Der Keulen-Bertram (Anacyclus clavatus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bertram (Anaacyclus) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung mini|Habitus, Laubblätter und Blütenkörbchen mini|Blütenkörbchen
Vegetative Merkmale Der Keulen-Bertram ist eine einjährige Pflanze krautige Pflanze, Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimeter erreicht. Die Stängel sind einfach oder verzweigt. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert mit schmalen, fein bespitzten Abschnitten. Die unteren sind meist dreifach fiederteilig, die oberen doppelt oder einfach fiederteilig.
Generative Merkmale Die Blütenkörbchen haben einen Durchmesser (ohne die Zungenblüten) von 15 bis 20 Millimetern. Die Hüllblätter sind eiförmig-lanzettlich, spitz, weiß oder purpurn umrandet und besitzen kein Anhängsel. Die Strahlen sind 5 bis 15 Millimeter lang und weiß. Bisweilen sind sie kurz, aufrecht und nicht länger als die Hülle. Die Röhrenblüten sind gelb, ihre Röhre ist 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und die Zipfel sind 2 bis 3 Millimeter lang. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli, in Andalusien von März bis Mai. Nach der Anthese sind die Blütenstandsachsen nach oben verdickt.
Die äußeren Früchte besitzen am oberen Ende der Flügel aufrechte, runde Lappen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.
Vorkommen Der Keulen-Bertram kommt ursprünglich im Mittelmeerraum und auf Lanzarote vor.
Der Keulen-Bertram gedeiht in lichten Wäldern, auf Weiden und auf Sand und Kies vom Meeresstrand bis in die montane Höhenstufe vor. In Deutschland gibt es Beobachtungen aus Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Berlin-Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.
Er ist in Südeuropa eine Charakterart des Hordeetum leporini aus dem Hordeion-Verband. In Mittel- und Nordeuropa kommt der Keulen-Bertram gelegentlich eingeschleppt oder aus Kulturen verwildert vor.
mini|Illustration
Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1799 unter dem Namen (Basionym) Anthemis clavata durch René Louiche Desfontaines in Flora Atlantica: sive historia plantarum quae in Atlante, agro tunetano et algeriensi crescunt, Band 2, Seite 287. Das Epitheton "clavatus", das "keulig" bedeutet, bezieht sich auf die Blütenstandsstiele, die sich nach der Blüte verdicken. Die Neukombination zu Anacyclus clavatus wurde 1807 durch Christiaan Hendrik Persoon in Synopsis Plantarum: seu Enchiridium botanicum, Band 2, Teil 2, Seite 465 veröffentlicht.
Nutzung Der Keulen-Bertram wird selten als Zierpflanze genutzt.
Literatur Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8. Thomas Gaskell Tutin: Anacyclus L. S. 168 In: Thomas Gaskell Tutin et al.: Flora Europaea. Band 4, Cambridge University Press 1976, ISBN 0-521-08717-1. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos Mittelmeerflora. Kosmos Verlag Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-10742-3.
Einzelnachweise Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 768. Datenblatt bei Flora Vascular.
Weblinks
Kategorie:Bertram