Open das Viertelfinale und beim Professional Players Tournament sowie bei den Non-ranking-Turnieren Pot Black und International Masters das Halbfinale. Zum Saisonabschluss gelang ihm zudem der Einzug ins Finale des Pontins Professional, in dem er mit 9:7 über John Spencer triumphierte. Auf der Weltrangliste verbesserte er sich deutlich auf Rang 12.
Im Laufe der nächsten Saison verlor Thorne bei zwei Einladungsturnieren sein Auftaktspiel. Darunter war auch das Masters, zu dem er durch seine gestiegene Weltranglistenposition erstmals eingeladen wurde. Zudem schied er bei zwei Turnieren in der Runde der letzten 32, beim Grand Prix und bei der English Professional Championship im Achtelfinale und bei drei weiteren Turnieren im Viertelfinale aus. Während er bei einem der beiden übrigen Turniere, dem Pontins Professional, im Halbfinale verlor, erreichte er beim Classic, mittlerweile ein Ranglistenturnier, mit einem knappen 9:8-Sieg über Steve Davis das Finale und besiegte in diesem mit 13:8 den Kanadier Cliff Thorburn, um zum einzigen Male in seiner Karriere ein Ranglistenturnier zu gewinnen. Thornes Spielweise in ebenjenem Endspiel wurde zu diesem Zeitpunkt als „einer der besten Leistungen aller Zeiten auf einem Snookertisch“ bezeichnet. Zusammen mit Thorburn hatte Thorne am Anfang der Saison zudem das Finale der World Doubles Championship erreicht, in dem er sich mit 2:10 Alex Higgins und Jimmy White geschlagen geben musste. Auf der Weltrangliste wirkte sich dies dennoch nur mit einer geringfügigen Verbesserung auf Rang 11 der Weltrangliste aus.
Zu Beginn der Saison 1985/86 nahm Thorne mit einigem Erfolg an einer Reihe von Einladungsturnieren teil, bei denen sein bestes Ergebnis eine 7:9-Finalniederlage gegen Cliff Thorburn beim Scottish Masters war. Bei den übrigen Turnieren verlor er nur in zwei Fällen sein Auftaktspiel, schied aber bei je zwei Turnieren im Achtel- und im Viertelfinale aus. Bei den verbleibenden vier Turnieren erreichte Thorne jeweils das Finale, verlor dieses aber in allen Fällen: Während er sich bei der UK Championship mit 14:16 und bei den British Open mit 7:12 jeweils Steve Davis geschlagen geben musste, verlor er beim Irish Masters mit 5:9 gegen Jimmy White, um die Saison mit einer 6:9-Finalniederlage gegen Terry Griffiths beim Pontins Professional zu beenden. Auf der Weltrangliste verbesserte er sich auf Rang 7, den er während seiner restlichen Karriere nicht mehr übertreffen konnte. Im Jahr 1986 veröffentlichte er mit mehreren weiteren Snookerspielern die Single Snooker Loopy.
Auch während der folgenden Saison erreichte Thorne bei verschiedenen Turnieren das Finale, diesmal primär bei Einladungs- und Non-ranking-Turnieren. So gewann er mit 8:3 gegen Dennis Taylor das Hong Kong Masters, mit 10:9 gegen Steve Davis die Matchroom Professional Championship und mit 5:2 gegen Jimmy White den Kent Cup, wogegen er beim Canadian Masters Steve Davis mit 3:9 und beim Irish Masters mit 1:9 sowie im Finale des Pontins Professional Neal Foulds mit 8:9 unterlag. Auch bei den übrigen Einladungs- und Non-ranking-Turnieren erzielte Thorne beispielsweise mit einer Viertelfinalteilnahme beim Masters passable Ergebnisse. Ganz anders sah es jedoch bei den Ranglistenturnieren aus, wo Thorne jeweils zur Hälfte sein Auftaktspiel oder im Achtelfinale verlor. Bedingt dadurch verlor er auf der Weltrangliste die hinzugewonnenen vier Plätze wieder und belegte nunmehr Rang 11.
Letzte Erfolge
Schon mit der Saison 1987/88 schaffte es Thorne, trotz mehrerer passabler Ergebnisse nur bei einem Turnier das Finale zu erreichen; bei der Matchroom Professional Championship unterlag er mit 3:10 Dennis Taylor. Davon abgesehen erreichte er bei den Ranglistenturnieren jeweils zwei Mal die Runde der letzten 32 oder das Achtelfinale und zudem das Viertelfinale des Grand Prix und das Halbfinale der UK Championship. Auf der Weltrangliste verschlechtert er sich damit um zwei Plätze auf Rang 13. Obwohl Thorne in der folgenden Saison kein einziges Endspiel erreichte, verbesserte er seine Leistung bei den Ranglistenturnieren und er erreichte neben fünf Achtelfinals beim Classic das Halbfinale. Dadurch verbesserte er sich auf der Weltrangliste auf Rang 9.
Direkt zu Beginn der Saison 1989/90 erreichte Thorne beim New Zealand Masters wieder ein Endspiel und gewann dieses mit 7:4 gegen Joe Johnson. Während er bei den weiteren Turnieren ohne Einfluss auf die Weltrangliste erneut an die vorhergehenden Saisons anknüpfen konnte, schaffte es Thorne nur bei fünf von neun Ranglistenturnieren mindestens ins Achtelfinale und nur bei einem dieser Turniere – den Asian Open – ins Viertelfinale, in dem er gegen Stephen Hendry verlor, der zum Saisonende erstmals Weltmeister wurde. Thorne verschlechterte sich auf der Weltrangliste infolge der Saison wieder auf Rang 11.
Etwas schlechter verlief jedoch die nächste Saison, in der er bei nur der Hälfte der Ranglistenturniere überhaupt das Achtelfinale erreichte und in diesem jeweils ausschied. Auch bei den übrigen Turnieren kam er nirgends über das Achtelfinale hinaus, welches er unter anderem mit seiner Teilnahme am Masters erreichte. Auf der Weltrangliste rutschte er dadurch auf Rang 17 ab.
Letzte Jahre in den Top 16