Markgrafneusiedl ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.

Geografie Markgrafneusiedl liegt östlich von Wien und südöstlich von Deutsch-Wagram im Marchfeld, einem Teil des Weinviertels, an der Geländestufe des Wagram. Der größte Fluss ist der Rußbach, der die Grenze im Südosten bildet. Die Fläche der Gemeinde umfasst zwanzig Quadratkilometer. Mehr als die Hälfte werden landwirtschaftlich genutzt, acht Prozent sind bewaldet.

Gemeindegliederung Es gibt nur die Katastralgemeinde Markgrafneusiedl.

Nachbargemeinden

mini|David Chandler, Die Schlacht bei Aspern 1809.

Geschichte Markgrafneusiedl wurde vermutlich im 11. Jahrhundert gegründet. Nach der Rückgewinnung des Gebietes von den Ungarn waltete ab 1044 Markgraf Siegfried über das Gebiet. Er führte Rodungen durch und dürfte als ersten Ort Markgrafneusiedl gegründet haben. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Klosterneuburger Salbuch zwischen 1120 und 1129 als novellum sartum marchionis. Später gelangte Markgrafneusiedl in den Besitz der Nürnberger Burggrafen. Eine Urkunde des Wiener Stadtarchivs zeigt, wie Chadolt von Eckartsau, einer dieser Burggrafen, im Jahr 1388 Güter in Markgrafneusiedl weiterverlehnt. Ab 1415 waren die Herzöge von Österreich Lehensherren von Markgrafneusiedl. Ihnen folgte die Herrschaft Wolkersdorf. 1423 fällt das Gebiet durch Erbschaft an Rüdiger von Starhemberg und 1542 kauft die Gemahlin von Kaiser Ferdinand I. das Land, um es dem kaiserlichen Hofspital in Wien zu vermachen.

Der Ort war in der Schlacht bei Wagram 1809 der Angelpunkt der Entscheidung, Schlachtsignierungspunkte befinden sich bei der Kirchenruine, am Pfarrhof und an der Krypta der Pfarrkirche. Im Jahr 1820 erhielt der Ort von Kaiser Franz I. das Marktrecht. Bald darauf verlor dieser Markt durch den Bau der Kaiser Ferdinands-Nordbahn seine Bedeutung und wurde eingestellt.

Entwicklung des Ortsnamens 1231 de Margravin Niusidil 1252 de Maregraven Nivsidel 1335 Marchgrafen-Neusidl 1342 Marchgrafen Neusidel 1356 Margrafen-Neusidel später: Margrafenneusidel und Marichgrafen Neusidel 1451 Margraf Newsidel 1531 Margraff-Neusiedl dann: Markgraf-Neusiedl heute:Markgrafneusiedl

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirchenruine Markgrafneusiedl, siehe Wappen, mit Aussichtsplattform mini|Pfarrkirche Markgrafneusiedl mini|Der Kerphenhof in Markgrafneusiedl mini|Ruine Militärflugplatz

Kirchenruine Markgrafneusiedl hl. Martin Katholische Pfarrkirche Markgrafneusiedl Mariä Himmelfahrt Kerphenhof Historisch-Archäologisches-Museum in einem ehemaligen Presshaus Ruine Militärflugplatz Deutsch-Wagram

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 18 im Haupt-, drei im Nebenerwerb und einer von einer juristischen Person geführt. Von den 63 Erwerbstätigen des Produktionssektors arbeiteten 31 im Bereich Bergbau, 19 in der Bauwirtschaft und 13 in der Warenherstellung. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Grundstücks- und Wohnungswesen (49), soziale und öffentliche Dienste (34) und Verkehr (32 Erwerbstätige). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)22302951Produktion8116390Dienstleistung402515055 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 449 Erwerbstätige in Markgrafneusiedl. Davon arbeitete weniger als ein Fünftel in der Gemeinde, mehr als vier Fünftel pendelten aus.

Öffentliche Einrichtungen In Markgrafneusiedl befindet sich eine Volksschule.

Verkehr Eisenbahn: Die Gemeinde liegt zwischen der Nordbahn und der Marchegger Ostbahn. Der Bahnhof Deutsch-Wagram ist sieben Kilometer entfernt. Von dort gibt es viertelstündliche Verbindungen nach Wien (Stand 2021). Straße: Markgrafneusiedl ist der Knotenpunkt der drei Landesstraßen L2, L6 und L11.

Politik mini|Gemeindeamt von Markgrafneusiedl Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP und 7 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 3 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ und 5 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ und 4 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ und 4 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ und 7 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ und 6 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ und 3 ÖVP.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1862 waren:

Gemeindewappen Markgrafneusiedl wurde 1994 ein Gemeindewappen verliehen.

Die diagonale Wellenlinie stellt den Rußbach dar. Der goldene Adler links oben erinnert an den Markgraf Leopold und ist dem niederösterreichischen Wappen entnommen. Die Ruine rechts unten ist das Wahrzeichen der Gemeinde.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Laurenz Mayer (1828–1912), Wiener Hof- und Burgpfarrer, Titularbischof von Dioclea, Beichtvater und Berater von Kaiser Franz-Joseph Andreas Karpfinger (1862–1926), Wirtschaftsbesitzer, Politiker und Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich Gertraud Cerha (* 1928), Cembalistin, Musikpädagogin, Musikvermittlerin und Autorin

Literatur

Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. Markgrafneusiedl, Bezirk Gänserndorf, Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Kirchenruine hl. Martin, Pfarrhof, Sogenannter Kerphenhof. S. 721–723.

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Markgrafneusiedl

Einzelnachweise