miniatur|hochkant=1.5|Capitalis Rustica im Vergilius Romanus, fol. 14r

Die Capitalis rustica, eine Schriftart für Handschriften, ist eine Variante der antiken römischen Majuskelschrift Capitalis. Anders als die Capitalis quadrata mit ihren strengen geometrischen Vorgaben zeichnet sich die Rustica (von lat. rusticus „ländlich, bäuerlich“) durch ihre schmale, kurvig-bogige Formgebung aus, die eine zügigere Notation erlaubteDer Kleine Pauly, Band 5, Artikel Schrift, 3. Lateinische Schriftformen, München 1979.

Die Rustica kommt bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. in pompejanischen Werbeinschriften an Hauswänden vor und bleibt bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch. Da sie in der Antike die vermutlich vorherrschende Buchschrift war, wird sie in der Paläografie bevorzugt als kanonisierte Capitalis bezeichnet.

In der Karolingerzeit wurde die Capitalis rustica noch für Prachthandschriften verwendetUniversität Hamburg: . Lerneinheit Paläographie auf der Seite der Zentralbibliothek Philosophie, Geschichte und Klassische Philologie. und blieb im weiteren Verlauf des Mittelalters als Auszeichnungsschrift z. B. für Überschriften in Gebrauch.

Literatur Günter Bernt: Capitalis quadrata; Capitalis rustica. In: Lexikon des Mittelalters. Band 2, 1983, Sp. 1472–1473 (mit zwei Abbildungen) Der Kleine Pauly, Band 5. München 1979, Artikel Schrift, 3. Lateinische Schriftformen,

Weblinks

Eintrag bei www.typolexikon.de – Das Lexikon der westeuropäischen Typographie Beispiel: Capitalis Rustica in einer Überschrift

Einzelnachweise

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