Dieser Teil der Liste der Denkmäler in Coburg beschreibt die denkmalgeschützten Objekte in folgenden Coburger Straßen und Plätzen: Sally-Ehrlich-Straße Salzmarkt Scharnhorststraße Schenkgasse Schillerplatz Schlachthofstraße Schleifanger Schlossplatz Schützenstraße Seidmannsdorfer Straße Seifartshofstraße Sonntagsanger Spitalgasse Steingasse Steintor Steinweg Steinweglein

Sally-Ehrlich-Straße

Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Sally-Ehrlich-Straße Die Sally-Ehrlich-Straße verbindet in Verlängerung der kleinen Judengasse die Viktoriastraße mit dem Zinkenwehr. Die Straße wurde 1946 nach dem jüdischen Kaufmann Sally Ehrlich benannt, der im Haus Nr. 10 lebte, am 24. April 1942 auf Befehl des NS-Regimes nach Izbica in Polen deportiert und ermordet wurde.Hubert Fromm: Die Coburger Juden – Geschichte und Schicksal. Evangelisches Bildungswerk Coburg e. V. und Initiative Stadtmuseum Coburg e. V., 2. Auflage. Coburg 2001, ISBN 3-9808006-0-1, S. 133. Zuvor gehörte der Straßenabschnitt zum Zinkenwehr und war durch kleine Fabriken auf der westlichen Seite geprägt. Sally-Ehrlich-Straße 2 Geschäfts­haus D-4-63-000-760 Im Jahr 1913 beauftragte der Kaufmann Carl Ehemann den Architekten und Bauunternehmer August Berger mit dem Bau eines Geschäftshauses für die rückwärtigen Fabrikgebäude, die auf dem Anwesen 1875 und 1912 errichtet wurden. Ab 1933 nutzte die Metallwarenfabrik Hans Jahn und ab 1946 die Polstermöbelfabrik Carl & Lang die Fabrikgebäude. Nach 2005 war unter anderem eine Digitaldruckerei in dem Anwesen untergebracht. Das Gebäude wurde 1990 modernisiert und wird als Wohnhaus genutzt.Das Vorderhaus ist ein zweigeschossiger Walmdachbau und fungiert als Kopfbau der dahinter länglich angeordneten Fabrikbauten. An der Hofeinfahrt steht ein eingeschossiger Vorbau mit Eckpilastern. Die Fassade ist gekennzeichnet durch eine kolossale Pilastergliederung mit schmalen Fenstern im Erdgeschoss und breiten im Obergeschoss, die rautenförmig geteilte Oberlichter besitzen.rahmenlos|hochkant=0.7 Sally-Ehrlich-Straße 4 Wohnhaus D-4-63-000-443 Der Baumeister Carl Otto Leheis erbaute 1898 im Auftrag des Kaufmanns Hermann Dressel das zweigeschossige Wohnhaus. Später wurde das Anwesen Sitz der Spedition Michel. Anfang der 2000er wurden die zugehörigen Rückgebäude, 1899, 1913 und 1921 erweitert, abgebrochen und 2007 das Wohnhaus saniert.Das villenartige Neurenaissancehaus steht an der Ecke zum Mühldamm. Seine Fassade besteht aus Ziegel mit Sandsteingliederungen. Die Hauptfassade in der Sally-Ehrlich-Straße weist vier Achsen auf und wird durch einen zweiachsigen Mittelrisalit mit Zwerchhaus strukturiert. Der einachsige Risalit der dreiachsigen Südfassade ist an der Hausecke angeordnet. Die stichbogigen Erdgeschossfenster, auf gefelderten Brüstungen und einem umlaufenden Sandsteinsockel angeordnet, sind durch Profilstürze und Entlastungsbögen gekennzeichnet, die rechteckigen Obergeschossfenster durch breite Stürze und Gesimsverdachungen auf Konsolen. Das ausgebaute Mansarddach ist geschiefert und weist in den Fensterachsen Hausgauben auf.rahmenlos|hochkant=0.7 Sally-Ehrlich-Straße 10 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-444 Das villenartige Wohn- und Geschäftshaus wurde 1887 vom Baumeister Bernhard Brockardt im Stil der Neurenaissance errichtet. Ab 1914 wohnten die Brüder Hermann und Sally Ehrlich in dem Gebäude, das sie 1919 kauften. Die Ehrlichs waren Juden und betrieben im 1913 gebauten rückwärtigen Anbau eine Hut- und Mützenfabrik, die sie 1937 schließen mussten. Ende 1938 folgte der Verkauf des Wohnhauses. Hermann konnte in die USA emigrieren, Sally wurde am 24. April 1942 nach Izbica bei Lublin deportiert. Eine Tafel am Haus erinnert an ihn. Das zweigeschossige Eckgebäude am Mühldamm besitzt eine aufwendig dekorierte Fassade aus Ziegel mit Sandsteingliederungen. Markant ist der reich dekorierte Eckerker im Obergeschoss, mit profilierten Konsolen über Frauenmaskarons und einer welschen Haube. Beidseits sind auf der Ost- beziehungsweise Westseite jeweils zweiachsige Risalite mit Zwerchgiebeln angeordnet. Die Ostfassade weist zusätzlich im Obergeschoss einen dreiseitigen Erker auf, dessen profilierter Fuß auf einem Fensterpfeiler endet. Die inneren Fenster sind im Erdgeschoss mit Lunetten und im Obergeschoss mit Kartuschen geschmückt.rahmenlos|hochkant=0.7

Salzmarkt Adresse Beschreibung Foto Salzmarkt Der Salzmarkt befindet sich zwischen der Theatergasse, vor 1840 Salzgasse genannt, und dem Theaterplatz. Ursprünglich lag er am nordöstlichen Rand der mittelalterlichen Stadt und beherbergte die landesherrlichen Einrichtungen für den Salzhandel.rahmenlos|hochkant=0.7 Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Salzmarkt 2 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-761 Der Kern des viergeschossigen Wohn- und Geschäftshauses existierte schon im Jahr 1700 als zweigeschossiges Gebäude mit zwei Stuben und einem Keller. Im 18. Jahrhundert folgte eine Aufstockung um zwei Geschosse. 1886 veranlasste die Schneidermeisterwitwe Caroline Puff den Einbau eines Ladens mit einem Schaufenster im Erdgeschoss. 1894 ließ der Landwirt Eduard Puff das Dach ausbauen.Das Traufseithaus besitzt ein flaches Satteldach. Über dem massiven Erdgeschoss sitzt in den Obergeschossen eine verputzte Fachwerkfassade, die sich in zwei und drei Fensterachsen gliedert. Die Fenster im zweiten Obergeschoss weisen eine Segmentbogenform auf, im ersten Obergeschoss sind sie zwischen zwei Bandgesimsen eingefasst. Die Aufstockung ist an den unterschiedlichen Geschosshöhen erkennbar.rahmenlos|hochkant=0.7 Salzmarkt 3 (Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus existierte in seinem Kern schon im Jahr 1700 als alter zweigeschossiger Bau mit zwei Stuben und einem Keller. Im 18. Jahrhundert entstand ein Neubau. 1864 beauftragte die Schneidermeisterfrau Caroline Puff den Stadtbaurat Julius Martinet mit dem Einbau eines Ladens mit Schaufenstern, 1947 wurde das Dach ausgebaut. Das Traufseithaus besitzt ein massives Erdgeschoss über dem in den Obergeschossen eine verputzte Fachwerkfassade mit vier gleichmäßig angeordneten Fensterachsen vorhanden ist. Die 1964 erneuerten Fenster haben profilierte und geohrte Rahmen. Eine vierachsige Schleppgaube weist das Dach auf.)Das Gebäude ist in der Liste vom 30. Oktober 2013 nicht mehr aufgeführt.rahmenlos|hochkant=0.7 Salzmarkt 4 Wohnhaus D-4-63-000-445 Das dreigeschossige Giebelhaus wird auf 1506/07 datiert. Ein umfangreicher Umbau folgte 1648. Zuletzt wurde das Gebäude im Jahr 2000 instand gesetzt. In den Obergeschossen besitzt das Haus eine dreiachsige Fachwerkfassade, die dort verputzt ist, im Gegensatz zur Giebelfläche, wo sie offen liegt und im quadratischen Raster mit Andreaskreuzen ausgebildet ist. Die hoch sitzenden Fenster sind ungefähr quadratisch und haben profilierte Rahmen. Das massive Erdgeschoss weist rechts ein Fenster und links ein mehrfach profiliertes Rundbogenportal auf.rahmenlos|hochkant=0.7 Salzmarkt 5 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-446 Eine Bebauung des Grundstücks ist bis 1555 belegt. Im Jahr 1864 veranlasste der Gastwirt Carl Grau den Abbruch von drei älteren Häusern und den Neubau eines Gebäudes für einen Hotel- und Gaststättenbetrieb. Das Haus wurde im Stil der Neurenaissance errichtet und unter dem Namen Bellevue geführt. Nach 1872 übernahm die Coburg-Gothaische-Kreditgesellschaft das Anwesen, für die 1894 ein südliches Treppenhaus gebaut wurde. 1905 kaufte der Restaurateur Gottfried Rissland das Haus. Er ließ vom Architekten August Berger für den Gasthof im Erdgeschoss ein Eingangsportal am Eckturm und nach Westen ein neues Treppenhaus errichten. Ab 1937 hatte die Gaststätte entsprechend dem Bier der Patrizier Bräu AG aus Nürnberg den Namen „Zum Patrizier“. Am 8. April 1945 zerstörten US-amerikanische Jagdbomber Teile des Hauses, das aber bis Ende 1945 wiederaufgebaut war und von der US-Army bis 1951 beschlagnahmt wurde. Anschließend erwarb der Kaufmann Walter Schaff das sogenannte Amerika-Haus und betrieb im Erdgeschoss ein Waren-Kredithaus. Es folgte das Warenhaus Montag, das 2008 geschlossen wurde. 2010 war ein umfangreicher Umbau zu Eigentumswohnungen in den Obergeschossen abgeschlossen. Das viergeschossige Eckhaus an der Theatergasse ist deutlich höher als die benachbarten Gebäude. Markant ist der dreigeschossige runde Eckerker mit einer Zwiebelhaube und einem Portalbau im Erdgeschoss, an den sich beidseitig eine fünfachsige Fassade anschließt. Die stichbogigen Schaufenster des Erdgeschosses sind durch ein Konsolband vom ersten Obergeschoss getrennt. Am Salzmarkt weisen die Fenster im ersten Obergeschoss eine Verdachung mit Konsolstürzen auf, ein Profilgesims ist unterhalb vom Attikageschoss angeordnet (siehe auch Grafengasse 6).rahmenlos|hochkant=0.7

Scharnhorststraße Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Scharnhorst­straße  Die Scharnhorststraße ist eine Stichstraße des westlichen Kanonenwegs Richtung Norden zum Gelände des ehemaligen Bauunternehmens Brockardt. Im Jahr 1935 bekam sie den Namen anlässlich des 180. Geburtstages des preußischen Generals Gerhard Johann Graf von Scharnhorst. Scharnhorst­straße 2/4/6/8 Wohnanlage D-4-63-000-763 Die dreiflügelige, U-förmige Wohnanlage entwarf der Regierungsbaumeister Paul Brockardt. Der in der dritten Generation in Familienbesitz befindliche Wohnkomplex wird auch nach der Eigentümerfamilie Brockardt-Wohnanlage genannt. Sie wurde 1936 mit insgesamt 24 Wohnungen für Offiziere und Unteroffiziere der Coburger Garnison errichtet. Die Wohngebäude haben massive Treppen und Decken und zeichneten sich durch Schließsysteme, Warmwasserheizung und- versorgung, Elektroherde und Wäschemangeln aus. Der dreigeschossige, symmetrische Mittelflügel mit 14 Achsen ist im Innenhof durch vier im zweiten Obergeschoss rundbogig geschlossene Balkone und zwei rundbogige Hauseingänge gekennzeichnet. Die verputzte Fassade steht auf einem Klinkersockel. Das 1991 ausgebaute Walmdach besitzt unter anderem Fledermausgauben. Die beiden Seitenflügel sind zweigeschossig und mit einer dreiachsigen Fassade ausgeführt. Der nördliche Flügel ist mit einem großen Wandfresko, das zeitgenössische Darstellungen der Bauarbeit zeigt, dekoriert.rahmenlos|hochkant=0.7

Schenkgasse Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Schenk­gasse  Die Schenkgasse führt vom nördlichen Steinweg zur Hindenburgstraße, wobei sie den ehemaligen Hahnfluss querte. Der Namen könnte sich von „tränken“ herleiten, dem Ort oberhalb der Gerbereien, wo die Pferde und das Vieh mit sauberem Wasser getränkt werden konnten. In der Gasse stehen insbesondere noch einige traufseitige Gerberhäuser ursprünglich am Hahnfluss gelegen. Gerber in Coburg wurden erstmals 1402 erwähnt. Schenk­gasse 1 Ehem. Scheune D-4-63-000-764 Die Scheune ließ um 1730 der Gerbermeister Andreas Röhrig als Rückgebäude zum Anwesen Steinweg 45 errichten. Der eingeschossige Stadel besitzt eine Fachwerkkonstruktion mit einem Satteldach. Das zweiflügelige Tor ist an der Langseite in der Schenkgasse angeordnet. Der Giebel weist kleine Öffnungen als Fenster auf. 2020/2021 wurde das Gebäude zu einer Fahrradscheune umgebaut, wo Fahrräder sicher untergestellt werden können.rahmenlos|hochkant=0.7 Schenk­gasse 2 Ehem. Gerberhaus D-4-63-000-765 Eine dendrochronologische Untersuchung ergab das Baujahr 1783 für das ehemalige Gerberhaus. Das Rückgebäude wurde 1953 zurückgebaut und neu errichtet, 1995 folgte eine Sanierung, wobei das Treppenhaus und Innenwände versetzt wurden. Das viergeschossige und traufständige Fachwerkhaus besitzt die für Gerberhäuser typische offene Laube im dritten Obergeschoss. Die vierachsigen Obergeschosse haben eine verputzte Fachwerkfassade, die über das Erdgeschoss weit auskragt und von schrägen Hölzern gestützt wird. Eine mittige Tür mit beidseitigen kleinen Fenstern weist das massive, niedrige Erdgeschoss in der Straßenfront auf.rahmenlos|hochkant=0.7 Schenk­gasse 3 Ehem. Gerberhaus