Der Wildweibchenpreis ist ein Literaturpreis, der jährlich von der Gemeinde Reichelsheim (Odenwald) im Rahmen der Märchen- und Sagentage verliehen wird. Er würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise mit dem Thema Märchen und Sagen beschäftigt haben. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.Angabe bei KulturpreiseWildweibchenpreis bei Literaturpreis Gewinner. Ausgezeichnete Autoren und Bücher. mini|Wildweibchenstein

Namensgebung Der Name des Preises leitet sich von einer Legende ab, die sich um den „Wildweibchenstein“ rankt, einer 750 Meter südwestlich der Burg Rodenstein im Wald gelegenen Felsformation aus Granitblöcken. Die Legende besagt, dass in einer Öffnung zwischen den Felsen zwei „wilde Weibchen“ lebten. Sie saßen oft vor oder auf den Steinen, kämmten sich ihr Haar und waren in der Umgebung dafür bekannt, dass sie den Menschen Heilpflanzen zeigten, den Bräuten zu ihren Hochzeiten Geschenke machten, von Dieben geraubte Wäschestücke zurückbrachten und bösen Müttern die vernachlässigten Kinder wegnahmen. Im Herbst wurden sie regelmäßig von den Reitern des Wilden Heeres in Angst und Schrecken versetzt, bis der Pfarrherr von Neunkirchen, Rudolf von Rodenstein eigenhändig ein Kreuz in den größten Felsen schlug, um sie durch dieses Zeichen vor den Heimsuchungen des Geisterheeres zu schützen. Die beiden wilden Frauen boten ihm zum Dank ein Kraut an, welches ewige Jugend verleihe, was der Pfarrer aus Gottesfurcht ablehnte. Daraufhin beschenkten sie ihn mit Gold und Silber, das er an die Armen seiner Gemeinde verschenkte.Aufzeichnung der Legende 1926 durch Werner Bergengruen. In: Ernst Hieronymus (Hrsg.): Das Reichelsheimer Sagen- und Geschichtenbuch. Heimatkundliche Schriftenreihe der Gemeinde Reichelsheim. 2. Auflage 1998, S. 160–163.

Preisträger 1996: Willi Fährmann 1997: Frederik Hetmann 1998: Otfried Preußler 1999: Michail Krausnick 2000: Cornelia Funke 2001: Paul Maar 2002: Christine Nöstlinger 2003: Sigrid Früh 2004: Heinrich Pleticha 2005: Erhard Dietl 2006: Heinz Rölleke 2007: Sabine Friedrichson 2008: Kirsten Boie 2009: Hannelore Marzi 2010: Reinhard Michl 2011: Wilhelm Solms 2012: Albert Schindehütte 2013: Karola Graf 2014: Andreas Steinhöfel 2015: Lisbeth Zwerger 2016: Kristin Wardetzky 2017: Hans-Jörg Uther 2018: Barbara Gobrecht 2019: Rosemarie Tüpker 2020: Klaus Ensikat (coronabedingt überreicht 2021) 2021: Werner Holzwarth 2022: Fredrik Vahle 2023: Angelika Schreurs 2024: Siegfried Becker 2025: Mehrdad Zaeri

Einzelnachweise

Weblinks Reichelsheimer Märchen- und Sagentage

Kategorie:Kinder- und Jugendliteraturpreis Kategorie:Kultur (Reichelsheim (Odenwald)) Kategorie:Literaturpreis (Hessen) Kategorie:Märchenpflege Kategorie:Erstverleihung 1996