mini|Saunaraum mini|Sauna-Blockhütte in Finnland mini|Sauna in Estland, erbaut 1896
Eine Sauna (Plural Saunen/Saunas, aus ; auch Schwitzstube oder finnisches Bad genannt) ist ein Raum, der mithilfe eines Saunaofens auf 80 bis 105 Grad Celsius erhitzt wird. Das Schwitzbad in der Sauna kann der Gesundheit und der Entspannung dienen.
Der Saunaraum, der innen meistens mit Holz ausgekleidet ist, wird mit einem Ofen auf eine Lufttemperatur zwischen 80 °C und 100 °C, seltener auch bis zu 130 °C erhitzt.
Die Sitzbänke sind in zwei bis drei Stufen in einer Höhe von 0,5 m bis 1,5 m angeordnet, wobei die Temperatur nach oben hin deutlich zunimmt. Wichtig in einer Sauna ist die Luftzirkulation, es wird also kontinuierlich Frischluft zugeführt, die vom Ofen sofort aufgeheizt wird, sodass die Temperatur im Raum konstant bleibt. Der ursprüngliche Sinn der Sauna war der einer gründlichen Reinigung des Körpers. Saunieren wirkt sich aber auch positiv auf das vegetative Nervensystem und das allgemeine Wohlbefinden aus. Es hat zudem einen stärkenden Effekt auf das Immunsystem und dient so insbesondere der Abhärtung gegen Erkältungen. Auch das Hautbild kann sich durch Saunagänge verbessern.Tim Hollstein: Gesundes Saunieren: Dafür kann ich mich erwärmen. In: Spiegel Online. 22. Februar 2015, abgerufen am 9. April 2026.
Um die Luftfeuchtigkeit und damit die gefühlte Temperatur in der Sauna zu erhöhen, wird Wasser auf die heißen Steine gegossen, die auf dem Saunaofen liegen: Das wird als Aufguss bezeichnet. Die Zugabe von ätherischen Ölen in den Aufguss sowie das Verteilen des Dampfes durch Luftschläge mit einem Handtuch sind im deutschsprachigen Raum und in Russland weit verbreitet, in Finnland dagegen selten, teilweise auch verpönt.
Technik Bauweisen Neben häufig verwendeten Saunen zum Einbau im Innenbereich und Saunahütten zum Aufbau im Freien gibt es auch seltener verwendete Schwitzzelte, Infrarotsaunen und Mobilsaunen. Massivsaunen werden aus massiven Holzbohlen Lage für Lage zusammengefügt und zu einem hitzedichten Wandaufbau zusammengepresst. Ausfräsungen (wie Nut und Feder) sorgen für eine stabile Verzahnung, die Bohlen können sich aber kontrolliert bewegen. Das natürliche Material Holz nimmt die Feuchtigkeit des Saunainnenraums auf und gibt sie auch wieder ab. So wird jede Art von Schimmelbildung, die bei einer völligen luftdichten Isolierung entsteht, vermieden. Hölzer haben hygienische und klimatische Vorteile, besonders bei der Verwendung der sogenannten Blockbohlen. Elementsaunen werden mehrlagig aufgebaut. Lage 1: Innenseitig eine Holzschalung mit ca. 12 mm bis 19 mm Dicke. Lage 2: eine hitzebeständige Dampfsperre (meist aus Reinaluminium). Lage 3: ein Zwischenraum aus hitzebeständigem und ausgasungsfreiem Isoliermaterial (meist Stein- oder Glaswolle). Lage 4: eine Außenlage aus Holz. Die Elementsauna wird aus vorgefertigten Elementen zusammengesetzt. Sie ist leicht montierbar und (zum Beispiel wegen Umzugs) demontierbar. Sie wird von Handwerkern oder im Eigenbau in Kellern, Dachstühlen oder Gärten hergestellt und in bestehende Räume eingebaut. Mobilsaunen werden häufig auf PKW-Anhängern oder anderen Fahrzeugen eingebaut oder aufgesetzt. Sie dienen den Betreibern dazu, mit ihrer Sauna an Örtlichkeiten (z. B. an einen See) zu fahren. Schwitzzelte. In alten Kulturen dienten über Feuerstellen aufgeschlagene Zelte als Schwitzräume.
Für die Innenverkleidung der Saunen (Wände und Decke) können Profilhölzer mit Nut und Feder, Massivholz oder saunageeignete Furnierhölzer verwendet werden. Für die Sitzbänke und den Anlehnbereich hingegen werden in Holzsaunen oft andere Holzarten verwendet: bevorzugt werden meist harzarme Hölzer bzw. Holzarten mit geringer Wärmeleitfähigkeit wie Abachi, Douglasie oder Espe. Auch wenn Abachi-Holz sich gut als Saunaholz eignet, sollte von der Verwendung abgesehen werden. Bereits 2007 riet das deutsche Bundesamt für Naturschutz davon ab, Abachi zu nutzen, da das Holz aus dem zweitgrößten Regenwaldgebiet der Erde entnommen wird. Als Alternative bietet sich Espenholz an.
Wärmequellen Grundsätzlich wird Wärme von einem Saunaofen durch Wärmestrahlung (bestimmter Wellenlänge abhängig von der Temperatur, gemäß dem Planckschen Strahlungsgesetz) und Wärmeabgabe an die vorbeistreichende Luft sowie in Form von Verdampfungsenthalpie bei der Verdampfung von Wasser abgegeben. Die Wärmestrahlung erwärmt alle Körper, die sie trifft. Sie erwärmt vor allem die Wände und Bänke der Sauna, die dann ihrerseits „sanftere“ Wärmestrahlung geringerer Strahlungsintensität abgeben (mit einer höheren Wellenlänge aufgrund der geringeren Temperatur als der Ofen).
Folgende Wärmequellen kommen für eine Sauna in Frage: Elektroofen: Mittels elektrischer Heizstäbe wird Wärme erzeugt und an die Raumluft oder/und an Steine abgegeben. Wichtig beim Anschluss elektrotechnischer Anlagen in Saunen ist die Verwendung von hitzebeständigen Leitungen (z. B. Silikonleitungen) Holzofen: In einer geschlossenen Brennkammer wird ein Holzfeuer betrieben, das seine Verbrennungsluft von außen bezieht. In Deutschland unterliegt ihr Betrieb der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)VDI 4207 Blatt 2:2016-07 Messen von Emissionen an Kleinfeuerungsanlagen; Messen an Anlagen für feste Brennstoffe (Emission measurements at small firing installations; Measurements at installations for solid fuel). Beuth Verlag, Berlin, S. 40. und der jeweiligen Feuerstättenverordnung der Länder. Holzfeuer: In traditionellen Kulturen wurden Feuer direkt in Saunen entfacht, um dort Steine zu erhitzen. Diese dienten nach dem Erlöschen des Feuers als Wärmequelle. Infrarotlichter: Infrarotlampen erhitzen die Sauna mittels Strahlungswärme. Dabei soll die Strahlungswärme direkt die Körperoberfläche des Saunierenden erhitzen. Gasofen: Die Wärme wird mittels der Saunasteine in der Kabine verteilt. Dazu wird die Luft, die der Gasofen durch eine Öffnung am Boden zieht, erhitzt und auf die Steine übertragen. Wichtig bei Gasöfen ist ein feuerfester Untergrund bzw. eine feuerfeste Rückwand.
Saunasteine Als Aufgusssteine für den Saunaofen werden üblicherweise witterungsbeständige Gesteine wie Granite, Olivine oder Diabas, die wenige Klüfte oder Risse aufweisen verwendet. Ebenso können auch porenreiche Vulkangesteine eingesetzt werden. Im Handel sind inzwischen auch vollkeramische Steine und künstlich gehärtete Steine erhältlich.
Saunakultur mini|Betriebssauna des VEB Bergbau- und Hüttenkombinat „Albert Funk“ Freiberg (1980)
Der Besuch einer Sauna wird saunieren oder saunen genannt. Er dient der körperlichen Erbauung, der Gesundheit, der Körperreinigung und der Verbesserung des Wohlbefindens. Saunabaden bzw. der Saunabesuch kann auch ein gesellschaftliches Ereignis sein; man trifft sich in der Sauna. Damit kann das heutige Saunabaden zum allgemeinen Wohlfühlen beitragen.
Bezüglich Geschlechtertrennung und Bekleidung in der Sauna existieren erhebliche nationale Unterschiede (siehe Sauna in anderen Ländern). Im deutschsprachigen Raum, in Skandinavien, den baltischen Ländern, den Benelux-Staaten, Norditalien, Slowenien, Kroatien und Russland werden Saunen in der Regel nackt betreten; Ausnahme sind die sogenannten Textilsaunen. In vielen anderen Ländern, vor allem im romanischen Sprachraum, ist nackt saunieren unüblich oder sogar verboten.
In den meisten Ländern herrscht Geschlechtertrennung, insbesondere dort, wo nackt sauniert wird. Im deutschsprachigen Raum ist dagegen die Mehrheit der öffentlichen Saunen gemischtgeschlechtlich, teilweise existieren für Frauen, seltener für Männer, separate Zonen oder Tage.
In Fällen, in welchen die Betreiber der Sauna Menschen aus sexueller Motivation gezielt als Kundschaft haben wollen, spricht man von einer Kontaktsauna oder auch einem Saunaclub. In den meisten Saunen ist jedoch sexuelles Verhalten sowohl von den Betreibern als auch von der Mehrheit der Saunagäste unerwünscht und kann zu einem Hausverbot führen.
In den skandinavischen Ländern, wie auch im russischen Raum – dort banja genannt – hat die Sauna eine enorme Bedeutung bei der Pflege sozialer Kontakte. Unter Geschäftsleuten ist es üblich, sich in der Sauna zu treffen und dort geschäftliche Entscheidungen zu fällen. Über Gesamtskandinavien betrachtet, nimmt diese Bedeutung der Sauna jedoch nach Südwesten hin stark ab und hat insbesondere im südlichen Norwegen keinen höheren Stellenwert mehr als beispielsweise in Deutschland.
mini|hochkant|Zusammengebundene Birkenzweige (finnisch vasta oder vihta bzw. russisch wenik) dienen als „Peitsche“ für die Hautmassage in der Sauna.
Sowohl in der Sauna als auch in der russischen Banja beliebt ist die Mitnahme von Büscheln, meistens aus Birkenzweigen (finn.: vihta bzw. vasta, russ.: wenik), mit denen der gesamte Körper „abgeschlagen“ wird, um die Blutzirkulation anzuregen. Diese Zweige sind, im Gegensatz zu Birkenruten, nicht entblättert und erzeugen somit keinen Schmerz. Im Sommer werden oft frische Zweige verwendet, im Winter dagegen entweder Zweige, die im Frühsommer getrocknet wurden oder tiefgefrorene Büschel, die es in finnischen Supermärkten zu kaufen gibt. Getrocknete Zweige werden vor dem Gebrauch in heißem Wasser eingeweicht. Das daraus entstandene Wasser eignet sich als aromatisierter Aufguss.
Medizinische Wirkungen Das Saunieren soll vor allem der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten dienen und kann auch bei einigen Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden, beispielsweise bei Störungen des vegetativen Nervensystems. Auch bei Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen können Symptomlinderungen auftreten.
Die Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 39 °CRainer Klinke, Stefan Silbernagl: Lehrbuch der Physiologie. 2. Auflage. Thieme Verlagsgruppe, 1996, ISBN 3-13-796002-9, S. 383, Abschnitt Ein Sauna-Besuch während der Schwitzphase (künstliches Fieber) bewirkt innerhalb des Körpers dasselbe, was auch ein echtes Fieber bewirkt, nämlich einen Anstieg der Hitzeschockproteine und auch erhöhte Aktivität von Immunzellen wie neutrophilen Granulozyten, Makrophagen und Lymphozyten, die für die Infektabwehr wichtig sind.J. D. Hasday und I. S. Singh (2000): Fever and the heat shock response: distinct, partially overlapping processes. Cell Stress Chaperones. November 2000; 5(5), S. 471–480; PMID 11189454.
Die Abfolge von Hitze mit dem anschließenden Kaltbad entspannt die Muskulatur und hat neben einigen physiologischen Effekten wie einer kurzfristigen starken Steigerung des Blutdrucks,Jochen Niehaus: Wer darf nicht in die Sauna? In: netdoktor.at, abgerufen am 7. Oktober 2014.Vuori I (1988): Sauna bather’s circulation. In: Annals of Clinical Research. 1988, 20(4), S. 249–256; PMID 3218896. Anregung des Kreislaufs, des Stoffwechsels, des Immunsystems und der Atmung vor allem auch eine wohltuende Auswirkung auf das subjektive Wohlbefinden.
Das Schwitzen sowie die wiederholten Wasseranwendungen bewirken außerdem eine sehr gründliche, aber schonende Körperreinigung; die oberste Hornschicht der Haut quillt auf, verhornte Hautzellen lockern sich und können leicht abgespült werden. Bei sehr trockener Haut wird die Struktur durch Aktivierung der Schweißdrüsen und Wassereinlagerungen in die Hornschicht verbessert.
Saunieren während der Schwangerschaft ist möglich.
Kontraindikationen Menschen mit Entzündungen, mit akuten Infektionskrankheiten, mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, mit Venenthrombosen oder Krampfaderleiden wird im Allgemeinen vom Besuch einer Sauna, eines Hamam, einer Banja oder eines Dampfbades abgeraten. Gegebenenfalls sollten ältere Menschen ihren Hausarzt befragen.
Saunieren von Sportlern