mini|hochkant|Glasmosaiksäule am Café Prag in Dresden Johannes Beutner (* 6. Mai 1890 in Cunnersdorf, Sächsische Schweiz; † 18. Juli 1960 in Loschwitz) war ein deutscher Maler und Graphiker.

Leben Beutner verlebte seine Kindheit in Rochwitz. Von 1905 bis 1906 studierte er an der Dresdner Kunstakademie. Seine Lehrer waren unter anderem Johannes Raphael Wehle (1848–1936) und Robert Sterl. Es folgte bis 1909 eine Lehre als Chemigraf für Autotypie und Farbätzung. Nach einem erneuten Studium an der Dresdner Kunstakademie von 1920 bis 1924, diesmal unter anderem bei Otto Hettner und als Meisterschüler bei Ludwig von Hofmann, war Beutner freischaffend tätig. Ab 1931 war er Mitglied der Künstlergruppe „Die aufrechten Sieben“Johannes Beutner, Erich Fraaß, Otto Griebel, Hans Jüchser, Karl Kröner, Paul Wilhelm und Fritz Winkler. und von 1932 bis 1934 der Dresdner Sezession 1932, an deren erster Ausstellung er 1932 teilnahm. Er gilt als konservativer Maler. Er schuf vorwiegend Frauenbildnisse.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Beutner Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Er war u. a. 1939, 1940, 1942 und 1943 auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München mit Tafelbildern vertreten, die thematisch und stilistisch ganz dem Nazi-Kunstgeschmack entsprachen. Das 1939 ausgestellte Bild „Erwachen“ wurde von Joachim von Ribbentrop erworben, das 1940 gezeigte Bild „Die Reinheit“ von der NSDAP-Gauleitung Sachsen.

Das Dresdner Adressbuch verzeichnete ihn 1943 in der Spenerstraße 1b mit Arbeitsräumen in der Chemnitzer Straße 2. mini|hochkant|Beutners Grab auf dem Loschwitzer Friedhof

Nach der Bombardierung Dresdens, bei der ein Großteil seiner Werke verloren ging, zog Beutner nach Loschwitz in die Robert-Diez-Straße 12.

Beutner war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und bis zu seinem Tod freischaffend als Maler und Grafiker tätig.

Er war in erster Ehe mit Elisabeth Müller und in zweiter Ehe mit seinem langjährigen Modell Hilde Franke verheiratet. Im Dezember 1941 wurde sein Sohn Wolfgang († 2006) in Nossen geboren.Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V. (Hrsg.): Künstler am Dresdner Elbhang. Band 2. Elbhang-Kurier-Verlag, Dresden 2007, ISBN 978-3-936240-09-2, S. 34. 1943 sein Sohn Ernst. Beutners Grab befindet sich in Dresden auf dem Loschwitzer Friedhof.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Beutners (unvollständig)

Altenburg: Lindenau-MuseumWerke und Werkteile von Johannes Beutner im Bildindex der Kunst und Architektur Dresden: Galerie Neue Meister Dresden: Kupferstichkabinett Rostock: Kunsthalle Rostock

Werkbeispiele

Tafelbilder Sitzendes Mädchen (1930, Öl; auf der Ausstellung „Dresdner Kunst 1930“) Reifezeit (1941, Öl) Junges Mädchen (Öl; 1945/46 auf der Ausstellung „Freie Künstler“)Abbildung Junges Mädchen im Ausstellungskatalog Freie Künstler, Digitalisat der SLUB Dresden Bildnis Professor Carl Rade (1948, Öl) Loschwitzer Brücke (1948, Öl) Stillleben (1949, Öl; auf der Zweiten Deutschen Kunstausstellung) Alte Krankenschwester (1950, Öl, 100 × 80 cm; auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)Alte Krankenschwester, Deutsche Fotothek Am Morgen (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Bildnis des Verlegers Erhard Bunkowski (1951, Öl)

Architekturbezogene Werke Chemiker (1955, Sgraffito, Studentenwohnheim Zellescher Weg 14d in Dresden)

Ausstellungen (unvollständig)

Postume Einzelausstellungen 1983 Ravensburg, Galerie Döbele

2009 Pirna, Stadtmuseum 2021 Dresden, Bürgerzentrum Waldschänke Hellerau

Gruppenausstellungen

1930: Dresden, Brühlsche Terrasse („Dresdner Kunst 1930“) 1945/1946: Dresden, Freie Künstler. Ausstellung Nr. 1 1946, 1949 und 1953: Dresden, Allgemeine Deutsche Kunstausstellung sowie 2. und Dritte Deutsche Kunstausstellung 1950: Chemnitz, Schlossbergmuseum („Mittelsächsische Kunstausstellung“) 1951/1952: Berlin, Museumsbau am Kupfergraben („Künstler schaffen für den Frieden“) 1958: Berlin, Jahresausstellung der Akademie der Künste

Postum 1976: Dresden, Albertinum („200 Jahre Malerei in Dresden“) 1988: Dresden, Neue Dresdner Galerie („Begegnung I. Dresdner Künstler in Ausstellungen 1945–1949“)

Weblinks

Rochwitz - Johannes Beutner Johannes Beutner Schmidt Kunstauktionen

Literatur Fritz Löffler: Johannes Beutner. Kunstheftreihe „Maler und Werk“. VEB Verlag der Kunst, Dresden 1987. Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e. V. (Hrsg.): Künstler am Dresdner Elbhang. Band 1. Elbhang-Kurier-Verlag, Dresden 1999, ISBN 978-3-936240-01-6, S. 22.

Karin Müller-Kelwing: Die Dresdner Sezession 1932 – Eine Künstlergruppe im Spannungsfeld von Kunst und Politik. Hildesheim (u. a.) 2010, zugleich: Dissertation, TU Dresden 2008, ISBN 978-3-487-14397-2, S. 193–194, 363–364. Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 72

Weblinks

Werke von Johannes Beutner in der Deutschen Fotothek Nachlass von Johannes Beutner in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Anmerkungen

Kategorie:Maler (Dresden) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Bildende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1890 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann