Ostrów Mazowiecka (, ) ist eine Kreisstadt in Polen in der Woiwodschaft Masowien, Sitz des Powiat Ostrowski und der Gemeinde Ostrów Mazowiecka. Die Stadt liegt im nordöstlichen Teil der Woiwodschaft Masowien an der Schnellstraße S8 und der Schnellstraße S61.

Geschichte Erstmals erwähnt wurde die Stadt 1410. Im Jahre 1434 wurden dem Ort von Herzog von Masowien Bolesław IV. die Stadtrechte verliehen. 1514 erhielt die Stadt das Privileg, vier Jahrmärkte und einen Wochenmarkt zu veranstalten. Durch dieses Privileg konnte sich die Stadt rasant entwickeln. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte die Stadt bereits über 3 Tsd. Einwohner. Im 17. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung der Stadt aufgrund zahlreicher Kriege und war vor allem von ständigem Wiederaufbau geprägt. In dieser Zeit kam es auch verstärkt zu einer Zuwanderung von Juden.

Im Ersten Weltkrieg erlitt die Stadt keine Schäden. Im Zweiten Weltkrieg lag die Stadt im deutsch besetzten Gebiet. Am 9. November 1939 zerstörte ein durch die Besatzer gelegter Brand große Teile des Stadtkerns.Mieczysław Bartniczak: Rocznik Mazowiecki, 5/1974, S. 160–162. Der Gauleiter von Ostpreußen, Erich Koch, hatte mit dem Höheren SS und Polizeiführer Ost, Friedrich-Wilhelm Krüger, verabredet, Ostrów Mazowiecka in Brand zu stecken und den Juden die Schuld zu geben. Durch das Reserve-Polizei-Bataillon 91 und eine Kompanie des Reserve-Polizei-Bataillons 11 wurden daraufhin am 11. November 1939 die jüdischen Einwohner der Stadt, die noch nicht über die in der Nähe verlaufende deutsch-sowjetische Grenze geflohen waren, insgesamt 156 Männer sowie 208 Frauen und Kinder,Wolfgang Curilla: Der Judenmord in Polen und die Deutsche Ordnungspolizei 1939–1945. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77043-1, S. 151, 540–543. nach anderen Angaben ca. 500 Personen, erschossen.Miejsce egzekucji ludności żydowskiej (obwodnica miasta). Museum der Geschichte der polnischen Juden.

Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler nahm sich der Mitverschwörer Henning von Tresckow am 21. Juli 1944 in der Nähe von Ostrów Mazowiecka das Leben, um nicht der Gestapo in die Hände zu fallen.Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. K. G. Saur, München 2008, S. 96.

Die Nachkriegszeit war vom Wiederaufbau geprägt. Zu dieser Zeit kam es zur starken Industrialisierung der Stadt.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Gemeinde zur Woiwodschaft Ostrołęka.Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch, PDF; 783 kB).

Verwaltung Die Stadt Ostrów Mazowiecka bildet eine eigenständige Stadtgemeinde (gmina miejska).

Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater Scena Kotłownia (Szene Heizhaus)

Bauwerke Maria-Himmelfahrt-Kirche (Ende des 19. Jahrhunderts) Rathaus (1927) Volksbankgebäude (1926)

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Forte – Möbelhersteller Ostrowia – Molkerei Alpla – Kunststoffverarbeitung Krüger Polska – Lebensmittelhersteller Zurad – Elektronik Prefabet – Betonfertigteile Schneider – Metallverarbeitung

Städtepartnerschaften mini|Rathaus Ostrów Mazowiecka listet drei Partnerstädte auf: Brembate di Sopra, Italien Isjaslaw, Ukraine Rjasan, Russland

Persönlichkeiten

Bernard Napieralski (1861–1897), Chemiker Jerzy Bordziłowski (1900–1983), sowjetisch-polnischer General Janina Abramowska (* 1933), Literaturhistorikerin und -theoretikerin Janusz Czerwiński (* 1936), Handballspieler, -trainer und -funktionär, Universitätsprofessor Beata Mazurek (* 1967), Politikerin (PiS) Artur Eichin (* 1982), deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Masowien Kategorie:Powiat Ostrowski (Woiwodschaft Masowien)